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Das jüdische Literaturblatt · 1878-12-11 · No. 50. (11.12.1878) · p. Seite 198

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 50. (11.12.1878)
Date
1878-12-11
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
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wieptp* Geeebiel» sie geschleudert. Aber kein Weg, den J)ncl0« eröffn«; keine Weise, die vöi Jaden beyQ^den veäie. Und damals waren sie noch 'Nation — selbst inmitten anderer Völker ein in sich abgeschlossener Stamm! — Auffallend ist, dass die interessante Notiz, Samuel I cap. 12 V. 19 ff., nach welcher die Philister dafür gesorgt, dass kein ELsenarbei|er im Lande bleibe — dies also, and nicht Man• gel an heim!sehen Erzen (Bergbau muss daher vorausgesetzt werden!) das Fehlen der Waffen herbeigeführt habe, während im r^ulüren Zustand der Dinge eiserne Ackergetttbe nnd Waffen im Lande scheinen verfertigt warda■ zu sein — nicht verwerihet worden ist, Allgemein •gggrecbeud wird wird wohl gefunden werden, was der Verfasser Ober die Opbirfahrten beibringt (§ 8 u. Note 6). Ophir sucht er im Soden Arabiens and scheint aäcnit die Tfädiüoneu der Falascha’s, welche Ophir für AetMopien reclamiren, als sagenhaft vollständig ab zuwSsen. (Fortsetzung folgt) KfetfÜ orfd PletM. Die סרתי ומלתי (cf. Sam. IL 8,18 und Chron. I, 1&A7» יי■« die richtige Lesart zn finden ist), deren Anfeh**? ßenajah war, 60üen nach Josephus on#ru»- foXÄMt, ^Leibwächter“ Ües Königs gewesen sein. Hiergegen Hesse sich freilich nichts einwenden, wenn die Etyuiölögie dieser beiden Wörter in diesem Sinne erklärt whrdea könnte. Allein sie hat den bisherigen Erklärem die grösste Schwierigkeit geboten. Wie dunkel diese W0j& schotv zur Zeit des Talmuds waren, zeigt dieser, hufeiner die כרת* ופלתי fÖ* Beisitzer, des Sjnhedrin und das Wort 0“ר1י mit דבריהם riff כרתים# (die ihre Worte abschneiden, kurz fassen) und 1לתי) mitשמופלאים כדפדימם (die wunderbar in ihren Worten wären) eyiriärt. cf. Beraeb. 4,1. — Ahrabauel hält diese beiden Wort? für nom, geptil. zweier angesehenen; jüdischen Fjymbeq,־die den König beständig zu begleiten pflegten. Jedoch die. neaere' Bibelkritik gab sich hiermit nicht saftiöden nnd sachte eine andere Deutung aafzufinden. Dib Einen leiten כרתי von ■כרת und פלתי von. dem aaab. לפלת «!erteilen1* her und meinen, כרתי ופלתי• bedgeftf,: Scharfrichter und Läufer, aber es ist kaum anzu- Muhmen, das« Ben%jah Ober 8charfrichter und Läufer gääätzt war. Andere dagegen nehmen כרתי für Kreter, när wissen sie nicht recht, was sie mit פלןץי anfangt■ sollen und suchen es mit פלשתיים zusammenbringen* was aber von Vielen mit Recht fOr absurd erklärt, wird. - Nun geht meine Meinung dahin, dass wenn man כ!ץ1י für Kreter, die bekanntlich im Alterthum als gäübte Bbgen8ch(1 tzen, T0£<rcat gälten, nimmt, man wohl mit Recht auch unter תי^ die tbracischen Bbltasten, verstehen kann. Diesen Namen hatten nämlich dm, als Schleudere! gerühmten Thracier von einem kleinen und leichten Schilde (xiX-ar]), den. sie trugen. Unterstützt wird diese meine Ansicht 1) Durch den Umstand, dass auch griechische Schriftsteiler oft diese beiden Waffengattongen zusauunenzunooneo pflegen, wie z. B. Xenoph Anab. I, 2,9 ”!*«׳,ל . . . *fKimsvz Bpcbtac oxxaxoot'ooc x'ta 10 f6zaz Kpjjro^ 6tax031 0u0. ferner Pausau IV, 8,3, 19,4, Thucyd. 6,25. 2,57 und Hell. IV, 2,16, 7,6.) 2) Durch Jonätb. h. Usiel, welcher die beiden frag- Roben Worte mit trtlBp, Bogenschützen, und קלעיא, Öchleuderer, wiedergibt, and durch die syr. Version, welche I (Chronik I, 18,17) ebenfalls. כדתיופלהי mit ״Bogfcnschätzen uqjd Schleudere r“ Übersetzt. Dresden. David, Religionslehrer. Jadenhass hei Victor Hugo. YÄetor Hugo, der von der Menge 80 angebetete Dichter, dieser Bekämpfer der Vorurtheile hat nie die dümmsten Vorurtheile gegen das Judenthnm von sich ‘abwerfen können. Dieser berühmte Declanjätor, welcher täglich die allgemeine Brüderlichkeit predigt, glaubte immer, dass älteste der Völker, das isralitische Volk, von seiner Liebe ausscbliessen zu müssen. Der grosse Sehrifsteller hat sozusagen zu seiner umfassenden Philanthropie gesagt; ״Du wirst bis dahin gehen. Du wirst diese Grenze nicht überschreiten.“ So hat er in einem seiner Dramen die gehässige und dumme Fabel vom Gebrauch des Chrisieablutes am Pessachfeste glaubhaft machen wollen. Einem achtbaren und gelehrten Manne gegenüber, der gegen diese strafbare Verdächtigung protesürte, war der Dichter so.gnädig,, seine berühmte Hand zu reichen und zu sagen: ״Ich spreche nicht von Ihnen, den erleuchteten Israeiten des 18, Jahrhunderts; ich spreche von Ihren Vorfahren des Mittelalters, welche fanatisch und verderbt wie ihre christlichen Zeitgenossen sein kannten.“ Diese Antwort zeugt von mehr Unwissenheit als Uebelwollen; denn alle Welt weiss, dass unsere Religion im Mittelalter auf alle Geister ihrer Anhänger eine mächtige Autorität ausübte, und jedes Kind weiss, dass der Israelit - durch seine Religion verpflichtet war und ist, sich eher tödten zu lassen, als einen Mord zu begehen. In einem seiner poetischen Stücke hat der grosse Dichtervielleicht des Reimes halber die Worte: ״le Jaif immonde“ (der unreine Jude) gebraucht. In der letzten Zeit, hat das Genie des 19. Jahrhunderts ein Buch Über die Gegenwart verfasst. Man hat sich um dasselbe gerissen, es erreichte die 20 Aufläge. Ich habe, schreibt Rabbiner L. Levy im 1’ Uni▼, isr, in demselben eia bemerkenswerthes Wort gefunden, welches dem Ausspruche unserer Rabbinen ähnlich ist. Der Dichter sagt : ״Jeder Sünder ist ein Vatermörder;4* unsere Rabbinen sagen: •כל העובר מכירה אחת קונה לו קפנור »Wtr eine Sünde begeht, schafft sich in ihr selbst einen Ankläger“. Dieses Bueh nun, dessen Verleger ein Jude ist, verleugnet seinen Ursprung nicht Wie die früheren Werke enthält es eine genügende Dosis von Hass gegen die Juden. Der Autor erinnert sich in demselben mit Vergnügen, einem seiner Helden eines Tages folgende Worte in den Mund gelegt zu haben: ״Sie haben einen Menschen getödtet! — Nein, einen Juden.“ Es ist änzunehmen, dass der Verfasser dies deshalb nur angeführt hat, um dieses durch einen anderen Helden um 40 kräftiger widerlegen zu lassen. Im Namen der Geschichte und Wahrheit wollen wir aber doch constatiren, dass wenn es zu gewissen Zeiten gewisse Völker gegeben hat, die mit dem Menschen nichts weiter gemein hatten, als die Gestalt und fast aller Eigenschaften des Geistes and des Herzens bar waren, — dies beim jüdischen Volke keinen Augenblick seit seiner Existenz der Fall gewesen ist, und unsere Rab'oinen konnten in Wahrheit behaupten, dass ein M e n 8 c h im wahren Sinne des Wortes za jeder Zäit der 18 ra e 1 i t gewesen ist. Es wäre die Pflicht der jüdischer Verleger, Stellen, welche ungerechte Angriffe gegen das Judenthum enthalten, auszuscheiden, sowie es nicht minder Pflicht der jüd.-literarischen Presse ist, energischen Protost gegen solche Angriffe zu erheben und namentlich wenn es sich um eia Werk handelt, dessen Verfasser, wie Victor Hngo, in so hohem Ansehen steht.

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