Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 41. (9.10.1878)
- Date
- 1878-10-09
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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82) Ich bekam neulich eine vortreffliche Monographie, behandelnd Scheidung und Trauung vdn Taubstummen, deren Titel ist: 0םר מלאכת חרש vo.m Rabbiner Ezechel in Waranowa (Russland) gedruckt Wilna 5635. Darin kommt ein punktirter Get vor, wo jedes Wort grammatikalisch erklärt wird. Bei dem Datum תלתא beruflrer sich bezüglich der Schreibart auf die Targumim und auf Daniel und Esra, (wo nur einmal תלתא mit א vorkommt); es wird gleichwohl im Get das Wort nicht mit ך, sondern mit א geschrieben, da dasselbe mit dem Worte אנא der Fall ist; obwohl dieses Wort im Buche Daniel nur mit ,ך vörkdmmf, so ,befolgt man doch hierbei die Schreibeweise der Targumim und des,Talmuds; eia Gleiches findet statt bei dem Worte דנא. Allein der Verfasser berührt hierbei nicht folgende Schwierigkeit. Grammatikalisch ist ,תלתד num. card., dahingegen ist תלתי uum. ord, wdbei das emphatische א hinzukommt, תליתא oder תלת א heisst: <Jer Dritte. Nun wird im Get nur bei den Wochentagen num. ord., dahingegen bei den Monatstagen num. card. gebraucht, es musste demnach bei den Letzteren תלתה UQd nicht תלתא heissen. Freilich der Usus befolgt die letztere Schreibart» 83) Raschi’s Frage (Tanit 27a zu Ende) ist sicher plausibel, da in der That פשדוור unter den 24 Abtheilungen, משמורות im 1. Chr. 24 nicht erwähnt wird; allein ich zweifle nicht, dass hier פשחור, der Sohn des Priesters Malkija (Nehem. 11,12) gemeint ist, der die Abtheilung des Vaters (1. Chr. 24.9) wahrscheinlich -nach dem Tode des Vaters übernahm und zu den 4 aus Babylon nach Jerusalem zurückgekehrten משמורות gehörte; die Rückkehr des Paschur wird ausdrücklich Esra 2,38 erwähnt. (Fortsetzung folgt) { Literaturbericht. ״י ~ , , Keeensionen. Hirschfeld, G. Dr., Jüdische, Quellen im Koran. Ein Beitrag zur Koranforschung. Berlin. Selbstverlag. 1878. S 71. Geiger hat in seiner preisgekrönten epochemachenden Schrift: Was hat Mohammed aus dem Judenthüm genommen? zum erstenmale gezeigt, der Koran sei ׳ mit jüdischen Elementen derart durchweht, dass ihm ... ein gut Theil Ursprünglichkeit abgeht. Nicht nur dass “ln ihm dem Judenthum angehörige Begriffe und Ge- ״ danken eingedruDgen f8ind, es lassen sich auch zahl- .־ reiche sittliche und gesetzliche Bestimmungen, Glaubens- und Lebensansichten aus dem Judenthum nachwedsen. .Bedeutend an Zahl sind die Anspielungen auf ahtestamentliche Thatsachen aus der Zeit der Patriarchen, Moses und der drei ersten Könige. Wiederholt wird auf I Noah, Abraham, Mose, David und Salomo Bezug ge- ‘ nommen und die an diese Persönlichkeiten sich knüpfenden Begebenheiten begegnen uns bald im Reflexe der einfachen altiestamentlichen Geschichtsdarstellung, bald in dem sagen umsponnenen Gewände talmudiseher und mitlräschischer Ueberlieferung. Geiger hat das alles in seiner Schrift so klar und schlagend nachgewiesen, dass darüber kein Zweifel mehr obwaltet. Dennoch zeigte es sich bald, dass von Geiger trotz seiner Behauptung, nichts übersehen zu haben, der Stoff nicht erschöpft war. Die seit seiner Schrift erschienenen gründliehen Koranforschungen unserer ersten Arabisten witterten noch eine ganze Reihe nicht islamitischer Bestandtheile im Koran, ohne die Quellen namhaft machen zu können u ld regten auf diese Weise zur Wiederau fnähme der Arbeit an. Es fehlte aber bisher der rechte Mann, der dieser Aufgabe gewachsen war, denn dieselbe forderteiein Völliges Vertrautsein mit dem Koran und dem biblischen und talmudischen Schrift■ hume, und was das sagen wi I, wird der Kenüer zu beurtheilen wissen. Herr Hirschfeld hat sich nun ein grosses Verdienst erworben, dieser schwierigen und mühevollen Aufgabe unterzogen zi haben. Seine Arbeit, eine Promotionsschrift, zeigt ׳ uns, wie viel Geiger noch entgangen ist und macht sojnit seine Behauptung grundlos.*) Es würde zu weit führen, das ganze vom Verfasser verwerthete biblische und tal'mudische Material, welches in den Koran eingedhtngen, aufzuführen, einige Beispiele werden genügen.! So enthielt Sur. 24,44 eine Anspielung auf Gen. 1,20. 21, Sur. 24,4ff. eine solche auf Num. 5,11—31. —iFerper zeigte Sur. 58,8 eine nicht zu über sehende Aehn^ichkeit mit Pirke Aboth III, 7; Sur. 2,169 eine solche piit Mischna Joma V. 6. Dabei hat der Verfasser die Beobachtung gemacht, wie weniger in den früheren! mekkanischen Suren als in den späteren medinischen 4af das Judenthum Bezug genommen wird. Die Arbeit bildet demnach einen schätzenswerthen Appendix zu1 dem Geiger'schen Buche und wird von allen Koranfoirschern dankbar aufgenommen werden. Es wäre wünschenswert 11, wenn der junge, strebsame Verfasser mit seinen tüchtigen Kenntnissen auf dem Gebiete des Islams und der jüdischen Theologie an eine comparativ-sy'ßtematische Darstellung dieser beiden monotheistischeu Religionen treten wollte, es würde dadurch eine sehr merkliche Lücke in der vergleichenden Religionswissenschaft ausfüllen. —■ Rügen müssen wir die zahlreichen Druckfehler, in der Arbeit, die zuweilen sinnstörend wirken. Auch die Citate sind nicht immer richtig, so muss es z. B. S. 61 anstatt 4. M. 11—31 heissen 5, 11—31. Dr. W. *)Vor Hm. Hirschfeld hat bereits Hr. Dr. Isaac Gastfreund (ia Wien) in seiner Monographie ״Mohammed nach Talmud und Midrasch“ (in 2 Abtheilungen) sehr sch&tzenswerthe Ergänzungen zu der Geiger’schen Arbeit geliefert. Vgl. die Resens. im Jfld. Ltrbl. 1877 Nr.46. (Red) 3m Serlagt non Hlfrtb $dfcerl. 11. §of> uns Uni0frfitätS־®uc&t>iint>ler in SBUn, (Soc tentfpiunßrafec 15) ift foebtn etf<$imen unb burcf) alle 9u$banblungen ju bejitfjen: $anbtnt$ Jur ßiblif^en <$efd)id)te. SJRt ®tjjdnjungm unb CrUuierungen, l)tjiorif$> acogtap^tfcbcn gemerltmaen. rrfigiöä־moralifcf)fn *nbeutungen unlTSegenben.auS Wibcafö unb Zalmub. Son Di? EL Hoff,; Rabbiner u. öffentt. Religion ältljter in Stofcni(p L §eft Rtei* 30 «1. bfle. SB. 60 $f. NB 3m obigen Serlagt ift 00m feiben Ser» *flSaSft K י» » -vartotwwftMui UHlMiigi Pr. BahnTer 80ltö|$nlf* I. unb II. Ztjnl“, mit f. t. t. mi» nifttr. (grtaf) jufüffig erflärt, etfdjienen — ®itfeä 'Sdjulbutfj, beffen I. Xbtil bereits in britter Suflage erfi^ienen ift, roirb feit 3“b־ ren in vielen @$ulen be« 3"’ unb 9lu«lanbe8 mit beftem Srfolge •venvenbet unb finbei im־ mer mtf)t ghrbceitung. [1468 1491] Von Rahnier's I8faelkfreäi|tiMa|azia Jahrg,. IV. 1878 ist das Doppelheft (IIL und IV. Quartal; 10 Bogen) erschienen. Es enthält 22 Predigten (darunter 5 zum Suckothfeste, Sabbath- und Gelegenheitsredl^n). Gegen Einsendung von 3 Mark 20 Pf. wird dasselbe umgehend franco zugesandt durch Die Expedition der Isr. Wochenschrift ia Magdeburg. (Der ganze IV. Jahrg. für 6 Mk.) (Krau« unb franco ftetjt ber foeben erfebienene Sfotalog uuiete« antiquarifdien ®üdierlager«: Hebraica. Jadaica. Orientalia. Alttestamentliche Theologie. (1183 Hummern) ju ®ienflen. [1486 ©djlettft’fdie 33ud)(1a»bl11Bg. ®reälau. (E. Franeh.)