Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 34. (21.8.1878)
- Date
- 1878-08-21
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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würdig dir verbürgt sind. Halte Also bei jedem Abschnitt dieses Buches an diesen drei ftücken fest,1) n&mäeh, dass dein Beweis der stärkste ist — dass du gegen Jeden, der dich bestreitet, Gegenargumente hast — und obendrein dieZeichen deiner Propheten I (F. f.) Einiges über die Stellung der Tosefta. Von Dr. J. 8. Bl och in Brfixj (Schluss.) | Das bekannte, vielerklärte und noch immer räthselhafte Referat R. Jochanan’s, Sjnhedrin 86a, scheint trotzdem nicht ungeeignet, zur Aufhellung[ des Problem’s Manches beizutragen:סתם מתניתין רלמאיר סתם תוספתא ר* נחמיה ♦ וכולדו אליבא דר* עקיבא. (Man* darf die 8telle allerdings nicht in der landläufigen Auffassung nehmen; diese'giebt ihr gar keinen Sinn. So oft man such versucht hat, den geheimnissvollen) Gedanken die- 86s scheinbar so klaren Referats aufzusuchen, mit Hilfe ▼on Scharfsinn und Witz loszuschälen, kein einziges Mal war die Aufgabe zur vollständigen Befriedigung gelungen. Der letzte Redaktor der Mischna scjll Juda Hanassi gewesen sein, der der Tosefta R. Chia. j Was heisst es nun,, dass die Mischnaentscheidungen die Gedanken R. Mäir's wiedergeben? und wie können sie gleichzeitig אליבא דר עקיבא sein? in welchem Verhältpiss stehen denn diese drei Gesetzeslehrer zu eidarider? Dieselben Fragen drängen sich mit Bezug auf pie Tosefta auf. Chija, Nechemia und Akiba: sollen all diese drei an ihr gearbeitet haben? Was 8011 es heissen), dass die Toaefta, wie die Mischna, welche so oft :die entgegenge- Betztesten Entscheidungen enthalten im Sinn und im Geiste Akibä’s abgefasst sei? Soll der letztere wirklich wie Frankel meint, beide Sammlungen angelegt haben? Wir finden hierfür gar keinen Zweck. Die Mischna ist blos mündlich redigirt worden. Dieser eine Satz gibt Antwort auf all die zahllos sich aufdrängenden Fragen, löst alles Räthselhafte, beleuchtet und klärt alles Dunkle und UnVerstündliche, lässt uns sogar im Geiste die ganze Entwicklungsgeschichte der Halachasammlungen schauen; das Entstehen der verschiedenen Codices mit ihrem oft so sehr abweichenden Inhalt und der wunderbar gleichmässigen Form Nehmen wir R Akiba mit dem tal muffiscben Referat als den ersten Mischna-Redaktor an; seine redaktionelle Thätigkeit bestand darin, dass er, im Gegensatz zu dem früheren Gebrauch des Lehrhauses, jede Woche den bestimmten ׳ Wochenabschnitt der 8chrift vorzunehmen, and die daraus sich ergebenden religiös-gesetzlichen Normen und Bestimmungen zu behandeln und zu discutiren, einen mehr methodischen Weg eingeschlagen, seine Vorträge den Materien nach geordnet und eingetheilt bat. In der Bibel sind ja die civilgesetzlichen und die ehegesetzlichen Bestimmungen so wenig von einander geschieden, wie die Bestimmungen _über Feste und Opfer. Akiba 8011 djer Erste gewesen sein, der die biblischen und tanaitischen Gesetze den *) ןן,חןק giebt hier nur in dieser Yokalit&üon und Auffassung ein Verständnis*; dass Fürst selbst hier so sehr irren und missver- ׳ateben konnte, das* er ך;ךןןק ▼okalisirt und es zu שהתקיימו לך hinaffzieht, jwo eigentlich gar keine Schwierigkeit vorhanden ist, mag als ein charakteristisches Beispiel die gänzliche Unbrauchbarkeit und Verfehltheit der Fürst'schen Uebertragong exemp] ificiren und zugleich rechtfertigen, warum ich nur in den seltensten Fallen gegen dieselbe polemisire. Eine solche Polemik hätte, ohne die1 Bache zu fördern, einen unverhältnissmässigen Raum beansprucht, da dieselbe, wie man sieh durch eine Vehgleirhung der beiden Uebersetzungen überzeugen kann, fast für jeden 8alz erforderlich1 wäre. Fürst ist in Alle־» mit sklavischer Abhängigkeit der Ber-; liner Ai Ben ßeeb von 1789 gefolgt, deren Text Obren, welcher unbeschadet und Erklärungen van| »einer sonstigen Ver-1 dienste eine nur mangeU1aftesKenntniae philos )phischer Dinge besass Materien entsprechend geordnet, indem er in einem gewissen Zeitraum das Civilrecht, in einem andern das Ehegesetz u. 8. w. nach einer entsprechenden Ordnung und Eintheilung den Jüngern vorgetmgen. Bekanntlich nannte man Perek denjenigen Abschnitt, welchen der Gesetzlehrer an einem Tage vorgetragen. (Berachoth 11, b. Erubin 36. b.) _ Akiba war der Urheber der ersten Mischnasammlung. Unter seinen Jüngern, zu welchen auch R. Meier und R. Nechemia gehörten, entstanden über den riehtigen Wortlaut der meisten Halacha’s erhebliche Differenzen. Das menschliche Erinnerungsvermögen hat seine Schwächen, es ist wahrhaftig kein Leichtes, einen ganzen Gesetzescodex im Gedächtniss zu behalten, in Gedanken vermischen sich auch oft unmerklich eigene und überlieferte Anschauungen, so kam es, dass jeder Einzelne in seinen Traditionen von den Andern abgewichen, dass der Codex des Einen eine ganz andere Ge- 8talt hatte, als der seines Genossen Die Jünger aber sind später Meister geworden, sie überlieferten den Codex Jeder in der Gestalt, wie er ihn im Gedächtniss hatte behalten, der jüngeren Generationen weiter, und im Schoosse derselben mussten selbstverständlich neue Abweichungen, neue Differenzen und neue Streitigkeiten entstehen. Konnten sich zwei Jünger R. Meiers über den richtigen Wortlaut der ihnen von demselben Lehrer überlieferten Halacha’s des R. Akiba nicht einigen, um wie viel bedeutsamer mussten die Differenzen sein zwischen ihnen und denen, welche jene akiba'sche Halacha's aus dem Munde von R. Nechemia emplangen haben. So haben sich die Differenzen immer mehr erweitert, ausgebildet, bis zur schärfsten Gegensätzlichkeit, zugespitzt. Man hatte nicht mehr verschiedene Lesarten eines Codex, sondern verschiedene Codices. Darüber jedoch, dessen man sich leicht erinnern kann, herrschte bei Allen Uebereinstimmung. Man erinnerte sich sehr genau, zunächst der von Akiba getroffenen Eintheilung und Anordnung des Stoffes; man wusste, dass er die ganze Halacha in sechs Haupttheile zerlegt, und Jeder erinnerte sich genau der Namen, welche der Meister für dieselben bestimmt. Auch die weitere Zertheilung, Zerlegung und Benennung erhielt sich im Gedächtniss unschwer, so dass auch in dieser Beziehung in den verschiedensten MUchnasammlungen Uebereinstimmung und Conformität herrschte. Zieht man aher noch das bedeutend geschärfte Gedächtniss unserer Alten in Betracht, so begreift man, dass auch die ersten Halacha's, mit welchen der Redaktor die beiden Vorträge begonnen, sich leicht im genauen Wortlaut durch die traditionelle Ueberlieferung haben erhalten können. Der materielle Inhalt jedoch, welcher durch die kleinste Aenderung oder Umstellung eines Wortes, durch Vermehrung oder Verminderung einer Redewendung allein schon alterirt wird; musste schon aus diesem Grunde in jedem Codex anders erscheinen. Es gibt auch viele Halacha's, deren sich der Eine erinnerte, welche aber bei dem Andern verloren gegangen, und umgekehrt. Ein Zusammenhalten der Tosefta mit der Mischna bietet hierfür zahllose Belege. So denken wir uns die Entstehung der verschiedenen Halachasammlungen, von welchen zwei wohl der bedeutendsten auf uns gelangt sind, in der Mischna ha- ' ben wir den Codex, wie ihn Juda Hanassi ans dem Munde R. Meier's und im Namen R. Akiba’s überkommen zu haben glaubte; in der Tosefta hat uns R. Chia denselben Codex überliefert, jedoch in jener ganz geänderten Gestalt, wie er von Nechemia circulirte, der wiederum blos den akiba’schen Codex im Gedächtniss zu haben erklärte. Präciser und schärfer könnte das Gesagte nicht ausgedruckt werden, als mit den Worten des talmudischen Referates: .0תם מתניתץ ר' מאיר