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Das jüdische Literaturblatt · 1878-04-17 · No. 16.17. (17.4.1878) · p. Seite 65

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 16.17. (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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65 — n. Talmud B. Tr. Sota 49a) des Morgengottesdienstes Orter mUssen l zu Grunde? Um diese Fragen zu beantvn wir erst eine andere Frage lösen: Was Hat din chaldäischen Uebersetzer der Prophetenschriften, Jonathan b. Usiel, veranlasst, geri&de das dreimalige ״Heilig“ in folgender Weise zu paraphrasiren: ״Heilig in des Himmels höchster Höhe, der Wohnung seiner Majestät; heilig auf Erden, dem Werke seiner Allmacht; heilig in aller Ewigkeit ist Gott etc,“ — Bedenken wir jedoch, dass Jonathan der älteste Schüler■Hillels I. war, also zur Zeit Jesu lebte, welcher letzterer im sog. neuen Testament gar oft phrophetische Aussprüche für seine Ideen umgedeutet hatte, und somit das D r e i e inigkeitsdogma schon unter den ersten Christen (vgl. Matth. 28, 29 m. Joh. 15, 16 u. dessen I. Epistel 5, 7) aufgekommen war, wozu man sicherlich auch das Dreimal heilig in der Jesajanischen Vision, welche in der christlichen Liturgie ״der englische Lobgesang* genannt wird, benutzte (Joh.’s Apokalypse 12, 41): 80j ist es erklärlich, warum Jonathan diesen dreifachen Ausdruck in die damalige ehaldäische Volkssprache der Jöhudim mit richtiger, dem wahren Einheitsglaubten entsprechender Deutung paraphrasirte. Soll nun, wi!3 oben bemerkt, jene Vorkeduscha die Erleuchtung qes Geistes zur Selbstheiligung, gegenüber dem Unglauben, befördern: so soll die Nachkeduscha mit der erwähnten Paraphrase das Volk gegen den, mit dem wahren Monotheismus nicht zu vereinigenden Aperglauben wappnen; wozu denn das ״SchlussgebH“ (עלינו), worin diese Gegensätze mittelst anderwejter Bibel- Sprüche (V. B. M. 4, 39 u. 6, 4 u. Sechirja 14, 9) noch prägnanter dargestellt werden, vortrefflich pisst! Vom Original des Emnnothj weHDeoth. Die Auffindung des arabischen Originals vjon Saadja's Emunoth in St. Petersburg hat die Möglichjkeit näher gerückt, das älteste Grundwerk der jüdischen Religioas- Philosophie im Mittelalter in der Gestalt an’0 Licht treten zu sehen, die ihm sein Urheber verliehgn hat. Es fügt sich gut, dass wir nicht mehr auf die Handschrift von Oxford allein angwiesen sind und so d|ie Aussicht gewinnen, den von Lücken freien Urtext vpieder herstellen zu können. Wie sehr wir aber den Verlust auch nur weniger Worte im Original zu beklagen hätten, das 'mögen einige Bemerkungen beweisen, die hier als Ergänzung zu Harkavy's Mittheilungen in diesem Blatte eine Stelle finden sollen: j Zu Mitth. 2): Bezeichnend für die an grösseren und kleineren Schwierigkeiten unglaublich reiche Ueber- Setzung des Emunoth durch Ibn Tibbon ist die Thatsache, dass die ersten Worte derselben vonj allen bisherigen Uebersetzern und Erklärern missverstanden oder richtiger nicht erkannt wurden. An dem halben Dutzend misslungener Versuche, diesen Anfangsworten beizukommen, ist selbst Michael Sachs (Religiöse Poesie 283 A. 1) betheiligt. Harkavy hat Recht daran gethaa, nach dem defecten Texte des Petersburger Originals (a, a. 0. p. 44) nichts entscheiden zu wollen. In der Oxforder Handschrift lautet der Urtext der Worte: עץ j|l!W אשר לו האמת הברורה foigendermassen: אלקיק בס?;ני אלחק אלמבץ. Nimmt man noch hinzu, dass der Anfang von Bachja’s HerzenSpflichten in deutlichem Ani lang an unsere Stelle also lautet: אשר לו יאוו* ענץ האחד האמתי Und dass derselbe Uebersetzer das gleiche arabische Wort מעני (vgi. b. Goldberg in siucky’s נוספות לס׳סחר הלבבות P• XIV, XXIII) an zwei Stellen! nicht verschieden übersetzt haben wird, so scheint <s unzweifelhaft, dass bei Saadja ענק statt des räthselh&ften עין ,gelesen werden müsse oder jedenfalls die Bedeutung Von ענץ in dem so viel- und de! noch nichtssagenden tAp zu suchen ist. Eine Bestäti;ung dieser Annahme seht die pseudo-berachjanische [Jebersetzung*) selbst du den Nebel ihrer Weitschweifigkeit in den Worten יאי שבל [בבל?] קנצי האמת hei vorleuchten zu lassen. Zu 3): Der eigentliche Anfang des Emunoth lautete־ nach dem Oxforder Original: אבא עלי אתר מא אפתתחנא בה מן;חמד דבנא ואלתנא עליה בקול וגיל• Hieraus geh t i efvor, dass auf dem defectem I Lande des Petersburger Co ifi vier Worte gestanden hab rn müssen und מר קצר» auch fernerhin beizubehalten sein wird. So um! auch die zweite Lücke an dieser Stelle nicht nur Wort, sondern zwei, da der Text von Oxford iftlr כוונתי לחברו den Ausdruck: אלדי קצד תאליפה bittet ^u 4): Dass der Ausdruck אצל אלי טאעתה von Ibn Tibbon richtig übersetzt wurde, beweist die unmittelbar vorangehende Analogie: יעה שתשלם הגעתם אל הדחיש wofür das Arabische lautet: חחי יתם וצולהם אלי אלמטלוב• Abgesehen von sprachlichen Gründen, welche gegen die Auffassung von אצל als Purzel‘‘ zu sprechen scheinen, dürfte auch noch das Zeu ׳niss der sogenannten zweiten Uebersetzung für die Rief tigkeit von Ibn Tibbons Apffassnng anzuführen sein: יבעלדת אלקי אני אתאמץ ואייךןל לוושיעביר מני עסקי השוא וחבלי ההבל ברוב טובו וירנילני לדעת אמתת ייחודו וינהלני בט נגלי צדק ויאיר עיני במאור י; י!‘■ ■ ן .תורתו Soweit nach den wenigen Proben aus dien onbe-׳ schädigten Stellen des Petersburger Codex geurtheilt werden kann, scheint er mit der Oxforder Handschrift übereinzustimmen und dü ■fte so das vortreffliche Hilfe• mittel zu einer kritischen A usgabe des Emunoth-Original« darstellen. Wenn es gelingen sollte, den arabischen Text des Emunoth auch ii! der Petersburger Handschrift vollständig zusammenzustillen, so wird die Mühe Hhrkavy's reich belohnt sein die er an die Sammlung und Ordnung ihrer Fragmente gewendet hat.! David Kaufmann.' : Literaturbericht Bet ensfoses. GrOnbaum, M., Bei thologie aus der Hagadi״ morgenländischen Gesellso. Die Sagenforschung, räge zur vergleichenden My- (Zeitschrift' der deutschen haft XXXI. Bd. II. u. UL Hft) die in unserer Zeit einen ungeahnten Aufschwung genommen, hat ihr Augenmerk auch auf die Hagada gerichtet in der richtigen Erkenntniss, dass sich ihr hier lü r ihre Zwecke eine traerschßpfliehe Fundgrube eröffnet Da aber der christliche Gelehrte auf diesem Gebiete wenig auszurichten vermag, so musste die Arbeit fas!, ausschliesslich jüdischen Forschem überlassen bleib3n. Diese haben auch nicht׳ lange auf sich warten lassen Nach den bahnbrechend den Arbeiten von Zuaz und Rappoport haben Sachs, Perles u. A. die Detailforschung begonnen. Auch idie vorliegende Arbeit, die t urchaus auf der Höhe der Wie« sesschaftlichkeit steht, da rf als ein schätzenswerther Baitrag zur Hagada- und Sagenforschung angesehen werden., Ohne sich an einen streng logischen Zusanupen-i hang zu binden, was ja bei der Verschiedenheit!dwP' behandelten Objecte gar nicht möglich ist, schreitet! der Verf. von Sage zu Sage fort und befolgt hierbei nar die Methode der Hagada selber, deren schlängelqdea Gang er in charakteris ischen Zügen schildert ,,D1A Hagada — sagt der Ve־f. im Eingänge seiner Arbeit *) Die Mittheilnngen aa 1 lichkeit Halberstam'a, derselben verdanke ich der Freahd«

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