Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 49. (4.12.1878)
- Date
- 1878-12-04
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
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י״י ־־ derselbe sich um die schrifstellerischen Productionen urn die dasselbe Gebiet behandelnden literarischen Leistungen Anderer kümmert, im ersten Falle aber — säge ich gar nichts. Uebrigens scheint Herr Dr. Lehmann trotz seiner religiösen Richtung kein grosser Freund der גאולה (nach Aboth VI. 6)Zu sein, denn er druckt in 3einem Blatte gar nicht selten Artikel aus anderen Zeitschriften ohne Quellenangabe nach, wofür ich als Belag nur Nr. 34 des ״Israelit“ anführen will, in deren dritter Beilage ein Artikel: ״Ein jüdischer König von Cypirn“ zu lesen ist, der bis auf den letzten Satz vorher wörtlich in Nr. 229 der Frankfurter Zeitung stand, ohne {lass diese als Quelle genannt wird. Dr. M. ^Tiener. Literaturbericht. Beccasioiea. Kohn-Zedek, Jos., מוסר השכל י)כיל נ' דרושים וכו׳ London 1878. (Schluss.) ן ן Fragt man nun nach dem Werthe des Gebotenen, so ist unseres Erachtens an gedruckte und an gesprochene Predigten ein verschiedener Mussstab für die Beurtheiluhg zu legen. Wenn eine Predigt ihrem Inhalt nach Religiosität, Moral und Erkenntniss fördert, und wenn sie ihrer Einkleidung nach auf das betreffände Publikum den gewünschten Eindruck macht, ihren Zweck erreicht, so ist sie gut. Es ist rückhalt- 108 anzuerkennen, da9s die drei Predigten eine treffliche Tendenz verfolgen, es ist auch nicht daran zu zweifeln, dass sie auf das Publikum einen günstigen Eindruck gemacht haben, aber wenn eine Predigi; für weitere Kreise dem Druck übergeben wird, dann ,׳erlangen wir mehr als das eben Angegebene. Wir verlangen dann, was den Inhalt betrifft, zwar nicht absolut Neues, aber doch nicht tausendmal Gesagtes; und ww die Form, die Sprache betrifft, so kann diese zwa: Bild, rhetorischen Schwung und Schmuck u. drgl. nicht entbehren, aber diese' Dinge dürfen nicht für mangelnden Inhalt entschädigen sollen. Die Prob'e hierauf wird darin bestehen, dass man den Inhalt einer Predig; wiedergeben und dadarcii einem denkenden Menschen etwas bieten kann, ohne die rhetorische Einkleidung mit zU benutzen und man muss deu In halt in j e d e r Sprache mittheilen können. Andernfalls bestand die Predigt aus Wortgeklingel, sie mag *dem Hörer wohl gefallen, aber Drucklegung verdient sie nicht, der Le'ser legt sie aus 'der‘Hand und sagt : ich habe {da nur schönklingende Worte gelesen. Und es will u18 bedünken, dass es ganz gleich gelte, ob die Predigt in deutscher, französischer u. s. W.< oder hebräischer Sprache geschrieben sei, das'Criterium bleibt. Nun liegt aber der Werth der K.-Z.’schen Rede fast lediglich in der hebräischen Diction Ja äs sind stylistischeTKuniitwerke, sie bieten dem Kenner Genuss, er hat Wortspiel auf Wort- 8piäl,'feiü Sprach kunststück drängt das andere. Das ist sehr hübsch‘, aber es darf hich't mehr sein wollen, wie eS ist. Wir haben ja in jeder gebildeten Sprache solche Werke des Witzes, des Efprit, der styhstischen Kunst. Wer liest nicht nicht g3rn ein gehtsprühendes Feuilleton, dessen Kunst sehr oft darin besteht, über ein Nichts oder etwas Alltäglichstes höchst äfnüsant zu plaudern, den Leser zu fesseln. Wissen- Schaftliche, überhaupt ernste Abhandlungen aber schreibt man nicht in dieser Manier. Ebehso wird man in einem ernsten Blatte Zeitungsnachrichten weder in poetischblumenreicher, noch in witzig-Wortspiele nder Art geschrieben finden. In der modernen hebt1, düteratur liegt das Alles anders. Der Schriftsteller will in der' Regel id'er8ter Linie seine stilistische Gewaiidheit zeigen. קדושה W snn er z. B. über eine Feuersbrunst berichten ויי», 80 schreibt er nicht 80, wie jeder andere Corres] >ondep$ in jeder anderen Sprache referirt, sondern sowie׳ in Schliers Glocke die Feuersbrunst geschildert ist.1 Daher ist die Klage über Vernachlässigung der neubehc. Lit§^ ratur nicht ganz berechtigt. Sie bietet vielfach n u lt Formelles. Das goutirt mancher, aber seid Geld; gilt er lieber für auch inhaltlich werthvolle Büchg{ . aui! Und ganz besonders darf solche Literatur nichfl sei lechtweg den Anspruch erheben, als ת1רה und rej pec tirt zu werden. -- Wir haben dies in Veranlassung derBrMcb&ra vo 1 K.-Z. gesagt, diese an sich soll damit nicht geta* d e 11 werden Sie schlägt den einmal betreten« n Weg ein, sie betritt diesen ,mit grossem Geschick. Der Verf. wii d aber zugeben, dass man seine Predigten nicht in eine andere Sprache übersetzen kann, ohne dass, 81$ ihren Reiz und Werth fast ganz verlieren. Ihre Bedenturg liegt also in der Horm, in der hebr. Einkleidung. Dae Gleiche gilt von einer ein Drittel des Heftes fffc lenden Causurie über den דוד pO (anders können wir*( nicht bezeichnen). Es sind ha hundert Dinge in dep דד J hiueingestellt und hineingeheimnisst, Montefibre upd Dr Löwe, Montague und Dr. Ascher, David und Acht tofi:l (die übrigens nach Absaloms Empörung kein Zwiegespräch mehr gepflogen haben können!) und wie Vi< :les noch! — Die Tendenz ist auch hier gut, aber dass wir das Alles als אמרות טהורות, Torahvvort und rel giöse Lehre' hinnehmen sollen, dass es Ersatz für den dem Verf. verbrannten alten Midrasch Jeldmdena geben 8011, das vermögen wir nicht anzuerkennen. we in beh lie< Ion 8 Ul 1) Köhler, Dr. IL, Rabbiner der Sinai-Gejmemda Chicago, Das Hohe Lied übersetzt und kritisch neu rbeitet. 8. 27 S. New-York, Leipzig, Chicago 1878. 2) Joseffy, Dr. der alttest. Theologie, Das Hohe- oder Wettgesang zwischen dem Friedeftlrsten (8•* 0) und der Brautgemeinde (Sulamit), die den und fiudet. Basel 1877. 96 S. 8 kL cit gei er ״K<! ׳ Vo* rik altd in יי bei יי he für pu hat fS.lt: alte I zu Auf 27, sage siebenundzwanzig nicht gerai druckten Seiten bietet uns der in der Uebe w ähnte College aus Chicago eine Uebersetadn * :ubearbeitung“ des HL. nebst‘ einein emlie wort und einem kritischen Commentar! Ecfa!misch! Wir mehr schwerfällige Gelehrte in n Welt, wir würden es nicht so leicht fertig bni solch engem Rahmen so Vieles zu bieten — i aller Bescheidenheit* doch noch Ansprdch zu epfaebsa das Verständniss dieses köstlichen Schatzes dst träisChen Literatur vpl!ständig neueGesjchti I i נ Auf Einzelhe:ten einzugehen verbietet der , Raum, Nur ein paar Worte Dass der Verf. die Ansicht, dass Alles um des Menschen willen erschaffen sei, als Thor-» heit bezeichnet, dürfte nicht ganz orthodox sein. Was . in Jetreff des LiebliDgsthema's des Verf., der Verbindung zw sehen Torah und allgemeiner Bildung, üben RabK- und Jerusch gesagt ist (S. 94), ist sehr beachten^merth, dais aber dieser Gegensatz auch schon die Spaltung, bei in Tode Salomo’s herbeigeführt habe (S 72) i)t nicht erlist zu nehmen. — Dass sich namentlich in merkungen und Beilagen auch manche schöne hs und exegetische Idee findet, soll schliesslich rden. A 1 k t e zu eröffnen.“ U nsere amerikanischen en auch ganz anderen Muth, eine ganz andere. Verf. erklärt seine Arbeit als eine Fruehj ger Prüfungen des Textes und der Schi n und modernen Visionen .und. Aasle^ _ Kampfs jüngst erschienenem Commentar“