Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 51. (18.12.1878)
- Date
- 1878-12-18
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ייג^ן i' ־ י ז ■״;׳t?, ׳׳ ז י •■י■ 5?;sr״y — 203 — Ueber den ersten Theil dieser Frage geben uns die ifaccabäer Auskunft. Das achttägige Fest, heisst es daselbst, (II, 10,3—6) galt der Erinnerung an das jüngste Laubhüttenfest, welches in Wildniss und Höhlen verlebt worden u. nicht vorschriftsmässig eingehalten werden konnte. Was die Lichter betrifft, erklärt Josephus, (Ant. 12,7) das Oelwunder ignorirend, deh Namen ״Fest der Lichter“ blos damit, weil die ihnen plötzlich gewordene Religionsfreiheit dem aufflammenden Lichte glich. So wären denn das Laub h Uttenfest und die religiöse Begeisterung die Säulen, worauf das!fest eigentlich ruht. Es ist nicht unmöglich, dass die Controverse zwischen Schamai, welcher die Lichter! retrogresSiv (8—1) und Hillel, welcher sie progressiv (1—8) gezündet haben will, in diesen zwei Gedanken wurzeln. Zwei spätere Gelehrte theilen sich in dieser Polemik. (Sabbat 21b) Der Schamaite erinnert q.n die täglich abnehmenden Opfer am Laub hütiten feste, (Mos.' IV, 29,13—32) כנגד ן£_רי החג und rechtfertigt damit die Abnahme der Lichterzahl (8—7—6 etc.); der Hillelite aber nimmt die immer höher aufsteigende Begeisterung der Religion — מעליך בקדש — als Ausgangspunkt des Festes an, daher die 'tägliche Steigerung der Lichterzahl. — אלו ואלו דברי אלהים חיים• Gr.-Kanischa. Jos; L ö w y. Literatur bericht. Beceuslaaen. IV, 8 nimmt Verl', eine Correctur Vor, welche durchaus unnöthig, wenn man mit Kämpf .die Scene in der Sommerresidenz auf dem Anti-Libanon sich denkt, was sehr einleuchtend. תשורי wird mit tjlen früheren Vertretern als ״schauen“ wiedergegeben. Allein das Wort steht mit תבואי paralell. Prof. Kämpf im Comm. zieht Jes. 57, 9, ותשורי למלך heran, wo das Wort die Bedeutung ״gehen“ hat. Vrgl. Kimchi das. Dadurch erst erlangt dor Satz den richtigen Sinn. 11, 17 עד שיפוח היום ונסו הצללים : Nach de“ frühem Vertretern übersetzt Dr. Köhler ״bis der Tag verglüht“, Grätz: ״ehe der Tag verweht“ — also — bi6 es Abend wird. Allein dann fliehen <Jie Schatten nicht, dann stellen sich erst ein. ונסו nfit ״s)ch dehnen“, vergrößern zu übersetzen, geht nicht an. Man pllegt auch sonst den Geliebten zur beginnende® Abendzeit nicht gerade fortzuschicken. Dagegen weist Prof. Kämpf nach, dass hier: ״ehe der Tag (die Sonne) siel!! ausbreitet“ gemeint ist, wodurch viele Schwierigkeiten;gehoben. II, 3 בצלו חמדתי וישבתי• Allgemein!werden die beiden Worfe zusammen übersetzt. (Grätz: ״in seinem Schatten sa6s ich gern“). Kämpf weis|t auf Nidda 66a hin, wo "חמד Liebesgelüste“ bedeutet. Man Vgl. hjerüber die interessante Auseinandersetzung in seinem Commentar. IV, 9: לבבתני w*rd sonderbar mit: ״Du hast mich bezaubert“ übersetzt. Herder, Ewald, Grätz: Du hast mich beherzt. Ein beherzter Liebhaber wird aber schwerlich die Flucht ergreifen. Richtiger Kämpf: du hast mich entmuthigt.; IV, '16 יבא דודי לגנו• Diese unkeusche Äeusserung kann der Hirtin nicht in den Mund gelegt werden, meint Köhler und 80 werden die Worte von einen® Chor ge- ÜMfedtl!inen® 1) Köhler, Dr. K., Das Hohe Lied u. s. w. Chicago 1878. 2) Joseffy, Dr. der alttest. Theologie, Das Hohelied oder Wettgesang zwischen dem Friediefürsten (Salomo) und der Brautgemeinde (Sulamit), di® den Frieden sucht und findet. Basel 1877. 96 S. 8 kl. (Forts.) sprochen. Allein wie passt denn das באתי ^י darauf. Da wird wiederum corrigirt. Das einzig Richtige bi Erklärung dieser sch wer verständlichen Stelle tViffi Kämpf in seinem Commentar בוא bedeutet nicht blos ״kommen“, sondern auch ״gehen“. Gen. 37,30. Exod. 10,11. Jon, 1,3. * Der Vers enthält eine Abweisung des Geliebten von Seiten der Hirtin, Vrgl. die LXX. V. 4 לומעי המן £לין ,!mein Inneres schlujg ihm entgegen“. Grätz setzt על^י; Kämpf dagegen ״seihetwegesi“ in Uebereinstimmung mit Jer. 31,20. Jes. 16,11. , V, 8 מה ist im Hebräischen eine Negatioh-Pafiikel, vgl. I, Reg. 12,16. II. Chron. 10,16 mit 2 Sam. 20,1. \ Hätte Verf. Kampfs Commentar gründlicher 8tudirt, er brauchte dem Text weniger Gewalt anzuthun pnd würde sich manche himmelschreiende Correctur ersparthabet®. Und was soll n®an gar zu den Uebertsetzungea Bagen wie: I, 5 ״ שחורה ונאוהdunkelfarbig bin ich und schwarz“; v,1 ״ באתיbist eingegangen“ IV, 10 טה יפו דוהיך rwie schön ist deine Stimme“ V, 2 ״! תמתיinjein Wald* vöglein“ und viele andere. , :! Auch die Setzung der Plupalforni statt des Singularis in I, 2—4 ist unnöthig und unstatthaft;!wohl mag N. Brüll Recht haben, dass dieser Prolog!passender von den Hofdamen gesprochen,! als von dem iLandmadchen Aber die Einzellorm ist darum doch picht störend. Göthe im Faust ist hierfür ein klassischer 2eujje. Zumal, das Verlangen nach einem Kuss dürfte jederbI08 für sich, wenn auch gleichzeitig mit den Rivalinnen ausgesprochen haben. ״Küss® uns mit den Küsse® Deines Muddes“ ist doppelt geschmacklos. Man sägt ajich, wie Pro£d Kiimpf bereits hervor|g.elftlben, statt: ״Küsse mich“, lieber: .,Gieb mir eilten Kuss.“ So Clärc^en zu Egmont. Vers 2 und 3 werden auch sonst schwer misshundell, — ״verbesserf“. |< Bei solchem Verfahren ist es nicht zu verwundern," dass es dem Verf. gelingen konnte, das HL, welches offenkundig mehr lyrischen Charakters und,, von blos. primitiver dramatischer Anlageist, in ein beinahe bühnenmassig modernes Singspiel com me il laut amzuwandeln und mit Ohnmächten, Schlummerscenen und plötzlichem Erwachen und andern Effectmilteln auszustatten. Auf wahre Wissenschaftlichkeit können diese Kunstsäcke ebensowenig Ansprucl^erheben, wie das unter 2) angezeigte Opus des L>r^ iJ o$ef fy, (Schluss folgt.); ] 'J j Bäck, Dr. S., Rabbiner, Geschichte des!jüdischen Volkes und seiner Literatur vom babylonischen Exil bis auf die Gegenwart. Lissa. SchneibcjTsphe Buchhandlung. 535 Seiten. Cassel, Dr. D., Lehrbuch der jüd. Geschichte und |Literatur. Leipzig. Backhaus. 564 S. 1876. | (Schluss.); In der Darstellung• der neuesten Geschichte bekunden beide, wie schwer es ist, Geschichte d^r Gegenwart zu schreiben, den ״ruhenden Pol in׳ lef Erscheilungen Flucht“ den Kern der Bewegung! und die :igentlich leitenden Persönlichkeiten herauszujerkennea. Sie bieten beide den trefflichstpn Anlass aum Lobe -— des Dr.1! Grätz, der bis zur letzten Seite seines Verkes Geschichte geschrieben hat, der timrausch®; von den Wogen der Parteien uäd eines vielbewegten' ־eligiösen . Lebens den Standpunkt des Geschichtsichreibers fefctgehalten und, wie es uns scheint, mit;;utem Takte die Führer im Streite erkannt! hat. Cassel; ind Bäck bieten beide aus dem Leben derI Gegenwart :;u viel Namen und nach diesen beiden!Bkchera zu 1 chliessen, haben die letzten drei Decennien miehr histo- נ ische Persönlichkeiten geliefert als die vor angegangenen, drei Jahrhunderte. Ich müsste, wie man »ägk. persöa« isitth a.