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Das jüdische Literaturblatt · 1878-07-10 · No. 28. (10.7.1878) · p. Seite 111

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 28. (10.7.1878)
Date
1878-07-10
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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denen 'die Lehrer des Volkes mit freudiger Vorliebe sich zuwenden, um aus ihren charakteristischen Zügen ein sprechendes Bild der religiösen Zeitströmungen und .Richtungen hervortreien zu lassen. In ihrer typischen Bedeutung sind die »vier Söhne“ aus der Sphäre weihevoller GemüthswBrme und belehrender religiöser Krbauung entrückt und in das kainpfumwühlte Gebiet der Partheistandpunkte getragen worden. Der »weise Sohn“ ist das Ideal des radikalen Reformers und nich! minder gilt er dem die besonnene Mittelstra«se Einhüllenden als der Repräsentant seines Ideals. Die Trotzor hodoxie verschmäht es durum doch nicht, seine Weisheit, sich zuztischreiben und erhebt ihn auf ihren Schild — natiirlich zum herausfordernden Kampf. Der ״mis?ralhene Sohn“ hat überall eine gleich tralurige Rolle, die des abschreckendsten Beispiels. Auch die beiden letzten sind nicht leer ausgegangen, ihneh sind an dem grossen Weltdrama die Nebenrollen zugetheilt. Von aller Welt in so hochwichtigen Angelegenheiten so eitrig umworben zu sein, ist doch wohl ein beieidenswerthes (Rück. Allein wie kein Erdenglück ganz und vol 1, so sind auch sie dem Geschick der Wandlung und Umgestaltung anheimaefallen. Denn die G estalr, in we eher die Pessachhagada sie uns übermittelt, ist nicht die ursprüngliche, in der die ,vier Söhre“ das Licht der Welt erblickt; wie sie hier erscheinen, sind sie bereits den allgemeinen Weg des Wechsels jund der Umbildung gegangen. Diese Behauptung, dii der altehrtfvürdigen Autorität der IVssach-Hagada keineswegs nahe treten will, soll in der hier folgenden Jltarlegung begründet und siehergestelit werden. j Es liegen ausser der Relation der Pessacln-Hagada, (von Jalkut abgesehen*), noch zwei andere (vor, die der Mechilta (Cap 18 edit. Kriedmann) und die des Jeruschalmi (Pesachim Ab. 10, II. 4), jenä stimmt II. über- bis auf wenige formale Unterschiede mit der P.f ein. diese weicht in Bezug auf Inhalt, und Form von den genannten wesentlich ab Dem Quellenverbältniss zwischen P-H. und Mech wollen wir vorläufig nicht naebspüren, am Schluss der Auseinandersetzung wird diese Kruge ihre Erledigung li iden. Zur Vergegenwärtigung der hier vorzunehmendea vergleichenden Prüfung stellen wir hier die Helation der Jeruschalmi der Fassung der P.-H und Mech. — der P(.-H. den Vorrang einräumend ob ihres unzweifelhaft gezeugten hohen Alters — folgeuderma^senl gegenüber: Jeruschalmi. תני ר' חייה כנגד ד' בדם דברה תורה בוחבס בן רשע בן טיפש בן חכם מהו אומר מה העדות אותנו־ אף אתה אמור לו כי בחוזק יד י ♦ בן. ישע מה הוא אומר מה ד׳עבודה מה הטורח הזה שאתם מטריחים עלינו בכל שנה ושנה מביון שן,יציא את עצמו מן הכלל אף אתה אמור לו בעבור זה עשה יי' לי׳ לי עשה לאותו האיש לא עשה־ היה אותו האיש במצרים לא היה ראוי להגאל משש לעולם• בן טיפש מהו אומר מה זאת אף את למדו הלכות דפסח שאין מפטירין אחר הפסה אפיל,ומון שלא יהא עומד מחבורה זו ויכנס לחבורה אחרת• בן שאינו יידע לשאול את פתח לו תחילה_ *) Jalkut entlehnt augenscheinlich der Mech., und ner Relation enthaltenen Varianten werden nicht unberücksichtigt bleiben. Pessacb-Hagada u.!Mechilta. כננד ארב^ה בנים דברה תורה (נמצאת אלבעה בדם הס .Weh] אחד חכם | ואחד רשע ואחד תם ♦ חכם לוהו אומר אתכם (•» אוהד)| ואף אתה אמור לו כהלכות; הפסח (פתח לו בהלכות 4) אין מפטירין אחר הפסח אפיקומן רשע מהו אומר * לכם ולא לו• ולפי שהוציא אוק עצמו מן הכלל כפר בעיקר (וקפד .M) ואף (אף .M) אתה הקדה את שניו ואמור לו לי ולא לו׳ אילו היה שם לא הוד, ננאל (לי ולא לך •1M תם להו אומר מה זאת ואמרת אי^יו בחוזק יד ♦ ושאינו יודע לשאחל את פתח לו שנאמר והגדת י י! die in sei• Die hier herVorti etendeo Differenzpuafe te sind 80 augenfällig und heben theil gegenüber den P. sich so nachdrücklich von selber ufzählung abgesehen werden kann. Ware der’ nicht selten verhi.ngnissvoll ab, dass von einer ins Einzelne gehende f der Verschiedenheiten der erste Eindruck, wird, auch in krilischen Fragen entscheidefad, so ber fände sich die Relatiofa des Jerusch, unbedingt im Nach■ .-H. und Mech Nicht für Recht geltende AJacht der Gewohnheit blos die spricht zu Gunsten der letzteren] Die Behandlung de* טיפש im Jerusch, steht in zu (grellem CoDtrast zu ier in der P.-H. überkommen defe תם und חכם und scieint auch* durch sich selbst der 'Logik Hohn zu spr!sehen; das Urtheil (fühlt sich dac.urch um so mächtigei von dem Gewohnten ungezogen, Man wäre durch den empfaagenen Eindruck versucht im Jeruseh. eine durch Absehreibersünden 'erstandene Umdrehung at zunehmen und das Werk kritissher Res'ituirung zu lies tim men. Indess es ist Sache der Prüfung, solches Andrängen zu Überwinden, und sie führt zu dem Ergebaiss, dass gerade die Relation des Jer. die ursprü!gliche ist. Die Relation des Jer., die wohl als Bors itha gelten kann, scliliesst sich en^ an den Passus der Mischnah (Pesachim Ah. 10, H. 4): ׳ •ולפי דעתו של בן אביו מלמדו Die ארבעה בדם falden zu demselben iine erläu- K ternde Ausführung. Mit dem Namen R Chija’9, des berühmten Boraithalehrers. und Sammlers, wird diese Boraitha angeführt Die über R Chija’s Verhalten zur Jugend in der talmudischen Literatur übörlieft rten Zeug- nisse, — von denen besonders hervorzuheben das Kethu-, both 103b enthaltene (Sch Frankel, introdictio in T. jer. S. 8|) — räumen alle Bedenken bezüglich der Autorschaft hinweg. Neben d r Lehrtätigkeit für Erwachsene pflanzte R Chija <(ie Lehre des Judenthums in die kindliehen Gemüther; er \land|te sich dem Jugen!unterricht libevoll und opferwillig zu. Für ihn war der in der Misch »ah verhandelte Gegenstand der Jugen 1 belehr ung in feierlicher Kestesstunde eines der anziehendsten Themala, das er im kindlincben Gemüth und im heiligen Schrifutort sorgfältig lörschend mit Liebe e ■fasste und in so sinnig treffender Weise bereicherte. Die ״vier Söhne“ dürfen darum R. Chija nicht streitig gemacht werden, er hat volles Anrecht, dass sie fürl sein eigenes Werk gehalten werden. Betrachten wir die Ausrüstung, welche diesen Gestalten der Kind^rweU von ihrem wohlwollenden und einsichtsvollen Meister verliehen ist. . (Schluss!folgt.) Tendenziöse Aenderangen der Lesart bei den LXX und bei Josepbu!s. Herr D1-. Löwj weist in Nr. 25 d Bl. auf die bei Josephus häufig absichtlich übergangene!Erwähnung der Beschneiduug. Scfaon das Gebot der Beschneidang ‘ an Abraham wird nur ganz kurz von Josephus erwähnt. Die Vornahme derselben durch Josua in Gilgal übergellt derselbe vollständig. Ueber die Art, wie David sich die Michal verlobt, differiren die L'XX von unserem Text in der״ Zahl, indem David nach unserem Texte 200 Philister erschlägt, (statt der verlangten 100), und nach den LXX nur 100 und nicht mehr Eis scheiut diese Differenz ein Ausgleiehversuch zwischen I. Sam. 18,27 und 2. Sam. 3,14, wo David selbst ntjir die Zahl 100 angiebt., , , Da־s Josephus die Beechneidung zu ermähnen unterlasst, so olt es angehfc, lag wohl nur in dem Um-; stunde, weil diese den Spott'der Heiden imj AUgemei- ’ nen erregte, — und für diese schrieb Jösephjus sein Geschiehtjswerk —, und er den Spott vermeiden (wollte. In seinen ( Zeiten war die Beschneidung ja poch nicht verpönt.

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