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Das jüdische Literaturblatt · 1878-12-11 · No. 50. (11.12.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 50. (11.12.1878)
Date
1878-12-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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~Bio. 50. Pas Jahrg. Zer Bdnchtng aller Jadeatfca■ aad Jadea betreffeadea Uterarlaeh. Enchelaangen auf deal Gebiete der Phllowpble. Geschickte,EtkB0graphte,T11ealo^te,OrleataUa, Exegese, Ho- ■Uetik, Liter gib, Pidagsglk. Hera u sgege von Rabbiner Dr. Moriti ־*—•< < Magdpburg, 11. Deo smber 187S. raturbla Bacher der-eiasehlhgt^ca teratar, welche der BedaSMos aageaaadt werde«, Bade■ lk diese* Blatte eiageLBeapreal ■ mag. Bel Elassadaag TM .! I Beeeaeloaeexewplarem erMg t aach eiawaUgeGfatUtaaertiMi. Daa ,,Jüdische Llteratarblatt“ erscheint wöchentlich Lei piig bei Robert Friese) pro J ahrg ang: 6 Hk Abonnenten der ״Israeli t; and Bachbandlungen 3 Hk. kostet) erhalten daa .Jüdische Literatarblatt spaltene Petitzeile, buchh&ndlerische Beilagen mit (5 Hark berechnet. in einem halben Bogaa; . Preis bei allen ischen Wochenschrift* (die vierteljährlich bei allen Po gratis. — Iaherate werden mit 20 PC für die Oie Expedition der ״Israelitisehen Wochezedrift“ Inhalt! Wissenschaftliche Anfsktze: Handelsgeschichte der Juden des Alterthums. — Krethi und Plethi. — Judenhass bei Victor Hugo. Literaturbericht: Recensionen: Köhler, Dr., Rabbiner, Das Hohelied übersetzt and kritisch neu bearbeitet. — Joseffy, Dr, Das Hohelied oder Wettgesang zwischen dem Friedefürsten und der Brautgemeinde etc. — Back, Dr. 8., Rabbiner, Geschichte des jüd. Volkes und seiner Literatur. — Cassel, Dr. D., Lehrbuch der jüd. Geschichte und Literatur. — Literarische Anzeigen. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Handelsgeschichte der Juden des Alterthums. Eia Strom durchfliesset die Lande; breit ist sein Bett, tief sein Gewässer. Er trägt Schiffe ohne Zahl. Seiner freuet sich, wer auf ihm mit leichterer Mühe gelangt an das Ziel seiner Wanderung. Seiner freuet sich der Landmann, dessen Aecker er befruchtet, der Gewerbtreibende, dein seines Wassers Kraft viel Händearbeit ersparet. Seiner freuet sich der Naturfreund, da er die Gegend verschönet. Aber ihm grollen viele Anwohner, da die Wogen auch vernichtend und zerstörend über die Ufer schlagen, da das breite Bett den Verkehr mit den jenseits Wohnenden hemmet. Unbeirrt von solchem Groll und solcher Freude schreitet der Forscher am Ufer dahin, lenket er sein Schifflein stromaufwärts, denn er will erspähen un!d erkunden, woher der Strom entstammt, welche Zuflüsse ihm zur Weltbedeutung verholfen haben. Immer schmaler wird das Bett, immer spärlicher der Wasserlauf. Rinnsale nur, Silberfäden in tausendfachem Gewirr sieht sein kundig Auge die Wiege bilden. Nicht einer Quelle entströmen die Fluthea. Langsam, allmählich nur sammein die Gewässer sich an, die nach wehem, oft behindertem, Laufe in einem Bette vereint zum Strome werden. Das Bild eines solchen Quellenfeldes hat mit scharfem Auge und kundiger Hand der als Geschichtsforscher bewährte Dr.Herzfeld in seinem neuesten Buche*) entworfen. Er hat mit gründlichster Sachand Quellenkenntnfss Alles herbeigebracht, mit glückliqher Divina- *) Hondelsges.-hichte der Juden des Alterthums. Aus den Quellen erforscht un.1 zusammengestellt von Dr. L. Herzfel d, Landesrabbiner von Braunschweig. Braunschweig 187|9, Druck und Verlag von Joh. Heinr. Heyer. Hit zwei Beilagen pnd 35 Noten, 844 8. gr. 8.) 1& tiontgabe jede Andeutung verwerthet und mit Eifer sich bemüht, jede Spur von Juden betriebeinen Gros»- und Kleiihandels (sowohl in Palästina bis ins R Jätjrhandert nixChr., als in der Diaspora, in asiatischen! afrikan sehen und europäischen Ländern bis etwa 400 iu Chr.) aufzudecken. Der Erfolg, das Resultat ist der glänzendste Nachweis, ,dass der den Juden vorgjeworfene Handelsgeist ihnen von gebieterischen, geschieh!-, liehen Vorgängen aufgenöthigt worden ist.“ (Vorwort S. I ) Obschon der Verfasser sichtlich sich bemüht -— viel'eicht hie and da mehr, denn zulässig — dem Handel n der Thätigkeit der!Juden des Alterthums ,einen möglichst bedeutenden Platz zu erobern, tritt doch als (auci von Herrn Dr. H. gezogenes) Resultat allzadentlieh hervor: In Palästina hat, ausser den künstlich hervorgerufenen Ophirfahrten — die Karavanenstationen, wie Palmyra kamen dem Welthandel und dem Fiscafl zu lute —, wobei die Juden auch nur mitwirkten, und nicht bahnbrechend, nicht leitend und nicht: massgebend waren, nur der Handelsverkehr stattgefunden, der in jedem ackerbautreibenden Lande zum Austausche der Produkte nothwendig ist Den Ueberschuss seiner Ernl en und seines Viehstandes verkauft der Land mann und tauscht dafür andere, Lebens- oder Luxus btedttrf-' nisse ein, die theils Produkte der Heimath, theife Importartikel des Auslandes sind. Natürlich nehmen peben v den Fremden mit der Zeit auch Elinheimische an dieser Import- und Hausirerthätigkeit Theil, und werden Landesprodukte auch verarbeitet. Daher nimmt aach die biblische Zeit bis zutp Exil in unserem Buche nhr 50 Seiten ein. Und auch, wenn die Quellen reicher׳ wä-, ren, würde es der Akribie des Herrn Dr. Herzfeld,wohl, gelungen sein. Genaueres über Zahl, Gestalt und Werth der einzelnen Importartikel zu berichten. Voller aber, reicher, umfassender wäre das Bild des^jüdischen Handels nicht geworden. Nach dem Exile, wo die Völkerströmung eine schnellere geworden, wo ein imehr inter!ationales Wesen den Zeiten das Gepräge giebt, und im Auslände nehmen die Juden am Klein■; und , Gros ihandel der andern Völker Theil. Sie folgert den Spur in und Bahnen der andern, handeltreibenden Völker sie betheiligen sich am Tauschgewerbie, wie es in dem Lande üblich war, in welches günstiges1 oder i ־׳

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