Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 30. (24.7.1878)
- Date
- 1878-07-24
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Vers anführt. 3) halte H. hundert solche(■ Beweise im Talmud finden können zur Eruirung *.csetzlicher Normen und sittlicher Wahrheiten, und selbdt der Ausspruch R. Me'ir's von dem Staube, aus dem Adam geschaffen wurde, ist vielleicht gar nicht 80 ״fürwitzig“ wie H. meint (cfr. Jalkut Beresch. ed. Zolkiew!1858 No. 13 aus Pirke di R Elieser). Aber H verräth jseine Quelle in der nächsten Note S. 37 selbst: Eisenmenger (recte ״Giftmischer“). Entdecktes Judenthum Aber1 auch die aus dieser Quelle angeführte Stelle: Jarchi (recte Raschi) zu 2 Mos. 22, 31 (recte 30), wo die Heiden mit Hunden verglichen werden sollen, emhält kleinen Beweis משני כתובים, sondern מקל וחימר. Uebffigens fehlt in unseren Raschiausgaben das, was eigentlich bewiesen werden soll: לכלב כבלב vergl. Mechilta Mischpatim. 20. H halte eher Raschi zu Pessachim 22a oben anfiihren sollen, aber woher nehmen, wenn es nicht in Eisenmenger steht? Auch die falsche Anschauung von der Agada des Talmud ist für einen Mann der Wissenschaft wie H. charakteristisch! (Schluss folgt.) המגדל כלב רע בתוך ביתו מונע חםד! מביתו׳ שנאמ' למם בלשון יוני קורין לכלב למסד p״ מרעתו חסי שwer׳einen bösen Hund im Hause hält, der entzieht seinem Hause — weil die Armen nicht hineingehen können — die Gnade; denn in Hiob Cap. 6, 14 heisst es: ״er entzieht[ seinem Nebenmenschen Wohlthat“, und im Griechischen heisst der Hund למס• Ein höchst glückliches Wortspiel, das hebräische למש mit dem griechischen למס■ Das Englück .׳st nur, dass im Griechischen der Hund nicht heisst., Ich glaube auch hier;eine glückliche Lösung der Stelle gefunden zu haben, und zwar durch Metathesis, wenn man מלש statt למס setzt und so das adj., M1foj:3׳׳>; erhält! E|ie milesischen Hunde waren wegen ihrer Grösse und Wildheit bekannt. Der Talmud bezeichnet somit nur die Race, wie wir auch in unserm Sprachgebrauche das Wort ״Hund‘‘ weglassen und nur die Gattung bezeichnen. Somit wäre das Wortspiel wenn auch nur gezwungener Weise, *ו!״(1זג=מלם=למם נ•."; gegeben. (Schluss folgt) zu«!אפיקומן• Kein im Talmud vorkommendes griechisches Wort hat so viel e Ausleger und Erklärer, jedoch so we!nige glückliche Lösungen gefunden, als das Wort אפיקומן. Es ist meines Wissens — auch nach der von Dr. Rothschild in No 19 d. Bl. gegebenen — noch keilte Erklärung da, die die Wi»seuschaft als eine, wenn auch nur anscheinend richtige verzeichnen könnte. Das Wort harrt noch immer seiner Lösung. Die Sache befindet sich noch s. z. s. sub lite, und ich möchte mit meiner unmassgeblichen Meinung den compeienten Dichtern nicht vorgreifen. Dass das Wort griechisch ist,ן stellt ausser Zweifel Die Frage ist nur die: welchem griechischen Worte entspricht es? Elias Levita erklärt es für ,istxa^ov. Mussaphia schreibt ihm diesen Kehler nach. Das Wort kommt in keinem griechischen Lexicon vor, wie schon Buxtorf bemerkt. Ich glaube das richtige griechische׳ Wort dafür gefunden zu haben, und י zwar werde ich aus der betreffenden Talmudstelle daselbst beweisen, dass die von mir gegebene Erklärung dem Talmud bekannt war. Bevor ich jedoch zur nähern Erklärung des Wortes schreite, will ich erst an eänigen Beispielen zeigen, wie der Talmud überhaupt mit!fremd- Wörtern, namentlich griechischen, verfährt. Ein berühmter französischer Diplomat sagt:[ ״Les verbes ne sont les signes, inais les si n ges des idöes“ : also nicht die Zeichen, sondern die Affen der ,Ideen Ein geistreiches Wort, nicht nur passend für den diplomatischen Salon, sondern auch für die Wissenjschaft, wenn sie Wahres entstellt und dafür Falsches unterstellt. Alle im Talmud vorkommenden griechischen Worte sucht der Talmud, so es nur scheinbar möglich ist, durch ein Wortspiel ins Hebräische oder Aramäische zu übertragen Es liegen dafür zwei Vermuthungen nahe: entweder um das Griechische, das bei ihnen verpönt war, zu verdecken, damit die heilige Schrift nicht durch Graecismen entweihet werde, (Vergleichp Maimonides in seinem Mischna-Commentar zu Terpmoth, Mischna 1 ) oder um ihren Scharfsinn zu bekunden, wie man aus einem griechischen Worte ein^rein, seinitisches bilden kann. In Trakt. Sabbath 31b. lautet eine Stelle: ״Eines nur verlangt Gott von dir: die Gottesfurcht“ und als Beleg dafür wird der Vers aus Hiob C. 28,28 angeführt הן יראת אדני היא חכמה und nun erklärt der Talmud שכן ב לשין יוני קורין לאחת הן das Wort 7> für griechisch; denn im Griechischen heisst Eins Eine zweite Stelle, die bis jetzt noch keine Erklärung gefunden, ist die Sabbath 63b. Die Stelle lautet: של Literaturbericht. Recnslain.!מענה : מאת א־ב׳ן י׳ל׳ר,. Brody 1878. Werber’s Wittwe. 1 Die unter obigem Titel erschienene Broschüre des anonymen Verfassers ist eine ״Entgegnung“ auf eine sehr absprechende Kritik des biographischen Werkes עיר הצדק;(von J. M. Zunz 1874), unter dem Titel מפלת עיר הצדק im Haschachar von Joel Dembizer aus Krakau. Das erwähnte Werk habe ich seiner Zeit in dies. Bl eingehend besprochen, es hat auch in andern jü; dischen Blättern günstige und anerkennende Besprechungen gefunden. Der Verl der Entgegnung hat es sich zur .Aufgabe gemacht, die schonungslosen oft im verletzenden Tone geführten Angriffe des Krakauer Kritikers zu widerlegen. Es ist in der That bedauerlich, dass ein Gelehrter ein literarisches Werk in so gereiztem Tone behandelt; dies berechtigt zu der Annahme, dass dieser Kritik nicht ein wissenschaftliches, sondern ein anderes Motiv — der anonyme Verfasser meint ein Familienzwist — zu Grunde liege Was die Broschüre selbst betrifft, so hat der Verf. die meisten An• griffe gut parirt Es ist nur Weniges dazu zu bemerken s. 9 z. 11 das העלה בחקירותיו sich wohl auf die Anmerkung in עיר הצדק S. 4 beziehen. Ich weiss indessen nicht, ob nicht auch die Anmbrkung von dem eigentlichen Verf. herrührt. Daselbst Z 6 betreffs des Sterbejahres des ב׳יח findet zwischen Zemach David und Asulai dieselbe Differenz statt, da musste für den Verfasser des ע״הצ der Grabstein ent* scheidend sein. 3. 11 herrscht etwas Unklarheit. Schon der Unterschied der Namen ״Meisel’s“ und ״Rrisels“ spricht für die Ausführungen des Verfassers des עה״צ, ohne dass Titel .und Werihbezeichnung der Person in Betracht gezogen zu werden brauchten, wenn nicht dort ein Druckfehler vorhanden ist S 13 letzte Reihe soll wohl heissen ימהרל ^שק wie auf der anderen Seite Z. 9 von unten, S 20 Z. 21 soll wohl heissen המחבר statt המבקר. S.' 27 Z. 7 nach סה״ד ist das Werk״ מ״נ im Jahre שע״ו gedruckt, also lange vor dem Tode des Verfassers, s. 34 z. 13 מספח האותיות המנוקדות עולה שצ״ז S°H dies das Todesjahr des מנ״ע bedeuten, derselbe ist nach Zemach David שצג und nach Asulai *) Ina Jeruschalini Baba kama 7, 7 wird dieselbe Stelle angeführt, ohne über die Erklärung שבן בל״י ושן׳ hiniuiufBgea. Es scheint demnach, dass dieses dem Talmud Juruschalmi entlehnt und von einem spätem Abschreiber als Randglosse hinsage• fügt wurde.