Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 35. (28.8.1878)
- Date
- 1878-08-28
- Page
- Seite 138 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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; dachte ich, vielleicht sind diese Glieder and Verb indungeh nur in kleinen Körpern vorhanden, nämlich in animalischen and vegetabilischen Organismen; ich deh ite daher mein Denken auf d i e E r d e aus and siehe, ai ch bei ihr gilt dasselbe, denn sie ist eine Zusammensetzung von Staub, Stein, Sand u. dgl. Ich stieg mit meinem 1 Denken weiter zum Himmel auf und sah an demselben 1 viele Gruppen von Sphären, die einen innerhalb der ׳ andere1|; in den letzteren gibt es Gruppen von Lichtkörperü, welche Sterne genannt werden, und die se ]werden!als grosse und kleine unterschieden, mit melir ''־oder weniger Licht, und sind innerhalb jener Sphär en eingelegt Da sich mir nun am Himmelskörper und Allem, was dazu gehört, Aggregation, Verbindung und Zusammensetzung, welche eben Schöpfungen1}sind, klar hetausges teilt hatte, so habe ich wegen dieses Beweises angenommen, dass der Himmel und Alles, w 18 sich an ihm befindet, geschaffen ist Auch die h. Sehr ft spricht, .wie ich finde, es aus, dass bei den lebenden Wesen die Sonderung und Verbindung ihrer Theile auf ihre Schöpfung hin weise; so heisst es: ״Deine Hände haben mich geschaffen und geordnet* * (Ps. 119,73 ); von der Erde heisst es: ״Er bildet und schafft die Erde, Er hat sie geordnet* *) (Jes. 45,18,) und vom Himmel: ],Sehe ich Deinen Himmel, das Werk Deiner Finger,!Mond und Sterne, die Du geordnet“ (Ps, 8,4.) (F. t) : | Tarschisch.! Dass das Genesis c. 10, 4. 5 genannte Tarschi sch Tartessus in Spanien ist, das griechisch aueh 0ap37;1ov heisst, wie auch alle neuere Bibelforscher annehmen, kann nach allen Stellen, wonach es jedenfalls im fer- -nen Westen zu suchen ist keinem Zweifel unterliegen. ׳ Dies geht auch aus der Völkertafel selbst hervor. Alle . heben Tarschisch genannte Länder und Völker sind westlich zu suchen. Kittim ist Cypern von Kition, pder nach der Vulgata Italien oder, wie im I. Makk.! 4,1 scheint Macedonien — Dan. 11,30, das auch für letztere Ansicht aufgestellt wird, spricht im Gegentheil ' eher für Cypern — indess ist das hier nicht von Ge- 1 wicht; jedenfalls sind dort westliche Völker gemeint, da die Hede offenbar von der Rettung Egyptens von dem Einfalle des Antiochus Epipbanes durch die auf;'Schiffen zu Hilfe gekommenen Römer ist. Für Cypern .:spricht auch Rodanim, wie I. Chr. 1,7 und die LXX . auch hier lasen. Liest man mit unserem hebv. Text i Dodanim, 80 müsste Dodona, also die Dodoniten und : wieder, wie bei Cypern Kittim, die Kittier, von Kition, .; jenes pars pro toto fürEpirus genannt werden. Jeden-! falls sind also die hiergenannten Orte (Länder, Völj kerscharten) gegen Westen zu sucheh. Dies geht auch daraus hervor, dass die ״Inseln der Heiden“ (v. 5. sonst ' ״Inseln des Meeres“ J08. 11,11; 24,15 u. 8. oder blos ״Inseln“ ודים) erwiesenermassen die Inseln und Küsten- , länder des Mittelländischen Meeres ausser Afrika und : Asien bezeichnen und auch sonst mit Tarschisch verbanden genannt werden. (Jes. 23,6; 60,9; 66,19; vrgl. : Kzech. 27 v. 2 mit v. 12 und v. 29 Ps. 72,10). Dass | Tarschisch weit im Westen lag, folgt auch daraus, dass! der Hebräer unter ״Tarschischschiffen* überhaupt Seej schiffe verstand, 8cbiffe, die zu weiten Reisen bestimmt; sind, wie Jes. 2,16. Ps. 48,6 u. s. Die LXX übersetzen : daher sonst überall ״Tarsisschiffe“ geradezu ״Seeschiffe“. *) Ke *1t. ס eben, giebthin-: כלם םיפני חהדוש ואפרתי ״ ,היצירה. בלי סמקwelche eben unzweifelhafte Anzeichen einer Schöpfung sind*. *) 8 כרנך**d. ״die verschiedenen Theile fest mit einender verbinden*. _ Ganz bestimmt zeigt auch Jona 1,3 Tarschisch im Westen; denn einmal wollte Jona dem Osten (Ninive) entfliehen, und sodann ging das Schiff von Joppe aus in See, konnte also nur nach dem Westen segeln wollen. | Ebenso fest steht aber auch, dass die Bibel, ausser [an unserer Stelle, überall Tarschisch als eine Colonie der Phönizier zu bezeichnen scheint (s. besonders Jes. •' 23,6. cum Comm. Knobel. Ezech. c. 27,2. Chr. 9,21 nach unserem Texte und den LXX. Die Vulgata hat auch hier Seeschiffe wie 1. Kön 10,22, und in beiden Stellen folgt ihr Luther, der überhaupt seine Uebersetzung nach der Vulgata angefertigt zu haben scheint, wo ihn nicht das Streben zu christianisiren noch weiter vom Texte abführte, wie in seinen auch von der Vulgata abweichenden Ueberschriften der Capitel oder z. B. Gen. 4,1: ״Ich habe gewonnen einen Mann den Herrn,“ wo die Vulgata: ,,aquaesivi virum a Jehova“ hat, LXX: £*TTj3a|1T)v ttvftpmicov 0 ׳. ci 105 8-soü. Hat also schon Salomon mit den Phöniziern Schiffe nach Tarschisch geschickt, wie es Chron. 1. 1. heisst, oder haben die grossen Seeschiffe, wie aus 1. Kön. 1. 1. hervorgeht, welche die Phönizier bauten, schon den Namen Tarschischschiffe geführt, 80 scheinen diese ihre Fährten schon lange dahin ausgedehnt, also vor 1000 a. Chr. n. es besessen zu haben. Dagegen ist es auch sicher, dass J a v a n (Jon) bei den Hebräern Griechenland bezeichnet. Daniel 8.21 ist offenbar unter dem Könige von Javan Alexander der Grosse verstanden. Auch der stehende spätere hebr. Sprachgebrauch nennt Griechenland Javan. Es erscheint also auffallend, dass Tartessus an unseren Stellen eine Colonie der Griechen heisst, während es überall und auch sonst in der Bibel, wie es scheint, als eine Colonie der Tyrier (Phönizier) gilt. Allein gerade das ist es, was wir hier constatiren wollen. In der Bibel erscheint Tartessus nie als eine Tochterstadt, eine eigentliche Colonie von Tyrus, sondern es heisst nur, dass Tyrus dasselbe besessen hat. Im Gegentheil, aus Jes. 23,6 10 geht hervor, dass Tartessus nur eine von den Tyriern besiegte, von denselben ihrer Freiheit beraubte, unterjochte Stadt war, keineswegs eine Colonie. Nach v. 6 8011 Tyrus wehklagen, dass es nach Tartessus zielen muss und zwar als Besiegte, v. 10 wird Tartessus d urch den Fall von Tyrus frei, es kann sich Dun ohne Einschränkung in seinem Gebiete bewegen: ״Kein Gürtel (Joch, Bande) mehr!“ Eis muss also schon vor der Besitzergreifung der Phönizier bewohnt, wahrschein־ lieh blühend gewesen sein, und es steht nichts im Wege, dass es ursprünglich, bei seiner ersten Gründung eben eine griechische Colonie war, wie unser Text besagt. Es würde demnach als ein weiteres Resultat unserer Untersuchung sich ergeben, dass wir in der Völkertafel Gen. I Cap. 10 eine uralte Tradition vor uns haben. Wir ersuchen nun Philologen ex professo um freundliche Mittheilung, ob sie nicht auch in griech. Schriftstellern eine Nachricht finden, dass Tartessus ursprünglich eine Colonie der Griechen war. Landau, den 9. April 1878. Dr. Grünebaum. Literaturbeyicht. Becea&i•■«■. Maller, J. G., des Flavius Josephus Schrift gegen den Apion. Text und Erklärung. Aus dem Nachlass herausgegeben durch C. J. Rippenbach und C. v. Orelli. ־Basel 1878. S. 394. Wir besitzen von Flavius Josephus, oder wie er