Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 9. (26.2.1879)
- Date
- 1879-02-26
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/5367336-6488236-8755741--1224-4854634- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das Nachschlagen mit keinen Schwierigkeiten verbunden ist Zuerst erkennt der Autor dje Grundidee einer neuhebr. Literatur an. Er sagt, däss, ״da die einzige damals zugängliche Sprache die hebräische war, so lag es .au^ der Hand, dass man hier mit ihr zu operiren hatte. Und man hat sich nicht geirrt. Die literarischen Bestrebungen haben eine ungeheure Wirkung hervorgerufen.“ Fast sollte man meinen, der Verf. werde zum Panegyriker. Doch weiter beginnt er den Rückzug: ״sie hat viel Unheil angerichtet.“ Er bürdet der Literatur die Schuld für den ״Riss 'im Herzen der russischen Judenschaft“, für den ״Indifferentismus“, für die ״krankhafte Aufklärungssucht“ auf. Da sehen wir, wie der Verf. die Momente der socialen ׳und intel- ■— lectuellen Entwicklung auffasst. Er vergisst an alle Factoren und Grundelemente, die durch ihre Zusainmenwirkung bei den russischen Juden manches Eigenartige hervorgebracht haben, an das Fortwirken derselben, durch die wir auch nicht entfernt einer allgemeinen Besserung entgegengehen. Welch’ eine Beschränktheit des Urtheils gehört dazu, die physischen Uebelstände und die moralischen Blössen der Nation einzig und allein der Presse, die immerhin ■doch nur eine der wesentlichen Bestandtheile der Bildungselemente ist, zuzuschreiben! (Forts, folgt.) Zeit und Ort der Abfassung der Pirke Rabbi Elieser. Ton Rabbiner Dr. S. Fried mann in Lablinitz. _ (Schluss.) Was nun Z.’s Beweisführung anbetrifft, so scheint sie hier nicht ganz correct zu sein. Unter den .ד‘ מלכיות האלו Midrasch aus c. 28 versieht er die Reiche Babel, Jawan, Medien-Persien, Rom und Ismael. Abgesehen davon dass diese nicht 'ד, sondern ה' מלביות sinch weist ja doch das daneben befindliche Demonstrativ. ךאלן ״diese“ auf den vorstehenden Midrasch zurück, der mit den Worten קחה לי עגלה beginnt. In diesem nun werdennur die vier Reiche: Edom, Jawan, Medien-Persien, Ismael genannt^ und Babel wird hier — wie wir früher hervorgehoben haben — um Ismaels willen ausser Acht gelassen. Es bringt daher Z. mit Unrecht auch die 70j. babylonische Herrschaft in Rechnung. Aber noch andere Einwendungen dürften gegen das von ihm gewonnene Datum zu machen sein. Er rechnet für Medien-Persien eine Herrschaftsdauer von 34 Jahren. In c. 35 aber, wo der Verfasser von dem Traumbilde Jakobs redet, sagt er mit einem auch sonst (Pesikta ed Bub. p. 151a, Waj. rabb Par. XXIX Tanchuma P. Wajeze) vorkommenden Midrasch, Gott hätte vor dem Patriarchen den Schutzengel des babylonischen Reiches 70 עוקים (Stufen), den des medischen 52 'פו, den des Reiches Jawan 180 'פו auf der Leiter hinaufsteigen und sodann herabsttirzen lassen.1) Demüach halt *) Für פוקים i8t richtiger D'pJW ZQ lesen) wie es sich in Pert Waj. r. a. a. 0״ j. B. B. 3,8 findet, nnd es ist gleich dem babylonischen חו״קים B. B. 39a. In dieser Gestalt zitirt das Wort anch R Nathan aas Waj. r. mit den Worten: בויקרא רכה אסור H אל הכהני' ם, לפולם• Oie Emendation, welche Baber hierzu maent, indem er in eckigen Klammern die Worte ח0ר ובטסקתא לפולם hinzu/ügt, ist anriehtig, da die betreffende Piska im Medien-Persien (die ״Stufen“ der Leiter bedeuten die Jahre der Herrschaft) nicht 34, sondern 52 Jahre geherrscht. Diese Zahl wird auch vom Seder Olam bestätigt.1) Endlich wird von ihm der Tag zu 12, statt 24 Stunden berechnet, indem er eine Gottesstunde mit 831/, Jahren rechnet. Weshalb nun dies? Der Grund hierfür dürfte lediglich in einer Angabe des Verfassers in c. 48 zu suchen sein, wo derselbe in Beziehung aut die ägypt. Knechtschaft ausdrücklich sagt, er habe gewährt. ״ שפה א' מיומו של הקב״ה פ״ג שנים ושליש שנהeiQe Gottesstunde, nän.lich 83‘/3 Jahre.3) Ist indessen auch an dieser Stelle der Tag als eine Summe von 12 Stunden gerechnet, so liegt keine Notbwendigkeit darum vor, in gleicher Weise an unserer Stelle zu rechnen, zumal es nicht unbekannt ist, dass sich im Buche mancherlei Widersprüche finden.1) Ja, es dürfte geboten sein, auch hier eine Inconsequenz anzunehmen, wenn uns diese Annahme dazu verhilft, dass wir auch aus dieser von Z. berücksichtigten Stelle dasselbe Datum erhalten, weldies Grätz auch gefunden hat. Und dies trifft vollkommen zu, Denn wenn Medien-Persien, die Griechen, Rom und die Araber einen Gottestag weniger 3/3 einer Stunde 1000 2 herrschen, wenn 3/3 einer Gottesstunde 24 3 unc^ die Zeit der Herrschaft Medien-Persien's und der Grieeben 52 180 232 Jahre ist, so bleiben für Rom und die Araber 7401/, Jahre, und ist also im 741. Jahre der Zerstörung der Messias zu erwarten, d. i. im J. 811 n. 11. Z., in einem Jahre, in welchem gleichzeitig zwei Brüder die Herrschaft inne haben. Es darf daher die Zeit zwischen 809 und 811 n. u. Z. als die Abfassungszeit des Buches gelten. Gelebt hat der Autor -יum kurz auch diese Frage zu berühren ohne allen Zweifel in Palästina. Darauf führt die Beobachtung, dass er lediglich jerusalemische Autoritäten erwähnt (vgl. Zunz); darauf führen namentlich seine Angaben über einzelne Gebräuche seines Landes. So sagt er in c 16 in Reziehung auf die Virginität: וכך היו ישראל נוהגין להוציא את הבתולים באצבפ. In c. 17 Spricht er von der Sitte, dass die jungen Ehemänner und die um einen Todten Trauernden am ersten Sabbath die Synagoge besuchen, um einen Segens, wünsch resp. eine Condolation von ihren Glaubens, genossen entgegenzunehmen: והיו ישראל הולכין בשבתות התקינו שיהיו התנים ואבלים הולכים לבתי בנשיות ולבתי מדרשות, jn c. 29 heisst es in Bezug auf Mila: מבאי אמרו חכמים מכפין את פרלת הדם בפפר הארץ. Diese Aruch wohl nirgends 80 bezeichnet wird, sondern nur als פסקא דר״ה, zuweilen mit dem Zusatze ',המתחלת לעולם ך versehen (vgl. w. סנקליט •מלמד ׳בקינום)• *) Es lautet zwar die Stelle in S. 0. r. cap. 30 בל שני מלכי מדי ופרם חמשים ומאתים שנה, aber es ist hier, wie mich mein hochgeehrter Lehrer und Freund,| Herr Dr. Lewy, mit Recht aufmerksam gemacht, nach S. O 8 zu emendiren, wo es heisst: בשנת חמשים זשתים שנה למדי ופרם *J Die Berechnung von 83'-/, Jahren für שעבוד מצרים i8t mir nicht recht klar; sie ist überdies im Widerspruch mit sonstigen Angaben (vgl. Schir-ha-Schirim rabb. יכי הנה הטתו sowie Midrasch Wajoscha (Jellinek Bet ha-Midrasch 1), wo ein Zeitraum von 86 Jahren für die Dauer des 'שעבוד מ angegeben ist mit der Begründung משפה שנולדה מרים• *1 80 z. B. gibt der Verf. zu Anfang von c. 18 die Mischna aas Aboth 5,9, welche die 10 vor Schluss der Schöpfung geschaffenen Dinge nennt, und im c. 3 sagt er von 8 derselben, dass sie am 2. Schöpfungstage geschaffen worden seien. Ferner in c. 30 ist Ismael, als er des Vaters Hacs verlässt, 27 Jahre, und sein Bruder Isaak 10 Jahre alt, die Differenz zwischen Beiden also 17 Jahre; und in c. 31 ist Isaak zur Zeit, da er auf den Berg Moria geht, 37 J. alt und Ismael 50 Jahre, die Differenz also nnr 13 J. , (Nach dem klaren Bibelwort, Gen, 16,16, verglichen mit 21,6, ist | die Differens 14 J. — Red.) i ־