Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 39. (25.9.1878)
- Date
- 1878-09-25
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 156 — Erste die Dezimalbrüche beim Ausziehen der Quadrat- Wurzel an, ein Galiläer, der aus der kabbalistischen(?) Seete hervorgegangene Rabbi Hamnuna, promulgirt die Umdrehung der Erde um ihre Axe, 80 dass, wie er selbst sich aüsdrückt, während eines Tage» jeder Mensch einmal in gewissem Sinne oben, einmal in gewissem Sinne unten; sei. Gerade in der Geschichte der Kosmographie verdienen die Juden genannt zu werden, da ihnen die Erhaltung und Bewahrung des vielleicht geistreichsten aller antiken Weltsysteme, des eudoxischen, theilweise zu danken ist. Am schärfsten vielleicht aber hat unter allen Gelehrten des Mittelalters ein Jude über diesen Gegenstand nachgedacht, der gr068e Philosoph Moses ben Maimon alias Maimonides, dem es, als einem in der Prüfung der menschlichen Erkenntnissquellen geübten Manne, .besonders 'darauf ankommen musste, die relativen Vorzügeder beiden landläufigen Welttheorien gegen einander abzuwägen. Es gewährt das lebhafteste psychologische Interesse, zu sehen, wie dieser wirklich äusserst klare und vorurteilsfreie Kopf zwischen der philosophischen und mathematischen Befriedigung hin- und herschwankte, welche ihm beziehungsweise Endoxns und Ptolomäus gewähren. Eine definitive Entscheidung trifft er nicht, obwohl man seine Vorliebe für den Erstgenannten allerorts durchschim- ־mern sieht“ 2) Erklärungsversuche zu denProverbien.—Cap. 17,2ß'1y, נם ענוש לצדיק לא־טוב »Nicht gut ist’s, auch nur Geldstrafe dem Gerechten aufzuerlegen, Edle zu züchtigen wider Recht.“ Unsere mit dem Verb. ענש den Begriff der Geldstrafe verbindende Auffassung stützt sich auf 2. B. Mos. 21, 22, wo es in demselben 8inne gebraucht wird. מדיינים ישבית הנירל וכין עצומים יפריד '18 ,18 ,Streitigkeiten macht das Loos ein Ende, and zwischen Mächtigen bewirkt es Trennung.“ i- *יפריז in b kann seiner gewöhnlichen Bedeutung nach, wie oben 16, 28. Ruth 1, 17 nichts anderes als Trennung der Freundschaft bedeuten, wonach wir hier den Satz ausgesprochen finden, dass wohl zuweilen das Loos den Streit der Mächtigen entscheidet, aber auch der durch’s Loos Besiegte sich schmollend von seinem glücklicheren Nebenbuhler abwendet, etwas, was die Erfahrung hinlänglich bestätigt. 18, 24 ״ איש רעים להתרועע ויש אהב דבק מאחder Kamerad ist gut zum Mitjubeln, doch giebt es auch; Freunde, die anhänglicher sind, als der Bruder.“ j רעים in a halten wir für eine neue Bildung von j רע, für nom. abstract. wie זנונים ,זקונים u. a. Der Gegensatz in a und b b&teht nur in einer Unterscheidung zwischen איש רעים, dem blossen Spielkameraden und אהב, dem wahren Freunde, der in Unglück und Noth treu bei uns ausharrt. Dr. L. Tr eitel. 3) על שלשים ועל רבעים. Zu meiner Freude finde ich im ״Irrenfreund‘‘ Nr. 7 und 8 die folgende Notiz, die meine früher in dies. Bl. gemachte Bemerkung bestätigt. ״Legrand du Saulle — Les signes physiques des folies raisonnantes. Gazette des Höpitaux. 1878. Nr. 30 — bestätigt bei der Besprechung der physikalischen Zeichen, in spec. der Anomalien der Geschlechts- Organe und der perversen sexuellen Gelüste, wie dieselben nicht selten bei Geisteskranken Vorkommen, die Behauptung Morel’s, nach welcher zum Glück die mit Seelenstörungen erblich belasteten Familien in der vierten Generation aussterben, sei es in Folge einer nicht lebensfähigen Nachkommenschaft, oder in Folge einer einer derselben angeborenen Ausartung, welche schliesslieh Sterilität her bei führt “ Wohlau. Kornfeld, Kreisphysikus.*) *) Das Bach v. Lunez in deutsch. Ueberaetzung ist noch! nicht erschienen; ich will Sie z Z. damit bedenken. (Red.) ©nc temerltii&ucttlic 9icucrnug in bet @rfd)einnugftueife bc$ ״tSerftner i$age6Catt“. Born 1 Dttober an tritt baft ״£erlf net Zage־blatt" in bie Steife her tüglid! in einer Margen« unb 9tt>enä«fttt£gat>c, erfeheintntfen Statt er unb [teilt ft<ü fomü — ohne an biefe Ummanbtuftg etne,fJ5teifterhihun!l anjulnüpfen — auch. in bie{er Beziehung in bie Steife ber gröfieflen Organe 6er beutfehen Zageftpreffe. Be« [a& baft ״Berliner Zageblatt" bereits eine beionbere Spejialität in ber Jütte unb Sicherheit feiner. Informationen, fo mitb eft mit biefen Botjügen fortan auch eine Scf)ttet> ligfeit ber Berichterftättung an ben Zag legen fönnen, bie oon!einer anberen 3״tutm übertcoffen mitb. Sehr ju Statten fonrmt babei bem ״Berliner Zageblatt" ber gro|e Sreia feinet CpetiohAortcfpenäenteti in allen $auptplätfen; babutdj, fomie burd) bte auftgebehntefteBenugung-beftZeiegraphen, toirb eft iljm —bei bem ihm nun täglich jWet« m*l jugebenben auftfühtlichen Spejiattflegramme« — am fdjrtenften informirte heutige 3eii»ng juroerben. Zie SSbenbaltftgabe beft ״Berliner Zageblatt" mitb auf biefe Seife fdjon am nSgften Sorgen in allen 'Zweiten ®eutfglanbft in ben §änben feiner 71,000 Abonnenten ftg befinben, fo bafe ber noch fo entfernt in Ber« lin molfneube Sefer alle big 9tad)mitt«gft 3 ttl)t eintreffenbe t>oütifcf)e ftachtichten, einen a«*fi|rtidK« «o*rftbrrid>t ber SerUnar MittAgftbdrfe uno ben grämten Z^eil ber |Mnrt*meat«*ifdhe!1 Berbanblttng baä Zage* am nächftfolaenoen Morgen erbalten mirb,.׳für beten AbfaffUng bas ״Berliner Zageblatt" übrigens fpeciell ein eigene# (NKMUKattrifibtl. Btttattl errichtete. So fitebt biefe mahrhaft unab« hängige, frei!innige Leitung unabläffig oormärtft. «natürlich fotl baft Morgen« blatt beft ״■Üertiher Zageblatt" babei nicht oemadjläffcgt toetben unb nie fein Feuilleton biftber für unfere erften Somanbühter bie beliebtere Art jut Berbffentlichung tyrer neueften S8er!e mar, fo foQ auch jefft oon birfer Zrabitioa nicht abg. rochen roeroen; benn im Saufe beft IV. Ouartalft mitb ber nenefie ׳; Roman JUterßadj’s unter b*m Zltel: ״Fforfhneifitt" im ״BerlineriZagebl oft" oeröffentlicht. Aufietoem gehen bfe MertbMÜett Beigaben, baft i l [ u ft r i r te ffifhfcfatt ,;ttU“ unb baft beüetriftifche fflochenblatt ^BeitfinerAoiitikiggalatt'nach mie not öbt Abonnenten ohne jebe Breifterbäbung tu, benähet Bbottnementspreis für baft ״Berlinet Zageblatt" in feiner )toeimaligett Ausgabe, alft SXotgen« unb tthenbbtatt, mit allen ©ratiftbeilagen bleibt »ierteljährlich auf 5dn>£ Alf nornurt, ein Brei«, ber in ber Zbat aufctr allem ®erhält« *»fl« Ääf wl ♦ nife ju bept bafit ®ebotenen ■ft'bt• tW* IReicftftpöft» itnter nehmen jeberieit Befteüungen entgegen, unb mirb im Fntereffe bet Abonnenten ge« beten^ re£t frlib)eitig baft Abonnement anjumelben, bamit bie 3»fanbung beft Blatteft nn)ie9 Öuartatft an prompt erfjolge. .; [1406 Durch die JÄper’sche Bachhandlung in Frankfurt a. H. ist zu beziehen: [1475 LEHRBUCH der israelitischen Religion von Hom* Mannheimer, isr Religionalehrer, früher Rabbinateverweser in Darmstadt. Briefkasten der Expedit tan. Dir Wir ersnehen die peehrten Abonnenten de• Literatarblattes, die daaaelhe bisher durch die Post beiofen, civannleh• •ter llir. ab cenlligtt bei einer _BB—lechhandlnngznbcfttellcn. Barby. ▼erlag von Robert Friese in Leipzig. erfblj impr Anzeige. [1471 Mein soeben erschienener Katalog hebräischer Werke wird auf Verlangen gratis und franco zugeschickt. J. Willheimer’8 Buchhandlung, Wien, Singerstrasse N. 32, unb ן Wien, bingerstr Fa^ni^eitf^^KTjrf itarfe Buch: M1) t u nt a 11 b m u %י eine leicht oerftänbliche, oielfach bewährte Anleitung jur Selbftbebanblung biefer fthmerjhaften Seihen — Breift 30 Bf — ift oorrätbig in bet itucfjfjcmblung oon <B. ©atnfcü 31achf , lönigl. ^ofbu^h• in Magbeburg, toelchr baffelbe auch gegen ® njenbung oon 35 Bf9iranco per ©oft überallhin nerfenbet. — ®ie beigebrudten Attefte berocifen bie außetoröentlichen §eil« erfolge.ber batin empfohlenen Äut. [1444 * -■ .-JE ■י».. L-aiücK., .Jk.