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Das jüdische Literaturblatt · 1878-11-13 · No. 46. (13.11.1878) · p. Seite 182

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 46. (13.11.1878)
Date
1878-11-13
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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er konnte seine Fähigkeiten and Kräfte entwickeln, sich eine Beschäftigung wählen, za der er Neigung hatte, sich in Rede und Schrift frei äussern und in öffentlichen Versammlungen seiner Meinung einen Ausdruck verreihen.־*) Und selbst wenn Manche sich durch ihr Schaffen und Wirken vor Anderen auszeichneten und dem Allgegemeinen nützlich machten, so wurden sie nicht als Höherstehende angesehen; denn das, wodurch sie sich aluszeichneten, sah man als eine Gabe Gottes an, dessen Werkzeug sie lediglich waren, und das, weil es nicht ihr eigenes Werk, ihrer Person keinen Vorzug zu jeben im 8tmnde war. So z. B. wurden bei Fertigt ng der Stifishütte und deren Gerätschaften alle diejenig en, welche als Künstler sich hervorthaten, als solche bezeichnet, ״denen Gott Weisheit ins Herz gelegt habe". In Aegypten erscheint die Kunst als eine Gabe der Natur, die sich in einer bestimmten Kaste forterbt; im Isr«elitenthume ist sie ein Geschenk Gottes, der sich mit seinen Gaben an keine Kaste bindet. — Ein anderes merkwürdigies Beispiel von der freien Verfassung Israels liefert die Empörung Korachs und dessen Anhangs. Schon manchmal hat die demokratische Freiheit ein Zerrbild hervorgerufen. So auch hier. Ohne Autorität der Leiter und Ordner eines Volkes kann dieses nicht bestehen. Die Sondergemeinde Korachs hingegen wollte eiae solche nicht anerkennen, befürchtend, die Freiheit und Gleichheit möchte durch sie beeinträchtigt werden. Sie sprach daher zu Moses und Aron: ״Die ganze Gemeinde ist heilig, warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?" Diese erwiderten: alle Anordnungen, die sie getroffen, ulle Gesetze, die sie gegeben, —rührten nicht von ihnen, sondern von Gott her, ״und was sind wir, dass ihr über uns murret?״ Sie seien jalso nicht mehr als die Anderen, und sei somit die ־ Gleichheit nicht von ihnen gefährdet worden. — In nichts zeigt sich aber, wie mächtig das Bewusstsein der ..Gleichheit und Ebenbürtigkeit alle Glieder der Volksgemeinde durebdrang, als in jener durchgreifenden Ge* setzgebung von ausserordentlicher Weisheit, welche die Ausbeutung der niedem unvermögenden Klassen durch v die reichem und mächtigem verhindern sollte. Auf dem Boden des Mosaismus finden sich demnach die ersten organisatorischen Versuche von Einrichtungen gegen die Entstehung einer besitzlosen Volkshlasse (Proletariat). (Fortsetzung folgt) Etwas über den Einfluss isr. Anschauungen auf griech. Wort begriffe. h־ In der Wochenschrift Nr. 42 habe ich (unter Stettin) ג die Behauptung, dass die Tugend der Demuth ganz ן und. gar der Religion Christi angehöre, and dass die r.Völker vor Christus nicht einmal einen Namen dafür gehabt hätte», besprochen und berichtigt, soweit sie;1 unser« heil. Schrift betrifft. Hier möchte ich noch eiae Bemerkung über die andere Hälfte jenes Satzes hinzu*!fügen, nämlich soweit er die anderen Völker des Alter- *) Bekanntlich habe» neh dl« Puritaner der *ehottiithen1 Kirch« in ihn« Hms gegen den Abeolotümos und in ihrtiaßtrebea uäcfc WfrgeWlehet• Freiheit and ÜnoktmOtAar ▼Srfianmä auf ״die laetitutianfe 4ee •HeUTeitemente beraäta. — MerkWftrdig׳ istV Mehl44 ׳m Sei tat dar König ta Israel — Adle dia EMOhnmg de* *׳ ' was wie m> Zeiten־ Seals ale erwtaoht ■ad nothwepdig werd«, soll(« — je höher er ftber seine Uuterthaaea durch OBtitt Uhd BlUig stünde, desto entschiedener ',er sich . "1־««■ •ateS ebeobtotir beMehtdd •oll, dsje Seide 4 Botte <4th ddharitthfg s» beaeed bitten. 0a* ithiiiia > Sima ic, «tek m erhelMn,.!oh eg hrlseaels thums, insbesondere dia Griechen, betrifft. Es wird zugegeben werden, dass dem althellenischen Volkscharakter die Demuth fern und fremd gewesen ist, dass die homeni8chen Helden nichts weniger als bescheiden sind gar nieht daran denken, •lieber Unrecht zu leiden als zu thun, dass die griechischen Herren sich trotzig gegen die Götter auflelmeD und selbst von diesen wirkliches oder vermeintliches Unrecht nicht geduldig oder gar demüthig hinnehmen mögen. Mit dem Begriffe fehlt denn den alten Hellenen auch das Wort für Demuth und demüthig, denn -.aztw- — welches Wort, wie in Nr. 42 angegeben worden, in der LXX für ענו gebraucht wird — wird bei den ajten griech. Schriftstellen nur in schlechtem Sinne angewendet für verzagt, feig, unterwürfig, kriechend u. s. w. Erst in der sokraüschen Zeit begegnen wir dem Worte in der guten Bedeutung, der Demuth im Gegensatz zu Uebermuth und Hoffarth, 86 besonders bei Plato leges und Poli'ie. Belege sind in jedem grösseren griech. W. B. zu finden. — Woher nnn diese Aenderung in der Bedeutung des Wortes, demnach auch in der Auffassung, derSache? Man hat lange jeden Einfluss des Morgenlandes auf die Entwickelung der hellenischen Philosophie u s w. in Abrede gestellt; es sollte alles Grichische in Kunst, Wissenschaft, Volksthum durchaus originell, urwüchsig sein. Das ist längst als eine fast lächerliche Einseitigkeit, als Dünkel der klassischen Philologen anerkannt. In früheren Zeiten war man nach der entgegen gesetzten Seite zu weit gegangen, hatte Plato u. Aa. geradezu zu Schülern der Juden gemacht. Aber es wäre wohl an der Zeit, der Frage eine gründliche Erörterung zu widmen. Ich erinnere noch an s->33J5>); und die abgeleiteten Worte entsprechend ״Gottesfurcht1* der Bibel; diese griechischen Worte und Begriffe sind der vorsokratischen Zeit in dieser Bedeutung fremd. Es ist nach dem, was man jetzt von dem geisiigen Zu? sammenhange unter den: Völkern des Alterthums weiss, von vornherein thöricht zu glauben, dass eine Ein- Wirkung israelitischer Anschauungen auf die denkenden, suchenden, allmählich von den myfhologischen Verstellungen sich lossagenden Griechen nicht stattgehabt habe. Fs ist nicht nöthig anzunehmen, dass die Griechen um die Zeit der Perserkriege — denn in die6er Epoche scheint die Einwirkung merklich hervorzutreten —־ die Bibel gelesen haben, die Kenntniss kann auf Umwegen vermittelt sein, aber sie ist sicherlich vorhanden gewesen. Wenn (wie Max Müller nachgewiesen hat) die Geschichte des Buddha als Buch von Barlaam und Josäphot zu den Christen des Abendlaades im 8. Jahrh. gekommen ist, wie sollte da in der Blüthezeit des Alterthums, als der Völkerverkehr weit reger gewesen ist, als im Beginn des Mittelalters, zu den sich durchaus nicht abschliessenden Hellenen nicht eine Kunde von dem Geistesleben des isr. Volkes gekommen sein? T. -׳־ und bu» ätteei*, laeea. ׳Mo*. 17,90.} Literaturbericht 4 ' iNtllitK■. Schwarz, Dr. Adolf, Rabbiner in Karlsruhe, Di« Tosifta des Traotates Sabbath in ihrem Verhältnisse zur Mischna kritisch untersucht. Karlsruhe. A3 Bielefeld'S Hofbuchhandlung. 1878. (SchlusB.) Wählend Dr. Schwärz Tosefta für Erklärungen, Anmerkungen der Mischna — doch nur im figürlichen Sinn, denn die Taaeftabestim mimgen sind denen der l OUIU) UCUU Ute AUBWUlVWlUIIUUttgCfl B14u UUUOU uw I Mischna gleichartig — hält, in dem 8iine, das•׳der

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