Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 14. (3.4.1878)
- Date
- 1878-04-03
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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‘ •# Torfand, sondern nur die von ihm übersetzte LA. nicht in Gedanken substituirte, wozu er sich um 80 eher berechtigt halten mochte, al9 ihn die Incorrecthety des hebräischen Textes in den alexandri lischen Coda, an an■ deren Stellen wohl nicht entgangen war. Wie leicht konnte er da zu der Annahme ge anggn, das« die Ab- Schreiber in der Folge der Buchstaben geirrt,!er also nur den ächten Ausdruck wiederherstelle, wenn er mit Hilfe der Metathesis eine andere LA. substitujrte und sie zur Basis seiner Auslegung machte. Die Yeranlassung im einzelnen Falle war bald die eitle, pald die andere Schwierigkeit, die der heb ־äische Text j bot. So vermisste der Vertent in unseren Cap. zu v.j 17b bei der handschriftl. LA. ישנא den genauen Gegetisatz zu a und nahm darum an, dass mit einer leichtin Metathesis der Buchstaben ינשא zu lesen sei, was er auch in der Uebersetzung ausgedrückt 1at, bei v. }12b und c. 24, 21b mochte ihm der etwas fernliegende Sinn des Verses unverständlich geblieben sein, und bot ihm das Verfahren der Metathesis eine beqaeme Handhabe, sich eine leichtere LA zu construiren. Wie man aper auch über die Entstehung einer so erh :blichen Abweichung der LXX denken mag, so viel da rite nach Vorstehen• dem zur Genüge erhellen, dass die alexandr, Uebers. an unserer Stelle weiter nicht zu verwerthen sei; am wenigsten durfte Hitzig darauf die Emendation ערמה für עשרם stützen, wodurch nur der scharfe G uns das zur Aufder, wie gleich weiter gezeigt werden soll, zwischen a und b besteht, verwischt wird. Dagegen zeigt Targum ושבדורהון דם כלי שטיותהון den Wes hellung des Wortspieles und dami, zu einer befriedigenderen Erklärung unserer Stelle. Hitzig will 8iuf Grund von שבהורהון ך abermals emendiren, doch gelingt es ihm nicht, für die von ihm vorgesc hlagene LA. אולת die hier passende Bedeutung ,,vornehm thun“ aus bischen nachzuweisen; denp von ״Schrecken — 55 egensatz, dem Arawas nach findet sich in diesem Sinne בדקה k dirend. Im Deutschen können w r ähnlich sagen: Wer auf Gerechtigkeit und Liebe bedacht ist, erwirbt sich Leben, Hecht und Ehre. s p r. 25, 27 אכל דבש חרבות לא טול וחקר כבדם ככור ist b besonders schwierig, weshalb die Neuerer theils 2גי Aenderung des Textes, theils zu gewaltsamen Deuihm הןלת eigentlich bedeutet, bis pan ״Einhe®prangen“ ist doch ein gar zu kühner Sprurg. Mir erscheint es nicht unwahrscheinlich,!dass der Dichter in dem Bestreben nach wi ziger Ausdrhcksweise ein in dieser Bedeutung sonst nicht vorkommendes, von dem den bekannten Ausdrücken 2 אולי״. Köjn. 24, 15 (Ktib) 2 אילים. Mos. 15,15 zum Grunde liegendeh Stamme אול abgeleitetes _אךלךן sich prägte, so dass er aas Wortspiel von;אולר »Vornehmheit“ und dem in sjeiner gewöhnlichen Bedeutung von אול abzipeitenden^S״ ^־Thorheit“ erreichte. Das erste אילת entspricht dann dem עשרם in a ~ sprechende Deutung des ganzen Verses: ״Krope ist für die Weisen ihr Reichthum, Vornthmthun dep Dummen aber nur Thorheit.“ Spr. 21, 21 ist das auf dem Doppelsinn von צדקה beruhende Wortspiel in der alexandrinischejn Uebers. nicht wiederzufiuden, da צדקה ni r einmal ini a ausgedrückt wird, ob der Vertent es auch nur einmal gele sen, muss füglich dahingestellt bleiben. Zur Erläuterung des Wortspeis genügt.! daran zu erinnern, dass der Dichter צדקה einmal in (Jem Sinrie von Gerechtigkeit, die man an Al leren übt, das zweite Mal in der gleichfalls nicht seltenen, in verschiedenen Nuancen vorkommenden Bedeutung von der Gerechtigtigkeit gebraucht, die man von Anderen zurüclfempfängt. Schon früher c. 8, 18b, woraut auch Hitzig verweist, mit כבוד Icorrespon- ־'/1 tungen griffen. Ich bemerke voraus, dass ich auch hier ein Wori spiel linde, das bis auf die alten Versionen hinauf verkannt worden. Targ. und Sept scheinen das zweite כבוד als Verb gelesen und das Suffix in dem vorangehenden כבדם als Praeform. dazu gezogen zu haben, v de aus מלי מיקרתא und Xo;ou<; svoojooc. zu schliessen, wei n sie auch sonst iu der Auffassung dieses Halbverses cifferiren.— Ewald,! Hitzig und viele andere Neuerer haben nach Vorgang von J. D.-Mich. offenbar von der Lautähnlichkeit des arab. חקר sich leiten lassend, eine dem hebr Sprachgebrauch durchaus fremde Bedeutung des Wortes חקר! angenommen, wonach es. hier ״verachten“ bedeuten soll, eine Annahme, die zugleich zu der Emendation ISpt? וחקר ^בל mit der Deu-׳ tung »und Ehre verachten seht über Ehre“ geführt hak Mit Uuiecht beruft sich Hitzig auf c. 28, 11; denn das Targum 81י ומסברא סוכלתנא בסך ליך eben nicht Ueber- Setzung sondern weiter gehende Erklärung. Der Sinn des Vers es ist nur der.: der Reiche dünkt sich klug genug, de 1 Armen zu seinen feelbstsüchiigen Plänen auszubeute11, ist aber der Arme klug, so forscht er ihn aus. Das Weitere, dass dadurch djer gehoffte Gewinn verloren geht, di 5 geträumte Klugheit des Reichen zu Schanden gemacht wird, ergänzt der Leser leicht. Der Berufung auf das Arabische aber bedarf es so wenig wie der Emenda :ion, wenn man siejh nur entschliessen kann, wozu ai ch sonst der hebr. Sprachgebrauch oft genug Anlass giebt, an dieser St. כבול in einem Doppelsinn aufzufassen. Gestutzt auf Stellen wie Nah. 3, 3 [לרב יחלל וכבד פגר w0 das auf denselben Stamm zurück gehende כ&ד offenbar ״Menge(“ bedeutet, 1. Mos. 13, 2; I. Kön. 10,• 2, wo das Adje:t. ״ כבדreich“ bezeichnet, und Spr gebraucht wird, wage ich d unter כבדם der Begriff der 8, 24, wo das Part. נכבד in gleichem Sinne e Vermuthupg, dass aueb Menge“ zu verstehen sei. Nun ist'huch die Beziehung de9 Sulfian’s, die Bertheau zu der Vermuthung gebrach!, dass unser Vers ursprüng-! lieh in!einem grösseren Zusammenhang stand, nicht mehr dunkel. Man beziehe es auf חקר, und es ergibt sich, das! hier in schön ״egl edertem, antithetischen Parallelismus von b zu a der GredankÄ .niedergelegt ist: viel Honig essen ist nicht.git, aber Forschungen bringen, je grösser ihre Menge, iesto mehr Ehre. Ein Wortspiel höherer Art finde ich c. 26, 4. 5.י wo der zweite Spruch das gerade Gegentheil von dem empfiehlt] was der erste widerräth. Das Räthsel ist erst gelösit, wenn man auf <Lie entsprechende Begründüng blickt, die der Dichter zu der einen wie zu der andern Ermahnung hinzugef igt hat. Die richtige Erklürung hat bereits Hitzig z. d. St. gegeben und ■braucht hier nicht weiter darauf eingegangen zu werden, ln demselben Cap. v. 1? wird ein Wortspiel dadurch hervorgebracht, dass עבו׳, eben' noch in der ursprüngliehen und physischen Bedeutung angewendet, gleich darauf in die figürliche ״sich erhitzen“ übergeht. Das letzte Beispiel dieser Art finde ich in unserem Buche C- 30, 33 wo die Ausd rücke מיץ אח und אפים pD einander in verschiedener, d3ch leicht zu erkennender Bedeutung gegenübergestellt werden.! י - Dr. S. TreiteL ' Literatuibericht atur Beweis I Stern, J., Rabbiner; in d i g t e n. Esslingen 1878. Die stolzen Magyaren, würden noch übermüthiger von einer ־־ oiem. Buttenhausen. 8. S. 106. F estpr ewenn sie es wüssten, sie werdeo. Die Verse Petöfi’a Kanzel herabdeklamirt und im deutschen £