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Das jüdische Literaturblatt · 1878-10-09 · No. 41. (9.10.1878) · p. Seite 163

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 41. (9.10.1878)
Date
1878-10-09
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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Klage eingeleitet, mit v. 5 beginnt ein neubr Aufruf an die Aufmerksamkeit des Volkes. Der Prophet sucht einen Gradmesser zur Beurtheilung von Israels Leben, das er eben an klagen will und zugleich einen Gradmesser für die Lehren der falschen Propheten; er lenkt daher die Aufmerksamkeit des Volkes auf Balak und was er berathen. Allein nicht das will er!besonders hervorheben, vielmehr das, was Bileam ihm geantwortet hat. Und haben die Zuhörer erst vernommen, wie Balak Gott für sich gewinnen wollte — er wähnte ebenso wie das; Volk, einen frommen, gottgefälligen Wandel zu führen —; haben sie erst gehört! was Bi* leaui darauf antwortete, und mit dieser seiner Antwort ihren eigenen Wandel verglichen, dann למען דעת צרקון-! ך,־ werden sie erkennen, wie gerecht (diese Bedjeutung hat צדקה Überall im. Alt-Hebräischen) der Herr mit seiner Klage ist. Die מעגה Bileam's ist also nicht Num- 22 zu su: chen, sondern hier neben der Krage Balak’sj zu finden. Wir haben es hier sonach mit einem Dialoge B&lak’s und Bileam’s und nicht mit den Kragen des Volkes und der Antwort des Propheten zu thun. Die )Gedankenentwickelung in den Sätzen wird eine folgende sein. V. 6 Balak: ״Womit soll ich dem Herrn zuvorkommen, mich beugen (Grätz, Gesch. II. j A. S. 156 liest אניף) vor I dem Gotte der Höhe?!Stpll ich ihm mit Ganzopfer zuvorkommen, mit einjährige^ Kalben?“ v. 7a Bileam (abweisend): ״Hat der) Ewige an Tausenden von Widdern Wohlgefallen, am Myriaden Strömen Oels?“1 j 7b Balak; 1״Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Schuld, die Frucht meines Leibes als Sühne meiner Seele?“ j (Balak will nun einmal den Gott der Höhe für sich gewinnen und hat er ihm bisher zu wenig geboten, er ist zu grösseren Opfern nach moabitischer Weise (vgl. 2 Kön. 3,27) bereit.) v. 8. Bileam: ״Er hat es Dir gesagt, i o Mensch, was ■gut ist, und was Gott von dir fordert? Nichts weiter als Recht üben, Menschenliebe, unjd demüthig wandeln vor deinem Gott!“ Jetzt nach dieser Einschaltung, die dem Volke und den Lügenpropheten die Hoheitsgedanken der echten Religion durch den Mund Bileams verkünden sollte, die hohe Ethik, die der Prophet selbst stet^ lehrte, die aber in Folge der Wirksamkeit der falschep Propheten dps Volk nicht hören wollte, führt er d: Anklage weiter (v. 9), als ob er sagen w| ihr habt die Forderung eures Gottes vern׳ seid ihr dieser nachgekommen? Und wie plötzlichen Donner durchzittert, hört er die! anklagende Gottesstimme und sieht in des Sünders Hause die Schätze desJJnrechts und das verruchte, schwindsüchtige Mass, die Unreinheit durch die sündhafte Wage und dem Beutel mit den falschen Gewichtsteinen -Ldie Reichen voller Gewaltthat und alle Bewohner voller Lug. So )die begründete, mit Recht geführte Anklage — und Schrecklich soll die. Strafe sein, die das Volk trifft (v. 13 flu. Der Anfang des Cap jist in leichter, fliessender Sprache abgefftöst; der prophetische Geist Moses, Samuels und Jesaja's spricht hier aus Micha.; v. 9—16 ist etwas schwerfälliger, sein eigenes empörtes Seelenleben sucht hier dpa Ausdruck für seine Gedanken und wie ein Bergslfpm, dessen Lauf lange durch Steingerölle und Felskläfte gehemmt, sich plötzlich, so er sich frei fühlt, mit Gewalt durchbricht, 80 bricht sich sein Geist mit Macht dnrch,den Felsen der Zeitverhältnisse Bahn und strömt hinaus׳ ins Herz des Volkes. Birnbaum, d. 24. August 1878. Dr. Ad Rosenzweig, Rabbiner. Wort der 311te: Nun, imen, wie von einem Literari8eheN0tizen. Von Dr. L. l״e wjraohn io Stockholm. ) V. 77) Tanit 7b heisst «8: ל תיקרי ישונא אלא ישנא* hierzu Raschi: ישנא כש״וא, so in der Berliner-Frankf.. Ausg; eine andere besitze ich nicht. Im Ajin Jacob ist die Abbreviatur in בשין וא״לת aufgelöst, nnd Edel■ giebt hierzu eine, wie er selbst sagt, gezwungene Er- 1 klärung, denn Kohelet 8, 1 stehen ja auch ש und! א. Ich möchte mir die Conjectur erlauben, dass in R. urspünglich בשוא (nicht בש״וא) gestanden, er meint, es werde gelesen ״ ןקזןאman hasse,* (statt des Schurek mit dem Schwa quiescens). Den Inhalt selbsi betreff fend, dürfte wohl bemerkt werden, dass hier eine מ״ע des ואהבת (die Raschi selbst hervorhebt) durch einen Derusch in ihrem Umfange beschränkt wird, als könnte Solches so leichthin geschehen. 78) Tanit 24b heisst es, der Hohepriester betete am Versöhfftmgstage: אל יהיו עמך ישראל צריכין להתפרנס יזד. מזה ולא לעם אחר• die letzten drei Wörter fehlen in der P&rallelstelle Joma 53b (auch im Tal. Jer. das. fühlen sie). Ausserdem heisst es hier י לפרנסה ןך־ לזך die (Jonstruction vom Itpaal mit folgenden ט findet sich auch Berachoth 3b לכו התפרנסו זה מזה, dahingegen das so oft vorkommende Piel en&weder mit ־,ל oder mit einfachem Accusativ*); in erster Stelle sind daher die Wörter ולא לעס אתך nicht nach dem Worth ילהתפדנם sondern nach dem Worte צריכין sich zu de»־ ken, dem Sinne nach: Möge dein Volk keines anderen. Volks bedürfen. Auffallend sind Levita’s Worte 8. v(- פרנס, er sagt: נאין לשמש בזה השורש רק בפעל הרנוש während das Itpael des Verbums so oft vorkommt 79) Ich wurde neulich angefragt, ob nicht das so- ׳ genannte Mechilabeten bei der Tehara verstorbener Glaubensgenossen als .!. . . unzeitgemäss fortgelassen werden könnte. Ich verneinte die Frage und will hier nur kurz die Quellen der Frage angeben Talm.Jerus., Joma Cap. 8 hai. 9 1'פית צריך מפייסתיה על קובריך יומימר סרחית עלך Sal. Lurja im יש״ש zu R Kama-$ 57, cilirt im Elija Rabba zu Or. Ch. § 665 v. 5 ויבקש קודם שטיהרו את המת; Maber Jabok (Prag 1828)&50; ונכין פאר רעד טהרה מחילה צו קעטהען; die Schrift meines Bruders 93 § מקורי מנהגים, wo über die Fortdauer des Gehörsinnes bei den Verstorbenen gesprochen wird und 8ch1ies«t der Artikel:,ולכן צריכים לבקש ממנו מחילת אולי עשה מה שלא כשורה ושלא לכבודו; s. schliesslich die Ansicht des Prof. Rosenthal über die Fort laner des Ge* J hörsinnes, ״Jüd. Literatbl.“ 1876 S. 30 ״UeberScheintod.“ 96) In der Selicha zu Schaehrit Jom Kippur s. ▼, אתה מבין תעלומות לב kommt die Phrase vor : ז.באנו בדברים לפתותך בם, hierzu wäre zu bemerken, dass in der Bibel nirgends der Name פתה von Gott als Ob-■ jekt gebraucht wird. Nur Raschi zu Prov. 25,15 nimmt dort, freilich בדרך דרוש, das Wort קצץ für Gott, po dass dieses Object wird, יפותה Gott wird besänftigt, sonst wird, wie gesagt, gedachter Stamm nir* gends im ähnlichen Sinne gebraucht. 1 81) In Jellinek’s Bet h&m. VI 8. 80 heisst es im : MidrajBch Jeiamdenu: ותכחש.שרה מכאן פסלו רבותינו את הנשים מן העדות, allein wo findet sich im Talmud die* ser Grund? Schebuoth 30a wird als Grand angege* ben האנשים, nach Maimuni (im Jad) שנים עדים, welch© ,־ בלשון! זכור sind. In der That fehlen im Jalknt Schi* raeoni za Gen. 18,15 die •Worte פסלו רבותינו u°d schein* Jalkkt eine andere Recension des M- Jel. gebäht zu habe«. Lvw*1. > b. du ופפרגס אותנו - לכל■ '

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