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Das jüdische Literaturblatt · 1878-11-20 · No. 47. (20.11.1878) · p. Seite 187

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 47. (20.11.1878)
Date
1878-11-20
Page
Seite 187 (sequence 3)
Language
German
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ן.'! m׳ J^11|j»j1»pp5pwppp — 187 — und zwar in Koheleth 2, 22 הוא# und 3 Der sei. R. Wolf Heidenheim, welcher s cherlich fiir’s der gründlichste Sprachforscher der Neuzeit fiir’s Hebräische und Chaldäische ist, hat darum in seinen Ausgaben der liturgischen Schrifien jene chaldäischen Abkür- Zungen beibehalten; z. B im Kaddischgebet {nicht ידאמיךן ,(די קודשא so auch ׳^#לחין der Keduscha de-Sidra. Nur um Irrthum schreibt er dort ךי־^רא (nicht ך5ךא, was in der Bedeutung ״das Wort“ aufgefasst werden könnte); od 18 הם#. — . unnöthi! lg sind, > m 1 f t ךקוך#א ךכל ל und די״י in vorzubeugen er, wo es der Nachdruck des Begriffs erfordert, als: ך, ל#מןא, indem hier das Hilfszeitwort sei n, ״welcher ist“, hinzugedacht werden muss Da indess dieser ch*ldäi6ct1e Vorbuchstabe (ך־) nicht nur eine relative (für די), sondern auch eine präpösitionale (statt ”p oder ם־) Bedeutung hat, und als solcher im Targum zur Bildung des Ablativ in bestimmter Form, welcher zugleich die Stelle des Genetiv vertritt [z. B רהעיא דארעא das Ge würm von der Erde (I M. 1, 26), vgl. dam אר^א #rn ״Gewürm der Erde“ (ds. V. 24)] gebraucht wird: so sollte — meines Erachtens — dieser Vorbuchstabe zunächst nur in letzterer Bedeutung angewendet werden, dagegen, wo ein relativer Begriff (hebr. durch אשר) damit verbunden ist, also vor einem Verbum, sollte in unserer Liturgie das Vorwörtehen ךי stehen, als די «מירן ״welche wir sprechen, und ך, מ#כך1ין ,,welch(! preisen“ etc. Ems Dr. Hochs Literaturbericht. t ä d t e r. Recensionen. Bacher, Dr. W., Professor, Die Agada. der Baby- Ionischen Amoräer. Ein Beitrag zur Geschichte der Agada und zur Einleitung in den babylonischen Talmud. Budapest 1878. (Jahresbericht des Lardesrabbinerseminars in Budapest.) Es war ein glückliches Thema, mit welchem die Rabbinerschule in Budapest sich literarisch inaugurirte. Ob aber in vorstehender Schrift jenes seine!,olle Lösung gefunden, möchte ich n ich t unbedingt behaupten. Mus9 man auch zugeben, dass der sehr strebsair e Verfasser in seinem Buche eine Bildergallerie der Amoiäer, Schule, Stellung, Sentenzen und exegetischer Richtung nach, mit einem Worte einen Beitrag zur Geschichte der Agada in dankenswerthester Weise geboten ■hat: so ist doch damit nur der erste, aber nicht cer zweite Theil der Aufgabe eines Beitrages zur Einle: tung in den babylonischen Talmud umspannt. Dazu gehörte, meinem Dafürhalten nach, der Nachweis des Quellenpunktes, aus welchem halachische und agadische Auslegungen gemeinsam hervorgegangen, wie beide sic :1 verschlin gen oder parallel, von einer bestimmten exegetischen Methode aus, neben einander laufen. Dein dass die sowohl das praktische religiöse Leben befruchtende Geistesströmung, als auch die ethische Erziehung und Wandlung bezweckende Schrifterklärung im Geistesleben der Amoiäer eine gemeinsame Wurzel haben, ist einem jeden wahrhaften Talmudforscher, nach dem Geiste und Herzen Frankel's, bekannte Thatsache. Diese letztere gerade hätte den Stützpunkt einer Arbeit bieten müssen, welche ein würdiger.Iünger des berühnktenMeisters in ähnlichem Lehrberuf zu Tage förderte. Doch wollen wir den Genuss, welchen wir von der Leistung hatten, nicht durch den Tadel über das uns verkümmern, was der Arbeit fehlt. Nur einige Ausstellungen wollen wir im sachlichen Interesse nicht unterdrücken; weil jene eine Vorliebe für Conjekturen, selbst da, wo diese ■ iL und eine gewisse historische Aprioristik, der objectiven Qukllenwahrheit nicht immer in Uebereinstintmung ist, betreffep, wodurch der Werth!der Geistesarbeit herabgedrückt werden und diese letztere einen epigonenhaften Ursprung der aus der Breslauer Schule hervorgegangenen Literatur verrathen könnte. — Einige Beispieje sollen nicht nur das Gesagte beweisen, sondern dem (Verfasser zugleich bekunden,. dass ich mit seinem Bliche mit grösserer Vorliebel mich beschäftige habe, als fes flüchtige Recenl sentenpflicht erheischt hätte. Auf Seite 28 wird .מרד ( unnöthigier Weise in יודה verwandelt] Wer aber weise, dass מתפלל deshalb der Betende heisst, weil das Gebet den Andächtigen vor den Richterstuhl des Gewissens' beruft, folglich Piel und Hithpael derselben Radix mit einander geistig Zusammenhängen: kann füglich das יורה den|1 המתפלל mit Beweiskraft anfügeti und die Stelle Ben Sira's in Integrität aufrechterhalten. In der Noth soll man nicht entscheiden], weil die Sammlung fehlt; daher auch nicht beten, wenn man der• jenigen Rlarheit ermangelt, welche ]die Rechenscbaftsablegutigivor dem Gewissen erheischt. Ebenso ist auch Seite 32; das Wort« אוושי mit der Devination aus dem griechischen ahia vollkommen erklärt, wodurch die Behauptung, Rab ״hätte schon persischer Wörter■ sich ()6dip01“? fällt. Aus dem Zusammenhänge des1 talmudischen Textes (Taan. 11a) ergiebt sich die aus-; schliesslich ethische Tendenz des Ausspruches, weleher zwei Gebetengel für den Menschen Zeugniss ablegen lässt. Weder kann von einer historischen Auffassung noch auch von einer Zeugnissaussage ״gegen“׳; statt für den Menschen, wie der Verfasser Seite 36 an-] nimmt bei] genauer Prüfung der bez, Tabnudstelle, die; Rede sein. — Auf Seite 25 übersetzt der Verfasser! לצרף בהן אח הבריות fälschlich mit ״Läuterung“ anstattI. •'fcj Verbindung und entzieht sich dadurch den frei- J heitlichen Gesichtspunkt, wonach die Gesammtheit in ihrer Solidarität das Ganze der Lehre erfüllen müsse, was dem Einzelnen unerreichbar sein dürfte. 1 M Noch irrthilmlicher ist Seile 43 die Uebersetzupg צירוף I! אחר צירוף Kethuboth mit ״Läuterung“. Nur, sagt der Talmud die Gelehrten (je nach ihrem wenn 112b, Berufe) sich fest und innig aneinanderschliessen, fördern sie die messianische Zeit. Durch diese Ueber- Setzung könnte dann das Wort צירוף zu dem vorange-,' henden קטינו|ריא (Kategorien) recht (gut passen. Vollends verfehlt ist auf Seite 82 die Uebersetzung! .חיצפא אפילו כלפי 1שמיא מהניא (Synhedrin 105a) mit: ״Unver- . schämtheit nützt auch dem Himmel gegenüber“, diese dem Talmud imputirte Unmoral beruht auf Missverständniss. חוצפא bedeutet Muth und Macht im ur- ׳ sprünglichei Sinne des Wortes und erst im Uebertragenen: Dreistigkeit, Verwegenheit: Zu der Stelle Numj 14, 28 אפם כי עז העם paraphrasirt das jerusal. Targum חצי־פין. Demnach lautet die betreffende Stelle: ״dem Mulhigen gehört die Welt“, was auch mit dem Aussprüche ״Kühnheit ist eia Reich ohne Krone“, an derselben Stelle in vollem Einklänge ist. — Auf Seite 88 wi •d dem Rabba bar bar Chana nicht im ״vollern Umfan re die Würde zuerkaniit, welche er mit Recht in dir Agada beansprucht;!indem er, meines Erachtens, Dichtung und Wahrheit, Erlebtes und Erfahrenes in eine bilderreiche harmonische Mischung bringt, deren Tendenz die'ethisch-religiöse Hebung der für Gleirjhnissreden empfänglichen Hörer ausmacht. Bei der kritisch-historischen Prüfung _ der Sentenzen R. b. b. ChanaVist der sittliche Goldgehalt derselben ni!:ht zu verkennen, welcher auch der modernen Schriftauslegung eine ornamentale phantasiereiche. Beigabe bieten dürfte. So z. B. schwindet die ״Ueber- 1 I

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