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Das jüdische Literaturblatt · 1878-09-25 · No. 39. (25.9.1878) · p. Seite 154

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 39. (25.9.1878)
Date
1878-09-25
Page
Seite 154 (sequence 2)
Language
German
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heisst es' von dem grössten der Thiere: ״Es ist der Erstiag.dei-.gOttl^en Wege* {ffijpjb 8,19) und wie es dort bedipite^dässMp der Atffang deuten sei* was Gott vom Thierreieh gescbadgpuhabe, so.kann es auch hier nur t>edAifc, dass das ihKeäeStehandfc der Anf«agJdess«> •ei, w8s Gott von den Dingen geschaffen habe;sind sie mitdieser Erklärung nicht zufrieden, so müssen sie behaupten, auch je3?e» Thier ewig seL 3) Von dem in Rede stehenden Gegenstand heisst es dort, dass er die Währ• heit liebt und die Lüge hasst: ״Richtig sind die Aus-, Sprüche meines Mundes, in ihnen iet. nichts Gewundenes und Tj^jickiscbes“ (Prov. 8,8); und wer ihn liebt, liebt das Leben* uud wer ihn basst, liebt ״den Tod, wie es heiäst: ,Denn wer. mich. gefunden, hat Leben gefunden, und wer gegen mich fehlt, frevelt, gegen siehcSälbst, und . alle, die mieh hassen, lieben den Tod14 (Prov36*8,35 .־); und es wird geboten, dass man ihn aufsucbe und sich ▼on ihm warnen lasse, wie es heisst: ״Und nun, Kinder, höret auf mich und merket auf alle Aussprüche meines Mondes* (Prov 8,32 ff.) Sind nun damit die geistigen Substanzen gemeint, 80 ist es nicht anders denkbar, als dm« ihnen diese Eigenschaften entweder im Zustande iBrür Einfachheit oder nach ihrer Zusammensetzung zukommen. Wollen wir sie ihnen im Zustande ihrer Einfachheit zuerkennen, dann gibt'es ja bei ihnen zu 801dtar Zeit Mteine Wahrheit und kein Gut, kein Leben imd keinen Tod1 und keinen existufenden Menschen, der am suchen and erreichen könnte; nehmen wir aber an, .־ dqSs sie ihnen erst nach ihrer Zusammensetzung1 zukommen, so haben wir jenen Theil, den wir (von deh geistigen Substanzen) , in uns haben, mit Natumoth- Wendigkeit?u eigen, den übrigen Theit aber, der nicht ztir Zusammensetzung gehört, können wir uns unmög- Ucfi za eigen machen, da das Zusammengesetzte nach ihrer Ausführung als eine Scheidewand zwischen uns Und demselben liegt. Ferner habe ich gehört, dass Andere wieder der Meibnng sind, dass das Kap. Hiob 28,12 ״Aber die Wefiöh&f, woher wird sie erlangt und welches ist der Ort der'Einsicht“ und was es sonst besagt, ein Merkmal der geistigen Substanzen sei, weil es oum Schlüsse heisst; ״Gott kennt den Weg zu ihr und er weise ihren Ort “1 Ich Ende nun, dass diese ebenfalls in der Auffassung enter SdhriftsteHe irren und noch mehr als jene Ersten, weil in der ersten Schriftstelle die Weisheit nicht ausdrücklieh genannt wird, obgleich in Wahrheit1 gar kein Zweifel bestehen kann, dass von der Weisheit die Rede ist,'aber in der zweiten Schrillste He wird die Weisheit־ ausdrücklich genannt, — wie haben sie sich nun durch1 ihri ' Bemamen ine leiten lassen können? Ich sah fernee, dass die Schrift von dieser Weisheit erklärt, dass sfo mit den vier Elementen, nicht früher,‘ in Existenz getreten sei, wie es heisst: ״Gott kennt den Weg zu ihr und Er weise ihren Ort, denn Er schaut bis an -die Enden der Erde, was unter dem ganzen Himmel, sieht Er.* Er nennt also Himmel und Erde, uüd wenn er dann fortfährt: ״Ein Gewicht dem Winde zn geben und das Wasser bestimmt er naeh dem Maass“, so nennt er hiermit die Loft und das Wasser und fährt .dann: ftfct: ,,Er ersah sie und offenbarte sie, Er bereitete sie and erprobte sie auch.* .Offenkundig ,sind al60 hiermit die Ansichten widerlegt, dass diese zwei Sehriftstellen auf die geistigen Substanzen sich beziehen; ׳vielmehr iit damit!die Weisheit gemeint, und es 8011 nicht etwa gesagt werden, dass sie dem Schöpfer gleichsam zum Werkzeug gedient habe, mit dem er $e Weit geschäffea, sondern am, dass sie aus der Sch$pft1ng der EfomenAe und ihijer Bedungen hervorgegangen ist, apd sich eben darin die göttliche Weisheit erweist, .dass, hie*■ bei 1-Alles wohl geordnet ist. (Fort*^ folgt.) Einiges über die Stellung der Tosef^. Von Dr. J. S. Bl o.ch ־in Brüx. XII. ^^äbmal hat Derjenige, welcher die pcbtsftiiebe Pixirung der Mischna besorgte, eine Halacha in verschiedenen Lesarten überliefert bekommen, und da er über die Aechtheit und Correctheit keine Entscheidupg wagte, acceptirte er beide Lesarten und nahm djp Ralacha in beider Fassung auf. Beispiele dieser Art habe ich in den vorgegangenen Artikeln aufgeführt, ein neues und bedeutend interessanteres soll hier Platz finden: ראוה מדברת על אחד* מה טיבו של זל.׳ איש $לו וכהו ליוא ר "ג ור״א אומר נאמנת ר״י אומר לא מפיה אנו חיץ אלא הרי זו בחזקת בעולה לנתץ ולשמיר עד שתביא דאיי־ לדבריה (Kethuboth M. I, 8.) Was heisst מדברת? Eine blosse Unterhaltung mit einem unbekannten Manne würde gewiss nicht ein junges Mädchen in so schlimmen Verdacht bringen, hätte die Gemüther im Lehrhause sicherlieh nicht so sehr entflammt, und,selbst den sittenstrengee Josua Karchi nicht zu solch scharfer Verurtheilung veranlasst. Die späteren Amoräer suchten sich das seltsame Wort zu deuten, der Eine erklärte es gleich נסתרה, der Andere gleich נבעלה. Allein warum hat die Mischna selber diese Ausdrücke verschmäht, welche sie sonst, z. B. ־ im Träctat Sota, sehr, oft anwendet? Warum sind diese Worte mit einmal nnzüchtig geworden, dass man zu einem 80 vielseitigen Ausdruck Zuflucht genommen? Noch ein anderer Umstand macht diese Halacha unverständlich. Da inan,.das Paar zusäpnmen gesehen, 80 hatte man doch vernünftiger Weise, wenn eine Feststellung der Personalien des Mannes nöthig, sich nicht an sie, sondern an ihn za wenden, und der .ganze Streit wegen ihrer Glaubwürdigkeit erscheint gegenstandslos. In der That aber , hat es ursprünglich nicht מד?רת, sondern wohl מעוברת,geheissen. D iös.er Fall allein w^r Gegenstand der Contrövense zwischen jenen alten Tanaiten. In einer späteren Zeit war die Lesart schwankend geworden; der Eine erinnerte sich, das ^Vort לדברח gehört ,zu haben, der Andere meinte, מעוברת wäre richtiger Der Redaktor der Mischpa hat, weil er keine Entscheidung gpwag(, beide Lesarten acceptirt und daraus zweiHalacha’s fqrmulirt, Mischna 8 und 9- ÜieTosefta aber hat hierüber bloss eine Halacha und z war i.n der Fassung מעוברת, Üa, die Tos., welche hier über dje.Controverse im Lehrhaus zwischen Josua und seinen Gegnern ein ausführliches Referat hietet, erzählt, dass Jfosua als Motiv für seine Entscheidung den erschwerenden Umstjand geltend gemacht עזהרי כר^סה. בין שיניה, was das ’Objeht des Streites gegen jeden Zweifel ,sichert. (Scblussartikel!folgt ) Sprachliche Analecten. Van M S. Bens. •מ Das 2 B. Könige 14,7 berichtet von einer Schlacht, welche Joas, König von Juda, gegen Edom im Salzthale geführt und bei welcher er ־deren Hauptstadt Sela (.Petra) eroberte, deren Namen er irf Jokt’el umwandelte, welchen sie, wie der Berichterstatter hinzufügt, ״bis auf seiner Zeit“ behielt. Der Grand dieser Benennung ist nicht angegeben; auch der in seinen Conjecturen sonst glückliche Prof. Grätz bekennt in seiner Gesch. d. J. Bd. II, & 66,. eine Erklärung nicht gefunden zu haben. Durcn Folgendes dürfte sich Wohl diese Namens ver änderung erklären. Naeh ,den Lexiographen (Gesenius, Fürst s. v.) bedeutet im Arabischen das Stammwort I קתה «dienen“, also Jekalj-EU

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