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Das jüdische Literaturblatt · 1878-04-17 · No. 16.17. (17.4.1878) · p. Seite 63

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 16.17. (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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t>3lenden Glucklauten des Hahnes vor und nach der Paarang hörten sie lockende, schmeichelnde Versprechungen heraus, die er der Henne macht: ״Ich werde dir ein buntes Kleid kaufen, das dir herab auf׳ die Füsse wallt“ — gluckst er ihr vor der Vereinigung zu, und nach derselben : ״der Kamm werde ausgerissen jenem Hahne, wenn er eines hat und ich es dir nicht bringe “ [Lässt och darin nicht trotz der ansc'neinlichen Scurrilittit die Darwinische Ansicht errathen, dass schöneres Gefieder und sonstiger Schmuck, so wie hellere Stimme )beim!werbenden Männchen als Lockmittel für das Weibchen dienen und eine bedeutende Rolle in der geschlechtlihen Zuchtwahl, diesem Grundgesetz der;Snt- Iwiekelnngslehre spielen? (Darwin, Abstammung Menschen II, 25, 62, 74, 85, 241, 290.) Liesl sich Inicht jene jocose Talmudstelle, besonders ' ■ מפייש, wie Brehm’s Schilderung der Liebestänze und Liebesgesflnge des balzenden Birkhuhns?’) Verliert nicht jene Hahnenwerbung ihren fabulosen Character? Wenn wir von Darwin lesen: ״Die männlichen Vögel[ ent- (alten eifrigst Zierrathen aller Arten, ifiögen diese( nun permanent oder nur zeitweise erlangt pein, und dienen dieselben allem Anschein nach dazu, dile Weibchen) auf- Imögen oder anzuziehen oder zu bezaujbern.“) Darwin, Abstammung des Menschen, II, 74.)!״Wie eine jede ichwankende Mode in der Kleidung [beim Menschen lillmählich bewundert wird, so scheint [auch bei Vögeln lane Veränderung beinahe! jeder Art in der Structur [oder in der Färbung der Federn beim Männchen) von Idem' Weibchen bewundert worden zu Sein.* Dasl 63. 16. 71 nennt er den Federschmuck des Männchens jwählmid der Paarungszeit geradezu den Hochzeitsschnpuck. I- ״Viele werden erklären, dass es vollkommen un- I flau bl ich ist, dass ein weiblicher Vogel im Stand« sein liollte, feine Schattirungen und ausgezeichnete Zeichngen zu würdigen. Es ist zweifellos eine merkwür- Id^e •Thatsache, dass das Weibchen diesen beinahe!menschlichen Grad von Geschmack besitzen $011.“ [Das. 79. — ״Aus den vorstehend mitgetheilten Thatj«chen sehen wir deutlich, dass die Zierfbdern und an- Idere Schmuckarten des Männchens von der grössten!Bedeutung für dasselbe sein müssen; uni wir ^ehen!ferner, dass Schönheit in einigen Fällen selbst von!grösserer Bedeutung ist, als ein Erfolg beim Kampfe.“ |Das. 85. Der Schluss jener Hahnenwerbung: ״Der Kämm!eines andern Hahnes — wahrscheinlich eines Neben- |buhlers — 8011 zerrissen werden“ u. s. w., erinnert an Aussprüche: ״Junge Truthähne ergreifen bei ihren!Kämpfen stets gegenseitig die Fleischlappen, una ich [rermuthe, dass die alten Vögel in derselben Weise [kämpfen.“ Das. 84 — Lichtenstein versicherte, Jdass Ider weibliche Wilwenvogel (Chera progne) das Männ- »then verlasse, wenn dasselbe der langen Schwa|nzfe- Ilern beraubt wird, mit welchen es während der jPaa- Ihngszeit verziert ist. Das. 105. — Dr. Jäger’), ftjüher pirector des Zoologischen Gartens in Wien, führt an, Idass ein männlicher Silberfasan, welcher über die an- Idem Männchen gesiegt hatte, und der angenommene lliebhaber der Weibchen war, sein ornamentales Gehejder verletzt 'hatte. Er wurde darauf sofort von einem IRiralen verdrängt, welcher die Oberhand erhielt und jipäter den Trupp anlührte.“ Das Die Correlation zwischen dem Schmuck des ’) ״Vor dem Kollern hält er den Schwanz senkrecht und berförmig ausgebreitet, richtet Hals und Kopf, an welchem alle lern gesträubt sind, in die Höhe und trägt die Flügel vom b* ab und gesenkt. Dann thut er einige Sprünge hin.und her, reden im Kreise herum und drückt endlich den Unterset nabel »uf die Erde.“ Brehm, Ulustr. Thierleben, IV, 371. *1 Die Darwinische Theorie und ihre Stellung zu Horsl und ״Ion, Iö«9 3; 69. |ftd würdig‘ klar aus■. einen Hahn verschneiden w Kamm abzuschn steril. Rab-Asch Abschnei'den seih׳ Männchens und dem sexualen Vermögen oder eigerflieh dem Erfolge bei der Li! :beswerbung, so wie ׳ bei n Kampfe mit Nebenbuhlern um das Weibchen ist mer] tesprochen, Sabbatli 110 b. *): »Wer II, braucht ihm nnp den 3■ iden, und er wird daun von selber aber mein t: es wird ihm durch däs es Kammes blas der stolz« Muth g ^, nommen. — Durjch den Verlust seines Hauptschmuckos wird er kleiümülhig und gelangt nicht mehr zur li5benden Vereinigung“ (Rasch :), d. h. er wird von dun mit dem Kopfschmuck versehenen Mitbewerbern um dt«[ Gunst der Henne besiegt, oder er wagt es nicht mehr, den Wettkampf mit denselben aufzunehmen. — Die oben angeführten Sätze Darwins geben einen natürlichen Commentar dazu ab. 1 . Darwin und, andere hervorragende Naturforscher berichten über die Zuchtwahl der Thiere im freien Zustande, so wie in dem der Domestication von einer gewissen Prädileclion für Individuen dis* tincter Spezies oder anderer Spielarten: ״In Deutschland sagt man.j dass der weibliche Spitzhund de« Fuchs viel leichter zulasse, als es andere Hunde thun .... ״In [England zoj ein australischer Dingo die wilden männjlichen Füchte aD.“ (PasVariiren dpr Thiere, II 135) — E. S. D xon bemerkt: ״dass Dipjenigen, welche Viele versch edene Spezies zusammengehalten haben, sehr wohl wissen, welche un erklär* liehe Verbindungen dieselben häufig eingeh«n und dass sie völlig! ebensogem sich mit Individuen einer Rasse oder Speziies paaren ui ld Junge erziehen, welche ihrer eigenen so fremdarti g als möglich sind als mit ihrer eigenen Stammform.“ Abst. d. Menschen, II, 100. . — ״Verderbte Instincte könn;מ auch einige der Bastaro- , Verbindungen erklären, welche vorhin erwähnt wurden).“' Das. 101. — ,.,Eis wurde ein« ziemliche Menge directer und indirecter Bleiege dafür ieigebracht, um zu zei! dass das Weibchen sich sei len Genossen wählt, udd. es würde eine befremdende . Anomalie sein, wenn weipliehe Säugethiere, welche 11 die Stufenreihe der ganisation noch höher stehen und höhere geistige Kl haben, nicht allgemein, oder mindestens häufig ehie gewisse Wahl ausüben solllen.“ Das. 236 — ״Natjh diesen Thatsachen kann kein Zweifel sein, dass bä d! meisten unserer domesticirter Säugethiere starke indlviduelle Antipathien und Verliebe häufig gezeigt werden, und zwar sehr viel häufiger vom Weibchen als vom Männchen. Da dies cer Fall ist, so ist es wahrscheinlich, dass die Ver nndungen von Säugethi^ ren im Naturzustände dem blosen Zufalle überlass« sein sollten“ Das. 240. — ISinen eclatanten Fall von solcher anormalen Vorliebe( bringt der Talmud Bechor. 7, 6: ״Das R«h oder die Gazelle sucht den Dammhirsch auf.“ Das jüdische Gemeindehaus im Mittelaltei Von Dr. M. wiener. jtid: nag! In jeder ansehnlichen _ im Mittelalter ausser der Sy_ deres der Gemeinde gehörige! 1 als Stätte der gemeinsamen ( nähme von Verhandlungen vc dienten. Bei. dem geringen gen im Mittelalter, zumal Regel umfassten, war ein s ein unerlässliches Bedürfniss di« j *) Diese Stelle, so wie manche Katar. Es handelt sich um eine ri ob und wie das Jtastriren gestattet Talmud gar ernst genommen and י;יו (Forts, folgt.) ischen Gemeinde gab joge auch noch ein 8 Haus, welches, wie jeni (RottesVerehrung, zur Vor(■ n gemeinsamem Interessq )taum, den die Wohnui jenigen der Juden, ip de Caches Gemeindehaus auc für solche Angelegenhei-j folgende ist halacbist ischei •« ligionagesetiliehe Bestimmt!! leu Solche iweniM 1 chli essen jede FlgftriichketkM* i

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