Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 13. (26.3.1879)
- Date
- 1879-03-26
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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Sabb. 55: ״Das Verdienst der Urahnen und der Genuss dieses Verdienstes habe seit den Zeiten Hiskia’s aufgehört.“ Woher diese Behauptung? Hat ja die jüdische Geschichte auch nach der Regierung Hiskia’s bis zur Zerstörung des Tempels glanzvolle Epochen aufzuweisen. welche die Bescheidenheit gern auf זכות אבות zurückführt. In Baba kaina 16 heisst es, min habe Hiskia, König von Juda, Ehre erwiesen, dass seiner Bahre eine grosse Menge 'Waffengerüsteter mit en blässten Schulfern voraus<ring. Wo linden wir auch nur eine Analogie dafür auf den König Hiskia Synhedrin 20: ״Die Gottesfurcht wird gelobt, das ist das Ze!alter Hiskia’s“. Nun aber ist das Zeitalter Hiskia’s, in welchem z. B. die kupferne Schlange angebetet worden! war, kein Zeitalter der Gottesfurcht. Das. 04 h •isst et: ״Hiskiajhabe ein Schwert vor dem Bet-Hamid rasch aufgepflanzt und ausgerufen: ״Wer sich nicht mit der Thl gab es damals ein Bet-Ilamidrasch? Eifer für das Studium der Thora? 1111 (3. B M, Abschn. 30) wird das Zeitalter Hiskia für die spätfeste Zukunft bezeichnet, endlich wird mit dem Tode Hiskia’s der Sonnenuntergang Is- .תנו לה׳ אלקים raeis vermerkt. כבוד בטרם יחשיןי Ü: Solch gänzlicher Niedergang der Sonne Israels kann nur auf einen anderen Hiskia hinweisen, nicht auf den biblischen, und wir glauben diesen Hiskia erkennen, der zu den Zeiten Herodes Hiskia war der Vorkämpfer der Juder Herodes’. Wäre ihm sein heroischer als den zu lebte. Dieser n in den Zeiten Plan gelungen, so wäre Herodes gestürzt worden. Dieser Hiskia war ein gewaltiger Streiter, welcher darauf hinarbeitete, Judäa von Rom unabhängig zu mach 511. Die Juden betrachteten ihn als den Rächer ihrer Eure, und Freiheit, als den Wiederherstefier ihres Staates; allein He• rodes nahm ihn gefangen und liess ihn dem Sturze dieses Helden, mit dem S schämten Herodes gingen die Makkah und der Staut seinem Sturze entgegen mit Recht, dass das Verdienst der Väte über Israel zu walten. Seine Krieger ein trauriges Schicksal, das Soldatengi war zerrissen Es war damals eine gottesfuijchtige Zeit. Es war damals die Zeit der Begründung enthaupten. Mit lege des unverer ihrem Ende man sagt dann : aufgehört habe hatten mit ihm wand und Befestigung der jüdischen Lehre unter Schmaja unp Abtalion, deren Ret-Hamidrasch blühte. Mit diesem Hiskia ging die Hoffnung Israels verloren, es war keine Aussicut, sich von den Römern zu befreien, den Sturz des jüdischen Staates aufzulmlten, die ״Sonne der jüdischen Freiheit ging unter“ D r, Duschak. Literaturberic(1t. Reeendonrii. Jofel, Dr. M., Die Angriffe des Hdidenthums gegen Juden und Christen in den ersten Jahrhunderten der römischen Cäsaren. Breslau 1879. Schlotter. (Schluss) Aus den dem Vortrage beigegebanen Wissenschaftliehen Anmerkungen, die beiläufig ebensoviel Raum einnehmen, wie der V'ortrag selbst, ht.ben wir mit Vergnügen ersehen, dass wir von dem V«1f. über die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung eiie fernere Arbeit zu erwarten haben mit wesentlich neuen Resultaten. Gelegentlich erwähnt er aus derselben unter Hinweis auf später zu führenden Beweis, fass die, wie jetzt nach Grätz allgemein angenommen wird, von Hadrian ertheilte Erlaubnis zum Tempelbau auf Trajan und nicht auf Hadrian zu beziehen sei, dass der ״Jom Trajanus“ auf diese Erlaubnis gehe, da 18 mit dem Tode desPappus nnd Lolluanus jener ״Jom " abrogirt wurde, ora beschäftigt, soll mit diesem Schwerte durchbohrt werden.“ Wo aber wo ein solcher Midrasch rabba in Echa rabba 1 I dass dieselben Feinde, die damals die Juden denuncirten, * auch den Judenchri9ten gefährlich wurden, welche letztere bis zur Zeit des Barkochba ebenso national gesinnt,' wie jene an eine Verwerfung Jerusalems nicht gedacht haben. Wir ■halten selbstverständlich bis nach der Ftthrung des versprochenen Beweises mit unserem Urtheil über diese Behauptung zurück uud wünschen, nicht allzu lange warten;zu müssen Unter den anderen Anmerkungen heben wir diejenigen hervor, in welchen der Verf. sich mit den Kir-. chenhistorikern auseinandersetzt. Er bittet die Herren, da, wo es sich um Juden handelt, nicht ohne Weiteres־- unberechtigte Vermut hungen als Thatsachen hinzustellen. Ein Beispiel: Simon, ein Verwandter Jesu, wird nach Hegesipp bei Euseb. (h. e 111,32) als Nachkomme Davids und als Chriät unter Trajan hingerichtet. Nach demselben (h.• e. 111,20) hatte schon Domitian Verwaudte Jesu aus denselben Veranlassungen beargwöhnt. In beiden Fällen gibt er ״einige von den Häretikern“ als Ankläger an. Was er unter Häretiker versteht, gibt er deutlich dadurch zu erkennen, dass er im Zusammenhange mit 4er Anklage gegen Simon das Aufkommen der;Häresie in der Kirch e beklagt״. Daraus macht Kurtz (Handb. S 138) über Simon vgl Hegesipp bei Euseb fr. e. IV,22. Danach wurde er in Folge der Anklage fanatischer Juden verurtheilt. Von fanatischen Juden ist (dort nirgends die Rede; wohl aber von einem Theobudes, der,'weil er{nicht Bischof geworden war, Häretiker wurde. — Schon der Titel der Anklage weist, wie der Verf. richtig bemerkt, auf nichtjüdische Ankläger hin. Die Erinnerung an das Haus Davids war den Juden viel zu heilig für solchen Mistbrauch. — Aennliche Leichtfertigkeit wie an Kartz, ist auch an Baur zu rügen Die Christ.ichj:n Leser d. Bl. machen wir auf die originelle Erklärung .für die Erzählung des. Evangelien, ״Jesus halte die Wechsler aus dem Tempel getrieben“, aufmerksam; desgjl. auf die bescheidene Anfrage des Verf, ob der eigent.hümliche Umstand, dass Clemens Rom. in seinem Briefe an die Corinther vou dem Zasammenhange zwischen Johannes und Jesus noch nichts weiss. für die Frage der Evangelienabfassung benutzt ist. In c. 17 wenigstens zählt er als Vorausverkündiger Christi in Ziegen- und Schaffell lauter alttestamentliehe Namen auf, und erwähnt Johannes nicht. Man sieht, der Verfasser verfügt über ein reichhaltiges kritisches :.Material, welches für das verheissene Buch zu günstigen Erwartungen berechtigt; dass wir ihm auch für das [gegenwärtige zu Dank verpflichtet sind, hat sich wohjl aus dieser Besprechung ergeben. — Nur eine Ausstellung sei nach vielem Lob gestattet. Der Verf. beruft sich ln Anm 19 zum Beweis für die Be- * hanptung, dass an der bekannten Stelle bei Säet. (Claud. 25) Judäos'inpulsOre Chresto etc. Christus gemeint jsei, dessen damals gebräuchliche Aussprache eben Chrestus gewesen sei, auf tie!1 Wortwitz des Just. Martyr. (I. Apol. init.), dass es unvernünftig sei, Leute um eines Namens^ willen zu hassen,;der etwas sehr gutes besage wacker)• Mit Unrecht, ich glaube, nicht Xp13t<k wurde xpr,׳דנ>; gelesen, sondern eher umgekehrt Chrestos Christos, man!müsse denn an nehmen, dass schon damals, wie aus späterer Zeit erweislich ist, ^psmos für ־/p13T׳i; geschrieben! worden sei. — Aus mehreren anderen Gründen glaube’ich nicht, dass an jener Stelle Chrestus mit Christus!zu identificiren sei. -Ausser der Bemerkung Emesti'd z. St. in inscriptiohibus antiquis non raro occurunt libirtini, qui Chresti. De Christo accipi, nec nomen patitur, nec additum impulsore, quod de praesente, scribendo certe impellente dicitur. Auch der Ausdruck adsidue tumultuantes deutet auf einen Aufruhr oder wenigstens KrawalL