Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 39. (25.9.1878)
- Date
- 1878-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5367336-6488234-8755648--1111-4854544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ho. 80. Das Uahrg. VII. Jüdische Literaturblatt ־־׳/ Zn Bdnchtug .11er Jaden• thnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte,Ethnographie, Theologie.Orlent.lla, Exegese, Homlletik, Liturgik, Pädagogik. Hera usgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rahaier. Magdebtirjr, 25. September 1878. L BScber der eiMchttgigea Uter.tnr, welche der Red. de• ״Jü<L Ltter.tnrbl.tr* i. H . g• debarg (oder der ״IsraeUt. Wochenachr.“ ln Stettin) nagesandt werden, linden In diew Blatte eingeh. Besprechung. Du ״■IftdlOehe Llter.tnrbl.tt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis, bei allen BaeMundlMfM (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Markt bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ in Magdeburg mit directer frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Itraelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei aller Postanstalten und Buchbandlungen 9 Mark 80 Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inienite werden mit 20 Pf. für die dreige- »paltene Petitzeile, buchbändierische Beilagen mit 11 Mark berechnet.' Die Expedition der ,.Israelitiaohe ו Woche ischrift“ 1 . und zu verändern, so reicht ja auch seine Weisheit und seine Macht aus, um Etwas aus dem Nichts za schaffen, und wir können also diese falschen geistigen Substanzen fahren lassen. 4) Der ganze Aufwand, von Glauben an das Zerschneiden, Verbinden, Zusammensetzen, Befestigen und Wiederzerschneiden, und das Uebrige, was damit in Verbindung steht, bewährt sich gar nicht, weil gar kein Beweis zur Erkenntniss irgend^ eines dieser Dinge fahrt, sondern es sind Einbildungen und Vermuthungen. Vielmehr bemerke ich, dass in diesem Verfahren ein Widerspruch liegt. Wenn nämlieh der Schöpfer nach ihrer Annahme es vermag, die geistigen Substanzen in Körper zu verwandeln, so vermag er es auch, sie in einem Augenblick za verwandein und alle diese Prozeduren werden hinfällig; wenn er aber nach ihrer Annahme sie nur aihnählig zu verwandeln vermag, wie es dieThätigkei tsweise der Creatoren ist, Eines nach dem Anderen, so wird er doch sicher* lieh um so weniger im Stande sein, sie aus der Geistigkeit in die Körperlichkeit zu verwandeln An allen diesen Unrichtigkeiten haben sie zu tragen, abgesehen davon, dass sie Zeichen und Schriftbeweise in Abrede stellen müssen, und dabei gar nicht einmal das Zugeständniss von Etwas, das nicht sinnlich wahrnehmbar ist, entrathen können. Ich habe auch davon gehört, dass manche aus unserer Nation der Meinung sind, unter dem Gegenstand, Inh.lti Wissenschaftliche Aufsätze: Saadj.'s Glsuben und Wissen, aus dem Hebräischen übers, v Dr. Phil. Bloch (Posen). Einiges Uber die Stellung der Tosefla. Ton Dr. J. S. Bloch. Sprachliche Analecten. Ton M. S. Rens. Notizen. Saadja’s: ״Glaabeu und Wissen“, ans dem Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp Bloch (Posen.) (Fortsetzung.) | Ich will nun darlegen, was gegen sie in diesen Bestimmungen spricht und erkläre, dass zwölf Einwürfe gegen diese ihre Behauptungen vorliegen. Von diesen sind die vier ersten diejenigen, welche uüs belehrt haben, dass die Dinge geschaffen sind und־ vier andere, welche uns belehk haben, dass der Schöpfer der Dinge sie aus dem Nichts geschaffen habe. Und ausserdem, dass sie an diesen acht E^n würfen zu tragen haben, finde ich noch vier andere Eintyürfe, welche sich gegen sie als nothwendig ergeben! 1) Sie glauben an Etwas, was in der sichtbaren Welt nicht seinesgleichen hat und zwar ah geistige Substanzen, welche sie in ihrer Vorstellung so fein, wie ein Stäubchen, wie das Allerkleinste, wie ein untheilbares Atom, sich! denken; und das ist Etwas, was nicht zu begieifen1) ist. 2) Ich sehe, dass diese Substanzen, welche ihre Behauptung voraussetzt, weder warm noch kalt, weder feucht Doch trocken sein könnet^, weil sie angeben, dass diese vier Naturkräfte erst auij ihnen geschaffen seien; ich sehe ferner, dass sie weder Farbe noch Geschmack, keinen Geruch,*keine Grenzen, keip Maasshaben, dass sie weder viel noch wenig sein können; ebensowenig können sie in Zeit und Raum sein, weil dergleichen eben Merkmale derKörper sind, dieseSubstanzen aber nach ihrer Annahme ja den Körpern vorhergehen. Dies] erhöht das Unbegreifliche; sie wollen die Annahme vermeiden, dass Etwas aus dem Nichts werde, und gerathjen in eine noch viel unwahrscheinlichere und dunklere Hypothese. 3) Ich halte es für unwahrscheinlich, ja sogar für falsch, dass Etwas, wdches jeder Form entbehrt, sich so verwandle, das6 es die Formen des Feuers, des Wassers, der Luft und der Erde annehme, und dass Etwas, das nicht lang, nicht breit und nicht tief, sich so umbilde, dass daraus das Lange, Breite und Tiefe wird, ebenfalls dass Etwas, das ganz inhaltsleer ist, sich so verändere, dass es diesen ganzen jetzt sichtbaren Inh 11t, erhält. Wenn sie nun annehmen, dass alle diese Verwandlungen und Veränderungen sich vollzogen haben weil der Schöpfer Weisheit und Macht besitzt, zu ,,erwandeln was von der Vernunft״ .wörtl שלא יושכל (י . “.hen oder nachg.wiescu werden kann dicht eingesevop dem es in der h. Schrift heisst: ״Der Herr hat mich gebildet, als den Erstling seines Weges, als Ursprüngliches seiner Werke von jeher ti.s. w.“ (Proy. 8,22 ff.) seien ebenjene geistigen Substanzen1) zu verstehen, [ich habe mir die Sache überlegt und fand, dass sie sich aus fünfzehn Gründen in der Erklärung dieses Gegenstandes irren; zwölt davon sind diejenigen, welche ich eben von Seiten der Vernunft nachgewiesen habe, und aie drei anderen ergeben sich aus der hebr Sprechweise and aus dem Wortgebrauch der h Schrift. 1) Das Wort קנני bedeutet das Schaffen eines Dinges, z. B. Genesis 14,22. Ps. 104,29. Wenn sie nun fest halten, dass dieses Wort Ewigkeit aussage, so müssen sie annehmen, dass auch, der Himmel und Altesj was dazu gehört, ewig sei (nach Gen. 14,22), un# dass dessen Schöpfung aus geistigen Substanzen, worauf sie ausgeh jn, hinfällig wird; wenn aber nach ihrer Ansicht קנין von Himmel und Erde die Schöpfung aussagt, so sagt dasselbe Wort auch von den geistigen Substanzen ihre Sfchipfung aus. 2) Der Ausdruck ראשית ררבו deutet ai tf das Moment eines Schöjjffungsbeginnes hin, denn in derselben We1ae ') Eine!hochinteressante Notiz, wohlige« Aufs -Muss za geben, wann die zahlreichen kentiefen in den RnbbinUmaa eingedrungen . .•L. ,1 gnet, ans darüber platonischen Gedaad.