Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 7. (12.2.1879)
- Date
- 1879-02-12
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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— 28 — menhange mit einander stehen und doch jede ein Ganzes für sich bildet. So spricht der Redner am 1. Tage Passah über Wissenschaft, die zur Freiheit führt, und am 8. Tage über Religitm im Hunde mit* der Wissenschaft. In einem anderen Jahre behandelt der Redner den Text: ״Gedenke, dass du ein Knecht gewesen im Lande Egypten1‘, indem er sich gegen die Glücklichen wenViet, am 3. Tage spricht er den Unglücklichen zu Herzen, anknüpfend an den Text: ״Gott wird eurer gedenken.“ _ In der folgenden Predigt wendet sich der Redner gegen diejenigen, die in stumpfer Gedankenlosigkeit die Frage an uns richten: מה העבדה הזאת לכין• £>er Redner findet also den Standpunkt des ״Gottlosen“, den ״nicht Wenige unter uns einnehmen“, in der Hagada richtig characterisirt und dennoch äussfert er sich gegen den Gebrauch derselben bei der häuiBlicheb. Feier des Passahfestes, indem er die Behauptung aufstellt; ״Unser geregelter, auf Verständniss dringender Religionsunterrieht hebt unsere Kinder frühzeitig üf>er den ״einfältigen“ Standpunkt hinaus, als dass sie gegenüber der Passahfeier die naive. Frage stellen könnten: מה זאת ״Was ist das?“ (S. 72.) < ־־ Wir aber glauben, so wie bei den Erwachsenen die Klasse des ״Gottlosen“, so ist auch bei den Kindern der Standpunkt des ״Einfältigen“ trotz des ״geregelten“ (?) Religionsunterrichtes noch stark vertreten, und wie gar oft müssen wir bei den gewöhnlichsten peremonien selbst von erwachsenen Kindern die Frage an. uns. richten hören: מה *את? Uebrigeus muss die: »lte Hagada für den Kindersinn keineswegs so ungeeignet sein, wie der Verf. 'glaubte, da in den Schulen, in j denen sie eingeführt ist, beim Herrannahen des Pasfeahfestes — wie uns viele Lehrer bezeugen werden—Von den Kindern oft stürmisch nach der lieb gewordenen Hagada begehrt wird. Wollen wir sie ihnen also lassen. Die Predigten über das Wochenfest werden mit einer Rede eröffnet, die von allgemeinen Gesichtspunkten ausgeht und den Titel führt: Israel, der Priester der Menschheit 4^Der Redner bekämpft in derselben diejenigen,;,die in jüngster Zeit das tadelnswerthe Zugeständniss machten, dass die Lehre von der ״Ans erwähltheit־‘ aus dem Bewusstsein unseres Stammes zu streichen sei.“, mit vielem Nachdruck. Ueberhaopt hält der Redner — wie er an einer anderen Stelle sagt — nur ״eine Reform des Gebäudes auf seinen alten Grundlagen“ für berechtigt. Es folgen sodann drei Reden über das 1. 5. und 10. Gebot" Der Redner scheint —wie er in>den Predigten andeutet — dieses Verfahren in den folgenden Jahren fortsetzen und auch die andern Gebote einzeln zum Gegenstande je einer Predigt machen zu wollen. Eine Veröffentlichung einer Predigtsammlung über die zehn Gebote wäre gewiss von Interesse (Es exisiirt schon «ine vortreffliche von Talomon. Red.) Unter den Predigten zum Hütten- und Schlussfeste verdienen besonders zwei hervorgehoben zu werden: Die Rede über den Pflanzenbund, in welcher unsern jüd. Frauen und Mädchen in liebenswürdiger Form :bittere Wahrheiten gesagt werden und die Rede über den Pessimismus unserer Zeit. Unter den Gelegenheitsreden befindet sich auch eine Traurrede zu Ehren des sei. Directors Frankel, voll warmer, inniger Pietät für den heimgegangenen Lehrer. Neu ist uns in dieser Rede, dass ־ Frankel ״nach einer Familientradition seines Hauses aus einer eingewanderten spanisch-jüdischen Familie stammte“ und dass an seiner Bahre auch Frankreich vertreten war. (8. 222) Der Redner ist wohl jedenfalls in Betreff beider Punkte falsch berichtet worden. Dem Ref. wenigstens ist hiervon Nichts bekannt. ' Tw’lilii wörtlicher fcedaetenr Pr. Kahm er in Magdeburg. Druck von Was die Sprache anbetrifft, so ist sie eine durchweg des Gegenstandes würdige, dem Inhalte stets angemessen. Nur vor einzelnen nicht besonders schön klingenden Wortbildungen, wie ,jahr-jährlich“, ״im Wortverstände“, ״Wnuschlosigkeit“, wollen wir waruen. Wir können uur wünschen, dass dem vorliegenden ersten Theile bald ein zweiter (Predigten zum Neujahrsfeste und zum Versöhnungstage) folgen möge, da der vorliegende Band über diese Festtage keine einzige Rede enthält. N. Notizen. 1) Bemerkung zu I. Samuel VII. 2. וינהו כל בית ישראל אחדי י״י• Die Bedeutung des Ausdrucks im angeführten Verse gibt Herr Prof. GriitA in seiner Gesell, d. J. Bd. I. S. 147 ,,nls ein Sehnen des Volkes nach Jhwh, dem Gotte Israels“ und fügt in Anm. 1 hinzu : ״Der Ausdruck kann nur diese Empfindung und die Regung zum Besseren bezeichnen, obwohl das Wort etymologisch nicht erklärbar ist.“ Es ist zu verwundern, dass dem so scharfsichtigen, kritischen Blicke des Hrn. Prof, die richtige Leseart und somit die Etymologie entgangen ist. Die richtige Leseart ist unzweifelhaft: 3 ,דהינו. Pers. plur. des Zeitwortes, von welchem sich 5. B. M. 1, 41 die 2. Pers. plur. ותהינו findet. Der Einzelne, wenn er von Gott angerufen wurde — Abraham, Moscheh — antsvortele ״ : הנניich bin hier, bereit Deinem Auftrag und Befehl zu folgen.“ In gleichem Sinne nun mögen die Israeliten, von Samuel vermahnt und aufgefordert, die Götzen zu verlassen, geantwortet haben: הננו wir sind hier, bereit אחרי י״י dem Herrn zu folgen — und mit Bezug auf diese zur damaligen Zeit bekannte Ausdruckweise, gebraucht der Erzähler das Wort ייהינו. Rens. 2) In den so weit verbreiteten Rödellieimer Telilloth und in den ihnen nachgedruckten befindet sich ein Irrthum, welcher sich durch alle Ausgaben hinzieht und auf welchen wohl noch nicht hingewiesen ist. So unbedeutend er an und für sich scheinen mag, so könnte er dennoch manchem Lehrer Schwierigkeiten bereiten, und eine Entfernung wäre zu wünschen. In dem Mussafgebete liir Rosch haschana werden die 10 Verse der ״״ זברינות׳ מלכיותd שיפרות mit Fettschrift gedruckt. Bei den מלבדת beginnt diese mit dem zweiten Verse לא ה2י3ן und ist dabei übersehen, dass ך׳ ימלך der erste ist. Man hat diesen als einen Theil von עלינו, das als Einleitung zu den מלביות dient, gerechnet und nach ihm durch einen Absatz und Fettschrift den Beginn der Schriftstelle angedeutet; diese hätte aber mit בכתוב ב תודתך beginnen müssen. Dr. S. Kayserling. Dem Andenken des sei. Dr. A. Treuenfels. של נעליך עובר! .יקראו האמונה והו^בונה׳ אבן נורא המקום. צ פ; ת .פענח םפועה• הופר הען1ךה׳ שר וגדול;פל ביהוךה. שברי לוחות מונחים בארון, התוךה והתעודה• מ•.:רעה צאן "מרון קישקה העךרים? מי נשפיע חכמה.רבתי חלשים לבקרים? אך זה לנחמנו בעצבוננו ומידו.קרנלם׳ מרייענפעלו עוד חי׳ ותורת חעם מקור חיים: Leipzig. Fabius Mieses. U. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.