Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 11. (13.3.1878)
- Date
- 1878-03-13
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i res ist Druckf.] des croyances et des dogmes“. Mag; man da» letzte Wort mit Dogmen, Religionsmeinungen, Glaubensansichten u. dgl. wiedergeben, so viel ist gewiss, dass es mit Wissen nichts♦ zu thun hat; das והדעות der Uebiers. hat ihit דעה nichts gemein, sondern ist im 8inne von דעות האמונה zu nehmen. 2) Am Anf. der EinL sind die Zeilenanfänge im Ms. beschädigt, und kann ich nur muthmasslich das Fehlende ergänzen; derselhe lautet: תבארך אללה אלאה 8 .«י. fr.אסראיל [אלדי לה אלה] אלמבייך אלמחקק״לנאטקין wo ״ אלחק אלסכיץdie offenkundige augenscheinliche Wahrheit“ bedeutet; lbn־Tibbon wollte es rhetorisch wiedergebeh, und ist wohl sein עץ nicht Auge, sondern Schein (wie כעץ! הבדלח) zu übersetzen; da mir jedoch nu)־ ein defecter Text vorliegt, und die LA. der will ich nicht ent- (Forts, folgt.) Oxford. scheiden!. Hschr. unbekant ist, so •משיח בן יוסף Von Dr. M. Du9chak In Succa 52 ist von einem יוסף p משיח die Rede; einzelne Familien, sagt R. Dostai (Dositheüs), haben über seinen Tod geweint, diese Thatsache wird mit Hinweisung aal Secharja 12, 10 relationirt. Wer ist dieser Messias? Wo war noch jemals von ihm die Rede? Weder in Bibel noch in Talmud hat man jemals einen j&sephinischen Messias gekännt, wie ein Deus ex naachinä erscheint er hier in Succa. Wir glauben hier nicht mit Unrecht an den Slifter der christlichen Religion denken zu sollen. DiePassionsgeschichtedesChristeathums beruft sich auf diesen Vers in Secharja, das והביטו אלי אה א47ר דקרו gilt ihr als eine unverkennbare Andeutung. R. Dostai jiat gegen diesen Drusch nichts einzuwenden, nur nednt er ihn nicht, wie die Christen ihn nannten, Messias B oh n Gottes, sondern Messias Sohn J o s e p h s, des Gauen seiner Mutter Maria, und legt seinen Accent auf den{ Vers וספדה הארץ משפחות, er wollte sagen, dass ihp nur ״einzelne Familien“ betrauert haben. So ist auch die Boraita aufzufassen, welche (ibid.) angeführt wird. Zudem Messias, Sohne Davids, wird Gott einst sagen: Mein Sohn, fordere, was du verlangst, das werde ich dir geben, wie geschrieben steht: ״Ich verkündige es zum Gesetz, der Herr sprach zu mir, mein Sohn bist du, verlange von mir, und ich werde dir Völker zum Besitze geben und zuJ deinem Eigenthum die Enden der Erde“. Die Christologie macht auch hier ihre wunderliche Exegese und bezieht typiSch diesen Vers ajaf ihren Messias, den sie ja ״Sohn Gottes“ nennt. Wir ftigen noch hinzu, dass dieser ״Messias, Sohn Josefs“' wirklich mit der überschwenglichen Idee sich trug, I(önig zu werden und die römische Herrschaft als R. J. au stürzen, was ihm von Seiten der Römer den Kreuzestod einbrachte. Doch heisst es weiter in der Boraita: יוסף שנהרג אומד לפניו p וכיון שראה למשיח רבש״ע! איני מבקש ממך אלא חיים d. h. der wahre Messias wrd nicht Sohn Gottes genannt, nicht Königreiche in Bestz nehmen, sondern nur: Leben, d. h. wirken, geistiges Leben bringen wollen. ־Literatur bericht. Becensi osea. gleich den vorhergehenden interessante Artikel bringt, die zwar für jeden nach der betreffenden Wissenschaft Strebenden, besonders aber für den Israeliten wichtig sind; 90, dass die Encyclopädie in keinem jüdischen Haure fehlen solle! Denn heut zu Tag, wo anf der einen Seite d<-r Aberglaube mit seiner Geistesverfmsterüng nnd auf der anderen Seite der Unglauben mit seiner Gemüthsverflachung waltet,‘tl111t ein solches Werk vorzüglich noth , damit der Ungelehrte sich von der Wahrheit überzeuge, die sich — wie allenthalben — auf der goldenen Mittelstrasse zu bewegen ptlegt Ganz besonders aber wird dieser Zweck erreicht durch den Artikel über das Jn^le ntliam. welches in diesem neuen Hefte ebenso ausführlich als unparteiisch behandelt ist. Der gelehrte Verlasser weist darin gründlich nach, wie diese Religion sowohl den Geist erleuchtet, als auch das Herz befr edigt ^vgl, Ps. 19, 8—10), was von andern Bekenntnissen keineswegs so beiderseitig behauptet werden kann! Ein solch erschöpfendes und wahrhaftes Urtheil lässt sich von den gewöhnlichen Encyclopädien und Conversatiunslexica, die gleichfalls Artikel über's ״Judenthum“ enthalten, nicht wohl erwarten, da sie allzusehr auf ihre christliche Leser und deren dogmatische Ansichten Rücksicht zu nehmen haben! Dabei belegt der Verfasser jeden Artikel mit vielen Citaten, welche Zeugniss ablegen von dessen unermüdlichem und zeitraubendem SammelÜeisse, wovon der Laie sich kaum eine Vorstellung machen kann. Wir könnten zum Beweise desseu noch einen andern ebenfalls interessanten Artikel aus diesem neuen Hefte, die Kabbala (״Geheimlehre“; betreffend, besprechen; hoffen jedoch, dass schon der eine Artikel über das ״Judeuthum“ unsere bemitteilen Glaubensgenossen zur Anschaffung dieser im Selbst verläge des wackern Verfassers erscheinenden Eueyclopüdie veranlassen werde f Bad-Ems. Dr. H oc 11s t äd t e r , Bezirksrabbiner. gp»niaeh.J&dl*ehe Zeltaehriffen. Dem Einfluss der spanischen Juden auf die Ausbildung der spanischen Sprache und Literatur hat zuerst Don Jose Amador de loa Rios in dem neuerdings in .Madrid 1877 erschienenen Werke: ״Estodios historicos, polilicos y literarios sohre los Judios de Espanna“ gezeigt. Die Literatur der spanischen Juden ist auch heute nicht ganz erloschen. Beweis die in dem jüdisch-spanischen Dialecte, Ladino, erscheinenden Zeitschriiten. So in Wien 3 Blätter (mit hebr. Typen gedruckt): ״El correo di Vienna“, ״La .Politica“ _ nnd die Monatsschrift ״La Guerta di Historia“ (Der Garten der Geschichte) sämmtlich von A. Semo redigirt. InConstautinopel erscheinen zwei grössere Journale: El National (3 mal der Woche), pol, wissenschaftl u. litera rische Zeitung. Chef-Redakt. David Fresco Das zweite: El tiempo, das 2000 Abonnenten haben soll. In Salonichi redigirt Sadia Halevy: La Epoca, polit. Handelsu. literar. Revue. In Smyrna: La Esperanca (wöcbentl.) von Joseph Chasan. Ja selbst eine humorist Wochenschrift Risi bisi (etwa ״Lachpillen“) wurde von dem früh verst. Josel Calvo redigirt. (Nach Edlinger's Literaturbl. II., 3.) Niotlz. Der neuernannte Prof, der Assyriologie an der Universität in Leipzig, Dr. Friedri h Delitzsch, trat sein neugeschaffenes Lehramt mit einer Rede: ״Ueber Keilschriftforschung und Bibel“ an. Derselbe wird im Soramersemester Uber Vergleichung der Keilinschriften mit der bihl. Genesis lesen Neue, der Redaetlon zagegangeiie Schriften. E. Roller, Hamilchana we-ha-Mazor, la guerre franco-allemande (1870-71), dÄcrits en langue hebraique. Sacher-Masoch, Judengeschichten, humoristische Erzählungen. Leipzig, J F. Hartknoch. Dr. Wahl, Jahresbericht der höheren Handels-Fach-Schuie zu Erfurt,’ über das Schuljahr 1877. Als Prämien für jüdische Schulen offeriren ferner:*) (Fortsetzung.) 6) Iff. Peppelauer's Buehh. in Berlin (C. Neue Friedrichstr. 61): *Jolowicz, Haifenklänge der heil. Vorzeit über alle Theile des alt. Testaments. Neue Ausg. eleg. geh. 2 M. — ra. Goldschn. 2 M. 56 7) Joh. Frledr. Martltnoeh in Leipzig: *Lehmann, Zu Chanuka, jüd. Haus- und Volksbuch. 296 S. eleg. geh. (ermässigt) 2 M. b) Selbstverlag der Verfasserin in Wien: *Fanni Niuda, Jugend-Erzählungen aus dem jüdisch. Familienleben, geh. 2 M. (Wird fortgesetzt) «M• Hnnknrger, Real-Encyclopädie für Bibel uid TalmncL— Strelitx (Mecklenburg). Selbstverlag des Verfassers. Van dem zweiten Theile dieser Encyclopädie, welcher den Talmyd behandelt, ist jetat das vierte Heft erschienen, weiches •) Vfl. vor Xo. woselbst vor den 2 Büchern das Sternchen als Zeichen der Empfehlung nua V rsehen fortgebieben tot. Wir trdgen ei hiermit necQ: Ten d lau, FeLmsyers Abende a. 8. w. *Schmidt» Mob. Mendeluohn. Dr. JL KAhTTeTTQ Magdeburg. Druck vonlj^ciiariike ia Barby. Verlag*voa K.0 beri *'rieae in Leipzig"•־