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Das jüdische Literaturblatt · 1878-04-03 · No. 14. (3.4.1878) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 14. (3.4.1878)
Date
1878-04-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.14 .סזג ■» 4 ■ Das Jahrg. mar. Zar Beleachtaag •Iler Jaden- Um and Jaden betreffenden literarisch. Braehelnaagen aaf dem Gebiete der Philosophie, Geeehichte,Ethn0frsphle,T11eologte.OrlentaHa, Exegese, Homiletlk, Lltargik, Pädagogik. Hera usgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. — -־ן-'■-——+-->——. ...■׳— Magdeburg, 3. April LS78. Bicher der •inaehttgige. U termtar, welche der Bei. des ״Jid. Liter»tarbU«״ In Hs gdebnr.g (•der der ״Israelit. Woeheasehr.“ ln Stettin) nag•- aaadt werden, daden tndienew Blatte eingeh. Beaprechang. Das ״Jidluhe Iiterntarblnlt“ erscheint wöchentlich; Pciis bei allen Post»nstalten und Bucbhnq^atipM (in Lei piig bei Robert Friese) pro Jahrgang ä Mark; pei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ in Magdeburg mit directar frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrifl“ (die vierteljährlich bei aller Postanstalten and Batchhandlungen 3 Mark SO PC kostest) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ grs;18. — Inserate werden mit 20 PC für die dreige- Bpaltene£etit1«1le^buebbftndleriacbe^Beilagen^mit^jL2^1Jark^>erechnet. Oie Expedition der ״israelitische 1 Wochs incbrifh“ Inhnlti j Wissenschaftliche Aufsätze: Uiber Samaritaner. Von Rabbiner Dr. Appel. Die hebräischen Uandschrilten des ungarischen tjationalmuseums in Budapest 1 Das Wortspiel in den Proverbien Von Dr. L Treitel. Literaturbericht: Recensiouen: Stern, J, Festpredigten. Neue Bücher.; Literarische Anzeigen. Kl Ueber Haiiiaritaner.*) von Rabbiner Dr. Appel. Hochansehnliche Versammlung! Eine der merkwürdigsten und!zugleich lehrreichsten Erscheinungen der Religionsgesch'lchte ist•es, Welche ich heute, da es mir vergönnt ist, vop dieser Stätte aus an Sie das Wort zu richten, in kurze» Umrissen Ihnen vorzuführen gedenke. Wie der Wtrth der Kuhstwerke, welche der Genius des griechischen Volkes geschaffen hat, in seiner ganzen Grösse erst recht gewürdigt werden kann, wenn dieselben mit Versuchen anderer Völker auf dem Gebiete der Kunst verglicheji werden^ so gewinnen wir den richtigen Maasstab zur! Beurtheilung der Leistungen auf religiösem Gebietej nur mit Hülfe der vergleichenden Religionswissenschaft. Man ist heute einig darüber, dass der Monotheismus djer höchste AusdruclF religiösen Fuhlens und Sinnens sei; und wir können darum das jüdische Volk welches der Welt den Monotheismus gebracht hat, als das classisclie Volk der Religion bezeichnen. Der jüdischen Religion entstammten zwei Töchter, die beide in unkindlicher Weise die Behauptung aufstellen, ihre Mutter zu übertrefien und die sich wieder untereinander den Vorrang streifig■ machen. Wir wollen jedoch hier nicht zu Gerichte sitzen über ihre Ansprüche, wir wollen, um ein anderes wohlbekanntes Gleichniss anzuwenden, liier nicht entscheiden, welcher von den drei Ringen de.r wahre, echte Ring sei. Unsere Aufmerksamkeit wollen wir vielmehr einer ebenfalls monotheistischen Religion, oder richtige:: religiösen Secte zuwenden, welche weit älter als Christenthum und Mohamedanismus gleich dem Judentliume die Verbindlichkeit des Mosaischen Gesetzes anerkennt und sielt trotzdem vom Judenthume wesei tlieh unterscheidet, eine *) Vortrag, gehalten um 27. Jan tar 1878 im״ jüd.-theol. Se- ®lüiar in Breslau. Secte, welche seit dritthalbt&usend Jahren besteht and schon um ihres Alters wijlen unser Interesse he rau»- fordert. Begeben wir uns im Geiste an-den Ort, weleben sie seit ihrer Entstehungszeit bis auf den heutigen Tag bewohnt, einen Ort, d|er auch sonst manch’ theure Erinneru 1g uns bietet. Von Jerusalem aus auf der Heeresstrasse nach Norden über jBeth-El und an dem altßä Silo vorl!eiziehend gelangt man nach einer starken Tagyreise an die Ostseite der Stadt Nablus. Nablus oder Nabulus ist die arabische Aussprache von Neapjlis, wel- > eben Nt men die uralte Stadt Sichern von der Römer-' ׳ zeit[ her trägt. Sichern, im Herzen Palästina's gelegen» ist eine der ältesten Städte des heiligen Landes schon ' von der Patriarchenzeit her bekannt. Hier war es, wo Abrahan die erste Stätte!der wahren Gottesverehrung errichtete. Hier erwarb sich Jacob den ersten Land- 'י besitz; unweit dieser Stadtj führt die grosse Karavanenj strasse von Damascus nach den Seestädten, sow!ie nach; Egypten vorüber, ein Umstand, der in der Geschichte ־_* Josefs מס י tiefeingreifender Bedeutung ist. Zwischen dem^ Garizim im Süden und dem Ebal im Norden erstreckt - ־ x sich di 5 Stadt von Osten nach Westen. Sie ist also g§- v-'.. schützt vor den versengenden Südwinden, ebenso wie jä&f vor dei kalten Nordwinden und liegt der erfrischende ,‘•qlh Luftströmung von der Seeseite her offen. Ihre Lage wird von allen Reisenden! als ausserordentlich schöa geschildert; v. Richter vergleicht dieselbe mit der entzückenden Lage Heidelbergs. Die Stadt, von zwei Hauptstrasse: 1 durchschnitten, ist! von herrlichen, quellenreichen Gärten umgeben, aus denen die hohen, weissen Minarets ׳־•־££ malerisch hervorragen. •Ueberhaupt zeichnet sich die \'a ganze Umgegend durch einen grossen Rächthum an ל t. Quellen aus, die theils nach dem Mittelmeere, theils nach v־ dem Jordan zu abfliessen, da die Stadt auf der Wasserscheide liegt. ״Ein junges Reis an der Quelle“ heisst Josef ni Segen Jacobs; ״Segnungen des Himmeis von .-'rja oben, Segnungen der Flutii, die unten ruht“, wurden ihm ר '.'ja verhei isen. Und im Segen Mosis wird Josefs Land ein •jtij ״gottg äsegnetes“ genannt ״Von der Frucht des Himmels,' vom Thau, /<m der Fitith, die unten ruht, pn der Frucht desj Ertrages der Sonne rnd der Frucht• des Triebes des Mondes.* *

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