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Das jüdische Literaturblatt · 1879-04-16 · No. 17. (16.4.1879) · p. Seite 67

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 17. (16.4.1879)
Date
1879-04-16
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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Die 84 Codices, die hier beschrieben sind, vertheilen «ich, wenn man den Hauptinhalt ins kuge fasst und von kleinen Jbeigeschriebenen Stucken!ibsieht, etwa in folgender Weise auf die einzelnen Wis sensfäclier: Auf die Kabbala und ihre Httlfswerk; entfallen 24 Auf Halacha und verwandte Disciplinen . 20 Auf Philosophie und deren Quellensc(hriften 13 Auf As*rono111ie und Astrologie , . 10 Auf Exegese (6) und Grammatik (1) . 7 Auf Mathemathik 4 י Auf Poösie .3 ן Auf Religions-Disputationen . j 2 Auf Midrasch . . . j 1;Zusammen 84 Wer an culturgeschichtlichen, aus der Statistik abgeleiteten Schlüssen Gefallen findet, kann in dieser Tabelle dazu Gelegenheit erblicken. Doch habe ich sie mehr zur Beleuchtung filr den'wissenschaftlichen Werth der Sammlung als zu voreiligen Schl» ssen zusammengestellt. Besonders in der Gruppe der philosophischen und halachischen Codices liegen die Perldn des Ganzen. Die Arbeit ist in sichere, kundige Hände gelegt worden und trägt auf jeder Seite die Spuren der ausgebreitetesten Gelehrsamkeit ihres mit Recht weit über die Grenzen Italiens geschätzten und gefeierten Urhebers. Die Beschreibung der Handschriften is|t bei aller Kürze durchaus wissenschaftlich und, was dajs hier besonders erhebliche Aeussere betrifft, sogar erschöpfend. Be- 8chaffenheit, Schriftcharakter, Zeilenhöjhe und -anzahl, Blattzahl, Schreiber, Besitzer, Anfang jund Ende, Alles ist berücksichtigt und, soweit es gegeben werden konnte, genau verzeichnet. Aus vielen Nacnweisungen Mortara’s wird die Wissenschaft unmittelbarjen Nutzen ziehen, da sie historische Ermittelungen, neuel bibliographische und literaturgeschichtliche Daten enthalten. Zu Manchem wird sich freilich auch Ergänzendes und oft sogar Berichtigendes hinzufügen lassen, wie ן dies bei bibliographischen Arbeiten solcher Art nichjt anders möglich ist. Besonders würde eine eingehendere Berücksichtigung der in neuerer Zeit veröffentlichten Cataloge und kleineren Handschriftenverzeichnisse manchen nützlichen Wink oder Hinweis ergeben haben. Nur einige wenige Bemerkungen mögen tlieils das Erwähnte bestätigen, thcils »inbedeutende Verbesserungen nachtragpn (Schluss folgt.) Literaturbericjit. | Beeensionen. Delitzsch, Franz, Complutensische alttestamentl. Texte. Ein Beitrag zur Leipzig. Dörfling & Franke 1878. Diese Abhandlung reiht sich an Varianten zum bibl. Textkritik (4° 36 u 6 S.) die im J. 1871 erschienenen ״Studien zur Entstehungsgeschichte der Polyglottenbibel des Cardinais Ximenes“ und ist ein zweiter Beitrag zur Entsiehungs- und Textgeschichte der ältesten Polyglottenbibel, der sog. Complutensis (nach der Stadt Alcala-ComplutunO. Es war des Verf.’s Absicht, zunächst ״das Räthsel der Einstellung des complutens. Bibeltextes, des grichischen nämlich des Neuen Test, und der LXX, soweit es zur!Seit noch möglich ist, befriedigend zu lösenu — doch musste dieser Abschnitt gewisser Hindernisse wegen י orläufig noch liegen bleiben und der hebräische Text ward vorerst näherer Behandlung unterzogen. Zwar ist diese Text׳■ ausgabe weder die älteste, noch erreicht sie in typographischer Beziehung ihre vier Vorgänger, die es bereits zur Vereinigung von Vocalen. Lesezeichen und Accenten gebracht hatten, während lie complut. nicht accentuirt. sondern nur vocalisirt ist und auch diess nur I ungenau, überdies! Schreib- und Satzfehler in Unzahl enthält. Dennoch räumt der Ver.f. diesem Bibelwerke eine ״epochemachende Bedeutung* ein, weil es die erste Betheiligung der!Kirche an dem Drucke der alt׳- testamentl. Schrift in der Ursprache repräsentirt. Die älteren Ausgaben waren das Werk von Juden, ״zum ersten Male bekundete die Kirche ihr Ijnteresse an dem alttestamentl.. Gotteswort in seiner Urgestalt“. Dann aber ist es auch der rein wissenschaftliche Werih, der dieses Erstlingswerk auszeichnet. In den unter Delitzsch’ Auspicien von dem ausserordentlich verdienstvollen Lehrer Baer (Biberich) herausgegebenen Texten biblischer Bücher wird die Complut. als kri־• tischer Zeuge immer häufiger angezogen und zeigt es sich, dass ihre Lesarten, sofern sie von unserem Texte, abweichen, von der Massora verificirt werden und somit vor den traditionellen den Vorzug verdienen. Der Verf. ist den Handschriften nachgegangen, die dem Texte der Alcalenser zu Grunde liegen durften. Die Universitätsbibliothek von Madrid besitzt zwei Pergament-Handschriften, die eine, 1280 in Toledo gegeschrieben für zwei Aerzte R. Jizchak und R. Abraharn b. Maimon von der •Familie ben Melech, und die 1 andere, geschrieben 1486—7 in Tarazona von R. Jomtob b. Isac Amarili», in denen die muthmasslichen Quellen des ältesten Polyglottea-Textes zü suchen sind. Durch die Collationirung einer Auswahl von Stellen zwischen Text und Handschriften ist dem Verf. jedoch immerhin der Inductionsbeweis gelungen, dass diesen beiden Codices eine hervorragende Autorität bei der Textgestaltung der-Complut. beigemessen wurde. — Diess schliesst jedoch um so weniger die Benützung auch anderer Codices hiebei aus, als ja ausdrücklich berichtet wird, dass der Cardinal Ximenes, der Urheber und Leiter des grossartigen Unternehmens, 7 hebr. Hand- Schriften angekauft habe und die Vergleichung des gedruckten Textes mit diesen beiden Handschriften auf eine dritte Quelle geradezu hinweist Um nun den;kritischen Werth der complut Lesarten selber festzustellen, hat der Verf. dieselben für eine grössere Anzahl Stellen mit anderen Bibel-Hand- Schriften von hotiem Alter und anerkanntem Werthe verglichen, die ihm zugänglich waren und vorher angeführt und nähet bezeichnet werden. Diese Vergleichung, von der wir weiter unten einige Beispiele anführen wollen, fährt niun zu dem ferneren Beweise,- ״dass der complutensische Text trotz aller durch Bearbeiter, Setzer uöd Correctoren verschuldeten Mängel einen hohen kritischen Werth hat und dass der Text unserer Ausgaben! vielfach dagegen zurücksteht‘*. jDer Verf. will driitehs an den besprochenen Stellen die Revisionsbedürftigkeit des hebr. Graadtextes und das enge Wechselverbältniss exemplificirt haben, ״in welchem Textkritik jund Grammatik zu einander stehen“. Schliesslich soll bemerkt werden, wie wichtig die Ermittelung der richtigen Schreibung fremder Wörter und Namen für die Erklärung fremdländischer sprachlicher und Real-Alterthämer sei. Die angeführten Varianten der Complut. sind nun durchweg nicht bedeutend, sie erstrecken sich mei^t auf die Vocalisation, die Orthographie, scriptio pleaa, u. def., einen Consonant! n, den Artikel, ein Waw, seltener ein Wort, eine Proposition etc. — allein die grosse Reichhaltigkeit der herangezogenen Handschriften und Ausgaben, die ungemeine Vertrautheit des Verf’s mit den Gesetzen des iNikkud, mit Massora und Grammatik, sowie sein tiefes exegetisches Yerst&uduiss geben diesen Varianten in unseren Augen ein erhöhtes Interesse. Jos. 21, 36—■37. Im traditionellen Texte fehlen 4 von den 12 Städten der Merariter die später aus der Chronik ergänzt -wurden. In Eid. Brescia 1494,

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