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Das jüdische Literaturblatt · 1879-02-26 · No. 9. (26.2.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 9. (26.2.1879)
Date
1879-02-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Beleacbtang aller Jaden* thnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie,Theologie,Orientalla, Exegese, Homiletik, Litargik, Pädagogik. Herau8gegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. Maffdebnre, äO. Februar 1870, Bacher der el—ehHgj^ea Uteratar, wel ehe der BedMtl« in gesandt rerdem, lade■ la dieeem Blatt 1 alngek.B«Bpreck- 11(. Bei El Liteadaag ▼סי■ «wei Recenaioaae cewplarea erfolgt aaeh Erwäh 1. L d.Woeheaeehr. Heu Das ״Judlfielie IAteraturblatt“: erscheint wöchentlich in einem halben Bogea; Preis bei a!K Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:611k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die rierteljährlicl 1 und Buchhandlungen 3 Hk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate werden mit" spaltene Petitzelle, buelihändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. Die Expedition der ״lsraelitische.1 BncMNUMflngM (in bei allen Poetanstalten 20 Pt fdr die dreige- Wochenschrift“ Inhalt! Wissenschaftliche Aufsatze: Zum Schlitz der neuhebräisehen Literatur in Russland. Von Nathan T.. Sokolow in Hakow (Russland). — Zeit und Ort der Abfassung der Pirke Rabbi Elieser. Von Rabbiner Dr. S. Friedknann in Lublinitz. Literat urberic 11t: Recensionen: Grätz, Prof. J>r. H., Das Königreich Jlesene und seine ־jüdische Bevölkerung. — Delitzsch, Franz, Prof., ם' הברית החלשה• Das Ntue Testam. hebr. Notiz. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Zum Schutz der neuhebräischen Literatur in Russland. Von Nathan T. Sokolow in Hakow (Russland). Mit Vergnügen constatiren wir, dafes der Geist des jüdischen Particularistnus, der sieh weit bnd breit seitens der im Auslände lebenden Juden ihren Glaubensgenossen gegenüber geltend machte, durch das liicht der Aufklärung zum grossen Theil gebannt worjden ist, und nur bisweilen er aus seinem Grabe hervjorschleicht, um sich umzuschauen auf dem Boden, der!einst sein Spielraum war. Die jüdische Zeitschriften liefern uns auf ganz unzweideutige Weise das erfreuliche Zeugniss, dass das Interesfe für die socialen und!moralischen Zustände, für den Entwickelungsgang der irjtellectuellen Renaissance, u. für die fortschreitende politisqheGleichstellung der ru ssisc 11 e n Juden immer reger w ird. Freilich ist der Wust des Einseitigen und Tendenziösen, — von deren Einflüsse sich auch klarsehende Männer nicht frei machen können — der zu Markte gcbrachjt wird, auch noch ungeheuer gross. Wären es gewöhnliche Mängel und Schwächen, die wir herrorzuheben hätten, so wäre das mit Rücksicht auf den guten Willen ubd die Unrichtigkeit der Informationen der Correspondenten jedenfalls verzeihlich; aber es gibt Fehler, die gefährlich werden, da das Vertrauen ihnen entgegenkomnjit und die Schönheit der Form das 'Urtheil besticht; Oberflächlichkeit, die sich als Gründlichkeit, Verschrobenheit, die sich als philosophische Weisheit geberdet, dapu eine Sprachweise, die nicht immer die Grenzen des Anstandes und der Schicklichkeit inne hält, und die pich nicht leicht unter einen anderen Begriff als den des Schimpfens und Schmähens unterbringen lässt. In einfem solchen Falle ist das Schweigen eine Sünde gegen die gerechte Sache. So las ich in der ״Allg. Zeit. d. Judehthums“ (Nr. 48 1878) eine Correspondenz aus Petersburg von Hrn. F. G.,j die eine beispielslose Kritik Über unsere-ganze Literatur, und namentlich über die ם Lodefne hebräikche,^. enthält Ich dachte, der Verf. we־de eine bibliographische Uebersicht über die Geistes irodukte der hervorragendsten hebr. Schriftsteller, oder eine Studie über die Literaturgeschichte liefern, und wartete von Woche zu Woche. Mit Erstaunen aber g :wahrte ich, dass der Verfasser seine!Abhandlung bald :jeendigt hatte, ehe er sie eigentlich angefangen. Er schleudert der ganzen׳ Literatur einige wuchtige Verdamm ingsworte in’s Gesicht, mit beleidigender Geringschätzui tg schüttete er über das Literatengesindel seinen zügellosen Zorn aus und hielt es für überflüssig, seine Ausführungen zu beweisen, oder 'wenigstens diie Schriftsteller und ihre Schriften zu nennen, die er mejnt. Uns will es scheinen, dass, wer sich über eine Literatur ein Urtheilj aneignen wil], ld3eselbe! gründlich diirchstudirt und nicht blos die däbei in Befracht kommenden inneren Momente und wirksamen Factoren an sich gehörig erfasst haben, sondern auch den dieselbe durchdringenden und /tragenden Geist za verstehen suchen müsse. Will man über den Werth verschiedener Werke schreiben, so darf man keine Seite unberücksichtigt lassen; man muss die Gründe der Missbilligfung, das eigentliche Tadelnswerthe beleuchten. Es wird wol Niemand bestreiten, dass 1 lie hebr. Literatur wie jede andere auch schlechte Werke hat, dass literarisches Unkraut dieselbe überwuchert uid dass dieses einen Rückschlagäussert, aber dem besseren Theil der Literatur dafür die Schuld aufzubürden,( las fiel bisher nochNiemandem ein. JenerKritiker aber klt mmert sich fest an den. Collectivnamen der ״Literatur“,* e:• personificirt dieselbe und wendet gegen sie den Haup ström seines Gallenergusses. Ich erinnere mich bni dieser Gelegenheit eines in einem polnischen Local blättchen gedruckten Aufsatzes bezüglich^ der jüdischen Frage. Dem'Vf. lag es am Herzen zu beweisen, dass 1er eigentliche.Hemmschuh in der Judenaufklärung un 1 in dem angeblichen Verbote des Talmud, dass sich eie Juden, die Landesspräche ihrer Mitbürger nicht aneignen dürfen, hege. Da; er aber die betreffende Talmudsfcslle, auf die er seine Fiction stutzte, nicht fand und auch nicht finden konntey so schrieb er: ״Czytaj Talmud“ 1 Siehe Talmud)( Letaterer scheint ihm eine kleine Skizze zu sein, so dann

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