Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 9. (27.2.1878)
- Date
- 1878-02-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 9. Das Jahrg. VII. Zar Beleuchtung aller Juden• tham und Joden betreffenden llterarUch. Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschiehte,EthnogTaphie,The• ologie,Orientalia, Exegese, Homiletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahoier. -—— Mn|fd<?bnr^, 07. Februar lWS, Das ״Jädisehe IAteratnrblatt“ erscheint wöchentlich; ,Preis be (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 6 Hark; bei der Expedition der .Israelit: frankirter Zusendung: 8 Mark. — Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die handlangen 2 Mark SO Pf. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — spaltene Petitzeile, bachhändlerische Beilagen mit 12 Mark berechnet. Di• Inhalt! Wissenschaftliche Aulsatze: Glauben und Wissen. Von Dr. Philipp Bloch. Der Darwinismus in der Agada. V on Dr. B. Plaozek. Handschriftliches au9 Petersburg. Von Dr. A. Harbavy. Literaturbericht: Recensionea: Jtflinek, Bel ha\Midrasch. — Barnabae epistula. müssen Spender ״Glauben und Wissen.“ Saadiah’s religionsphilosophisches Buch) Aus dem Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp Block (Posen). 11. Da wir nun erledigt haben, was wir dem ersten Abschnitt anzufilgen für angemessen gehalten, wir über die Medien‘) der Wahrheit und die der Gewissheit, welche der Ursprung alles Erkannten und der Quell alles Bekannten sind, jetzt reden und zwar insoweit es dem Gegenstand dieses Buches ent spricht. Wir sagen also, dass es drei solche Medien gibt, 1) das Erkennen des Sichtbaren, 2) die Erkenntniss der Vernunft, 3) das Erkennen dessen, wozu der Zwang des folgerichtigen Denkens führt.1) Wir lehnen hieran die Erläuterung jeder einzelnen dieser Wurzeln Wir sagen also, dass das Erkennen des Sichtbaren das ist, was der Mensch mit einem der fünf Sinne erfasst, entweder durch das Gesicht oder durch das Gehör oder durch den Geruch oder durch das Gefühl oder durch den Geschmack. Die Erkenntniss der Vernunft wiederum ist das, was nur durch die Vernunf: gewonnen werden kann, z. B. dass die Tugend gut und die Lüge tadelnswerth ist. Die Erkenntniss zwingender Folgerichtigkeit endlich ist das, was der Mensch glauben muss, wenn er nicht gezwungen sein will, einen Vernunftbegriff oder eine Sinneswahrnehmung zu Sobald es unmöglich ist, eines hievon zu läugnen, so nöthigt dieser Umstand, an diesen Gegenstand *) משך wird von der ält. lieber?, sehr oft und braucht— wenn auch nicht gerade an dieser Stelle — «<et9 als synonym mit •מעין ייןקןף u• dgl. ideotiöcirt, Ressource, Quelle. Vgl. Kaufmann, Geschichte der Attrii S. 502 u. S. 1. wo es aus dem Arab. als ״Materie“ erklärt wird. — Wahrscheinlich hat der ält. Uebers. das Wort au:! Gebirol’s läugnen. zu glaugerne ge- und dann bed. also butenlehre, hat es von ״Königskrone“ sich angeeignet und Jehuda ihn Tibbon seinem Vorgänger übernommen. נ) Kaufmann 1. c. S. 1 übersetzt ״logische NothWendigkeit“ der arabische Terminus dafür heisst: עלם אל צרורה• — nur, damit nen, und dass | Bücher der einschlägigem LI- 'termtar, welche der Bed. dee ״Jüd. LlteraturbUtt“ in Magdebnrg (oder der ״Israelit Woehensehr.“ in Stettin} mag•■ sandt werden, lindem im dleeem : BUtte eingeh. Besprechung. allen P 0'81 an 91 a 11 e n und Buchhandlungen t: sehen Wochenschrift“ in Magdeburg mit direc^BT vierteljährlich bei aller Postanstalten nnd ־־ Interate werden mit 20 PL für die litlom־d*r ״UjraeiltlsolMii Wochenschrift“ Exiwdi ben; wie wir y öder unsern Willen zugeben müssen, da der Mensch eiie Seele habe, obwohl wir sie nicht sehen, wir ihre sichtbare Thätigkeit nicht längdie Seele Vernunft habe, obwohl wir sie nicht sehen,— nur, damit wir ihre sichtbare Thätigkeit nicht läugnen. Wir finde! nun Menschen, welche diese drei War*, zeln nicht zugjben. Nur Wenige von ihnen läugneadie erste Wursel; ihrer werde ich weiterhin in) ersten. Traktat dieses Buches erwähnen und sie widerlegen^ 1 Indem dieselben die erste läugnen, so läugnen, sie natürlich auch die zweite und dritte, weil diese'auf jener sich aufbauen. Grösser ist die Zahl derer, welche die erste zugeben aber die?weite und dritte läugnen; icli werde ihrd Behauptungen im ersten Traktat ebenfalls anführen und sie widerlegen.־ Am meiste■ gibt es solche, welche die zwei ersten Wurzeln zugebea( und die dritte läu§ nen. Die Ursache, dass es hier so ver? schiedene Absl ufungen gibh, ist, dass die zweite Erkennt- , nissweise verborgener ist afls die erste, und die dritte verborgener a s die zweite;. Man wagt sich eben nait dem Läugnen schneller an: das Verborgene, als an das Sichtbare. Es giebt auch Leute, welche "die eine Weise läugnen, um das Gegenthieil davon festzuhalten und jeder einzelne von ihnen befindet sich im Widerspruch mit der Ansicht des Andepn; jeder einzelne von ihnenj’ behauptet, was sein Gegner verwirft und macht gegen ihn geltend, diss der Zwang des folgerichtigen Denken■ hierzu führe. Wer z. B.; behauptet, dass alle Dinge ruhen, läugnet die Bewegung1), ein Anderer wiederum behauptet, dass alle Dirigej sich bewegen und läugnet die Ruhe, und jeder Einzelne, weist in dem Beweis, den, 'der Andere b«!bringt, Irrthuin und Fehler nach. Wir! aber, die Gern sinde der Monotheisten, glauben an diese; drei Medien, welche den Erkenntnissen zu Grunde liegen; wir fügei ihnen ein viertes Medium bei, welches; wir mit (lense ben drei Beweisen herleiten, und welches; für uns eine Erkenn tnisswiirzel geworden ist |Es ist* dies die wa'1rhaf?te Ueberlieferung, denn sjej *) Die Ele.t e n läugneten die Bewegung and dee Werden! und schrieben de׳ Welt, dem AUeins der Dinge, eine ewige Rahe! zu; während He ׳aklit die Rühe läugnet und das AU in . eines beständigen Bewegung, in einein unaufhörlichen Fliessen erblickt. iJi',