Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 22. (29.5.1878)
- Date
- 1878-05-29
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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' aich nicht selbst vor Hitze and ebenso v/»r Kälte') schützt, dadurch dem Tod verfällt. Siebentens: Ein schwacher Beweis, den er von einem der Monotheisten hört, und er meint non, dass Alles ebenso sei [and.spottet darüber; von diesen heisst es:* *)] ״Sie verlachten sie und spotteten ihrer“ (IL Chron. 3,10). Sie las-; sen sich nichl beikommen, dass, wenn Jemand theure! Kleider verkauft, ohne ihren Faltenwurf darlegen zu können, dies den Kleidern durchaus nichts von ihrem / ׳ Werthe nimmt Achtens: Wenn Jemand mit einigen der Monotheisten in Streit liegt, und dadurch sich verleiten lässt, auch ihren Gott zu hassen; von diesen heisst es: ״Mich vernichtet meine Leidenschaft, denn dein Wort haben imeine Feinde vergessen.“ (Ps. 119, 139.) Der Thor wass nicht, dass sein Feind ihm nicht so;sehr zu schaden vermag, als er sich selber schadet; : denn sein Feind hat nicht die Macht, ewige Strafe und i Qual über ihn zu verhängen. Wer aber in seiner Lefeensftlhrung von den Lehrmeinungen’) abweicht, weil er über Verse der Bibel anderer Ansicht ist und in I Trakt. 1 Trakt. 4. Von Gehorsam und Abfall, 5. Von Verdienst und Schuld, Trakt. 6. Von der Seele, vom Wesen was darauf folgt, des Todes und Trakt. 7. Von der Auferstehung der Todten, Trakt. 8. Von der Erlösung Israels, Trakt. 9. Von Lohn und Strafe, Trakt. 10. Was für den Menschen das er hienieden thun 8011. Gute ist, das In jedem Traktate werde ich zuerst davon ausgehen, was Gott uns kund gethan und wie es durch Vernunftbeweise aufrecht zu halten ist; alsdann werde ich diejenigen, die sich dafür und dagegen ausgesprochen laben, anführen, soweit sie mir bekannt sind, und angeben, welche Gründe sich dafür und welche Einwände sich dagegen geltend machen lassen. Den Schluss sollen die Beweise der Prophetie bilden, soweit sie dem jeweiligen Inhalt des betreffenden Traktates entsprechen. Möge Gott mich, wie jeden, der dies Buch studirt, leiten und mich meinen Wunsch erreichen lassen um Seines ihnen etwas erblickt hat, was ihn abführt, — oder er hat zu Gott gebetet, ohne erhört zu werden und etwas verlangt, ohne es zu erhalten —, oder er hat Gottlose straflos ihr Wesen treiben sehen — oder er wundert sich, wie die Herrschaft der Gottesleugner sich erhalten kann, — oder er sieht den Tod alle Menschen ohne Unterschied hinwegraffen — oder die Lehre von der Gotteinheit, von der Seele, von Lohn und Strafe leuchtet seiner Vernunft nicht ein — all dies und was dem gleicht, werde ich jedes einzelne in dem ihm zugewiesenen Traktat und in dem ihm zusteheDdea Abschnitt behandeln und darüber nach Kräften spreehen und ich hoffe, dass ich die Erwartung derer, die darnach ihr Leben führen, befriedigen werde, so Gott will. Da nun die Darlegung bis hierher gediehen, halte ich es für angemessen, den Inhalt des Buches und die Zahl der Traktate anzugeben und will ich alsdann zu ihrer Auseinandersetzung übergehen. Zum Beginne werde ich stets die Angabe, wie die Propheten sich darüber geäussert, voranschicken und hernach die Vernunftbeweise hierfür.herbeibringen, wie ich dies bereits angekündigt habe. Die Traktate dieses Buches werden sich auf zehn belaufen und sprechen Trakt 1. Trakt. 2. Trakt 3. r *) Der Sinn dieser Worte ist, dass die eine Seite einer Betr&ehtang nicht massgebend sein darf, und dass man selbst Satt and Gegensatz za prüfen habe. Die ält, Uebers. gibt hier Folgendes: ולא ידע שאלו היה מסתפק כל ימי חייו וכל־ חפציו וכל צו$יו במפעל אחד או במרה אחת ככר נעשה [כעור ו] מדולדל ונם לא ידע כי אם לא יאמין כאמתת שני מדעים ישני מעשים כבר אינו יבול להסתר מן הצנים והחמץ־ן י) Dieser Zasatz im Text bedarf keiner weiteren Rechtfertigong, er ist der Sit Uebers. entnommen. *) הדעות bann hier nur heissen ״religiöse Lehrmeinungen*. Die Sit Uebers. giebt diese Stelle wieder: ,®אכל מי שהיה חלו בשביל מקראות אשר לא ידע פתרונם ותעה וב' Von der Welt, dass sie und ihr gesammter Inhalt geschaffen ist Dass der Schöpfer Eimer ist Dass Gebote und Verbote von ihm ausgegangen. 74 und Seiner Frommen willen! Gerne erhört Er. (Schluss der Einleitung.) Einige talmndis^he Termini, kritisch beleuchtet von Dr. J. S. Bloch in Brüx. Hat Juda Hanassi die Mischna schriftlich abgefasst, oder blos mündlich den Halachastoff geordnet den Schülern vorgetragen? Diese Frage ist in ueuerer Zeit vielfach Gegenstand der Erwägung und Erörterung gewesen. Man hat sie gründlich geprüft und auch leichtfertig wegkritisirt. Dass sie aber auch bedeutsame Consequenzen hat für das Tosefta-Problem, dass eine Klärung mit Bezug auf jenen Streitpunkt leicht geeignet sei, die Entstehung der inofficiellen Nebenhalacha zu erklären, ist mir im Laufe meiner Studien zur Untersuchung der Tosefta zu Bewusstsein gekommen. Dieser Umstand nöthigt mich, bevor ich meine l'osefta-Artikel fortsetze, jener Frage meine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Luzzatto und Rapaport waren die Ersten, welche in neuerer Zeit mit aller Entschiedenheit und der ihnen zu Gebote gestandenen reichen Gelehrsamkeit für die Ansicht eingetreten sind, dass zu Zeiten der Amoräer der Mischnacodex noch nicht in schriftlicher Abfassung vorhanden, und blos der mündlichen Tradition anvertraut war. Die gewöhnliche Schulmeinung konnte sich jedoch zu dieser noch mehr als unwahrscheinlich lautenden Hypothese nicht bequemen, wenn sie auch den tüchtigsten und gediegensten Talmudkenner und -Commentator, Raschi, zu ihren Vertretern zählt Direktor Frankel versuchte ihr mit wissenschaftlichen Gründen und positiven Beweisen entgegenzutreten. Weiss ״Zur Gesch.“ II. p. 210 findet die Hypothese der ״mündliehen Lehre“ geradezu widersinnig und lächerlich. Er hat sich übrigens die Sache sehr leicht gemacht; er stellt sie so dar, als ob die gegnerische Hypothese nicht etwa wissenschaftliche Anhaltspunkte, sondern blos die persönliche Autorität Raschi's zur Stütze hätte. In der That aber haben Luzzatto wie Rapaport für ihre Anschauung der positiven Beweismomente sehr zahlreiche und von höchster Bedeutsamkeit aufgeführt. Sie zu wiederholen finde ich keine Veranlassung, ich möchte vielmehr einiges Neue zur Lösung der Frage beitragen. Eine kritische Prüfung der talmudischen Discussionen, der scheinbar ganz sonderlichen Art, in welcher einzelne Widersprüche in der Mischna Lösung und Aus-