Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 15 u. 16. (9.4.1879)
- Date
- 1879-04-09
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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׳"די!* ד" ו — 62 — eine Aehnlichkeit mit Massechet Semachot und den Scheeltot des R Achai anfweist. Das Werk scheint an die Zeit der älteren Gaonen anzuknüpfen; denn es kennt bereits eine ziemlich ausgebildete Massora, Vocal- und Tonzeichen, Legenden aus dem Bereite der jüngeren Agada. Man wird demnach kaum fehl gehen, wenn man die Abfassung dieses Tractates mit dem Verf. ״in das Jahrhundert von R Achai aus Sehabcha bis Mar Zemach ben Pal toi (750—850) setzt * Ob Maimoriides bereits von diesem Tractate Kenntniss gehabt habe, darf trotz der Auseinandersetzungen des Verf. noch bezweifelt werden. Sicher kekannt war e.׳ den Lehrern der süd-französischen Schule im 12. Jahrhunderte. Er wird schon von den Verfassern des Eschkol und des Ittur, von Abraham ben Isac Ab Bet- Din und Isac ben Abba Mari citirt Raschi und die Tassafisten schätzen den Tractat wie eine tatmudische Piece von entscheidendem VVerthe. Ihnen schliessen sich Isac Or Sarua, Nachmanides. Aron Kohen aus Lunel, Salomo ben Aderet, Ibn Jarchi u. A an. Die liturgischen Abschnitte unseres Tractates bieten ein cultur-historisches Interesse; denn sie kennzeichnen bereits einen bemerkenswerthen Fortschritt in der Ausbilbirng des Gottesdienstes. Mit Rücksicht auf den uns hier verstatteten Raum müssen wir es uns leider veisagen, auf die Scholien im Einzelne^ und auf die in ihrem Gefolge sich findenden grösseren wissenschaftlichen Excurse näher einzugehen oder gar zu ihnen Stellung zu nehmen. Wir vermögen nicht jede einzelne These des gelehrten Verf. zu unterschreiben, dagegen können wir das Bekenntniss nicht zürückhalten, tdass aus jeder Note — sie sei klein oder gross, als zum Werke gehörig oder als hors d’oeuvre anzusehen — die gewissenhafte Vertiefung in den vorliegenden Stoff und die glückliche Und erfolgreiche Bewältigung der schwierigen Aufgabe hervorleuchtet. Mit der grossten wissenschaftlichen Akribie sucht z. B. der Verf. da6 Verhältniss der פתוחות zu den סתומות zu ergründen. Seine bis in’s kleinste Detail sich erstreckende Forschung gehört unstreitig zu dem Besten, was über dieses schwierige Thema geschrieben ist. Gleichwohl ist das letzte Wort hier noch nicht gesprochen; das Problem bleibt ein noch zu lösendes. Indess hat der Verf. durch seihen gründlichen Excurs dieses Problem der endgiltigen Losung wesentlich näher gebracht, [cf. Jfcholion 73 pg. 23 ff.] Sehr lichtvoll sind die"Ausemandersetzungen über die wissenschaftliche Bedeutung des masoretischen Zeichens bei Num. 10, 35 [cf. Scliol. 1 pg. 82 ff], ferner seine exegetischen Versuche, die 1« נקודותs superflua oder gar als den Sinn der Stelle verdunkelnd zu erklären [pg. 87 ff.]. Das schwierige Etymon זאטוטי wird hier unter Berufung auf Thucydides 1,9 sehr glücklich durch ,,Forscher“ wiedergegeben. Sehr beachtenswert!! ist der Excars über das Trisagion [cf. pg. 226 ff.], welches nficli unserer Liturgie dreimal 'im Morgengebete reciiirt wird und zwar jedes Mal. was der Verf nicht urgirt, an 3. Stelle; denn sowohl die Keduscha desidra im Schlussgebete findet sich hinter 2 Psalmen, wie die Keduscha in der Tefilla als 3. Eulogie. Selbst die Keduscha in Jozer Or steht nach den noch jetzt üblichen Abtheilungen im 3. Abschnitte. .Es wird nicht auffallen, dass die Christ!. Liturgie, mit Rücksicht auf das Dogma der Trinität das Trisagion sehr gern acceptirte und vielleicht auch auf die dreimalige Recrtirung desselben Werth legte Dass man die clmldäische Paraphrase des Trisagion in der Keduscha desidra noch bis jetzt beibehalten hat, kann leicht bei der Rivalität des Christliehen Ritus einen apologetischen, antichristlichen Zweck gehabt haben. Wir legen dieses treffliche Buch aus der Hand mit dem innigen Wunsche, dass die mannigfachen Anregungen des Boden fallen mögen. Sohrau 0 -S. gelehrten Verf. auf fruchtbarem Dr. Immanuel Deutsch. Kreiss, evang. Pre 1 Schopenhauer’s Ding ai für die Lebenskraft, E c der Seele, jüngstes Geri stillste a priori Löba|1 von Rieh. Skrzeczek. 1 Materialismus und Gottesidee* sich ein Absurdum. Beweis cistenz Gottes, Unsterblichkeit i|c!1t, Christus und Jesus — Po- 1 Westpr. Druck und Verlag 879. 17 S. 8. Symptome der Zei wie in kleinen Broschürt im Uebermasse seines Her Materialismus. Dabei ist Sinnes unserer Zeit, d nicht auch all seine Res bei Seite geworfen wird Standpunkte aus die Spijeu sucht ״vom Fresser Speis! ISS di t der Verf. im Kämpfen wissenschaftliche Ruhe g: phen Gerechtigkeit wied Verurtheilung und Ver Freilich darf man den hoch mit in Anschlag bri wie bei fast allen derart)! Zeitalters, besser durchg neuen Resultate. Z B logie ist die dem Mensch|e sieh mit dem Selbstbew hafte Erscheinung, die nicht ist.“ Judaisirende ist etwas voll Gegebenes. Das Judenthuiri giebt zi Menschen sind, die durch erstickt werden können. ״Jedes Streben hat Welt eine gesetzte Entw von ihrem Ziel oder (S. 12, 13.) Wie nun geistigen Menschen Chris es nicht heissen: credat.'.l wieder gnostisches Phant|a! Denkens. Auch die Not rieht 3 ist uns nicht erw' Nichterreichung dieses Zj! setzten Entwicklung, ode Das Facit kann doch nur beim Tode des Einzejindiv der Seele' dem Körper Mascjiine zuerkannt wird Geridht über die Einzelsf deren Endlichkeit ganz 1 fein ist, da sie ihrem Id keit ähnlich sein mag. vom Verf. gegebenen Pro diges Gericht sich erwt Geschehen und Entwickejl Apostolicum in neuer F geistigen Beschränktheit als Vater derjenigen ar.ei gegebenen Ideal, keiner weiteren Besprechu durch den schwachen, vo erschwert. Coblenz tströmung in dicken Büchern, n sind die Absagebriefe an den rscherdünkels toll gewordenen es ein Zeichen des gesunden mit dem früheren Systeme ultale, seine Art des Forschens Jeder versucht von seinem zu sondern vorn Weizen — 3e" zu erlangen. So hat auch gegen Schopenhauer sich die;wahrt, dem grossen Philoso- Zuckerniandel, Dr Erfurter und Wiener Ha und Varianten. 4 Lief. Man mag in dem 8!;rlähren zu hissen, bei aller werfung seiner Folgerungen, ror theologicus dabei nicht zu ngen. Aber die Negation ist, gen Produclen des kritischen!;führt, als das Positive, als die 8: ״Die Erbsünde der Theon angeborene Selbstsucht, die ijsstsein entwickelt, eine krankaber der gesunde Egoismus Ketzerei — denn die Erbsünde das sich nicht erst entwickelt. dass Keime zum Bösen im eigene Arbeit entwickelt oder ^in Ziel“ . . . ״Wenn also die I leal. cklung ist, so ist sie gesetzt■ “ Dieses Ideal ist Gottv neben als Ideal des nicht rein us Raum erhält, davon kann j|udäus Apella. Hier tritt eben ■siren an die Stelle logischen, nvendigkeit de^ jüngsten Ge-, lösen. ״Die Erreichung oder eis bedingt ein Facit der ge- ein jüngstes Gericht. (S. 14) am Ende gegeben sein, also iduums — wenn bei Fortdauer mehr als die Eigenschaft der — und dann also nur das eie, und am Ende der Welt,!^bewiesen, vielmehr anzuzweieale, Gott, in ihrer Unendlich- Ziel richtiger Hesse aus den missen ein dauerndes, bcstänisen, das als Correctiv dem n zur Seite steht. — Daa drin ist seiner Absurdität und wegen — so wird Gott nur■ kunnt, ,.die sich . . . dem hristus, hingeben“ — ng werth. Das Lesen wird n Fehlern wimmelnden Druck Dr. Lewin. M. S., Tosefta nach den kdschriften mit Parallelstellen Pasewalk 1879. S. 257—384• 4it einigen Jahren schon mit