Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 13. (26.3.1879)
- Date
- 1879-03-26
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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יייויי״מיווייייו^יmmrn nnp — 52 —י Durch diese meine von der des Verf. abweichende Ansicht erleiden die sonstigen Aufstellungen dieser Anmerkung indess keinen wesentlichen Einspruch, es wird diesen nur dadurch eines von den vielen Beweismomenten entzogen, und seine Ansicht über Entstehung und ersten Gebrauch des Namens Christiani verdient eiligemeine Annahme. B. Morgenstern, Dr. J., Verleumdungen gegen die Juden und der Juden gegen die Samaritaner. Ein Beitrag zur Culturgeschichte. Berlin, Selbstverlag. Mit verschiedenartigen Eindrücken.lege ich obenbeitteltes Büchlein aus Händen, und ebenso, glaube ich, wird es jeddm Israeliten ergehen, der ein Verständnis für den darin behandelten Stoff hat. Was für ein Urtheil man aus beiden eigentlich nur lose mit einander zusammenhängenden Theilen über den Verfasser ohne Bedenken fällen-kann, das ist: Wir haben es hier mit einem sehr geistreichen Kopfe zu thnn. In der zweiten nicht minder wie in der ersten Abhandlung folgt Hypottdse auf Hypothese, eine Conjectur jagt die andere, bo dass man eine Zeit lang geistig sehr angeregt wird; zuletzt wird es aber doch etwas zu bunt, es [ kommt uns vor, wie ein Spiel mit blendenden Gedankeni blitzen, mit geistreichen Einfallen. Dies ist der Hauptj eindruck, mit dem man besonders vom ersten Theile scheidet, wo es sich darum handelt, den Grund und die j Quelle aufzüsuchen für die, wie der Verfasser selbst > hervorhebt, bereits um die Zeit des Mittelalters vorstummte Beschuldigung, dass die Juden einen Esel an- | beteten. Ob nun diese Beschuldigung daraus entstanj den ist, dass man~aus dem ״ חמרא דדואden! Wein zur Libation“ einen ״ חמרא דהבאeinen goldenen EseJ“ gemacht, oder aus dem griechischen ׳J.vo; einen ovo;, oder aus dem 0' <״*<»׳*!w> ״dem Quiastempel“ ein \2׳>ov. b'/fj'j ״ein Heiligthum des Esels“, oder gar aus 50«״ ה' אחד; övo;“, ״Gott ist die Einheit“, oder ob die eine und die andere Bibelstelle zum Missversiändniss geführt, ist im Grunde gleichgültig, und es lohnt sich fast nicht, auf Widerlegung dieser Thorheit soviel Scharfsinn und Wissensfülle zu verwenden und zu verschwenden. Was wir aber, und dies besondere 'iin zweiten Theile, an diesem Schriftchen auszusetzen finden, das ist der wegwerfende Ton, mit welchem darin vom Talmujd und seinen Lehrern gesprochen wird. Der Verf, deri seine Geistesschärfe und kritische Behandlung dem Talmud- Audiom verdankt, sollte doch des talm'ud. Spruches eingedenk sein: ״In den Brunnen, aus dem Du geschöpft, wirf keinen Stein.“ Und er wirft so manchen Stein auf die Talmudweisen. Sätze wie: ,Dass es den Talmudisten gar nicht darauf ankommt, Worte zu verdrehen und/denSinn zu entstellen, wo es ihnen passt,* sollte der VerL lieber den Rohlings und Consorten überlassen Auch was er Uber die talmudische Intoleranz gegen die Samaritaner vorbringt, ist doch mit allzu grellen Farben, geschildert und meist nicht stichhaltig. Man höre nur Einiges (S 25): ״Der Talmud beschuldigt sie (die Samaritaner) in der That des Götzendienstes und zwar ist der Gewährsmann dafür R. Meir ...., der sein Axiom: ״Nicht die Majorität, sondern die Minorität entscheidet“, auch für die Samaritaner angewandt.1* Sieht das nicht fast aus wie eine absichtliehe Entstellung für Laien? Der.Sachkundige weiss, wie der Grundsatz des R. Meir zu fassen ist, jedenfalls nicht so, als verwerfe er die Majorität überhaupt Er meint nur, dass man, um schädliche Folgen zu vermeiden, auch auf die Minorität Rücksicht nehmen müsse. Auf S. 27 sagt der Verf. höhnisch: ״Den Talmudisten ist Alles mögjieh, so sie es nur wollen!“ Und nun die äuaferlicbwiedersipnigsten Fa bei tr pdfir Pa- IM jJUlillJpj .JjJ rabeln herbeige zogen, die die Talmudisten lächerlich erscheinen lassen. Wie soll man sich noch wundern und empören über feindliche Angriffe gegen den Talmud von nichtjüdischer S< ite, wenn von den Eigenen so wenig Pietät gegen jene trotz 111er Verkleinerungsversuehe doch immer als sittliche Heroen dastehenden Gestalten der Talmudisten geübt wird Welche Toleranz spricht -sich nicht in jener Talmudstelle aus, die der Verf. berührt, um daran die Hypothese zu erweisen, dass die dort genannteu בריעי (Berach 10a) Samaritaner waren. Wenn auch nicht, wie der Yerf. missverständlich angiebt, R. Meir aus eigenem Ai triebe, sondern erst auf Veranlassung seiner Frau, der Berurjah, schliesslich für die Besserung, nicht für den Tod der ihn Quälenden betet, so zeigt doch seine Vers( hnlichkeit und schnelle Sinnesänderung, wie die Gesinnung seiner Frau, dass wir es in der That mit einem ״lenqhtenden“ Vorbilde der Moral zu thun Und dieser R. Meir soll nur als ein ״Erzfeind“ haben. der Samaritaner die unbedingt hingestellte Thatsache ausgesprochen haben, dass sie eine Taube auf dem Berge Garisim mbeteten! Ueberzeugend hat der Verf. trotz der Menge aufgehiiufier Hypothesen nicht dargethan, dass R. Mäir’s Angabe grundlos gewesen sei. — Auf Einzelheiten einzugehen verbietet der für eine Recension gestattet צ Raum *) Es sei nur hervorgehoben, dass ebenso, wie der Verf. z. B. auf S 38 eine Stelle Juvenals critisirl, indem er sagt, dass Jeder, wer die ägyptische Götte rlehre kennt, wissen wird, dass Thiere, wie Katzen (der Verf. lese einmal Ebers ״Egyptische Königstochter‘־) Verehrung genos sen, so auch in manchen der zahllosen Hypothesen sich überstürzt und übereilt hat. Trotzdem zeugt, und dass bleibenden Wert 11 hat. Braunschwei u. a. bei den Egyptern niemals eine aber muss nochmals anerkannt werden, dass das Werkeben von Schärftinn und grosser Belesenheit des Verf. Vieles darin recht interessant ist und Dr. Kusznitzki. *) Wir fügen nur noch Eins hier hinzu. Wenn der Verf. (S. 40 11 n I 41) mit iezug auf die Mischna Synliedrin 24b fragt: ,Warum sollen ,Tau lenabrichler“ (C1V ספריחי)! ,he etwa unsern Telegraphisten gleich kämen, von allen Ehrenämtern ausgeschlossen sein?“ und darin Samaritaner“ erblick: — so hat er die Augen vor der klaren talmodischen Motivirnr! jenes Geschäft kein Manipulation beruhte (Synhedr. 25a) verschlossen, wonach eben ehrenhaftes war, sondern auf betrügerischer (das ארא das. ist das lat. area ״Vogellorkherd־‘, vgl, Kohnt, Ajruch 3. v ). Deshalb stellt sie die Mischna in eine Ka'egorie mit Wucherern und professionirten Spielern (Red.) OME* £8 wird 1 gazins umzutausc Offerten an die Brief Es gelangen in wieder nur einen ,versteckten Hass gegen die 1 kaufen oder gegen Hefte des Predigt-Mateil gesucht: Jüdisches Literaturblatt 1878 Nr. 1. , 1878 Nr. 9. Sxpedition d. Bl. hasten «Irr Brdaetlon. den nächsten Nummern 11. A. zum Abdruck an grösseren Abhandlungen and Recensionen: Max Müller, Geber Religion. Stier, Die Tempi lpsalmen. Müller, Tractnt Saferim. Delitzsch, Comph tentische Varianten zum A. T. Kaiserling, Jüdische Frauen. Herzfeld, Einiges( über die civilrechtlichen Docnmente des jüdischen Altertbums( ן Mergenstera, Träume and ihre Deutung. Familie Ile n d e 1 s s o h n. Wellhansen Uber [das Alter des Priestergesetzbnches (Forts.) Chodowski, Der Midrasch Schir haschirim nach der Münchener Handschrift — u. a. m. eriehtigangea. Literat«rbl. 13 S.l 46. Z. 17 1 ». muss es heissen: als Ran bthier, statt: als vom! Raabthier zerrissen. — S. 47 letzte Zeile:!יי3דפ,ו3ג?וסר Tice,?re.» ■ 1 H. Horbach in Baijbjr. Verlag von Robert Friese in Leipzig: Dr. Rahner in Magdeburg. Druck von