Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 7. (12.2.1879)
- Date
- 1879-02-12
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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— 27 wenn Ben Usiel nicht die Präcisirung seiner Charge, des priesterlichen Grades versucht hättj. Bekanntlich ist in einem Priester des Alterthums de ganze Zunft von Mantikern repräsentirt. Welchem 'lessort gehörte nun Jethro an? Nehmen wir an, Ben Usiel hätte begründete Ursache, im inidianitischen Priester einen ״Vogelschauer“ zu vermuthen, so wäre אודם nichts anderes als eine Verstümmelung von (abgekürzt für Analogon. Die nicht gleich in heil. Sohar“ be- 0 uovomrfc'j;). Es findet sich hierzu ein Benennung צפור soll dem Vater Balaks der Wiege geworden sein, wird vom ״ hauptet. Nach ihm bezeichnet dieser Harne den Charakter resp. den Beruf, dem Balaks Vater sein Leben gewidmet, und zwar seiner Meisterschaft in der Dentung des ״tripudimn solistimum “*) Trenczin. Dr. Simon Wolffsojin, Rabbiner. II. ln Nr. 5 des Literatnrbl. 1876 tritt Herr Dr. Philipp Werner aus Posen für die Erklärung des Arueh ein, wonach das im Targum Jonathan (Exod 18, 1) sich findende אודם דמדין wiederzuget en sein müsste mit ״Esel Midjans“. Bestimmt hat ihn hierzu eine sehr fern liegende, für unser Targum kaim massgebende Analogie in Elmacin, nach welcher xuch der Khalif Mcrwan genannt wird ״der Esel Mesopotamiens“, weil er fest stand im Kriege. Dass der ästhetische Sinn aller späteren Erklärer die Deutung des Aruch einstimmig verurtheilt, hat Hr. Dr Weiner nicht abgeschreckt, die verunglückte Erklärung des Aruch fallen zu lassen.!Mussaphia schon hält unser אונוס für das lat. honos und de Lara für das griech, \Uva־ oder iW!, eine Annahme, bei der man sieh füglich sehr wohl beruhigen darf. Denn im Targum Jonathan ist auch hier nur Onkelos getreulich paraphrasirt. Onkelos z. St. übersetzt nämlich merkwürdiger Weise nicht, wie üblich, כהן דמדין, sondern ״ רבא דמדיןFürst vonMidjan“ Da Jetln-o's hier rühmend gedacht wird, da er sich hier zumal vom Götzen- und heidnischen Priesterdienst öffentlieh lossagt, schien es Onkelos geratlun, כהן hier mit ״ רבאFürst“ wiederzugeben, etwa analog II Sam. 8,18. Das אודם im Targum Jonathan ist sonach nichts weiter als die vulgäre Paraphrase des רכא im Onkelos. Wenn ״ רבאFürst“ heisst, kann אודם nm־ das schon von de Lara richtig erkannte griech. ״!vs-, *.,*j sein. Wenn Targum Jonathan selbst bei רכא in der Uebersetzung nicht stehen bleibt, so mochte ihm selbst dieses Wort noch doppelsinnig scheinen. רבא, eigentlich der Grosse, wird ebenso sehr vom Fürsten, wie vom Gelehrten, Lehrer, gebraucht. רבא המדין konnte |demnach auch an i ״den Lehrer Midjan's“ denken lassen Targumim sind jiber hier bei Jethro rischen Reminisc^nzen, die auf seipen ster- und Lehrberuf deuten, durchaus nach wurde am Besten jeder Doppelsinn vermieden, wenn auch das zweideutige דכא wiedergegeben ward durch אודם, welches eben nur ’»vat-d'vjJ ״Fürst‘1■ heisst. Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deut Literatur beric 111. Im Sinne der alle götzendieneheidnischen Prieverpönt. Demä c 11, Rabbiner. eich Mesene und icht des jüdisch- Recensionea. Grätz, Prof. Dr. H, Das Könige‘, seine jüdische Bevölkerung. Jahresbqr theolog. Seminars zu Breslau. 1879. An der Spitze des Jahresberichts! den das jüdisch I *) Ein günstiges Zeichen bei Abhaltung der Auspicien, wenn die Hübner so begierig frassen, dass ihner das Futter aus dem Schnabel fiel. theologische Seminar zu Breslau in diesem Jahre her• ausgegeben hat, steht eine historisch-kritische Arbeit des Herrn Prof. Dif. H. Grätz: Das Königreich Mesene ur.d seine jüdische Bevölkerung Soweit sich die Abhsndlung gerade Uber diese ausspricht, ist sie von besoaderdm Interesse, weil sie dabei einige Talmudstellen zu besprechen Gelegenheit hat, die in diesem Zusammenhange za betrachten von ganz besonderem Wertheist. Ans trockenen kurzen Notizen und Sentenzenist unter der H andres Meisters ein stimmungsvolles, lebensfrisches Bild entstanden. Man sieht in dunklem Hintergründe die Erstellung des mesenischen Reiches j allmählich treten inj deutlichen Umrissen die Bilder seiner Kämpfe- und Blttthezeit hervor, bis wir endlich mitten in die lebh&fteste Parteinahme für und wider die mesenischen Jaden hineingezogen werden; allmählich erblasst das historische Bild, bis es endlich das Verschwinden Mesene’s vom historischen Schauplatz zeigt. Die Belesenheit in der einschlägigen Literatur, die Selbstständigkeit dbr Auffassung, die geniale historische Construction zeigCn den Meister, wie wir ihn kennen und schätzen. i Einige Punkte aber scheinen uns doch discutabel zü bleihen und der vollen Begründung noch zu bedürfen. Sie sollen der Reihe nach besprochen werden. 1) S. 9. ״Der chaldäische Eroberer Nebukadnezar scheint die Wichtigkeit des Platzes an der Mündung des pers. Meerbusens wegen der nahen Perlenfischerei erkannt zu haben. Er baute in dieser Gegend die Stadt Teredon.“ Da der Talmud (Kidd. 72b) eine Relation Über das Verhältnis^ N. zu M. bringt, so wäre es von Interesse, wenn die Historicität dieser Stelle erörtert ümrden wäre, da sie, wenD verbürgt, mehr sagen würde, als die vom Hrn Verf. angeführte Notiz. 2) S. 23. ״Im,Talmud werden nämlich Hausirer schlechtweg Tarmudäer genannt, was eine erleichterte Aussprache für Tadinoräer oder Palmyrener •war.“ Alä. Belegstelle ist Sabbath 23b angegeben. Die Angabe des Fundortes scheint einen Druckfehler zu enthalten, da sich die citirte Stelle nicht 23b, sondern 21b befindet.. Aus derselben ist aber nicht zu erweisen, dass ״Tar- Bnudäer“ gleichbedeutend mit ״ Hausirer a ist. Denn es steht dort nur, das als .Zeit des Chanukkalichtszünden auch die Zeit anzusehen sei, in welcher sich die Tarjnudäer auf der Strasse befinden, später aber! nicht. Davon, dass diese Hausirer seien, ist nicht das Geringste agedeutet. Vergleicht man, was Raschi und R. Ascher zur Stellej erklären, so ist die Behauptung, dass Tarmudäer Hausirer seien, ohne nähere Begründung, mindestens noch unsicher. 3) S. 26, Anm 3 zu Kidduschin 72a unten. Raw (statt Rnbi) scheine ■in Folge einer Lautverwechselung die Omanen mit!den Ammotiitern verwechselt zu haben. Rollte man wirklich glauben,’dass in einer 90 wichtigen Frage Raw auf einen biossen Gleichkiang die Omanen (aus dem Connobium mit den Israeliten) ausgeschlossen habe? Ist eine solch unbegründete Ausschliessung, die^ an Leichtsinn grenzen würde, einem Raw zuzutrauen? Einen anderen Aufschluss dürfte Raschi zu der Stelle in Jebarn. 16b geben. (Fortsetzung folgt.) Maybaum, Dr. S., Fest- und Gelegenheitspredigten. Breslau. Verlag von- A. Hepner. 1878. Wer auch nur einzelne der vorliegenden Predigten jdurchgelesen ־haben wird, der wird in dem Verf. sofort einen geistvollen, gewandten Redner erkennen. Was wir, in erster Reihe rühmend liervorzuhe ben haben, ist die geschickte Verlheilung des Predigtstoffes. Es ist dies namentlich bei Fest predigten, wo, die Auswahl der Themata nur eine beschränkte ist, von grosser Wichtigkeit. Der V erf. vertheilt seinen Stoff derart, dass zwei oder mehr 3re Predigten im gedanklichen Zusam•