Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 37. (11.9.1878)
- Date
- 1878-09-11
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufschluss, dass eia Ding aus dem Nichts entsteht: überdies habe ich wohl manche Dinge gefunden,' von denen man dies behaupten könnte, aber die Erörterung hievon ist subtil, überschreitet die Tendenz des Baches, ich habe daher darauf verzichtet und das Offenkundige gewählt. Ferner halte ich für erwiesen, dass mit der VoranäSetzung von irgend Etwas, was es auch sei, aus dein die vorhandenen Dinge geschaffen sind, wir zugleich nothwendig zugeslehen, dass dieses Ding ewig sei; ist es aber ewig, dann 8teht.es mit dem Schöpfer auf gleicher Stufe der Ewigkbit. Hieraus folgt nothwendig, dae6_<jer Schöpfer über dasselbe keine Macht hatte, die Dinge daraus zu erschaffen, und dass es ihm auch nicht gehorch{ hätte, um auf sich nach seinem ׳Willen einwirken zu lassen and sich nach seinem Wunsch zur Bildung herzugeben-, wir müssten vielmehr eine dritte Ursache nach unserer Voraussetzung noch hinzunehmen, welche die Beiden so von einander gesondert hätte, dass durch sie das Eine Schöpfer, das Andere Geschaffenes geworden. Wenn wir aber dies behaupten, so behaupten wir etwas Imaginäres, denn wir finden nur Schöpfer und Geschaffenes aHein vor. Kerner mache ich. geltend, dass der Kernpunkt unseres Problems alsdann darauf ausgehen würde, wer ▼on Beiden aus einein Etwas geschaffen hat, denn der Schöpfer muss selbstverständlich $em von ihm Geschaffenen voraasgehen; nun hat der Eine nicht mehr Anspruch darauf, die Ursache für die Existenz des Anderen zu sein, als ,dieser Andere hat, die Ursache für die Existenz jenes zu sein, . es ist dies also durchaus falsch. (Forts, folgt.) Einiges über die Stellung der Tosefta. Von Dr. J. S. Bloch in B/üx. X. Die Richtung, welche dieses Studium einzaschlagen, die Aufgabe, die man sich dabei zu stellen hat, das Resultat, welches zunächst erreicht werden soll, ist vor allem, die tanaitische Halacha in einem möglichst genauen und getreuen Wortlaut zu ermitteln, was bloss durch eine Zusammenstellung und Vergleichung der Mischna mit der Tosefta und den uns noch erhaltenen Borakha’s -ermöglicht werden kann. Es ist geradezu erstaunlich, wie oft durch eine solche Vergleichung den weitausgedehnten, tiefgreifenden Discussionen der Amoräer,־ ihren scharfsinnigen und haarspaltenden Auseinandersetzungen der Boden entzogen wird. Die vermeintlichen, in der Mischna aufgefallenen Widersprüche, auf deren Lösung sie all’ ihren Scharfsinn aufzubieten ach veranlasst sahen, Dunkelheiten nud Schwierigkeiten, welche im Lehrhaus die Geuiüther so sehr erhitzten, zu Auskunftsmitteln verleiteten, welche (oft nicht mit Unrecht Ziel des Spottes und der heftigsten Angriffe' zu allen Zeiten gewesen: 6ie verschwinden, wenn es gelingt, den klaren Wortlaut der Urhalacha festziistellen'.^. Wir wollen hier einige Proben vorftthren, allerdings bloss solche, welche keinen allzugrossen kritischen Apparat, keine ausgedehnten, den Raum dieser Blätter überschreitenden Untersuchungen nöthig machen, die vielmehr dem Kritiker sozusagen auf halbem Wege entgegenkomtnen und es ihm ersparen, für seine Ansichten ein grosses Beweismaterial herbeiz uschaffen. Die grösseren, schwierigen und darum auch dankbaren Partien, welche bloss unter Herbeischaffung zahlreichen Quellenmaterials und unter Heranziehung vielfacher anderer kritischer Hilfsmittel erledigt werden können, sollen, 80 Gott will, in einer, von mir über diesen Gegenstand zu veröffentliebenden Schrift behandelt werden. ״ Tosefta Pess. III, i. [ Mischna Pess. IIT, 2. =צר׳ שכםדקי "־י™ אש יש!בצק שבס״ע־ עשאו לחיזוק »?י ״t - טומאה אם מקפיד עליו. חןצץיש כזית במקום א כין כך ובין ואם רוצה בקיומו הרי הוא.כך צריך לבער♦ Boraiiha B. Pess. 43a. Boraitha A Pess. 43b. בצק שבם"ע׳ עשוי לחוזק אינו הוצץ ואינו עובר׳ ואם אינו עשוי לחוזק חוצץ ועובר בד" א בכזית אבל פחות מכזית אף אינו עשוי לחוזק אינו עובר• בצק שבם־יע‘ מקום העשוי לחוזק אינו חוצץ ואינו עובר ואם אינו עשוי לחוזק חוצץ ועובר בד״א פחות מכזית אבל כזית אף עשר לחוזק דוצץ יעובר Wir haben hier von einer Halacha vier verschiedene Lesarten, deren Entstehung bloss in der von uns oben dargelegten Art sich erklären lässt. In Sprache, Diction und Ausdruck, wie in der ganzen äussern Fassung der Halacha zeigen alle vier Referate eine wunderbare, Uebereinsiitnmung. Die-er Umstand hindert, sie auf zwei verschiedene Quellen zurück- Zufuhren Andrerseits wären sie der Ausdruck der etwa itn Lehrhaus herrschend gewesenen differi!׳enden Meinungen, so würde man uns die Namen der Urheber überliefert haben, wie es bekanntlich frommer Brauch war. Ich glaube, dass hier ein Zweifel gar nicht zulässig ist, darüber, dass wir liier bloss verschiedene Referate von Jüngern ein und desselben Lehrers vor uns haben, dessen Halacha Jeder nach seinem Gedächtniss, in völliger äusserlicher Uebereinstimrriung bloss mit einer scheinbar kleinen, unbeabsichtigten Aenderung überlieferte, die unter den Umständen leicht erklärlich, die ursprüngliche Entscheidung aber beinahe in ihr Gegentheil umwandelte. (Forts. folgt) Literatur bericht. Beeensioaen. 1) Jeiiinek, Dr., Ad.,קונטרס הכללים. 2) -n ״ הרמב״ם מ * Wien, 1878 R. Picker’s Buchhandlung. D׳e vorliegenden bibliographischen Hefte sind die 5. und v.. Lieferung dieser Art, .Mit der Wahl des unter 1) bezeichneten Thema's hat derVerf einen beson , ders glücklichen Wurl gethan. Die Literatur der כללים ist für die Chronologie der mischnisch-taltnudischen Zeit, sowie fiir die talmudische Hermeneutik von ganz ausserordentlicher Wichtigkeit. Sie umfasst recht eigentlich alle älteren Leistungen zur talinudischen Hodegetik oder Issgogik. Ihre Entstehung verdankt sie einem rein praktischen Bedürfnisse: der Nothwendigkeit der Aut- Stellung entscheidender Grundsätze für die Fixirun:: der Halacha aus der talmudischen Discassion. Diese Tendenz verräth das älteste Denkmal dieses Literaiurzweiges, das סדר תנאים ואמוראים, das in der gaonaischen Zeit um das Ende des 9. Jalnhdrts. abgefasst wurde. Vor Allem handelte es sich darum, die Goniinuität der Tradilionskette und damit die Authuntie des gesamauen recipirten Lehr“- und Gesetzstoffes aufzu weisen. Es wer- ו den demnach die Name 1 de.r Tradenten von Mose angefangen in chronologischer Reihenfolge bis auf die Schlussredactoren des Talmud herab aufgezählt, was insbesondere auch noch den Zweck 'hat, festzu>telleu, wer in einem, gewissen Zeitraum als ״Lehrer“ und wer als ״Schüler“ zu gelten habe * l) — gleichfalls von Be- ’) Siehe hierüber die lehrreiche, aher etwas verworrene E.u- I leitung Heiiprins zum •סה״ך• X. I r ' ■ iitiäiiii