Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 9. (27.2.1878)
- Date
- 1878-02-27
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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'■1FT -- 35 — dann denselben der menschlichen Würde wegen.‘1 Raw Huna meint hingegen: jener Bibelvers bedeutet: er machte den Menschen zu einem Sklaven, de» si|ch selber dienstbar sei.“ 1 ' Heisst das nicht mit anderen Worten: Jeder ist sich allein Selbstzweck und hat für seine eigene Existenz zu ringen und zu kämpfen? nach dem biblischen Spruche ״der Mensch ist zur Mühe geboren“ (Hiob 5, 7} oder: ״Fürwahr ein Feldzug ist des Menschen Sein auf Erden.“ Hiob 7, 1. Die Agada führt den Satz weiter aus: ״Ob alle Elemente und Geschöpfe! seine Freunde oder Feinde, für ihn oder gegen ihn seien, hängt vop dem Menschen selber ab.“ Ber. Rab. 10 Gerade so lauten einige Paragraphe in dem Kriegsreglemenfc vom Kampfe ums Leben und nicht anders Grundsätze aus de.r naturalistischen Ethik, welche der kleinlichen Teleologie den Vorwurf macht, cass sie ebenso die Natur wie ihren Schöpfer erniedrigt, indem sie Alles blos aus dem Gesichtspunkte des mensc hlichen Nutzens betrachtet, was für unmoralisch, weil egoistisch und, wie Göthe sagt, auch für unäs hetifch gelten muss. Nebenbei bemerkt, trifft dieser Vorwurf sicherlich nicht die meisten oben citirten teleologischen Stellen, die auf einer edlen Intention und auf einer Zwecklichkeit beruhen, welche erhabene ideale Bichtungen einschlägt. (Forts, folgt ) Handschriftliches aus Petersburg, Von Dr. A. Harkavy in Petersburg. IV. Mit Recht hat Hr. Dr. Kauffmann in seirier fleissigen und gediegenen Geschichte der Attributenlehre (p 84 ff.) das Auffallende in der Thatsache hervorgehoben, dass Saadja Gaon im Emunot ijnd namentlich in der Einleitung zu demselben, ״wo (ihm in der Schilderung der Zeitverhältnisse die beste Gelegenheit geboten war, den Karäismus anzugreifen, nacht die Spur so vieler offenen oder versteckten Ausfälle wider denselben linden, als man bei einer so langjährigen Feindschaft voraussetzen sollte.“ Wir fügen hiuzu, *iss nach der gewöhnlichen Annahme, nach der man den Karäern die Priorität in der Beschädigung mit der Philosophie zuerkennt, und da die ältesten karäischen Schriftsteller, Abu-Jusuf Jakub al-Kirkesani im Kitab al-Anwar und Abu-Jakub Jusuf al-Basir (diese beiden Autoren werden in der späteren karäischen Literatur und daher vpn neuen Forschern oft verwechselt) im Kitab al- Istabsar fast dieselben Gegenstände wie im Emu not behandelten, so könnte das Verschweigen ihren Namen nur als parteiisches Uebelwollen von Seiten Saadja's betrachtet werden, was aber, abgesehen von allem Andem, schon durch die Erwähnung Chiwi’s, Anan’s und Nehawendi’s (vgl. Kaufmann ibid. p. 80 Anm. 139) widerlegt wird. Die hier befindlichen handschriltlL Werke der zwei erwähnten Kar. werfen genügendes Lieht Uber diesen Punkt. Freilich sind jene Hschr. (in mehreren deren Mittheilung ich gleichfalls Herrn Profeaser Turner zu Dank verpflichtet bin, zeigt, wie genau das Steisabein dem wirklichen Schwänze bei niederen Thieren entapricht: Luschka halt nämlich neuerdings an der Spitze der Schwanzknochen einen sehr eigenthtlmlich gewundenen Körper entdeckt, welcher mit der milderen Kreuzbeinarterie in Zusammenhang steht, und diese Entdeckung veranlasete Krause und Meyer, den Schwanz eines Affen (Maracus) und einer Katze zu untersuchen; bei Beiden fanden sie. wenn auch nicht gerade an der Spitze, einen ähnlich gewundenen Körper — Darwin erblickt darin ein Mittel, um den Bau der frühen Ur- Erzeuger des Menschen zu rekonstruiren. Dies kann mit Hülfe der Rudimente — ein solches ist jenes verkümmerte Organ j ferner durch die Charactere, welche gelegentlich bei dem Menschen in Polge eines Rückschlages zur Erscl einung kommen, geschehen. (Darwin, die Abstammung des Menschen I. 24, 130, *69,180• Vgl. Qa&trefagea, in der Revne des Cours Scienlifiques 1107 laoö, f>. 625.) ־■■י¬ Exempl) fragmei tarisch und ungeordnet, und wir o׳ es 1 noch einige Zeit dauern,, bis jich dazu komme, dieselben zu ordnen und d urchzuforschen; aber soviel geht schon ^aus den von mir vor längerer Zeit gemachten Excerpnen aus jeden Wirken hervor, dass ihre Verfasser lange s ach Saadja’s 1 od schrieben. Um es hier kurz (zu agen : Jusuf al-Iasir (= .ר׳ ילסף הרואה) citirt ganz oft ׳ Kirkesaui und Samuel ibnOhofni als Verstorbene, und da Letzterer 1034 gestorben, so konnte doch der karäische Autor sei 1 Hauptwerk nicht vor c. 1040, also mehr alsein Jahrlund, nach der Abfassung des Emunot , (933), geschriebe! haben. Aber , auch sein Vorgänger Kirkesani, auf de 1 er sich häufig beruft, konnte schwerlieh vor dem letzten Viertel des X. Jahrh. geschrieben' haben. Zürn Beweise diene vorläufig folgende Stelle aus dem Kitab al-Anwar über Anan: j Er war sehr bewandert in d en וכאן עאלמא גאקאויל Aussagen der Rabbaniten, u. ~ י , Niemand von ihnen konnte, אלרבאנין etwas gegen seine Gelehr־ samkeit aussetzen. Es wird ולם יכן פיהם מן ^למה וחכי ען האיי יטען פי■ erzählt, dass das Akademie- ׳ ראם׳ אלג תיבה אנה כאן הו Oberhaupt Haja, in Verbinp ״־«!» ״״־?«״״ ואמה -ק4=אז ־ד»־ ענן> Vater(S«h^ אלעבראני Das nähere JCingehen a manches Andere in den VV rira),. das Werk Anan’s, aus אלארמני ^לי dem Aramäischen in’s Hebräische übersetzte. ן jf diese Stelle wie auf noch erken Kirkesani’s und Al- Basir's behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor. Hier nur soviel, lass Saadja vor sich keine philosoph. Schriften von Karäern hatte. —ir ijteraturb ericht «säfl Jellinek, Dr. Ad., Bet ha-Midrasch, Sammlung kleiner Midraschim und vermischter Abhandlungen aus der alteren jüdisc len Literatur. — Sechster Theil. Wien, Filiale der Buc ihandlung j Brüder Winter 1878. Ueber den sechsten Thpil des bekannten, von dem als Litterarhistor ker und namentlich als Kenner! der Agadah hochgeschätzten Drj. Jellinek edirten Beth ha- Midrasch, das lei zthin erschlossene ״Schatzkästlein* des geheimnissvollen ״ Midraschschreines“ hat sich Referent mit einer gewissen Hast und Spannung hergemacht, welche jedoch für den ersten Augenblick sich nicht völlig befriedigt fanä. Waren nicht im Vorwort zum fünften Theil Auszüge aus den! לקח טוב des Tobiah, bar Elieser zu den liinf Megilloth für das nächste Hett ganz besonders versprochen worden? Sie sind in diesem nicht zu finden, auch wird kein Motiv angegeben, warum uns die Proben dieser interessanten Sammlung vorenthalten werden. Erst nachdem wir uns durch die Erklärung salvirt, dass wir auf unsern Schein bestfehen, gestehen wir ger!e zu, dasp man durch das Gebotene' für das Vermisst j reichlich[ entschädigt wird. Wie in den früheren Theilen, so werden auch in diesem allerlei kleine Midraschim oder midraschartige Stücke, welche bisher in Handsc iriften odeir seltenen Druckwerken ein einsames, nur von Wenige^ gekanntes Dasein führten, an’s Licht gezogen. Jedes Stück erfährt in der Vorrede eine kritische und litterarhistorische Würdigung, wobei das Wissenswertheste davon in gedrängter Kürze aber mit einer aus dem Vollen( geschöpften Gelehrsamkeit angegeben wird. No. 1. Der Chanu^a-Midrasch, welcher als •,%־ ־. I ך#*?! k: Hl dritte Recensioi zweier b veröffentlichten Midraschim darum ein wertl voller Beil tigen Midrasch-Litteratur eben .ו_ ,...• ereils im 1. Theil des Bl. M. sich anschliesst, ist schon Big, weil in der weitschichkein Ueberfluss an mak-