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Das jüdische Literaturblatt · 1879-04-16 · No. 17. (16.4.1879) · p. Seite 68

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 17. (16.4.1879)
Date
1879-04-16
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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nach der Luther Obersetzte, ist die Lacke bereits ansgefüllt. Compl. stimmt bis auf kleine Abweichungen in der Schreibung mit letzterer. 1. Sam. 10, 5 ״hernach wirst du kommen ,אל גבעת האל. Das אל fehlt in Compl., das ein Einschiebsel ist und der blosse Accus, beweist, dass ״Gotteshügel“ hier Eigenname von Gibea ist. 1. Sam. 25, 22 fehlt in unserem פד אור הבקר das אור, das sich in der That als unecht horausstel ft. 1. Sam. 30, 30 statt unseres בכלר עשן das richtige N p בבור עשן (mit ב). Jes. 3, 16 ומפף, def. geschrieben, in der recepta: plene. Das erstere ist das richtigere, wie Delitzsch ausfuhrt. Jes. 5, 16 ״und Gott der heilige heiligt sich durch Gerechtigkeit“. Compl. hat besser das Finit. קדש? (mit Patach), statt des Particips (uiit Kamez), wie in unseren Drucken. Jes. 10, 15 ״als schwänge der Stab die ihn Erhebenden“ Compl. hat ואת־סרימיו, (mit ו) das wol besser bezeugt, exegetisch aber nicht haltbar ist. Jes. 19,13. ״Irregeführt haben Aegypten.“ Unsere Ausg. והתעו, in Compl. fehlt das ו, was auch masoret. bezeugt ist und exegetisch sich empfiehlt. Jes. 37, 38 שולא^ר mit Sin, statt unseres Schin — das Richtige, denn assyrisch-lautet der Name Sarusur, d i. ״den König schirme er“. Jes. 63, 11 ״Wer ist der, welcher sie heraufführte aus dem Meere sammt den Hirten (ישי) seiner Herde?“ Wir haben fälschlich den Sing. Die Hirten sind Mose und Aron. Jer. 2,11 Wir haben ההימיר Compl. hat das erste Jod nicht, da die Form der Hifil von מור ist und nicht von יסר, was ganz aufzugeben ist. Jer. 39, 3. Die Namen der babyl. Fürsten, deren richtige Schreibung wichtig ist für die Assyriologie. 1. 5ל5ל שראצר Das Sin ist richtig, assyr. Nirgal-sar-usur. 2. 1 מגר נבוJ, das Kamez ist irrig;- Eis ist Sumgir*Nabu, d. i. sei gnädig, Nebo. 3. שר סכים richtig als Doppelwort, Eunuchen-Oberst. Jer. 39, 13 hier^kommt hinzu der Name נבלשל^ל wo da»ל am Ende als ן zu lesen ist (נ, לעירא). Assyr. Nabu-sizibanni, d. i. Nebo, errette mich. Hos. 4, 6 ״ ואמאסאןדDu hast der Juden — doch nein,, der M osais ten Ri lligung gar manche Cliristlgläubige vom Eingehen auf die Vorschlüge des Verf. zurückschrecken dürfte. Duss wir hierbei den, den gewöhnlichen Missionärton (S. 44—47) anstimmenden Aufruf an Israel bei Seite lassen, ist selbstverständlich. Die Grunddifferenz bleibt ja immer bestehen, dass wi• in dem Christenthum nur eine Vorstufe und nicht eir e Ueberwindung, oder, wie der Verf., eine Oberstufe des Judenthums erblicken. Aber was un s erfreut, das ist die Rückkehr zur Quelle, die von dem — wir wissen niöht, ob pseudonymen — Verf. angestrebt wird, ״Oiede grundsätzliche Vernachlässigung des Alten Testaments!ist eine der wesentlichen Unterlassungssündea der Kirche“ (S 15). Dazu die Vorschläge, dass Pessach — freilich ist das Darbringeu der Erstlingsgarbe auf den ממחרת השבת — den zweiten Tag dieses Festes, bestimmt (gegen S. 19 Anm.) Schebuoth, Jomkippur und Skccoth (das aber nicht am ״darauffolgenden Tage“ (S. 23) gefeiert wird) Hauptfeste auch der christlichen Kirlche werden und in jüdischer Weise, mit den Gedankejn des Judenthums gefeiert werden sollen, wozu 60gar Rosch-haschono als Neujahr tritt. Freilich hätte Herr Chrisflieb nur einen Schritt weitergehen und im We können. — Die Ei und die Auffassun jeglicher Men!: hnachtea das Chanukafest entdecken klärung des heiligen Geistes (bis S. 6); der Trinität, ״so bringt auch ein ch — ohne alle Ausnahme — das Wesen der Dreieinigkeit (Trinität: Gott — Geist — Mensc sich gern gefallen zweiter Moses sein danke. Ebenso ist Liebe gesagt wird auf das, was den voller, reiner Er Gerechtigkeit und h) zur Anschauung1־ kann der Jude lassen Auch, dass der Messias ein soll und wird, ist ein jüdischer Gewas Uber Reue, Vergebung, Mitleid, unser altes Eigenthum. Nur der Beweis wird uns nicht gebracht, dass in dem Stifter des Christenthums zugleich Israel der Messias gekommen — der We t ist er der Apostel der jüd. Lehre geworden. — W inn Alle zu ihm sich bekehrt haben werden, dann wird das .Judenthum weiter hinzeigen Völkern dann noch fehlen wird an ■assung Gottes, seiner Herrlichkeit, Liebe. Dr. L e w i n. die Erkenntnis» verschmäht, und ich werde dich verschmähen,“ was viel sinngemässer ist, als unser ואמאסאך ״und ich habe dich verschmäht“. Jos. 13, 15 ״Dann mag er zwischen אחים Frucht treiben. Wir haben ״ אח*םBrüder“, womit das noch weiter fortgesetzte 1 Pflanzenbild verlassen wird. Compl. aber geht zurück auf 1אח, wie die ältesten Ausleger wollen und ist der Plur. dieses fremdartigen Nomen contrahfh zu denken (aus אחוים) Spr. 24, 31 ״ ר,משניםDisteln“ mit Sin nicht wie bei uns mit Schin ist masoretisch und dialectisch bezeugt. Ebenso daselbst 30, 28 ״ שממיתdie Eidechse“ richtig mit Sin. — Doch genug der Beispiele. Mehr, als hinlänglich beweisen sie, wie begründet die Ansicht Delitzsch’ sei, dass wir einer neuen' kritischen Textre- Vision bedürfen und dass die Compl. hiefür gute Dienste zu leisten vermöge. — Für den hohen Werth dieser Arbeit aber bürgt genugsam des Verf.’s Nafne, der zu den hervorragendsten Kennern der Bibel und, des Hebräischen gehört. —m —m. Christlieb, Alfred, Was uns in der Religion Noth thut. Ein Weckruf an die Bekenner Jesu, und an die Bekenner Mose. Berlin 1879. Carl Chün. 51 S. Es ist vielleicht unpolitisch, unklug von uns, dass wir uns dieses Buches freuen. Nicht allein deshalb, weil bei seiner schwärmerisch begeisterten Weise die des Qeftem zn kurz kommt, sondern auch weil Friedländer, Zeit der Tanaiten schichte des Talm Dr. M. II., Geschichtsbilder aus der und Amoräer. Ein Beitrag zur Geids. 'Brünn. Verlag des Verfassers. Unter diesem Titel tritt der fleissige Verfasser des ״Tiferet Israel“, ״Kore hadorot“ und vieler anderer das innere jüdische Leben alter und neuer Zeit behandelnder Schriften mit einer neuen vor die Oeffentlichkeit, welche, wie der Herr Verf. im Vorwort ausdrücklich aussprhht, den Zwjeck hat, ״gebildeten Laien, die nicht Zeit und' Müsse halben, das unermesslich grosse Meer des Talmuds zu durchsegeln,“ mit dem Wesen der Tanaiten und Amoräer, diesen verdienstvollen und anerkanntesten Persönlichkeiten in der Geschichte des Judenthums der nachbibli »dien Zeit, bekannt und einigermassen vertraut zu machen, was in unserer Zeit um so nothwendiger ist, als ed eben jetzt wieder von Judenfeinden vielfach versucht wird, den Talmud als eia gefährlich und verderblich wirkendes Werk hinzustellen und dadurch das ganze Judenthum herabzuwürdigen. Wenngleich wir, um das Buch auch Schülern als Prämien in die Hand geben zu können, gewünscht hätten, dass manche der eingestreuten kritischen Bemerkungen fortgelassen wären, auch hier und dort das hingestellte Bild etwas mehr fixirt wäre, so halten wir derartige in jüdischem Geiste und mit jüdischem Herzen g3schriebene populäre Skizzen doch für recht nützlich, vorausgesetzt, dass sie, was wir von Herzen wünschen, recht viele Abnehmer und — Leser finden.Max Weinberg. "TSiStwörtEcEtr'^edMtenr Dr. Rthmtr in Magdeburg. Prack von״H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Fr iese in Leipzig.

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