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Das jüdische Literaturblatt · 1878-09-11 · No. 37. (11.9.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 37. (11.9.1878)
Date
1878-09-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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197. Das Zar Beleuchtung aller Jaden• thnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen anf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,The• ologle,OrientaUa, Exegese, Ho• mlletlk, Litargik, Pädagogik. Herausgegeben! von Rabbiner Dr. Moritz Rn hm er. Mafdeburg;, 11. September!ס׳דס• Bficher der eiiaehUgigea 111• teratnr, welche der Red. de• ״Jiid. Llteraturblatt“ 1■ H % cd e b u r g (oder der ״Israelit. Wochenschr.“ 1» Stettta) ng•■ •aadt werden, linden In tHrem . Blatte eingeh. Beepr Das >,J&dlseHr E,lter<UurbI«tt“ erscheint wöchentlich; Preis bei allen Postanstalten' und Buch handlangen (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Mark! bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ in Magdeburg mit directer frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei aller Postanstalten und'Buchbandlungen 2 Mark SO Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati“ gratis. — Inserate werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile, buchhändlerieclie Beilagen mit 12 Mark berechnet. Die Expedition der ,.Israelitische 1 Woche!Schrift.“ I mit «s 1 ti j Wissenschaftliche Aufsätze: Saudja’s Glauben und Wissen, aus dem Hebräischen übers, v Dr. Phil. Blojch (Posen), Eiuiges über die Stellung der Tosefta. Von Dr. J. S. Bloch. Literaturbericht: Recensionen: Jellineck, Dr., Ad, קונטרס הכללים• Jeiiineck, Dr., Adקונטרס הרטכ״ם ״• |— Jüdische Kalender. — Notizen. — Inserate. — Briefkasten.— Berichtigung_ i Saadja’8: ״Glauben und Wissen“, aus dein Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp B i o 0 h (Posen.) (Fortsetzung.) Nachdem ich al60 volle Gewissheit gewonnen hatte, dass alle Dinge geschaffen sind, habe ich untersucht, ob es angehe, dass sie sich selbst hervc!■gebracht haben, oder ob es gar nicht anders angehe als dass sie ein Anderer hervo!gebracht habe. Es erscheint mir nun undenkbar, dass sich die Dinge selbst hervorgebracht haben, aus Gründen, von denen ich drei anführen werde. Der erste Grund ist, dass wir von jede^n Körper, den wir aus dem Vorhandenen besonders herjausgreifen wollen, um von ihm anzunehmen, dass er dich seihst hervorgebracht habe, wohl wissen, dass er, t in mal daseiend, noch viel kraftvoller und geeignete:׳ sei, der• gleichen zu thun als vorher; — hal er sich f elbst hervorgebracht, als er noch schwach war, so wird er doch dergleichen auch im kraftvollen Zustande thun können. Da er aber unvermögend ist, dergleichen i!n kraftvollen Zustand zu thun, so war er bereits untermögend, dergleichen zu thun, als er noch schwach war. Der zweite Grund: Wenn wir in unse|re1n Denken uns vorstellen wollen, dass ein Ding dich selbst hervorhringe, so ist dies nach zwei Zeitabschnitten hin falsch; denn wenn wir die Annahme versuchen, dass es sich selbst hervorgebracht habe, bevor es exfstirte, so wi6sen wir, dass es damals nicht exislirte, das Nicht exisiirende kann aber Nichts hervorbring en. Sagen wir wiederum, dass es sich selbst hervorgebracht, nachdem es existirte, so hatte׳es, da ja ein i Existenz bereits vorhergegangen, nicht mehr nöthig,!ich seihst hervorzubringen. Einen dritien Zeitabschnitt giebt es hier nicht, ausser dem •Jetzt, welches keine Thf t verträgt. Der dritte Grund: Sobald wir voraussetzen,dass ein Körper im Stande ist, sich selbst hervor mbringen, 80 geht dies nur an, wenn wir zugleich voiausserzen, dass er iui Stande ist, das Hervorbringen seiner selbst zu unterlassen. Setzen wir indess dieses, voraus, so erhalten wir das Resultat, dass er zu gleichet Zeit existire und nicht existire, weil unsere Voraussetzung, dass er hierzu im Stande ist, nur dann Sinn hat, wenn er exislirt; damit haben wir jedoch die These verbunden, dass er sich nicht selbst hervorbringe, d. h dass wir läxi _־ Q&iMtrij&u. * - Ui-. i glauben, dass er nicht existirt. Was aber daza führt, Existiren und Nicht-Existiren zu einer wesentlichen Einheit zu verbinden; ist grundfalsch. Ich fand, dass die h. Schrift dieser Annahme bereits mit den Worten widerspr'ochen hat : ״Er hat uns geschaffen und nicht wir selbst* (Ps. 100,3.); ebenso zürnt und verhängt sie Strafe über den, der gesprochen: ״Mein ist der Nil and ich habe ihn mir gemacht:“ (Ezech 29,3) Nach Aufführung dieser Gründe, welche die Un- . möglichkeit, dass die Dinge sich selbst geschaffen und die Nothwendigkeit, dass ein Anderer sie hervoijgebrächt, für mich ergeben, habe ich durch die spekulative Wissenschaft untersucht, ob ihr Urheber sie hervolrgebracht aus Etwas oder aus Nichts, wie iu der h. SjSchrift zu lesen^ist Ich fand nuu, dass die Begriffsbestimmung ‘) « unserer Vernunft, er habe sie aus einen) Etwas erschaffen, ein Irrthum ist, weil ein Merkmal das andere aufhebt, denn der Ausdruck ״er hat sie er-; schaffen“ gibt nothwendig den Sinn, dass dje Wesen-., heit geschaffen sei und angefangen habe; wenn wir dagegen den Ausdruck ״au's ״einem Etwas“ jdefiniren, so müssen wir nothwendig erklären, dass ihr Urstoff ewig, nicht geschaffen und anfangslos sei. We: in jedoch.׳ die Vernunft den Begriff dahin bestimmt, dass iie Dinge aus dem Nichts erschaffen worden, finden wir die Sache in Ordnung. Wenn mir nun Jemand hierauf < :ntgegnet, du hast den Dingen einen Schöpfer zuerkannt, offenbar weil du unter den sinnenfälli״en Dingen nichts Hervorgebrachtes ohne einen Urheber und kein Werk ohne einen Wirkenden siehst; ebenso siehst du unter den sinnenfäiligen Dingen es nie anders, als dass ein Ding aus einem anderen Dinge!entsteht. Warum ziehst du vor, in deinem Beweis davon auszugehen, dass kein Werk ohne einen Wirkenden zu Stande koqamt, und gehst nicht davon aus, dass ein Ding nur atua einem Etwas werden kann, da Beides in gleicher Vf eise sich findet? Diesem antworte ichj Ob ein Ding aus einem Etwas oder Nichts werden kann, ist ja eben blern, zu dessen Lösung ich die Beweise her gen suchte; es geht nun nicht an, dass ein das Probeizubrin- Ding, für welches man einen Zeugen herbeizuschaffen sich bemüht, über sich selbst Zeugniss ablege nach eiuer der zwei Richtungen hin; wohl aber br.ngt man eines fremden Zeugen herbei, wie es eben der Satz, dass kein Werk ohne einen Wirkenden zu Stande kommt, für; die Seite des Problems ist, dessen Wahrheit wir suchen. Ihn habe-ich daher als Beweis benützt, und er gibt mir den *) עלה כשכל oder ״<• העלה בשכל der Vernunft von• stellen“ ist der Ausdruck für die reflectirende, begriffibUdead• Thätigkeit der Vernunft. Vgl. den bebr. Text zur Einleitung 1( s. 22 (Agsg. Leipzig s. 8): השכל הוא אשר יעלה בשכל וכ' ין i. *כל מדע

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