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Das jüdische Literaturblatt · 1879-02-19 · No. 8. (19.2.1879) · p. Seite 31

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 8. (19.2.1879)
Date
1879-02-19
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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— 31 ז derts gelebt“ (Gottesd. Vortr. S. 277 a). Und obwohl er hinzufügt: ״Ist aber dieser Ausspruch einer älteren Schrift entlehn!, was bei der Beschaffenheit des Buches nicht unwahrscheinlich ist, 80 könnte ' der Verfasser wohl 100 Jahre jünger sein und erst dejm 9. saeculum angehören“ — was indess unwahrscheinlich ist wegen des Ausdruckes שתי ידות שעה, der ihm eigen zu sein scheint (vgl. cap. 7), so hat er in seiner* ״Literatur der synagogalen Poesie“ (S. 306) als das patum der Abfassungszeit dennoch das Jahr 730 beibehalten. Dagegen hat Grätz sein Augenmerk auf eine be* reits von Z. citirte Stelle im cap. 30 dies Werkes gerichtet, wo von der gleichzeitigen Herrschaft zweier Brüder im Reiche Ismael die Rede ist, und der Erwartung Ausdruck gegeben wird, dass zu, ihrer Zeit der Messias erscheinen werde. Damit hat Gl die Geschichte zu Rathe gezogen und gefunden, dass1 zwischen 809 und 813 die beiden Brüder Mamun und Emin im'Araberreiche neben einander herrschten. Demnach muss, folgert G., der Vetf. um diese Zeit sein ,Werk geschrieben haben (Frankel's Monatsschrift 1859. S. 112). (Schluss folgt.) Literatur bericht Rectisloiri. Grätz, Prof. Dr. H., Das Königreich Mesene und seine jüdische Bevölkerung. Jahresbericht des jüdischtheolog. Seminars zu Breslau. 1879.ז (Fortsetzung.) 4) S. 27. Auf eine Emendation Neubauers in der Stelle Kidduschin 71b wird Raw zum Vertreter einer ״rigorosen“ und Samuel zu dem einer ,,milden“ Ansicht über Unter-Apamea hinsichtlich des Connubiums mit den dortigen Israeliten gemacht. Diese Emendation bildet dann die Grundlage zur Annahme einer tiefgreifenden Differenz hinsichtlich der Mesener zwischen Rab und Samuel und den leitenden Faden zur Cjonstruction eines sich fortspinnenden Kampfes tun die Zulässigkeit des Connubiums mit den Mesenern bis zum endlichen Siege der milderen Ansicht . . Erstens scheint es fraglich, ob mab auf eine Emendation hin so Geschichte in begründeter Weis» construiren kann; denn wäre unsere Lesart richtig, dann fiele der ganze Bau. Ausserdem aber ist die Emendation selbst von unsicherem Werthe. Denn wenn nach derselben Raw die Connubiumsgrenze עד אפסיא עילאה festsetzt, Samuel dagegen פד אפמיא׳תתאה, so ist ja immer noch zweifelhaft, ob das עד exclusive oder inclusive gemeint ist Der Zusatz des Talmuds über die beiden Apamea’s sagt aber ferner so bestimmt aus, dass von den zwei Apamea's das untere פסול seb dass man nicht annehmen darf, dass vorher darüber ein Streit gewesen ist. Denn hätte dieser Zusatz einen solchen im Auge gehabt, so musste deir Talmud sagen: Raw sagt bis zum oberen, Samuel bis zum unteren, die Halacha ist wie Rab, wie wir sagbn: u. s. w. Fer. ner ist es nicht erwiesen, dass Samuel, mit seinen Wor. ten Kidd. 72b: מישון לא חשו לה לא משום עבדות ולא משום ממזרות אלא כהנים שהיו בה לא הקפידו על הנדושות welche im jerus. Talmud Jebam. 3b fhst identisch lauten, hat behaupten wollen, dass die Mesener zum Connubium zulässig seien, dass Samuel deh ״Leumund“ der Mesener retten wolle. Er constatirt vi|elmehr ganz unzweideutig, dass ein Counubium mit ihnen bedenklich &nzu8ehen sei, לא חשו לך אלא; er wijl nur einen anderen Grund dafür angeben, als ihn Andjere angeben; er sucht ihn in der Laxheit, mit der die lf. Kohanim sich über ein biblisches Eheverbot hinwbgsetzen; das ist die עזות, von der die M. ״neun Maass* bekommen haben . sollen. Man muss zugestehen, dass ein Ort, in welchem, I wie es scheint, alle oder doch die meisten Kohanim, es wagen, öffentlich ein biblisches Eheverbot zu übertreten, die Gewissenhaftigkeit der Uebrigen in Betreff der Innehaltung der Ehegesetze sehr zweifelhaft sein muss. Es findet sieh ausserdem keine weitere Stelle, welche deutlicher sagte, dass Samuel das Connubiam mit den Mes. nur für die Kohanim bedenklich fände. Wenn auch Israeliten das Connubium mit חללים erlaubt ist, so ist' das doch bedenklich, wenn in eine^a Orte das דןלול כהונת Re״®! wird, Die unbedingte Aus- Schliessung der Mesener, welche sogar wieder zur Ausschliessung der I Bewohner Harponia’s führte, wird in Jebam. 17a zweifellos und unbestritten ausgesprochen, und eines dagewesenen oder noch einflussreichem Widerspruch Samuels gar nicht erwähnt' Ausserdem erhebt sich zu Gunsten M. sonst gar keine Stimme im Talmud, so dass es schwer anzunehmen ist, dass Samuel milder über sie dachte und urtheilte.' Er begründete nur anders, und wie es scheint, mehr zu ihren Ungun• sten als die Uebrigen, die Ausschliessung. Denn das Uebertreten der Kohanim ist ein Zeichen grosser Willkür dem Gesetze gegenüber, Würde Samuel eine mildere Ansicht haben ,aussprechen wollen, im Gegensatz zu Raw, denn hätte er nicht לא חשו sondern «לא חיישיק אץ חוששין sagen müssen. Das also scheint wenigstens nicht erwiesen, dass Samuel das Connubium für Israeliten mit den M. für erlaubt hält; ist das aber der Fall, sowohl mit M. überhaupt, als mit Unterapamea speciell, so ist eben die ganze construirte Geschichte nicht genug begründet. Es scheint allerdings die Lesart Kiddusch. 7lb רב שמואל auffallend. Vergleicht man aber diese Stelle und ihr charakteristisches וסימניך mit Chullin 45a unten, dann könnte man vielleicht annehmen, dass za lesen sei: 'אמר* רב ושט. Dieser Satz Samuels würde dem 72b nicht widersprechen, wie oben gesagt worden ist. (Fortsetzung folgt.) Delitzsch, Franz, Profהברית החדשה ״ 'O. Da» Neue Testament, hebräisch. 2. Aufl. Leipzig 1878• KL 8". S. 477. In Deutschland dürfen nur wenige Collegen ׳ des gelehrten Hrn. Verf. es wugen, mit einer hebr. Ueber- Setzung des N. T. vor das sachverständige Publikum zu treten. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Sache!selbst. Im Gegentheill Wenn irgend ein Literaturdenkmal, tüetet sich ■das N. T. gleichsam dem Genius der hebr. Sprache von selbst an. Form und Stoff, Inhalt und Einkleidung sind Producte des hebr. Geiste» und der hebr Anschauung. Wenn D das N. T. (in einem Briefe an den Red. d. Bl.) ״das Höchste, was der jüd. Geist hervörgebracht“, nennt,*) so wollen wir seinen Satz mit der Einschränkung gelten lassen, dass in den Evangelien and den anderen neutestamentlichen Schriften sich allerdings die Denkformen, Anschauung»- weisen und Gemütsbewegungen getreulich spiegeln, von welchen der jüdische Geist vor 16—1800 Jahren auf das Mächtigste erregt war, zu einer Zeit, da da» ungehjeure römische Weltreich an seiner kolossalen äussefen Grösse und inneren Fäulniss und Corruption krankte, da die gebildete Welt sich nolens volens von den crassen griechisch-heidnischen Anschauungen lossagte. D., der gelehrte Kenner des Alt- und Neuhebr&isehen] der mit gleicher Gründlichkeit die Schriften des Alten Testaments auslegt, wie er die liturgischen Gesänge der synagogalen Poesie des Mittelalters mit fein- 1 fühligem Verständnisse zu würdigen weiss, ist wohl der Aufrabe gewachsen, den jüd. Geist auch in seiner Sprache reden zu lassen, was er vor etwa 2 Jahrtau• *) Mit AnsKihln« des Dogmatischen kann man obigem Aas- . sprach 1 eine gewisse Berechtigung nicht *bsp rechen. Bed.

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