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Das jüdische Literaturblatt · 1878-09-18 · No. 38. (18.9.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 38. (18.9.1878)
Date
1878-09-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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uro. «8. Jahrgi VH. Hera usgegebe■ Zar Belntbtug aller Jaden- Um■ aad Jaden betreffenden literarisch. Erscheinung« auf de■ Gebiete der Philosophie, Geschieh teJCthnographle,The- •bjMriealtlU, Exegese, Ho- ■Uetik, Utnrgik, Pädagogik. Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. Hacdebarff, 18. September 1878. BSeher der einschlägigen Utermtar, welche 4er Bed. dea ״JSd.Literatarblatt*'|a lag• debarg (oder der ״Israelit. - Wochenschau IsjSteMa) lägesaadt werden, •ade■ la dienern Blatte eingeh. Beapreebaag! Da» ״JftdljMhe LUeratarklattu erscheint wöchentlich; Preis bei allen Posta nstalten und Buch handlangen (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark; bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift* *‘ in Magdeburg mit directer frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift‘‘ (die vierteljährlich bei aller Postanstalten und Buchhandlangen 9 Mark 80 PC kostst) erhalten das ״Jüdische Literaturblati* gra tis. — iMSOMbto werden mit 10 PC für die drei gespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 19 i Mark berechnet. Die Expeditiea der ,.Israelitische ו Woche!schritt“ Wissenschaftliche Anfsbtze: Saadja's Glauben und Wissen, aus dem Hebräischen übers, v Dr. Phil. B|och (Posen). Einiges über die Stellung der Tosefta. Von Dr. J. S. Bloch. Literaturbericht: Recensionen: Jellinek, Dr., Adקונטרס ״ הרמב׳ם Notisen: Zu Tarschisch. Inserate. Replik. Saadja’s: ״Glauben und Wissen“, ans dem Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp Bloch (Posen.) (Fortsetzung.) Ferner mache ich geltend, wenn der Mensch die Behauptung verfolgt, dass der Schöpfer diel Dinge aus einem Etwas erschaffen, so führt sie ihn schliesslich da- )!in, dass der Schöpfer gar Nichts erschaffen habe. Der Grund, der unser Denken zu der Annahme bestimmt, dass die Dinge aus einem Etwas entstanden, ist das Sinnesobject, das wir so erkennen. Alsdann aber muss erklärt werden, dass ein Jjinnesobjekt ebenfalls nur so erkannt wird, dass es an einem Orte, in eitler Zeit, in einer bestimmten Gestalt, in einem bestimmten Masse, in einer gewissen Lage, in einem gewissen ׳Verhältniss und anderen ähnlichen Beziehungen sich befindet; denn sie alle haben den berechtigten Anspruch, wje der Satz, dass eia Ding 4'*r &us einem Etwas werden ׳kann. Verstehen wir uns nun dazu, alle diese berechtigten Anspräche anzuerkennen, so dass wir erkläret, die Dinge sind aus einem Etwas erschaffen, das sich an einem Orte, in einer Zeit, in einem bestimmten Maäse, in einer gewissen Lage, in einem gewissen Verhältniss u. drgl. befand und dies Alles ewig war, so bleibt alsdann für den Schöpfer Nichts zu schaffen übrig, und die Schöpfung wird ganz und gar aufgehoben. Ferner habe ich erwogen, wenn wir nicht zugeben, dass die Dinge aus einem ursprünglichen Nichts geschaffen sind, so kann überhaupt gar kein Ding exisliren. Denn wenn wir in unserem Denken uns vorstellen, dass die Dinge aus einem ursprünglichen Etwas geworden, so wird von der Entstehung dieses Etwas dasselbe gelten, wie für die Entstehung der Dinge, also ist seine Existenzbedingung, dass es nur aus einem anderen Etwas geworden und für die Entstehung dieses anderen Etwas gilt dasselbe, was von den» ersten Etwas, also ist die Existenzbedingung dieses anderen Etwas, dass es aus einem dritten Etwas geworden, und so in's Unendliche. Weil jedoch, was unendlich i8|, zu keinem Ende kommen kann, so würde hieraus notjiwendig folgen, dass wir nicht existiren; nun existiren wir aber ja. Wären die Dinge, welche vorher exiitirten, nicht endlich, so wären sie nicht so völlig abgeSaufen, dass 1.1. - . ־׳ — ■ ‘ •״־'■ ־'*“•־ wir jetzt existiren. Was sich uns hiermit aus deriVernunfterkenntniss ergeben hat, ist auch in den pröphetischen Büchern zu lescfn, dass nämlich der Ursprung der Körper vom Schöpfer ausgeht, wie es heisst: LEhe die Berge geboren und du Erde und Welt erzeugtest» von Aeonen zu Aeonen bist du, Gott!“ (P8. 90,2.)| Da ich nun dahin gelangt, diese drei Grundbegriffe auf speculativem We״e als wahr zu eiweisen, wie* sie durch die Worte der Propheten und durch Schriftbeweise bewahrheitet worden, — nämlich 1) dass die Dinge erschaffen sind, 2) dass ihr Sehöpfer etwas anderes ist, als jene und 3) dass er sie aus dem Nichts erschaffen') — da. ferner dies die erste Anschauung in ,diesem Traktat bildet, der die Spekulation über' die Anfänge zum Gegenstände hat, so ziemt es, dass ich die zwölf Anschauungen derjenigen, welche von uns in diesem Glauben abweichen, jetzt folgen lasse, so dass alhi zj* sammen dreizehn ausmachen werden, ■Ich wer darin darlegen, welche Behauptung jede Partei für ih Anschauung geltend macht, und wodurch sie widerlegt wird, und wenn die h, Schrift eine ähnlich lautende Achsserung enthält, so werde ich sie mit göttlicher Hilfe׳ zu erklären suchen. Die zweite Weltanschauung ist die■ Anschauung derer, welche behaupten1), dass dem Schöpferder Dinge.geistige*), ewige Körperchen Vorgelegen ha*־ ben, aus welchen er diese zusammengesetzten Körper geschaffen habe, Sie haben dies behauptet, ״weil kein Ding anders als aus einem Etwas entstehen könne. Und als sie in ihren Gedanken weiter gingen und sich mit der Vorstellung beschäftigten, in welcher Weise der Schöpfer die zusammengesetzten Dinge aus den geistigen Substanzen geschaffen habe, erklärten sie: ״wir stellen uns vor, dass er au8v ihnen kleine Punkte vereinigt habe, eben die Theilchen, die nicht mehr theilbansind — und sie denken sich dieselben.überaus fein, viel feiner, als es ein.Stäubchen sein kann — und aus diesen fer* tigte er eine gerade Linie und zerschnitt alsdann diese •) Nach Maimonides Moreh I, csp. 73 ff., ist es unzweifelhaft, dass diese Fassung des kosmologischen Problems, wie s&mmtlicha - hier ausgeflihrten Deduktionen dem sogenannten Kalarn angehören. *) Es ist dies die Anschauung, welche Plato in seinem Ti* maeus von der Natur vorträgt. Wenn auch dort von einem seitlieben Weltanfang gesprochen wird, so ist die' ■nur Einkleidung und Darsteilungsform, um das begrifflich Höhere durch das *eit•■ liebe Voraufgehen ta markiren. •) ״ נשמיט רוחנ״םgeistige Substanzen*. Vgl. Plato Tim. eap. 8 $ iS und 49, wo aüsgeführt wird, dass vor Alleu die 8״eelensubstani* erzeugt Wird, aus der dann die Welt der Dinge her- . vorgeht. Nun ist allerdings auch die ״Seelensubstanz* nach dem Tim. nicht das Allererste und Ursprüngliche, sondern das ״Selbige* nnd ״Andersseiende* d. h. die Idee and ihr Gegensatz, jedoch die Welt des Daseins wird unmittelbar an die Entstehung der Seelensnbstanx geknüpft. : t j I

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