Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 11. (13.3.1878)
- Date
- 1878-03-13
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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43 — das gänzliche Ignoriren des נ" ח geradezu rithselhaft nennen müssen. Wer aber all diese Erscheinungen in ihrdm historischen Zusammenhang erfasst, dem bietet siel» die Erklärung von selbst dar. Das Chanuckafest, unter dem Eindruck gewaltiger Ereignisse, glänzender Siege eingesetzt, anfänglich mit hohem Enthusiasmus aufgenommen und gefeiert, hatte später viel von dem Hasse der Peruschim zu Erdulden. Wäre Alles nach ihrem Wunsche gegangen, das Sadducäerfest, das an die glorreichsten Erinnerungen des hasmonäischen Herrscher- und Priesterhauses janknüpft, wäre gänzlich beseitigt worden. Allein im Herzen des Volkes hatte das Fe->t bereits allzuliefe Wurzel geschlagen und dessen conservativer Sinn mochte ein bereits gehfeiligtes mit Ceremohien gekennzeichnetes Fest nicht ohne Weiteres aufgeben. Es liess sich gefallen, dass zu Chäuucka noch Purim dazukam, dass mau Letzteres über Ersteres stellte und mit allem Glanze:ausstattete, um Jenes zu überstrahlen, aber zu einem gänzlichen Aufgeben des Makkabäerfestes war es nicht zu[ bewegen. Die Peruschim thaten, was unter solchen Umständen das KlügstS war, sie schwiegen und liessen gewähren. Sie ignorirten das Fest, ohne es anzugr׳sifen, man befasste sich nicht mit ihm und seinen Cerei nonien, so lange der pharisäisch-sadducäisehe Antagonismus in Erinnerung lebte. Daher das auffallende schweigen der Mischna und Tosefta über ר חנוכה; und die makkabäischen Ereignisse überhaupt. Es ist das unstreitig ein oppositionelles Ignoriren. Das Volk aber kümmerte sich darum nicht, feierte Chanucka, zündete alljährlich die Siegeslichter an. Da aber die religiöse Autorität über die Feier, die Anzahl der Lichter, die Modalitäten des Anzündens nichts Positives normirte, und Alles dem Belieben, dem Gutdünken des Einzelnen überlassen blieb, so mussten sich im Laute der vielen Jahre Abweichungen in den Observanzen ausbilden, Mannigfaltigkeiten entstehen, die, von Generation zu Generation überliefert, schliesslich selber feste G.stalt angenommen haben. Dort zündete man blos Ein Licht an, damit glaube man dem Herkommen Genüge gethan zu haben; anderswo zündete man für jede Person im Hause ein Licht an; wieder anderswo zahlte man nicht die Personen, sondern die ausstehenden Tage des bestes, die man zu feiern hatte, und man zündete eine entsprechende Anzahl flammen an; die meisten aber gewöhnten sich daran, jdurch die Zahl der brennenden Flammen den speciellen [Tag des Festes zu kennzeichnen. Es war eben über! alles das keine gesetzliche Bestimmung vorhanden, indem die Gesetzeslehrer, die Tanaiten, von dem Feste übek-haupt nicht sehr erbaut waren. Allmälig aber legte sich der Kampf zwischen Sadduc*er und Pharisäer,! auch die Erinnerung an ihn schwand schliesslich aus dem Gedächtniss, man war mit den Vorgängen und ihren Ursacüen nicht mehr so gut vertraut — da ist(' נד הנוכה ein Gegenstand eitriger Pflege geworden. Di<j Amoräer holten nach, was die Tanaiten versäumt haitejn, sie trafen Bestimmungen und schaffien Normen. Nun suchte man sich die Abweichungen in der Observanz zu ,erklären. Warum zünden Diese mehr Flammen an als Jene? Warum beobachten die Einen eine andere Ordnung und Reihenfolge als |lie Andern? Da man in he ligen Sachen dem Zufall öder Belieben etwas z izusclu eiben nicht gewohnt war, so führte man die A 11 w eich ungen auf Sch ulldifferenzen zwischen denSchamaiten und Hilleliten zuruck. Sie dij über Alles gestrigen mögen auch, s) ve! muthete man, über נ׳ח Ansicht gewesen sein. Ine Boraithä ist d aramäisches Product, wie so viele and «lte Halacha’s, Es ist nicht das einzige haben, sie kicht einer femnach ein angeblich Beispiel, wo Abweicl Erklärt!: und ש" legenhei Hier so tenschu! über und da$! wissen N angeblii lel's sp: verwe: Jellineli Halacha ungen Halachi hungen in der,Obdervänz, für welche man keine ng wusstd,] auf Sdhuldifferenzen zwischen 3"ה כן" zurückgeführt Werden. Ich werde noch Get haben, solcher) Fälle mehrere aufzuzählen. 1 Lite blos nachgewiesen werden, dass die Tanaien und ihre Referenten,. Mischna und Tosefta, dwisse Dinge absichtlich geschwiegen haben, ■es das Schweigen nicht _ immer auf ein Nichtzurückgeführt weifden darf, chschrift. Wem etwa die Ansicht, dass man he Differenzen der Schulen Schamai’s und Hil- 4ter fingirt hat, ketzerisch scheinen sollte, den n wir äuf das alte ם׳ הקנה p. 41,b, citirt bei קונטרם>תרי״נ S. 44, dessen Verf betreffs ejner 's, die als ןהלמ“מ auftreten, ähnliche Anschaaitwickelt, dass man nämlich später gewisse ,'s absichtlich als;הלמ״גז bezeichnete. :!sei Handschriftliches aus Petersburg. Von Dr. A. Ha;rkavy in Petersburgs Das neü Lei;): אה eine veranlass! uns ben Unser vereinigt alt-orien haltend (Ed. Bl. sind Epigraph zeichniss Mühe ומשנה סדר וק מדרש?א דסניא מד!־ש;;דולות־•׳ ין ופסחים דראנש?] ושופטים חפץ י ־ (יי - und orie Hand. ,מאמרים) Uebers.) Schon ir setzt, fehlte, w c) Schl, des V. verdienstliche Unternehmen des Hrn. Dr. Bloch, e Uebers. von Saadja's Emu not zu liefern, t mich, einiges) längst Notirte Uber das bei indiiehe arabische Original hier mitzutheHen. . besteht jetzt, nachdem ich die nembra disjecta habe, aus folg.; drei Tiieilen aj 8 BI. Perg., tal. Quadratschr,, die Ränder beschädigt, entvom Anfang bit zu p. 11 der hebr. Uebers.!zig 1864, Slucka). Auf dem.recto des ersten'" 11. Ich ist Pi Es dunkle letztere eingehen Landauer sichtigen nehme), läufig ein für die 1) kanntlich letzt. VVöi't! Munk übi: einige unleserliche oder nur z. Th. . leserliche e, worunter eiris ein interessantes Bücherverenthielt. Aus letzterem entzifferte ich mit Fügendes: | י פהרסה אלדפאתר Biicherverzeichniss... UDdMischn*, . מנלדה בנקט ער ^/,gebonde״ mn ir»ki.oher v ^2-a. ״?.babylonischer) Puüctatjon, ם הלכות TDj Oriin. Nasoliim, Alfassi, Midrasch השכם :־ י מביאן Haschkeia . . eiarHalachot enthal- הרכות מכתצרה tendes CompenclÄim der KechUta wi n'h-in [die6er Ausdr. ist bezfigL der -■ " ' la a Zunz’srhen und Friedm&nn'achen * :כרכות ושבת ועירו Bem. (Mechiiia Emi. P xxx «.) : '0 לרב} יצחק ליקוטים interessant] etc. etc., CortecUneen von Derasch (?), Papier etc., etn ‘ P e Theil aus dem Werke des Che- 'י מנלד גז מך כתאכ!ez... . bildet den Grundstock der Hschr, ebenfalls Perg. ‘ . Quschr, jedoch von grösserer Schrift und and.'. sah darin die Ueberschrifteu aller Maqalat‘ , Rand am Anf. beschädigt, Anf. (bis p. 11 der und Schluss fehlen, viell. auch in der Mitte.: ־ 1 Oriente wurde der fehlende Anf. durchs) ereine Zeile, die bei der Completirung noch׳ urde am Rande von a) beigefiigt. besteht aus 3 Bl. Pap., neuerer Hand, aus dem IX. und demj Ant. des X Abschnitts. nun selbstverständlich, dass der Text viele nkte in der hebr. Uebersetzung aufklären und; l erichtigen kann, wie dies wohl bald durch die den Studien, welche die HH üD. Kaufmann,' und Wolf darüber zu veröffentlichen beab- (was ich aus, ihren Schreiben •an mich entgenugsam erhellen wird. Jedoch dürften verpaar Bemerk, zu Dr Bloch's verdienst!. Uebers. Ijeser des Lilbl. nicht uninteressant sein. r Titel der Saadjanischen Schrift lautet be_־ יכתאב אלאמאנאת ואלאעתקאדאת welch« beide er eigentl. Glauben, Rel.igion bedeuten! rsetzte (Notice sur Saadia, p. 18): ״Livre (_Liv- und Le