Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 14. (3.4.1878)
- Date
- 1878-04-03
- Page
- Seite 54 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Dieser Segen ruht heute noch auf dl em Landstriche Palästina's, der bei der Theilung des Landes dem Stamme Ephraim, Josefa Nachkommen, zufiel. Unter den 15,000 Seelen, die das heutige Nablus zählt, befinden sich etwa ISO Samaritaner, ■deren feste- und massive Häuser einen besonderen' Stadttheil, h&rat es-Sämera genannt, im Westen am Fusse des Garizim einnehmen. Ihren Namen haben sie von_der früheren Provinz und Hauptstadt Samaria; sie. selbst leiten dagegen ihren Namen ▼on ןז5ר> ,hüten, beobachten“ her, weil sie behaupten, allein die wahren Beobachter des Mosaischen Gesetzes zn sein. Sie nennen sich auch Bne Israel und verehren Josef als ihren Stammvater, dessen Grab sich auch bei Sichern befindet auf eben dem Felde, welches Jacob! einst auf dem Sterbebette seinem Lieblingssohne schenkte. (Fortsetzung folgt.) . i t : - Die hebräischen Handschriften des ungarischen Nationalmnsenms in Budapest. ■ (Schluss.) In derselben Handschrift begegnet uns mitten im Semak ein 54 Blätter starkes Buch, welches Kohn p. 13—14 erwähnt, ohne jedoch genügend darauf aufmerk- 8am zu machen, wie er es denn auch sowohl in der Titelangabe p. 9 als im Index p. 32 übergangen hat. Das unbekannte Buch trägt nach der Beschreibung unseres Codex im Bücherverzeichniss: 'המצות קטן בג 'Q .עמודים עם נדקין וספר תתמה הצר den Titel נזיקץ und wird in der Ueberechrift als Auszug aus Maimuni und Semag bezeichnet, welchen Isak b. Abraham (Zunz, L. G. 622) angefertigt habe.. Dass es, wie Kohn p. 14 will, den sonst ganz unbekannten Schreiber Isak b. Abraham (Zunz, Z. G. 209b) zum Verfasser habe, halte ich für weniger als ״wahrscheinlich“. Das Werk bedarf noch einer sorgfähigen Untersuchung und eingehenden Vergleichung mit der einschlägigen Literatur der Compendien. Zu der Beschreibung des Semak dürfte noch nachzutragen sein, dass manche Randglossen bis zur Un- ,kenntlichkqit radirt sind. § 127 der Ausgaben (p. 12, 1) fehlt nicht im Ms., nur ist die Eintheilung der §§ oft eine andere. So ist § 12 ih 2 §§ zerlegt, § 76 und 77 Sind dagegen in Einen zusammengezogen, §§81 und 82 umge8teilt,186 und 87 wieder zu Einem geworden. 280 und 281 zerfallen in je 2 §§, weshalb im Ms.. ein Paragr&ph mehr erscheint. Der Auszug aus dem Sefer Ha-Teruma, der sich ebenfalls noch in diesem Codex befindet, bedarf noch genauerer Erforschung, da er eine besondere Bearbeitung des Buches za enthalten scheint, die vielfache Abweichangen bietet. Zur Vollständigkeit der Beschreibung gehört es auch, dass zum Schlüsse des Codex auf einem gebräunten Pergamentblatt ein fragmentarisches-Piutimverzeichniss sich findet, welches, wie Zunz mich belehrt hat, nichts Ungedrucktes verzeichnet und nach einem Winke, den ich dem Meister verdanke, auf Worms, als Heixn&th hin weist. % Dass der Codex in Polen war, beweist f. 7a der Vermerk des Besitzers: קניו כספי נ״א דוד כן לא״א הר״ר אפרים דל דרכי■ מקראקא■ - Codex VI enthält nar den Semak. Ueber den 8chreiber bemerkt Kohn p. 21: ,Der Sopher hai Moses, oder Meir, oder Moses-Meir, vielleicht Moses b. Meir, oder Meir *b. Moses geheissen, da er die Worte משה <1nd מאיר wiederholt durch Verzierungen hervorhebt.'‘ iaa An wähl unter fünf Möglichkeiten ist immer vom ] Uebel. Nun löst sich aber das Namenräthsel auf folgende Weise. Bis § 122 (f. 110a הטרפא der Ausgabe Krakau 1596) rührt die Handschrift von einem Schreiher her, der nach den zweimal vorkommenden Verzierungen des Wortes משה (Mose) geheissen haben dürfte. Von hier bis auf fünf Blätter vor dem Ende ist der Codex, wie aus mehreren Anzeichen hervorgeht, von anderer Hand geschrieben, die unter Anderem am Fusse der Columnen die langen Buchstaben mit allerhand Arabesken verziert hat. Der Schluss, mit anderer Tinte und sichtlich von anderer Hand geschrieben, scheint einem Sopher Namens Meir anzugehören, da dieser Name einmal verziert erscheint. Das Vorwort zeigt hier bemerkenswerthe- Abweichungen. Die verstümmelte Notiz über den für die Frauen bestimmten Semak wird hier von f01oenden IVorten emgeleitet : וזה כתב ה״ר שלמה בן הר״י נם שלחו באשכנז לקיים האנרת הזאת ובעוונות לא הספיקו לשלוח באלו המלכיות, welche Kohn zu einer sehr unwahrscheinlichen Annahme p. 23 verleitet haben. Er glaubte nämlich zwischen Aschkenas und ,diesem Reich* einen Gegensatz erblicken zu müssen, und versetzt darum Salomon b. Isak nach Eger, weil hier der Codex geschrieben wurde Nun ist aber באלו המלכיות ebtn אשכנז, wohin Salomo den Brief Isaks von Corbeil schicken musste, weil dieser durch den Tod daran verhindert worden war, wie dies aus einer Mittheilung bei S. Sachs p. 4 klar hervorgeht, der an diese von Perles bereits kurz bezeichnete Stelle allzu weitgehende Erwartungen geknüpft hat. Auch diese Handschrift ist ebenso wie die vorige für die Feststellung der Eigennamen der angeführten Autoren, wie Kohn p. 25 durch Beispiele belegt hat, und für die Schreibung der französischen Worte z. B. § 151 und 245 von bedeutendem Werthe. Zum Schlüsse hat Kohn aus Cod. V den Bericht über die Abfassung des Semak mitgetheilt, dessen Urheber Isak aus Strassburg und nicht Mardochai b. Natan ist, der ihn nur überliefert zu haben scheint. Dieser Isak scheint mir derselbe Isak aus Strassburg zu sein, der im Züricher Semak citirt und von Zunz näher (a. a. O. 217) besprochen wird. In diesen Tagen hat Jellinek in seinem קונטרס תרי״ג p. 35 diesen Bericht aus dem so seltenen Constantinopler Semak neuerdings abgedruckt, ohne jedoch die schätzbaren Varianten zu berücksichtigen, um deren Mittheilung Kohn mittlerweile sich verdient gemacht hat. Unter den von Kohn beschriebenen Codices ist noch mancher, der eine nähere Untersuchung wohl verdiente. So ist z. B. das Verhaltniss des Esthertargums in Cod. IV zu unserem Targum scheni erst nocli festzustellen. Auch der daselbst befindliche ßaschicommentar zum Pentateuch, den Megilloth und llaftaroth lohnte wohl nach Kohn’s schönen Proben (p. 9, 1) eine weitere Erforschung. Kohn ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung einer Geschichte der Juden in Ungarn und mit einer Studie über die in der jüdischen Literatur auf Ungarn bezüglichen Angaben beschäftigt, welch le.ztere Arbeit er im Aufträge der ungarischen Akademie der Wissfen* schäften und für derea Denkschriften unternommen hat. Er hat mit seiner Arbeit über die hiesigen Handschriften sich das Verdienst erworben, auf fast unbekannte Schätze hingewiesen und zu eingehenderen Untersuchungen durch belehrende Mittheilungen angeregt zu haben. Budapest, 15. Februar 1878. David!Kaufmann. Das Wortspiel in den Proverbien. Von Dr. L. Treitet in Breslau. (Schluss von No. 12.) Betrachet man diese Beispiele näher, so wird e® 1 ziemlich wahrscheinlich, dass der griechische Verten