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Das jüdische Literaturblatt · 1878-09-11 · No. 37. (11.9.1878) · p. Seite 147

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 37. (11.9.1878)
Date
1878-09-11
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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lang für die Decision. Sodann werdet) die Uberkom-!•.menen Regeln über die sog. יפתימות da^ sind die ano-! nym (radirten Halacha’s initgetheilt, Und v׳eiter die : Grundsätze über die Validiorität des einen Tannaiten uhd Amoräers gegenüber seinen Opponenten, c der einer anonymen Halacha u. s. f. Endlich Erklärungen der verschiedenartigen Discussionsmethoden im Ta mud und der. ihnen charakteristischen Einführungsforneln und termini teelinici, gleichfalls mit Bezug auf ilue Bedeutung und ihren Werth für das halachische End irgebniss. Das יסדר ת״ןא e'n literar-historisches Dokument, das mit der Fastenrolte, dem פדר עולם und dein Scherira- Briefe die Leitsterne der Orientirung für die grosse und l'ruch bare Geschichtsperiode von der makkabäisehen bis zur gaonäischen Zeit bildet, ist leider nicht wohlerhalten auf uns gekommen. Der Text ist. 1 ehlerhaft, die verschiedenen Recensionen weichen austerordentlieh von einander ab, es kam vielerlei Fremdartiges von Späteren hinzu, wodurch der Werth dieser interessanten Urkunde abgeschwächt ist. Dennocf aber bildet sie die Grundlage aller weitern ähnlichm Sdhriftenj und erfreute! sich einer hohen Autorität bei den ältesten Codificatoren. Schon Simon b. Kahira’) leitete seinen Codex mit der Tradiiionskette ein und vom Gaon Saadja sind uns durch die Uebersetzun; des Bezalel Aschkenasi דרכי התלמוד erhalten. L em Gaon Samuel b. Chofni wird bereits eine förmliche ״E nleitunga (מ2וא) in den Talmud zugeschrieben, und Samuel ha- Nagid's gleich betitelte Schrift, deren erster, chronologischer Theil verloren gegangen ist, zeigt i) den erhaltenen Resten eine vom wissenschaftlichen (feiste eingegebene Anlage, die es auf eine förmliche Methodologie der talmudischen Dialektik abgesehen hat. IGe in den meisten Talmudausgaben nach dem ersten Tr ictale abgedruckten Fragmente dieser Einleitung, so viel Anfechtbares sie auch euthal en mögen, lassen den Uebergang wahrnehmen von der rein praktischen, halaclr sch kanonischen, zur mehr theorethischen und didactischen Riehtung in der Aufstellung von כללים und eröffnen die lange Reihe von Schriften und Büchern, die sich zur Aufgabe setzten, die Grundsät/.e der talmudischen Discussions- und lnterpretaiionsweise sowohl für die Findüng der Ha'acha, als lür das tiefere Verstäudniss der im Talmud überlieferten Schul-Verhandlungen zu eruiren. Hiel'ür bilden die bereits im Talmud selbst aufgestellten Principien, die 13 Regeln des R Ismael, die 42 d es R. Eheser, das פ׳תו״א und die Aussprüche der gaonäischen und anderer alter Autoritäten dis Quellen. Zu letzteren gehört der unschätzbare Brief des Gaon Scherira über die Authenthie des Talmud, der die äussere und innere Genesis dieser grossen Traditionssammlung unter Benutzung des פתוא entwickelt, und inshesondere über die Art und Weise der Redic ion der Mischua und Genjrara die unentbehrlichsten Aufschlüsse giebt* *) Es wäre zu wundern, wenn ddr grosse Systematiker und Codificator Maimonides nicht auch das Bedürfnis gefühlt hätte, sich über die Geschichte der Tradition, ihre Träger und ihre literarische Bedeutung Klarheit zu verschaffen, und in der That enthält die Einleitung zum Mischna-Commöntar eine Gest hichte der Traditionen itnd ihrer Quellen, die sich irrt chronokig. Theile an das פ׳תו״א anlehnt — auf die methodologische ־) Ist bei Jeliinek nachzutragen und zumal auf angeführten כללי דבגי מערבי hinzuweisen. J) Beachtenswert!! ist die vom Verf. beigebrachte Hose Isr. Cliasan (8 1, A 4» Uber den Gegensatz der gen der spanischen; und französichen Rabbiner Uber der Nlederschrift der Tradition, woraus die Folger wird, dass die zweite Text-Kecen-ion des Scb.-Briefen Teich mit der Tendenz veranstaltet wurde, deessn Inhalt sicht zu conformiren, dass dug Niederschreiben erst na: de« Talmud begonp^n worden sei. Ute iJti'11'i lie daselbst ן Seite dek Gegenstandes aber nicht eingeht.') Es ist kein Wunder, zumal ja de)• geschichtliche Sinn des grossen Ordbers starke Seile nicht war, dass diese Abhandlung von willkürlichen und irrigen Zurechtlegungen nicht frei ist — eine Eigenschaft, die sie mit der Einleitung (פתיחה) des Me'iri, zum Tractate Aboth theilt. Die Diadoche der Gesetzeslehrer, war ein Gegenstand, der im 13. u! 14. Jahrhundert vielfacher Bearbeitungtheils abgesondert, theils gelegentlich sich erfreute, sowohl in Spanien, als in Frankreich und Deutschland (89 der מבוא des Joseph Aknin I, Joseph Glkatilia, eine Partie bei Isac Jsraeli II — das von Rabbinovicz edirte סתו״א), eine zusammen fassende, . alles Verwandte heranzie-" hende und grundlegende Arbeit war jedoch das 0' כריתות des R. Schimschon aus Chinon,‘) der man den Geist der Tossafisten-Schule wohl amnerkt. Dieses Buch ist wegen seiner Quellenmässtgkeit und Vollständigkeit jedeafalls das bedeutsamste der ganzen einschlägigen Literatur. Wie wenig diese damit für abgeschlossen gehalten wurde, beweist die grosse Anzahl späterer Pifecen, die des Vi-rfs. Umsicht zusammengestellt hat. Josef ihn Verga (No. 194) hat Nachträge zu den כללי הגמרא seiner Vorgänger geliefert, sowie denn überhaupt י diese propädeutische Beschäftigung mit dpm Talmud hauptsächlich in Spanien und später von selärdischeu Rabbinen bell ieben wurde. Unter diesen ragen hervor: Josua b Josef ha-Levi, der bei einer Verfolgung im Jahre 1467 aus Telmisan *) nach Caslilien getlüchtet war und zu Ehren des Don Vidal ben Labi ein ausführliches, mehr selbstständiges, methodologisches Buch ם הליכות עולם schrieb,*) ebenso Isak Kampanton in Caslilien (דרכי הגמרא) und sein Kreis, der das Talmuds^udiam nur nach einer logischen und rationellen Vorschule betrieben wissen wollte {s. S. 145, A. 3). Zu diesem Kreise gehört Samuel ben Sid, (כללי שמואל)» der meistens dem הליכות עולם nachschrieb, R. Danon, Sam. al-Valensi, Abr. Sacuto, der Verfasser des יוחפץ• Diese ratiouelle Richtung fand zahlreiche Nachtreter, die sich’s zur Aufgabe machten, methodologische Regeln förmlich neu zu entdecket;. Hieher gehört auch Ernanuel iba Chasin (No. 102) Salomo Algasi, der Verf. des besonders wichtigen גופי הלכות, das übrigens mei9t dem Bezalel Aschkeaasi nachgeschrieben ist, Jacob Chages, ein' gleichfalls fruchtbarer Autor auf diesem! Gebiete, Salomo Finzi aus Rovigo, Salomo di Oliveyrä Raphael Meldola u. v. A. Der Verf. bringt zum Schlüsse einige Excerpte aus der späteren Literatur, die eine rationalistische und freisinnige Auffassung von der äusseren literarischen Glaubwürdigkeit der Tradition bekunden — es darf jedoch nicht vergessen werden, dass für Aeusserungen, wie die an erster und letzter Stelle (S 31 und 32) angeführten, Belege aus dem Talmud selbst zu holen sind, (s. besonders Nasir 39a), wie dies Weiss: Zur Gesch. d. Trad II, 243, evident nachweist Nachdem die hodegeiische Literatur so ungemeine Ausdehuung angenommen, legte Maleachi ha-Kohen zu Ende des vor. Jahrhund.'s ein Sammelwerk (יד סלאבי) atl' ",010י er alphabetisch alle talmudisch-me! hodologischen Grund- Sätze zusammen-teHt und eingehend behandelt — ein Werk, das Jes. Pick für werth hielt, ׳dut-ch seine Zu* sätze und Berichtigungen brauchbarer zu machen. — Der Verf, der auch die neuere kritischen Arbeiten anführt, hat das bibliograph. Material mit grossem Fleisse zu- Ansicht des Anschauun* (len Anfang mg gezogen in Frank* mit der An• h Abschluss *) Doch sollen buch כללי התלמוד von 4• vorhanden gewesen sein, wie fjal Algasi inil Beziehung auf! Bezalel Aschkenasi bezeugt (s. Asulai unter ״• (•רמב״ם , ») Der Verf. beweist (S. 15) die ünVollständigkeit des erhalteneu Textes. | •) Wohl Tleracen in Algerien. ■ ’) Hierau reihte R. Jos. Karo seinen כללים (Nr• 9*)י״80 ז• später Sal. Algasi unter dem Titel ,יכ״ן שמועד•! ׳. . ׳* i . . i 1A'־ :'!tl*C«4u^ . '. - נ., ■־ J• i 1 - ■■ ... l.i:

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