Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 23. (5.6.1878)
- Date
- 1878-06-05
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
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hinterlassen hätte zu Jedermanns Controte und Repitidon! Mit weniger gutem Gedächtniss Begabte mögen sieb Schriftliehe Notizen hergestellt haben, allein dieselben wurden nicht verbreitet und es ist ihnen keinerlei Gewicht גז nd Autorität beigelegt worden. Cidrte man eineMischna BehtHs I Lösung eines gestellten Problems oder eines aufgefal-N lenen Widerspruches geschah es immer mit den Worten תא שמע, entsprechenderweise heisst es um Schlüsse der Deduktion שמע מניה. Versuchte man gegen eine halachische Entscheidung eine Mischna ins Feld zu führen, so beginnt die Discussion mit den Worten והא א'!2כא שמעינין לךן• Die Wahl dieser Ausdrücke muss gewürdigt' werden‘) j aus ihnen erhellt, dass die Hälacha's immer blos vom Hören, nie aber durch Lesen gekannt waren. Sonst würden wir ganz anderen Formpln begegnen. (Forts, folgt.) I Literaturbericht. Becensionen. Tötterniann, Aug., R. Eliezer ben Hyrcagos sive de vi qua doctrina Christiana primis seculis ülustt'issimos quosdam Judaeorum attraxit. (Schluss.) An die eigentümliche, herbe, abwehrende Ausdrucksweise des R. Elieser knüpft dann der!Talmud die Räthselfragen und Antworten an, die von Herrn T. vorangestellt worden, in Joma aber nur zum!Beweise dafür dienen, dass R. Elieser da nicht anderer Meinung war, als seine Genossen, sondern, ״dass er aiö Etwas lehrte, was er nicht von seinem Lehrer gehört“, wie denn auch noch eine verletzend harte Antwort, von ihm einer klugen Frau gegeben, angesehlossem wird. Die abweichenden Lesarten der Tosefta über den ersten Theil hier zu erörtern, scheint nicht angebracht. Dagegen darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Räthselfragen in der Tosefta (Jebamoth K. 3.), wo über erlaubte und verbotene Schwagerehen abgehandelt wiijd, ganz Elieser: Soll er von der anders lauten und zwar: Sie trugen den R. Soll der Bastard erben? da sagte er ihnen: von der Schwagerehe entbinden? — Soll er ( Schwagerehe entbinden? Sagte er: Soll er erbeb? — Sie zu ihm: Soll man sein Haus tünchen? Er zg ihnen: Soll man sein Grab tünchen? (das würde, wen|n es sich auf Jesus bezöge, ihn als Leichnam zeigen, desfeen Grab verunreinigte. Es enthielte also eine Leugnung seiner Göttlichkeit!) Sie zu ihm: Soll man Hunde,grossziehen? Er zu ihnen: Soll man Schweine grosszielten f Er zu ihnen: Soll man Hähne grossziehen? Auf dieselbe Gegenfrage sagte er: Soll man Kleinvieh gropsziehen? Als ihm das zurückgegeben, erwiderte er: $011 man den Hirten retteD vom Wolfe u. s. f., ähnlich wie im Talmud. Mag doch Herr T. Zusehen, ob er diese Ausführung ebenfalls so leicht umdeuten kann. Wir können ihm nur zugeben: Herr, dunkel ist der Rjede Sinn! Aber die Beziehung auf Christus ist nicht erwiesen, und noch weniger in welchem Sinne R. Elieser dabei betheiligt ist. "Eben die Talmudstelle, welche S. 11) angeführt wird, von den Vier, die in den Pardeiss gekommen und von denen nur R. Akiba unbeschäcigt heimgekehrt, liefert den Beweis, dass R. Elieser r ie gnostischer oder christlicher Anschauung ist verdächtigt worden, denn sonst hätten die ihn gebannt es!sicher zu ihrer Rechtfertigung hervorgehoben. Ausserldetn gibt ja Hieronymus in Esaiam (10, 14 bei Graetz III. S. 434) ,J Dasselbe Wort wird in noch anderen VVendungep gebraucht, wie z B. in der Redeform: ]"PS אימור ד קם ע ת ליה לר״א בשאר איסורין מי שמעת ליה ♦ ♦ ♦ Pe8acb״Q 27a u■an un׳ zahligen anderen Stellen. R. Elieser bis einen Hauptvertreter der dem Christen■■ thume feindlichen, pharisäischen Richtung an. Dass die Untröstlichkeit des Tanaiten darauf sich bezog, dass er auch nur in den Verdacht des טינות, (hier bezeichnet es den Christusglauben, wie es besonders die Parallelstelle Tosefta Chulin K. 2 erweist. Ueber מין im Allgemeinen können wir uns hier nicht weiter verbreiten Dem Zweifel möchten wir jedoch Ausdruck gehen, ob es durchgehends die Judenehristen und nicht auch andere, mehr heidnisch gefärbte Sectea bezeichne.; Hinweise darauf verdanke ich meinem geehrten Freunde^ Herrn Dr.' Levy, Docenten an der Hochschule in Berlin) habe gerathen können, und nicht, dass er den Herrn verleugnet, das sagt jedem nicht Voreingenommenen der von Herrn T. wieder weggelassene Schluss: 9) שעברתי עלc.ונתפסתי על דברי(ישו דברי תורה הרחק מעליה דרכך ואל תקרב אל פתח ביתה כי רבים חללים הפילה (bis hierher Talmud Abod. Sara u. Midr. Koheleth mit Varianten) ׳שהיה ר אליעור אומר לעולם יהא אדם בורח מן הכיעור ומן הלומד, לכיעור »Ich wurde ergriffen wegen Jesu, da ich übertreten das Wort der Schrift (Sprüche 5, 8): Entferne von ihr deinen Weg und nahe nicht der Thür ihres Hauses, denn zahlreich sind die Erschlagenen, die sie gefällt. Denn R Elieser sagte: Stets lliehe der Mensch vordem- Hässlichen (oder Schlechten) und was ihm ähnlich ist.“ Darin spricht sich wahrlich keine Verehrung aus! Herr T. hat nur! den einen Ertrag ,seiner Mühen erzielt, dass er in ״ ממקומות הטנופת באו; למקום הטנופת י^כוVom Schmutze )kommen sie, zum Schmutze mögen sie gehen“, ein ungeschriebenes Wort Jesu entdeckt hat. Ueber die Verspottung.eines Judenehristen durch R, Gamaliel und. seine Schwester, die Frau des R. Elieser, hätte unser Verf. erst: ״Güdemann’s religiousgeschichtliche Studien“ S. 70 ff. Nachlesen sollen, bevor er daraus Kapital für seine Behauptung zu schlagen versucht. Da nun R. Elieser in den Bann gethan wurde, nicht weil er in der Theorie, sbndern weil er in der Praxis'anders entschieden als dje Majorität es beschlossen, da bei dieser Excommunikjation auch nicht eline leise Hindeutung auf minäische: Ansichten des Tanaiten erfolgt, (Weiss’s eigenartige!Auffassung des R ■Elieser in seinem דור דור ודורשיו häitteHerrT. nicht unbeachtet lassen dürfen,obschon auch wir *ihr nicht bei treten!) so fällt jede Stütze tttr die Behaujptungen unseres Büchleins, Schliesslich dürfen wir selbst das Lob, welches Herr T. dem R. Elieser ertheilt, niieht unbemängelt lassen. Dieser hat die Güter, welche sein Vater ihm allein zuwenden wollte, zurückgewiesen,! und darauf soll sich die in Uscha getroffene Bestimmung beziehen, dass man nie mehr als seiner Güter weggeben dürfe — denn R. Elieser habe unjttdisch in eiiristlicher Milde gehandelt. Abgesehen davon, dass von ״seinen“ Gütern gehandelt wird und nur allzu verschwenderischer Wohlthätigkeit Schranken gesetzt werden sollen, hat R. Elieser in dem erwähnten Falle wohl edel, aber auch ganz vernünftig gehandelt; denn, wie Genes. Rabba c. 42 berichtet, (was Herr T. wieder übersehen) ואיני אלא שוד, בם כאחי nich wi^ aa ihnen nulr denselben Antheil haben, wie meine Brüder“, .׳ hat er dbs ihm gesetzlich Zustehende .erhalten und angenommen! Ja, Herr T., zu solchem Thun bedürfte es nicht!erst einer sp'ecitisch christlichen Moral. Erb- ,. sclileicheirei ist nie ein jüdisches Laster gewesen. Durch- ■ suchen sjie doch die Geschichte des Judenthumes, vergleichen Sie sie mit der änderer Religionsgemeinschaften . — und (dann strafen sie mich Lügen! Hier gilt’s viel eher: Was ihn Ihnen zum Christen macht,* das macht ihn uns jzurn J uden! Dass stilles bescheidenes Wohlthun echt jüdisch ist, belegt die hohe Schätzung des •.׳ לקט, שכהה, פאה, die Gebote der Nachlese, das Verges*