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Das jüdische Literaturblatt · 1878-09-25 · No. 39. (25.9.1878) · p. Seite 155

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 39. (25.9.1878)
Date
1878-09-25
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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Unter den 8. g. 12 kl. Propheten beaitzei. wir, in Obsdjah, nur ejnCapitel, welches dieErobermg eben jenes ״Felsennestes1‘ und die Ausrottung des edonitischen Stammes 1'n feuriger Rede schildert Nehmen!wir nun an, der Prophet habe diese Rede vor den) in!Schlacht-' Ordnung stehenden Heere .gehalten, in welchem er, ein tapferer, feuriger Jüngling, selbst mitkämjlfte, habe dadurch das Heer ermuthigt gegen die bis jetzt lür unbezwingbar gehaltene, jungfräuliche Festung vorkugehen; er, der Prophet wphl selbst mit der Fahne in per Hand vorausstürmend, der erste, welcher diese auf der eroberten Fesmng aufpflanzte, so mochte er wohl von Allen als der eigentliche Besieger der Stadt erkannt! werden. Und um ihn zu ehren und seine tapfere Thät per Nachweit zu überliefern, erhielt die^Staät d*n Namen des Propheten in das daselbst gesprochene Idiom übersetzt: Öbad ja h-J ok t'el='Diener Gottes. — Analog hier2(1 ist das Bestreben, inj fast allen Städten Deutschlands die Namen unserer grossen Staatsmänner und tapferen Feldherren dadurch zü verewigen, dass man neu angelegte Strassen und Plätze nach ihnen benannte, und Bismarck- Orleans-Strassep, Moltkeplätze etc. sich häufig finden. Bei den alten Römern war dieses, wie bekannt, j ebenfalls Gebrauch, wie die Namen Cäsarea, Burg Antonia u. a. bezeugen. Nach dieser meiner Auffassung kann ich auch nicht der Meinung des Herrn Prof. Grätz, dass d|er Name nach einpr judäischen Stadt (Josua 15.37) genannt wurde, beipflichtep; das dort im Städteregister Juda’s aufgel'Uhrte. Jofetfeel ist vielmehr das von Amaziah so benannte und wurde als die zuletzt annect rte Stadt dort als zu Juda gohörig, wenn auch nicht in dessen1 Lande liegend, am Schlüsse des Registers angefügt. Ebenso werden das. V. 32 drei'Städte genannt, welche ebenfalls nicht in Jpda lagen: Ziklag, das durch Geschenk an David zu Juda kam und ia Philistea lag, und die beiden moabitischen Städte Madmena and »ansenah, welche durch ,Eroberung — vielleicht schon י on David — an Juda gebracht worden waren. Selbstverständlich kann ich nun auch nicht der Meinung des Hefrn Prof. Grätz beipflichten, wenn er in d. Gesch. d. J Bd. II, 1. Hälfte, Note 2,;» 442 in die unmittelbar naphexilische Zeit die Abfatsung der Rede des Obadja verlegt. Die hierlür angefüln ten Verse können sich ebenäogut auf einen früheren, feindlichen Einfall verschiedener Völkerstämme, mit weiden Edom sich verbunden hatte, beziehen; ein Anschlag auf Jerusalems Eroberung war geplant, die Zeit des Angriffes sollte, Vers 10, durchs Loos bestimmt werden (gleich Haman's pur); die Feinde waren schm bis an die Thore Jerusalems vorgedrungen, hatten d|ie Umgegend geplündert Und viele Gefangene gemach(;. Zu all diesem hatte Edom die Hand geboten und!selbst die Flüchtlinge, welche bei ihm, dem Bruderslam n, Schutz zu finden hofften, den Feinden überliefert. Dieses sc 11 andliehe Verfahren musste gestraft werden, und;als Ätnaziah Boten zu den einzelnen Stämmen (גייס) aussandte, uxtd die Nachricht sich verbreitete, es gelte einen Rachezug gegen Edom, da wurde Obadjah’s prophetische Schau geweckt und begeisterte ihn zur Rede.; Er verkündet Edoins völligen Untergang. ״Es zittern Deine Helden, Temam d|amit auch nicht Einer dem)Gemetzel‘ entkomme“ ’ V. 9 ist augenscheinlich das!Wörtchen *ל ausgefallen (und also nicht, wie Herr Pj:of. Grätz S. ,66, m Aumergung.meiftt, statt מקטל zu lesen Indem er die gerechte Rache für Edom verkündet, hält er ihm alle, sei ne Schandtaten vjor: ״Wegeh der;Bosheit .gegen Deinen Bruder Jajcob wird '?• 1*sind im Sub־ jopctiv. zu nehfneri. ״Nicht hättest D.u «eben, picht Dien j freuen sollen u. s. w. V. IS ist 5ץ1 יוסף nicht feuffal• lend, denn sicherlich haben sich auf dein• ]Aufruf Amaziah's zum Rjachezug gegen Edom, aaci Streiter^atu dem ZehnstäiQmereich, welches gleichfalls viel durch dessen Einfälle gelitten, dem judäischen;Heere angeh schlossen. V.|19 und 20 verkündet die Ejroberung des Berges Esaus nach Süden, sowie die Wiedereroberung der von dem Feinde früher besetzten Gegenden, aus welchen die Ijsraelitea geflohen; ebenso die Wiederkehr Derjenigen, wjelche aus der Umgegend Jerusalems geflohen und ausgewandert waren (גלום ירושלים) bei dem in V. II erwähnten Versuch und Anschlag gegen Jerusalem. Zum Schluss sieht der Prophet ijn Geiste nach* erlangtem Siege, die Helfer und Befreier hinaufwaUen zum Berge Zion, um im Tempel Gott zp preisen und seine Herrschaft zu verkünden. I 2) Gsttschalk, Kaufmann. In naher Verbind.mg mit meiner Erklärung des Namens. Jökt'el steht die zweier dtschn. Namen, welche hebräischen Namen substituirt sind. Bekanntlich haben die Juden neben ihrem jüdischen, biblischen Neunen auch, deutsche Namen geführt, welche, wenn auch nur in losen, doch stets in einigem Zusammenhänge mit jenem standen; gleichwie die deutschen Gelehrten ihreNameg ins Lateinische oder Griechische übertragen, ohne auf Orthographie und wirkliche Bedeutung Rücksicht zu nehmen. Hierher gehören die beiden Namen אליקום המכינה ג$וטש&לק קויתמאן ימותיאל Ohne Zweifel entstand Gottschalk aus Zerlegung von ל# Gott und jocus-Schalk, so dass sich dieser ,,Schalkgott“ weiter zu dem ächt deutschen Namen GÖtz sogar ausbildete, denn bei den Namen, welche die Codices'' zur Richtigschreibung in Scheidebriefen an führen, findet sich auch אליקום המכר געץ• D^e wahre Bedeutung dies deutschen Namens Gottschalk ist nun zwar Gut Schalk Guter Diener, oder nach Pött’s ״Personen-Namen“ {S. 607): Dei sesrvus; man nahm aber Schalk in der BeV deutung des lateinischen.;jocus. Bei der Substituirung von ״Kaufmannn“ zu יקותיאל wurde יקות (Jocus) ״Schalk“ in der Bedeutung von ״Diener, Bote“ genommen, ins Deutsche übertragen =־» Bote Gottes (oder der Götter) d. i. Mercur. Da man nun diesen heidnischen Götternamen nicht führen mochte, so wurde ein Attribut desselben als Beschützer der Kaufleute gewählt, nnd so entstand der Name Kaufmann^ welcher sich dann so einbürgerte, dass man wohl auch רבי קויפמאן zu sagen pflegte. Merkwürdiger Weise er«'׳ klärt Talmud und Äidrasch den .1. Chr. Kap. 4' V. 16 vorkommenden Namen יקותיאל *fi* einen Beinamen. Mosche’s, des עכל יי par exellence. N 0 t.iä e n. 1) Von dem jetzt gedruckt vorliegenden Vortrage des Prof. Günther auf der vorjährig, Naturforscherversammlung theilen .wir folgende Stelle mit: ״Während Acan beim Wiederaufleben der geschichtlich mathematischen Studien ziemlich allgemein ausschliesslich den Arabern die Rolle beilegte, indisch-griechisches Wissen dem Abendlande übermittelt;qu haben, hat auch in di@er־ •«richtigen Frage, durch 1:deren Beantwortung qinjZeh* raum von gegen sieben Jahrhunderten ausgeftillt frizd, die Neuzeit Umfassender nind gerechter urtheülen gelernt. Zwei fast ganz veraachljässigte Völkerstämme sind es, die byzantinischen Griechen und, die überallhin zerstijeu• ten Israeliten, die nunmehr hervörtredeii’ Eid Dr$n*b- Bischer Jude liefert uns einen Näherungswert^ für ge■ wisse Irrationalitäten, der ein bedeutendes historisches spanischer Jude weadht der \n י - ii •י.' ■ V'/ ׳

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