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Das jüdische Literaturblatt · 1878-08-07 · No. 32. (7.8.1878) · p. Seite 127

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 32. (7.8.1878)
Date
1878-08-07
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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"•ייף?יזייןנר?^ ־'?זק־ ייי״׳ך״?¥ץל׳ 111׳ יי *יי!m^Pi^ypippiqi 127 — in dem ״Jüdischen Lileraturblatto“ (Nr. 19 1. J.) yeröfienllichle Erklärung des griechischen Wortes 1 אפיקומן Denn die alte Mischna, als eine Halacha aus der Törnpelzeit stammend, spricht eigentlich von dem verbötenen Nachgenuss hinter dem Verzehren des Pesachopfers (אין מפטירין אחר הפסח אפיקומן Tr. Pesachim X, 8.1, damit der Geschmack vom Pessachopfer nicht von einem andern Speisegenuss verdrängt werde (s. d. babylonische Uemara mit dem Commentar v. רשב״ם hierzu); und erst die beiden Talmuden adoptirten dafür, in Berücksichtigung der langstvorangegjangenen Zerstörung des Tempels, den Nachgenuss hinter dem Verzehren des ungesäuerten Kuchens (מצה) Es kann darum אפיקומן nichts Anderes als ein Dessert (Nachtisch oder Nachessen) von Süssiirkejten (8 מתיקה. palüstinäische Gemara hz.), Früchten jind sonstigen Verdauungsmitteln bedeuten, wie dies die Tosephta und nach derselben die beiden Talmuden erklären. Keineswegs aber ist darunter ein ״abgegebf-ochenes Mat za stück“ zu verstehen, wenn auch das uuwi-sende und abergläubische Volk ein solches von Jahr zu Jahr anfzubewalnvn und אפיקומן zu nennen pflegt! Was nun die griechische Abslammnng dieses Wortes anlangt, so sind hierüber die Meinungen der jüdischen Lexicographen und Sprachforscher verschiedenartig: 1) Elia Levita in seinem nachträglichen lalmudischen Wörterbuche (תשב״) sagt hierüber, dass; iin Griechischen Epikomos ״ein grosses Mahl*, dagejgen Epikomon ״ein kleines Mahl”, tesp. ein Dessert bedeute, und ihm hatte—wie schon M Landau in seiner Art»<׳h- Ausgabe bemerkte — Benjamin Mussaphia in rieseen ״Zusätzen“ zum alten Aruch des R. Nathan aus Roin nachgeschrieben. Allein in keinem der griejChisehen Lexica linden sich die angegebenen Ausdrückp•in solcher Bedeutung. Wohl wurde bei den Griechen (ind Römern der Götze, resp. ’ der Vorsteher nächtlicher Schmause und fröhlichen, ja ausgelassenen Lebenjgenusses, Kontos (lateinisch Comus) genannt; jedoch! ist aus diesem Namen die angegebene Unterscheidung iwisehen grössern und kleinern Schntäusen schwerlich!abznleiten. Da indess das griechische Wörtchen auch ״obendrein, hinzu, darauf־ bedeutet, so Hesse sich durch dessen Zusammensetzung mit Eop.0; ( אפיקומם) mit derjenigen talmudischen Erklärung, ״dass man nach dem Pessacltoplergenuss in der einen Gesellschaft nicht 0 bjendrein denselben Genuss in einer andern Gesellschaft suche״ dürfe“ (שלא יהא עומר מחסורה זו ויכנס לחמורה אחרת s d. palästinäische Gemara i. Tr. Pessachintt X z. 4. und ähnlich in der babylonischen Gqmara z. X, 8. שלא יעקרו מהמורה לחבורה) einigermassen vereinbaren. 2) Der Professor Dr. Bernays im Rabbinerscntinur zu Bt esluu habe — wie mir mein jetzt benachfiar־ ter College Lr. l.ewin mittheilie— einmal den Höfern in dieser Lehranstalt erklärt, dass אפיקומן von!ס!!»*.׳־; oder abzuleheu sei, was das ״Na chsch w!äru!en“ hinter dem (nächtlichen) singenden bacchistjlien Festzug etc. bedeute; allein auch dieser Vergleich scheint etwas weit hergeholt zu sein und lässt s!ch höchstens mit der in der palästinäischen Gemara (z< Tr. 1’essachim X z 8.) vereinzelt vorkommenden Erklärung (מיני זמר) etwa vereinbaren. Ich wandte mich darum an den Coli egen Dr. Ko- 11 ut iu Fünfkirchen, den sprach- und talmudkundigen Veriasser des grossartigen neuen rabbinischen Lexikons (ערוך שרם), Wovon jetzt blos das erste noch nicht bis zum Worte אפיקומן reichende Heft erschienen ist; und bemerkte demselben, dass ich dieses Wort eher!von *«7sa10|1a• ״nachkosten“ oder *״) »!"!ןמNachtisch J etc.“) ableiten möchte, da dergleichen organische j^er* wechslungen weicher und harter Konsonanten (hier Kappa riiit Gamma) im talmudiscjhen Idiom nichtTungewöhnlich sind (vgl. hz. d. obenerwähnten ״Beiträge zur Sprachforschung“ v. Dr. M. Sachs I. Heft S. 175j*). Hierauf erwiderte mir der gelehrt College Dr. Kohut, dass auch! r diese Ableitung, welche schon in der jüdischen Zeitschrift:(? es ist wohl des liebr. Wörterbuch von J. B. Schönhak gemeint) המולמיר — worüber ich aber gewissenhaft betiteltem kann, dass mir dieselbe nie zu Äugen u d Ohren gejkommen war—für die beste halte und selbe (gleich meiner jüngst L d. Bl. veröffentlichte Ansicht über אפוסנ^ומוס) in seinem Aruch neben, noch einigen Ableitungeft aus dem Persischen und Arabischen aufnehmen werde!**) Einiges über die Stellung der ׳Tosefta. - Von Dr J. S. Bloch iu Brüx.. (Fortsetzung.) Der Talmud I ist ein Commentar zur Mischna, er citirc ihre Sticliworte, geht auf den Inhalt ein, zergliedert ihn, sucht das Dunkle klar zu legen, das Schwerverständliche zu erläutern, scheinbare oder wirkliche Widersprüche zu lösen, die Tosefta dagegen erwähnt die Mischna an׳ keiner S׳eile, weist die Leser niemals auf sie hin, referirt jede Halacha selbstständig, manchmal mehr, manchmal auch weniger ausführlich als pie Mischna, nirgends jedoch findet sieh eine leise Andeutung, dass ausser der Tosefia noch ein anderer Halachacodex vorhanden sei. Wodurch also documentirt sie sich als Jji-clräacommentjir? I Frankel ging noch weiter. Den eigentlichen Co- Hex bildet nach ihm die Tosefta, die Alischna enthalte blos kurze Notizen für die Schüler, um deren Gedäelhtniss zu Hülfe zu kommen, לזמר1ן להוגי מה■ Allein dann begreift man nicht, warum der Redakeur des Talmuds den unvollständigen und mangelhaften und nicht lieber den ausführlichen und echten Codex zum Texte sich gewählt. Die Mischna trägt aber durchaus nicht den Charakter, welchen Frankel ihr vindiqirt, sie ist an vielen. Stellen ausführlicher, deutlicher pnd eingehender als die Tosefia. I Nach Frankel hatte sogar Akiba selber die Abfassang beider Codijces begonnen, welche von verschiedenen Schülern blos ausgeb׳Idet und weitergeführt wjorden wären. Warum hat die Mischna Anerkennung «ad Ausbreitung gefunden, während die ausführlichere T°* sefta an die Seite geschoben und ohne Beachtung geblieben ist? I VI. Von der Erwähung mehrerer anderer Toseftahyipothesen wollen wir absehen und blos mit jener uns kurz auseinandersetzen, für welche wir eine Zeit lang uns selber erwärmt haben, nämlich der mehr als originellen Anschauung, welche Zuckermandel mit״ einem nicht geringen Aufwande von Gelehrsamkeit und Scharfsinn begründete und noch heute zu vertheidigen bereit ist. In der Tosefta sieht Z den eigentlich von J(1da Hana-si in Palä-tina abgefassten Halachacodex, sie auch der ursprüngliche Text des jerusalemischen mnds, der blos durch einen Akt unerhörter und en render Betrügerei:(?!) von den Amoräernentfernt wor Die Amoräer waren es, welche unsere Misehna auf Grund palästinensischer Traditionen, sondern1 *) Und B. Mufsaphia's Bemerkung zum ersten Artikel'[;{}(] d. Aruch. , •») Wahrscheinlich hat die alte Mischna absichtlich den druck אפיקומן ohne besondere Erklärung gewählt, weil dam alle drei angeführte Bedeutungen, Wie solche auch in beiden müden nachträglich angegeben werjen — aber sicherlich nicht abgebrochenes Stück Mazzah (— zu ▼erstehen seien!

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