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Das jüdische Literaturblatt · 1878-07-31 · No. 31. (31.7.1878) · p. Seite 123

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 31. (31.7.1878)
Date
1878-07-31
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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zeugen wollen, weil zufällig ן und ח gleich den gfiechischen Buclistaben ״Leben“ und ,Tod“ bedeuten. jOb eich die Weisen Griechenlands mit dieser Antwort jbegnügten, darüber schweigt der Talmud. Allein nicht nur vom Griechischen ins Hebräische liebt der Talmud solche geistreiche Wortspiele, sondern er gebraucht sie auch im Hebräischen selbst. Vrgl. Bereschith Rabba, Cap. 9, die Stelle lautet: בספרו של ר' מאיר היה כתוב והנה טוב מאד זה המות ״Rabbi Mäir erklärte den Vers: ״Und Gott sah alles, was er gemacht, und es war gut, d. i. der Tod, derjofl eine Wohllhat für den Menschen ist.“ Er hat aus מות^מאד gemacht. Eines der gelungensten Wortspiele hat der Talmud mit dem Worte אפלתקי, das ״Unterläge“ ״Unterpfand“-bedeutet, gemacht Es ist unzweifelhaft das griechische ״!{<&»*״;. Der Talmud hat sowohl dem Geist wie dem Wortlaute nach ein Aehnliches jaus dem Aramäischen gebildet: אפו תהא קאי das wörtlich übersetzt ״Unterpfand“ bedeutet. Es wäre demnach "«,»^=אפו תד1א קאי Eine ganz ähnliche Metamorphose hat das Wort אפיקומן erfahren. Das Wort ist nichts anderes als idas griechische äsixvso^at, (wovon der r. geht und bedeutet: redeo, zurückkehren zu einer geschehenen Handlung, also auch ad coenas reddere, ״noch einmal essen.“ Als Beweiss, dass dem Talmud das griechische Wort eKpixoiiTjv bekannt war, haben sie ein ganz Aejhnliebes gebildet, wie aus der Talmudstelle daselbst zu ersehen ist und in allen nachtalmudischen Schriften aüch so angeführt wird, und zwar אפיק מן G i e b eine Nachspeise: Wir hätten demnach auch hier, glanz ähnlich wie bei אפיק ■אפותקי! Berlin. Dr. Morgenstern. Einige Bemerkungen testamentliche ־־ za Hausrath’s ״Neu- Zeitgeschichte“. (Schluss) S. 97. ״So kann man die Methode (Kelal u־Pherat), die aus dem innern Gegensatz der Begriffe operirt, angewendet finden in jenem schlagenden Syllogismus Mtth. 22, 44 u. s. w.“ Wiederum (ein greller Lichtschein auf die Quellenkenntniss H ’s! Denn jeder Anfänger weiss, dass das Kelal u-Pherat nicht :aus dem innern Gegensatz der Begriffe, sondern wie!das schon die Worte besagen, aus der Specialisirung eines allgemeinen oder au■! der Erweiterung eines speciellen Begriffes operirt Man sieht, dass Mtth. 22,44 hiermit nichts zu thun hat. Uebrigens müsste ein mit dem Talthud vertrauter gläubiger Christ sich ängstlich hüten, diese Stelle zu citiren, denn wenn eine, so bezeugt diese, dass die Jesu und den Pharisäern zugeschriebenen Reden reine Erdichtung sind, denn was müssten das für pharisäer gewesen sein, die auf die Frage Jesu vom 110. Psalm keine Antwort zu geben wussten! Aber 80 ver• fährt die sogenannte christliche Wissenschaft. Entgegen der einfachsten historischen Hegel, dass betheiligte?eugen nur mit der grössten Vorsicht als historische Quellen zu benutzen sind, werden die Evangelien, ungeachtet ihres polemischen Charakters,«als vollgültige?eugen gegen diejenigen benutzt, gegen welche sie, nach ihrem eigenen Geständniss, zu Felde ziehen. Wenn dagegen der Talmud berichtet, dass die juristische Präxis des Synhedriums eine sehr humane war, muss der gewissenhafte Historiker, ehe er dies berichtet, sich jerst verklausuliren : ״Wenn wir den nachträglichen Schjlderungen der Rabbinen glauben düjfen!“ (S. oben zu S 168.) Und bei all dieser, so oft zu Tage tretenden Unbekanntschaft mit den Quellen, wagt der gewissenhafte Historiker H. S. 97, die bestimmt auftretende Behauptung, dass an den eigenen didaktischen Reden jJesu ,kein Hauch rabbinischen Wesens haftet! «ü (S. 97.) Hoffentlich hat das treffliche Buch des Dr. Wünsche den Herrn H. eines Bessern belehrt, und er musst es sich schon gefallen lassen, dass auch den eigenen]Reden Jesu, wenigstens zum grossen Theil, ein erklecklich Stück rabbinischen Wesens anhaftet, was in unsern Augen durchaus kein Fehler ist. Hiermit wollen wir es genug sein lassen, um zu beweisen, wie nothwendig die Errichtung von Lehrstühlen für die talmudisch-rabbinische Literatur an den deutschen Universitäten ist. Aber freilich dürfen dieselben nicht mit Professoren besetzt werden, die, qaehdem sie sich 24 Stunden mit der Entzifferung einer Octavseite eines rabbinischen Textes abgemüht, denselben endlich bis auf die Abkürzungen mühsam lesen köpnem- Emden. Dr. Buchholz. I Literarische Notizen. Von Dr. L. Lewysohn in Stockholm. (Fortsetzung von No. 2 dieses Jahrg.’s.) 1 73) Der geistvolle Verfasser des interessante^ Buches ספר המדריך (Warschau 1876), Hr. M. Fröhlich, theilt in einem Briefe an mich eine Conjectur mit, die der weiteren Mittheilung werth ist. Das in der Mischna Rosch haschana 16a vorkommende 8) כבני מרון. libid. 18a die vielfachen Erklärungen) sei ein Wort כבניסרון, im Sinne von ״ נומר אחר (ומרPunkt für Punkt“! und obgleich ein Jeder einzeln das Urtheil empfängt, so geschieht es doch im selben Augenblicke וכולן! נסקרין בסקירה אחת. — Ueber die Bedeutung von נומר Punkt s. z. B. Pea 3, 2.! 74) ln Notiz No. 28 *sprachen wir über Brieftajubeu. Dieselben sind ferner erwähnt in lbn Gannach (ספר הרקמה s. 183), ^onach die Tauben in ובהמתך (Exod. 20, 10) inbegriffen sind, und deshalb שליד|ת יהעוף בכתבים בשבת אסור לנו in welcher stelle Kirchheim auf Kimchi zu Gen. 8, 7 verweist, wo sogar die Natur der Brieftauben erklärt wird. Es heisst!dort: היונה יש בה כח הדמיון להשיב שולחה דבר אחרשמוליבין אותה באותה הדרך פעם או שתים, ob hierbei ah den Gesichts- oder Geruchsinn der Tauben zu denken sei, s. m. Zoologie S. 201. 75) Tanit 16b sagt Raschi, der citirte Vers קומו ברכו (Nehem. 9, 5) findet sich in der תפלת עזרא. Nun ist’s bekannt, dass- Raschi überall das Buch Nehemias mit ספר עזרא benennt, wovon nur die Tosaphot einmal (Menachoth 100a) eine Ausnahme machen, worüber ich ausführlicher im 2. Jahrg. des Ozar Chochma jS. 17 geschrieben habe. Allein gedachter Vers ist nicht von Esra, sondern von den Leviten gebetet worden; es muss daher in unserer Raschistelle entweder: בתפלה שבספר עזרא, oder einfacher, wie in der Parallelstelle Sota 40b: בספר עזרא emendirt werden 76) Mit Bezug auf Notiz 57, betreffend למס, muss ich ergänzend bemerken, dass Dr Vidaver in St. Francisco in einer spätem Nr. des Hamagid (24 d. 21. Jahrg.) schreibt: ״ln einem zu Anfänge des vorigen Jahr)1undert8 zu London herausgekommenen griechischlatein- und englischen Lexicon ist zu lesen: X6t|״a a sea dog or dog-üsh.“ Leider vergass Hr Dr. V. den Namen des Lexioographen anzugeben. So viel ist gewiss, dass weder in Aristoteles, noch im Aelion Xajua ״Seehund“ heisst, und doch hat der Talmud so viele Thiernamen aus Aristoteles entliehen. (Forts, folgt.) Literatur bericht. Reeeasiaaei. נזירות הישנות• Die Judenverfolgungen in Speyer, Worms und Mainz im Jahre^lOSO. Aus einer hebräischen

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