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Das jüdische Literaturblatt · 1878-07-31 · No. 31. (31.7.1878) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 31. (31.7.1878)
Date
1878-07-31
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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Haa&qbrift der Grossherzuglichen Hofbibliothek in Darin• Stadt mitgetheilf von Hotes Mannheimer. Ber lin 1878. Nachdem Herr Mannheimer den Inhalt der erwähn• ten Handschrift in deutscher Uebersetzung sowohl in der allgemeinen Zeitung des Judenthums als auch in einer besonderen Broschüre bei Ad. Lange in Darmstatt poblicirt hatte, hat derselbe nunmehr auch den hebräischen Text dieses Martyrologiums in der. hebritischen Beilage von Berliners Magazin für die Wis 6eq8chtfft des Judenthums verödentliht, aus welcher es auch als Separat-Abdruck bei Benzian in Berlin zu be-' ziehen ist. Ara Schlüsse dieses Separat-Abdrucks fügt Herr M. einige Noten hinzu, zu deren erster zu beinerken ist, dass die Auffassung Berliner's, nach weicher unter den Worten אחזו אוסנות אבות zu verstehen sei, dass man Fasten und ßebete angeordnet habe, nicht bloss scheinbar (כנראה) richtig ist, sondern sich in dem Berichte des R. Elieser ben Natan deutlich angegeben fiadet, 1 wo es heisst שתפשו בידם אומנות אביתם תפלה וצדקה ותשובה וגזרו צומות. An der jon Herrn m. mehrfach und selbst da, wo von einem verheiratheteo Manne die Rede ist, dessen Frau ihren Sohn erst in vorgerücktem Alter geboren, gebrauchten Bezeichnung: ״ein junger Ma»1n“ nimmt bereits Lewin (No. 23 vor. Jahrg.) Anstoss und in der That ist diese Bezeichnung eine irrige und, wie sich jetzt zeigt, aut uncichtiger Deutung des Wortes בחור beruhende, das iai Mittelalter nicht allein, wenn es dem Namen nach gesetzt wird, wie z. B. bei ־Kalonymos ben Jehuda dem älteren und jüngeren (cfi Zunz, Literaturgeschichte S. 164 udü 166), bei R. Isaac (ef. Mordechai Kethuboth C. 10 und GA. des R. Israel aus Brünn No. 266, unter welchem wahrscbeinlieh der in Wflrzburg getödtete Isaac ben Ascher zu verstehen ist), u A., sondern häufig auch, wennes vor dem Namen steht, einen gelehrten und den Studien obliegenden Mann bezeichnet. So wird in dem Maharil, (cf. Birebath haomer Ende) Isaac Or Sarua — wohl der Sohn des Chajim ben Isaac — als בחור נחמד angeführt der bei R. Jacob Levi wegen seines Scharfsinnes in hoher Gunst stand und aiuf dessen Ausspruch letzterer recarrirte. Daher konnte man auch einen greisen Gelehrten als *!בחור זק bezeichnen, wie z. B. Rabbenu Tarn den R. Joseph aus Orleans benennt (cf. Gross in Berliner’s Magazin Jahrgang I No *21 S. 94) und Isserlein in seinen Pesakim No. 189 in Beziehung auf einen anderen nicht genannten Gelehrten thut. Dass aber jener yon' Herrn M. ,ein junger Mann* genannte R. Mescliullam ben Isaac in Worms wirklich hervorragend war und[ demnach das Prädicat הבחור wohl, verdiente, geht daraus hervor, dass er den Titel מר führte, indem im Warmser Memorbuche unter den damaligen Märtyrern in Worms מר משולם ואשתו מרת צפורה הזקנה רצח ק כנם שז&חמו angeführt Wird. Bereits in der Gebersetzung verjnuthete Herr M., dass in der Handschrift Manches., namentlich aber dieDai enangaben unrichtig seien,ohne dass er jedoch bei der Publikation des Originals eine Berichtignog ein treten Liese. So liess er die falsche Angäbe für das Gemetzel in Speyer ביום ח׳ בחדש אדר ביום הז$בת stehen, ohne zu bedenken, dass — da das Jafer 1096 im jüdischen Kalender gleich dein gegenwftrtigeu ein Schaltjahr war und auch die Feste Pes- 8ach und Schawuotb in beiden auf dieselben Wochentage fielen die Angabe בחדש אדר ungenügend sei, weil man ja nicht wissen könne, welcher Monat Adar gemeint sei wie auch der achte weder im ersten noch iu! zweiten Adar auf einen Sonnabend fiel Ebenso unrichtig sind die ־Angaben, dass damals der 10. Ijar Sonntag gewesen aej und dass das Gemetzel in Worms am 25. Ijar stattgefunden, was Herrn M. leicht ein Einblick in meine Uebersetzung des Emek habacha 8 9 ff. nebst den dazu gehörigen Anmerkungen dargethan hätte (cf auch meine Geschichte der Juden in Speyer in Frankels Monatsschrift 1863 S. 261). In gleicher Weise hätte sich derselbe davon überzeugen können, dass die in der Handschrift angegebene Anzahl der in Speyer Ermordeten ungenau, dagegen die bei R. Elieser ben Natan sich findende die richtige sei, da sie durch die Worte וכהני ועלמי נגיפו כלהם עשרה iQ dem Klageliede des Kalonymos ben Jehuda bestätigt wird. Auffallend ist, dass, während die Handschrift R. Kalonymos ben Meschullum als denjenigen nennt, der an der Spitze der sich zur Wehre setzenden Märtyrer in Mainz*) stand, sie nicht auch des R Jehuda des Grossen, von Zunz in der Literaturgeschichte S. 600 Jehuda aus Speyer genannt, Erwähnung thut, welcher im Or Sarua II § 275 als •ראש לנהי*גי daselbst ange-' führt wird, was freilich ebenso gut heissen kann, dass derselbe der erste der Ermordeten, als auch, dass er der hervorragendste unter ihnen gewesen sei. Jedenfalls aber gebührt Herrn Mannheimer für die Publication des OriginaLberichts auch nach der Veröffentlichung der Uebersetzung Dank, da sich durch jenen Manches in dieser berichtigen lässt, wie z. B. wenn S. 26 der Uebersetzung Mar Chelbo ben Moses und R. David bei! Rabana Menschern erwähnt wird, während im Original Mar Moscheh ben Chelbo und Menachem ben Rabana David steht. Was aber Herrn M. bei der Erwähnung des muthigen Simcha hacohen in Worms, der den Neffen des Bischofs erstach, zu dem im Texte durch nichts angedeuteten und mir wenigstens unverständlichen Zusätze: ,der unter ihnen thätig war“ veranlasst hat, habe ich auch nach der Vergleichung mit dem an dieser Stelle ganz verständlichen Originale nicht ermitteln können. Dr. M Wiener. Bartwtrf Or. Jfcahmer in Magdeburg.!)rock von C. Scharnke in Notiz. * Durch den Aufsatz des Hm. Dr. Tauber in No. 26 dies. Bl. auf die 3, Recension des von Jellinek in seinein Beth-Hamidrasch VI edirten Chanuka-Midrasch auftnerksam gemacht, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass eine Benutzung dieses Midrasch bereits in dem יוצר לשבת ראשון דחנוכה beginnend אודך כי אנפת vorliegt. D8ö vierte der Edicte ist dort ausgedrückt mit den Worten:ידידות בית לאיש כלמון׳ ישכבנה אז תחלה ההגמון• Auch der Erzählung, wie gerade durch ^dieses Edikt die Auflehnung Juda’s bewirkt worden sei, geschiehr dort mit genügender Ausführlichkeit Erwähnung, nur ist es dort nicht Hannah, die Tochter des Mathathias, sondern eine Tochler des Jochanan, welche zur makkabäischen Erhebung Veranlassung giebt. (Vgl. Jozeroth ed. Arnheim S 17.) Rieslau, den 8. Juli 1878. B. Ritter. *) Da!lag Gemetzel in Mainz am 3. Siwan stattfand, 80 bezeichnet Samuel ben Jehuda in seinem Sulath für den Sebbath vor 8cbawuoth£dieseu Tag ganz richtig mit den Worten ליום מצות דעבלח, welche jedoch ivnheim, dies nicht beachtenden seiner Jozeroth-Ausgabe nicht genau wiedergiebt, wenn'er: ,an einem der Hagb&ha-Tage* Uhersetzt. Es muss vielmehr heissen : an dem Tage, an welchem die Abgrenzung anbefohlen wurde, — was bekenntlich am 3 äiwan der Fall war. An derselben Stelle sind bei Arnheim die Worte סמוך לחג השבעות durch ,nach dem Woehenfeste“ übersetzt, was sicher nfir Druckfehler ist für: nahe dem Wochenfeste. Berichtigung. In dem Aulsatz ,Die ureprüngliclie Gestalt etc.“ in Nr. 29, Z. 19 ist statt: auf-teigend z 1 : auf eine liir ihn besonders augelegte Belehrung. S 115, 1. Sp., Z. 15 sc : Erkenntniss 1■ 1■ Keuntniss. Z 42 z. 1: war die Verletzung zu befürchten. Z. 44 st.: der Feste z. L: des Festes. Z. 57 st reehabt z. 1.: geholt. : des Festes, Z. 57 st r gehabt z. 1.: g: Barby. Verlag von Robert F'rierfe in i Leipzig.

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