Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 46. (13.11.1878)
- Date
- 1878-11-13
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Toseftaredacteur Schritt für Schritt der Miechna R Je- I unten zu oberst zu kehren, und die Bestimmung der mmung die! hinzugefügt Rest der hnda Hanassi’s folgend, an jede Mischnabest eliminirten Sätze aus der Mischna R Mei'rs hätte, ist nach meiner These Tosefta delr palästinensischen Halachasammlung, aus welcher in Babylonien die Miscnna als Auszug-oft. nach neuen Principien und einem neuen Systeme so viel als möglich an die ältere Mischna sich anschliessend, herausgegeben wurde. Nun Verf. selbst kann nicht umhin, eine Mischna als von der Schule Rabs herrührend anzugeben, weil sie mit Tosefta im Widerspruch i.teht (S. 45) Solche Divergenz zwischen Tosefta und Mischna wiederholt sich aber oft, und sie kann nur auf] den Unterschied palästinensischer und babylonischer Auffassung zurückgeführt werden. Ist es anzunehmen, dasp R Jehuda Nassi den gewiss in tanaitischer Zeit allgemein anerkannten Satz כל המקלקלין פטורין חלץ מן חובל ומכעיך aus der Mischna eliminirt hat (S. 77 Anm 2). Mindestens hätte er doch eine Controverse hierüber angeben müssen. Nur die neuen Principien, die in Babylonien Ober מש״צל מתעסק UQd דש״אם aufgekommen (vgl. Grätz Monatschrift 1872)*), haben diesen Satz aus der Mischna gedrängt. Ueberhaupt muss man sic h, wie der Verf. selbst eine Auslassung ״ein beredtes Schweigen“ (S. 81) nennt, sich die Frage vorlegen: Was veranlasste R. Jehuda, aus der Mischna R. Mei'r’s, die doch für das Leben so wichtigen Toseftabesfimmungen zu climiniren? Warum hat er beispielsweise die Bestunmurg der Tosef a כל כתבי Ober ברכלת — was der Verf. richtig mit Eulogien übersetzt (vgl. auch meine Erf. Hdschr S. 64) — nicht aufgenommen? Was unterscheidet diese Halacha's und viele andere, von den in der Mltchna aufgeführten? Eine Orts- und Zeitänderung macht es wohl erklärlich, dass dieselben fortgelassen wurden. Ist es wahrscheinlich, dass de« in Palästina gebräuchliche 35 .§) ("»ק»"־*) פוקרין) von R Jehuda in סאה נכרת wird übersetzt worden sein? — Controversen sind in der Mischna gekürzt (S. 14, vgl Tosefta 3 (4), 13 mit Mischna 3,6 und viele andere, und man überzeugt sich, dass in Mischna nur ein Abriss gegeben j wird und die Ausführung wird der Gemara aufgespart. Mischna und Gemara gehören zusammen. Diese ist die authentische Erklärerin jener. Muss doch Verf. selbst gestehen, dass die Mischna an Stellen unerklärlich ist, und ist er gezwungen, Lücken anzunehmen, was bei einem fortlaufend erklärten Werke, wie die Mischna! durch die Gemara es ist, schwer anzunehmen ist (58). Wahrscheinlicher ist, dass bei Aufnahme der betreffenden Bestimmung (s. das.), weil sie mit den früheren kernen engen Zusammenhang hatte, an’8 Ende des Abschnittes gesetzt wurde. Viele Bestimmungen in Tosefta sind in Mischna wahrscheinlich ausgelassen worden, weil man sie von der den ganzen Sabbathtraktat durchziehenden Controverse von מש״אל and ל״שם nach babylonischer Auffassung abhängig uud selbstverständlich hielt. Wenn ferner R Jehuda Hanassi so selbstständig in der Umgcstaltung der älteren Halacha verfahren haben soll, warum sollte er gerade seine in Tosefta aufbewahrten Meinungen nicht auch in Mischna aufgenommen haben? (33, 49 u. A.) Alles dieses spricht ni;ht füll die Redaction der Mischna durch R Jehuda Hanassp Dass Tosefta aber nicht Anmerkungen dem oben angegebenen Sinne — zur Mise gebt schon aus der ganz verschiedenen Anor Parakim. und Paragraphen (Alineas) hervor, sich, diese Schwierigkeit fühlend, von seinem für berechtigt, die ganze Ordnung von T! d. h. in ina seien, mng der ferf. hält mdpunkt [,qsefta von *) Der dortige Artikel müsste •!•gearbeitet and Hiscbns and Toseft• 1׳» Btihg »af die•• PHaeipten verglichen Werdnn. Ordnung der Mischna entsprechend zu translociien. So ' verdienstvoll eine solche Quellenangabe zum Verstand-! niss von Mischna und Tosefta ist, will unsץ dieses Strecken eines wie uns bedünkt durchaus nicht ״ver-' wachsenen Geschöpfes mit verrenkten Gliedern‘4 (S. 3) nicht Zusagen. Wenn das Sytem der Mischna logischer und knapper ist, als das von Tosefta muss ein aus älterer* Zeit stammendes, nach einem anderen Eintheilungsgrund geordnete System verrenkt sein? Ich will zugeben, dass einzelne Paragraphen verschrieben sind, aber ein solches Chaos, wie der Verf. annimint, aus einer Oednung herzustellen, kann man den Abschreibern nicht zur Last legen. Mir will es scheinen, dass das S. 19 angeführte Beispiel von einer Reihe von Bestimmungen in Tosefta׳ ganz an rechter Stelle stehe, und lässt die dortigp Confrontation erkennen, wie die Mischnabestimmungen ein'׳ Excerpt sind aus Tosefta. Die Controversen sind in Mischna gekürzt, der Cfemara die Ausführung aufgespart: vgl. auch die Variante למשתמש כהן in Mischna und- עלו ידי טבילה in Tosefta, welche Aenderung auf Babylonien weist; — Es ist sicher, dass eine richtige Aötheilung der Paragraphen zum Verständniss nothwendig ist, aber ebenso klar. dass sich oft darüber streiten lässt*) So ist die S. 32'vom Verf. gemachte neue Abtheilung, durch welche er einen neuen Sinh gegen Gemara herausbringt, nicht richtig, und ziehe ich die alte vor. Ein deutlicher!Beweis für die Richtigkeit der״ alten Abtheilung ist Mischna Edujoth 2,7 und Tosefta das (vgl. auch Monatsischr. 1872. S. 474). Ich bin weit entfernt zu behaupten] dass nach meiner These nicht noch Schwierigkeiten z|u lösen sind, aber sie sind nicht unüberwindlich. Hoffentlich habe ich bald Gelegenheit, neue Beweise für meide These zu geben. Es gilt jetzt, das: bisher vernachlässigte Tosefta- Studium zu beleben, welchen Zweck Verf. durch‘seine schöne Arbeit gefördert hat. Er hat an mehreren Stellen neue Worterklärungen S. 31 101 (vgl jedoch meine Erf. Hdschr. 101), bei בולס S. 50 hätte die Erf. Hdsettr. hervorgeboben werden sollen Von den Emendationea sind hervöhsuheben die j auf S. 30, 50, 86 Anmerk. 1 — קנאת סופדים תרבה חכמה. Möge es dem Verf. gegönnt sein, die folgenden Traktate weiter zu erklären, and es wird ein Gewinn für die Wissenschaft sein. Dr. Zuckermandel. Jacobson, Dr. Mos es, Versuch einer Psychologie des Talmud. — Inangutalschrift. — Hamburg 1878. 107 S. 8*. Ein Beitrag zur Psychologie des Talmud, der sich nicht in dem ausgetretenen Spurgeleise bewegt, erscheint stets willkommen. Wird[ die Kenntniss derselben auch nicht nach irgend welcher Richtung dabei erschöpft, 6Ö1 wird sie doch immerhii vertieft oder verbreitet and‘״ verallgemeinert, und dadurch nicht unwesentlich geför- נ dert. Schon hierdurch empfiehlt sich das vorliege ml«'' Werkelten, däs als Pfromötiönsschrift sich gibt and des»•“ wegen ein gewisses Recht] auf nachsichtige Beurtheilung / wohl beanspruchen darf. Die Abhandlung macht aufden Leser einen sehr günstigen Eindruck, der Verfasset1? verfügt über eine anziehende und lebhafte Darsteüoügsi* gäbe, versteht es, seinen 8toff zu beherrschen uhd‘ gtitf ’ *) Keine Abthelluag tot keine subjektive, sondern die der Brf. Hdechr-v Wie ich' überhaupt nach reiflicher DdwrlwUf asd haek׳ Zaratiunehang von Capsei täten ן die 1a der Ert Hdschr. nilvtr. ■" schwindender Ausnahme in deo Text nahm, die anderen in di• Noten seihte. .Wenn eite nicht ftnheiisnetiften waHen* schrieb mir . ProCIrhrA»de,0«״«ehmen8ie die»l*ehrJ mitAttoPeMMi htfittt Teak* Und er hat Recht, wie ich mleh imsw nehrf1 '־ ~