Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1878-05-01 · No. 18. (1.5.1878) · p. Seite 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 18. (1.5.1878)
Date
1878-05-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/5367336-6488234-8755624--1006-4854458
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

> S. 63. Die Uebersetzung von Joma 23 ist durchaus unklar und auch materiell unrichtig. 6• 65—67. Diese Seiten gereichen dem Verf zur hohen Ehre. Er zeigt 6ich hier wie auf S. 7?—75 als wahrer Gelehrter. Zu Seite 72 ist blos zu bismerken, dass אל תה* מפליג לבל דבר m't: r,halte nichts für unmöglich“ zu. übersetzen ist, — wie der Nachsatz zeigt. 8. 186. Anmerk. Die Erzählung von Simon ju- 8tu8 mit dem nasiräisclien Jüngling (Ned 9 ja., Nasir 4 b.) berichtet der Verf. durchaus falsch: ״Nuf Einmal, wo ein Nasiräer zur Einsicht gelangt war, dt» Nasirgelübde verleite zur Eitelkeit und deshalb uni Lösung desselben den Rabbi anging, ass er von seinem Opfer und zollte ihm Beifall.“ Das ist offenbar ein Missverttändniss. 8. 191. Das Zeichen, welches der Prophet zu geben hat, um seine göttliche Sendung zu bekunden, hfiess nicht סימן sondern אות oder מופת. 8 198. Die Talmudstelle Berachot 5 a. ist unverständlich und unrichtig wiedergegeben s. 200. הוי מחשב הפסד מצוד. כנגד שכרה heisst nicht: ״erwäge den Schaden einer Pflicht Verletzung gegen den Lohn der Pflichterfüllung“, sondern den Schaden der Pflichterfüllung gegen ihren Lohn, 8. 243. Dem Verf. ist die Bedeutung dQs Wortes "מנדי nicht klar; es kommt von נדף und bedeutet Schmäbung und Lästerung, vgl. 2. Kön. 19, 22; Jes. 43, 28; Zeph. 2, 8; Ez. 20, 27; bezeichnet demnach nicht ״einen Menschen, welcher sich fremde Vorzüge, Vorrechte und Eigenschaften anmasst“. Die Stelle Keritoth 7b ist ebenfalls missverstanden. Das Wort kommt übrigens im Arabischen und Syrischen in derselben Bedeutung vor. 8. 421 Das Wort עץ Taanith 7a heisst hier nicht Baum sondern Holz. 8. 488. עשה רצונו כרצונך heisst: vollbringe seinen (den göttl.) Willen (mit gleichem Eifer) wie den Deinen 11. s. w.; nicht aber wie der Verf. die Stelle wiedergiebt. 8. 529. ״Synhedrin 51a. Die Tochter eines Israeliten, welche von einem Manne schwanger geworden ist, wird erwürgt, ist sie eine Ehefrau, wird sie gestei- Das wäre •נשואה בת ישראל בחנק ארוסה בסקילה •“1»"י gär zu streng und wohin kämen wir mit solchen Gesetzen? ,ואד®» bedeutet aber nicht eine schwanger Gewordene, sondern eine Verheiratete und unterscheidet •ich von ארוסה blos dadurch, dass die Letztere in das Haas des Gatten noch nicht eingetreten. Zum Schluss nur noch ein Wort — ein Wort des Dankes und der Anerkennung für den freimütjhigen gelehrten Verf., dass er selbst in jenen unerquicklichen Situationen, wo seine religiöse Ueberzeugung i mit den gesicherten Resultaten seiner wissenschaftlichen hör- •chung hart an einander gerathen, sich nie; versucht fllhlt, der letztem Zwang anzuthun. Dass gerade wir Itierzu Anlass nehmen, geschieht schon deswegen, weil wir hierbei nicht ganz unbetheiligt sind, weil die Resultate der hist. Wissenschaft für die Mutterreligion immer Partei nehmen. Wenn z. B Jesus das pharisäische Judenthum anklagt, dass es unerträgliche Bürden dem Volke auferlege, Matth. 23, 4, so ist der Verf. ehrlich und wissenschaftlich genug einzugestehen: ״So *ehr das Ueberwuchem der rituellen Observanzen im talmudischen Judenthum zu beklagen ist, so darf man dabei doch nicht verkennen, dass der wah re Pharisäismus den sittlichen Kern des Mosaismus nie aus dem Auge verlor“ S.:378. Als Beleg hierfür citirt er das goldene, gedankenrjeiche und prophetische Wort R. Chija'8 im Midrasch Ged. par. 19. »Halte den Zaun nicht für wichtiger als die Hauptsache, Wenq er einfällt, vernichtet er die gan/.e Pflanzung11 — eine köstliche Perle, deren richtige Würdigung!den• Verf. alle Ehre macht. Oder wenn Je9us den selytenmacherei vorwirft, Matth. 23, 15, so gesteht der Verf., ״dass sich im Talm! punkte nachweiscn lassen, 1d nirgends hierfür Anhalts- Im Gegentheil, sie waren in diesem Punkte sehr zurückhaltend.. . Da sie den Werth des Glaubens nicht nach den Köpfen, sondern׳ nach der Kraft bemass-n. Dieser vertrauten, sie, von ihr erwarteten sie ruiig und zuversichtlich“, dass Anbetung Gottes. ״Auf die hin: trittes, fügt der Verf. sehr viel an, härtet wird, einem Theologen, der bih will, sehr ,,eigenthümljch ung der rabb Literatur ir mengers und Rohlings vie derte von seinen Jüngern praktischer Thäögkeit, dein Pharisäern allzu eifrige Pro- 1 k der Tag kommen werde, < er alle einigen würde in der Beweggründe des Ueter- :11, kam es den Pharisäern “ — was dur^h zahlreiche Belegstellen er- Man begreift jetzt für christlieh' gelten -•V für christl 1bh findet. Wäre eine Benutzder verlogenen Art- Eisenleicht ״christlicher“? Dazu ist Wünsche viel zu redlicp und durchweg Wissenschaftlieh ehrlich. Der e-säisch gesinnte Stüter des Christenthums forein Abwenden von jeglicher ganzen Culturlebea. ״Es kann Niemand zween Herr;n dienen“ Matth. 6, 24. Vert S 94 weist auf die entgegen״ esetzten cultur fr e u n d liehen Lehren der Rabbincn: ״Arbeite viel und sei dabei red-, lieh“ Nidda 70b hin Jesus wirft den Phari: äern vor, dass sie blos einen. Genossen freundlich begrü־sen, was er für gar nicht sonderlich hält, Matth 5, 47. Dem gegenüber gibt der Verf. eine herrliche und echt gründliche Darstellung von den Lehren der Rabbi nen über die Menschenwürde und die Pflicht, die persör liehe Ehre aueh des Niedrigsten hoch zu halten; dass man Jedem, auch dem Kremden und Nichtisraeliten, mit freundlichem Grusse zuvorkommen soll. S. 72 u. 71 Verf. hat wohl vorau :gesehen, dass die Grosspächter der Rechtgläubigkeit, unseres milden lieben Herrgotfs gestrenge General-Pr )curatoren, an dieser Redlichkeit und tendenziösen W ihrheitsliebe bei einem^ Gelehrten, ״der bis jetzt noe ו für christlich gelten will“, nicht, geringen Ansioss nehmen werden; er wird sich hoffentlich wie darüber, so auch über das ihm in der ״theologischen Literaturzeit ung“ von Herrn Prof. Schürer in Leipzig ausgedrückte Missfallen zu trösten wissen.- Dafür ist ihm die Achtung; und Sympathie aller redliehen Wahrheitsfreunde sicher, aller der Männer, welche die Wissenschaft nicht beugen und ausser ihr liegenden Tendenzen nicht dienstbar machen wollen. Das Werk enthält auch für jüdische Theologen viel Beachtenswer- '• ■ v» - M thes und Nützliches, dass eu thek zu finden sein sollte Brüx, im März 1878. in jeder rabbinischen Bi bl io- Dr. J. S. Bloch. Relig Cohn, Dr. F, zu Oels Israelitische Lehranstalten.‘ Ein Beitrag sehen Schulwesens. Bresl 8. VI u. 40 S. Predig» der’SynagQgen-Gemeinde gionsschulen neben höheren zur Geschichte des deut- 1878, A. Heqner's Verlag. au ea de: Die Lösung des Prob:׳ gionsschulen neben höhere ren seien, ist eine der w Aulgaben unserer an Krag worten leider Uber alle M gogik und Didaktik. Bei < unsere Glaubensgenossen Städte zieht, die Aiitielp! sind, bei der alljährlich z nasien, Real- und höheren Städten, bei der für die M Einführung der von oben־ :ems, wie israelitische Reli- Lehranstalten zu organisi- :einigsten und schwierigsten;5n überaus reichen und Ant- [assen armen jüdischen Päda-!r centripetalen Kraft, welche immer mehr in diejenigen inkte der Verkehrsinteressen.;1!nehmenden Zahl der Gym- Bürgerschulen in den Mittelnorität selten erspriesslichen begünstigten and vem Liher "־ fi ffrtft /!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.