Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 8. (20.2.1878)
- Date
- 1878-02-20
- Page
- Seite 30 (sequence 2)
- Language
- German
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gebuDg erheigchten? Was ist daraas anders zu entnehmeto, als die unverblümte Selbstzwecklichkeit — der Darwinismus? Darwin in; seinem Bache ,Die Abstammung des Me&BÜhen and die geschlechtliche Zuchtwahl* *, übersetzt von 4• V. Carus, II, 214, knüpft beispielsweise an das Vorhandensein der Geweihe beim weiblichen Rennthiere eine Abhandlung, zu welchem Zwecke und speciellen Vortbeile dies bewirkt wurde. Die stärkere Mähne bei männlichen Thieren, wie beim amerikanischen Bison, beim Hirsche und Löwen, soll zum Zwecke des Schutzes gegen Angriffe vorhanden sein. Daselbst II. 235, 248. Selbst die Drüsen, die bei manchen männlichen Thieren, besonders während der Paarungszeit, penetrante Gerüche ausströmea, werden mit dem Zwecke in Verbindung gebracht, etwa nach Art unserer parfümirten Modegecken, das Weibchen anzulocken und zu gewinnen. Das. II. 247. Als Pendant zu der• Hillel’schen Erklärung de;• breiteren Fösse der Afrikaner, die in wasserreichen Gegenden wohnen, dienen die Berichte Darwins und anderer Naturforscher über Hunde, deren Ftlsse mit Schwimmhäufen versehen sind, weil solche Hunde viel am oder im Wasser leben. (Darwin, ״Das Vüriiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication“ I. 49. Isi- ר dore Geoffroy, hist. nat. gdndr. III. 450.) Ferner die , MittbeUting J. Richardson’s (Fauna boreali-american 62), da^e in Nordamerika alle Wölfe, Füchse und domesticirten Hunde ihre Füsse breiter haben als die ent- — sprechenden Arten der alten Welt, wohl berechnet, zum Laufen auf dem Schnee. (Forts, folgt.) I! ״Glauben und Wissen,“ Saadiah’s reflgionsphilosophisGbes Buch. *Aas dem Hebräischen übersetzt von Dr. Philipp Bloch, Babbiner der Brüdergemeinde za Posen.. >1 *־" (Fortsetzung.); ' ‘ Im Anschluss an diesen Abschnitt erwähixe ich die rMänner, über welche ich mich nicht genug wundern ׳konnte’); sie sind Knechte und bilden sich ein, keinen .Herrn zu *haben, sie verlassen sich darauf, dass Alles, .was ne leugnen, unmöglich vorhanden sein könne und 'was sie als vorhanden setzen, auch wirklich vorhanden ,‘Sei; diese Art Menschen ist in der Fluih der Tharheit ׳versunken und bereits von den Finthen des Unter-;gaugs «fasst. Hätten sie Recht, so müsste nur Jemand, cder kein Geld hat, sich einbilden, dass ihm Kisten u. Kasten ßvoll Geld sind und er wird sehen, was ihm das nützen wird; oder er bilde sich ein, er sei ein Siebziger, während er ein Vierziger ist und sehe zu, was ihm das nütze f Oder er bilde sich ein, dass er satt sei, während ־er hUngert, oder dass er trunken sei, während er dur- .stet, oder dass er bekleidet, während er nackt ist, und sehe zu, was aus seinem Zustande wird. Und wer .1 *) Di• Stoiker sind’a, die Saadisb meint. Die Paradoxien, welche hfcaptsichlich bei der Schilderung dea Weinen der Stoa ge- SUfig sind, daea der Weise niemals ein Sklave werden kann, dass *wein König, dass er der Reichste ist, dem Allee gehört (Ding Laert. -VII, 1211*, Cicero, Paradoxa VI) scheint Saadiah gekannt and mer im Auge gehabt za haben. Es ist überhaupt merk- ,?[0^digj welch ausgebreftete, wenn auch oberfläebliche Kentniss der griechischen Philosophie S. zeigt, Wie wir sie bei keinem späteren Beligionsplnlosophen wiederfinden. ■1/1 es tritt namentlich im 1. and auch im 6. und 10. Traktat hervor. Besonders Plato scheint ihm in einer-Uebersetzang vorgelogen haben, er kennt den Eros, seine musikalischen Theorien _ (Trakt. 10) and citirt sogar den Tim&as (Trakt. 1). 1 von ihnen einen gefährlichen Feind besitzt,1) bilde sich ■ _ein, dass sein Feind bereits gestorben und verdorben J una fürchte sich nicht vor ihm, wie schnell aber wird ilfn dann das Unglück ereilen, vor dem er sich nicht; gefürchtet! Dies jedoch ist die vollendetste Thorheit; von Mensehen, wenn sie meinen, sobald sie an des Herrn Gottheit nicht glauben, dadurch von Seinen Geboten und Verboten, von Seiner Belohnung und Bestrafung und drgl. absehen zu dürfen; von ilires gleichen sagt die Schrift: Wir wollen Seine Ketten brechen und Seine Fesseln von uns werfen (Ps. 3, 2.). So trotzen manche Menschen in Indien dem Feuer und ertragen es, es brennt sie gleichwohl, so oft sie sich demselben nähern. Manche,1) die ihre Jünglings kraft preisgeben, trotzen den Stockschlägen und Geiselhieben und ertragen sie; sie verursachen ihnen gleichwohl Schmerz, so oft sie davon getroffen werden. Um so erheblich stärker wird das erst sein, was diejenigen treffen wird, welche dem Schöpfer des All in solcher Weise trotzen; sie werden mit ihrer Thorheit nicht dem entrinnen, was Gottes Weisheit bestimmt hat, wie der Hagiograph sagt: Weise an Sinn, gewaltig an Kraft, wer hat Ihm getrotzt und sich wohl dabei befunden (Hiob 9, 4). (Forts, f.) Die drei Jacobus. In einem Artikel*) unter dieser Aufschrift in No. 4 dies. Bl. wird die Stelle- Th. Jer. Synh. VII. Hai. 12 mit Recht nicht auf Jesus bezogen. Diese Annahme folgt nicht blos aus der Ortsbestimmung Lydda, sondern auch aus der Todesart, welche bei Jesus nach allen Evangelisten nicht in der Steinigung; wie in jener Stelle berichtet wird, sondern in der Kreuzigung bestand, die traditionell um so mehr als zweifellos gegolten haben muss, als sonst die Evangelisten, die doch alle darauf ausgingen, die Juden für Jesu Tod verantwortlich zu machen, sicher die Execution nach dem jüdischen Gesetze (Misch. Synh. VII, 10. Maim. n. Götzend. c. 5) und nicht nach dem römischen berichtet hätten. Uebri* gens hat sich diese Todesart Jesu auch bei den Talmudisten erhalten, wie sie die Hinrichtung des Ben Sotads Th. b. 67, a. (der uncens. Ausg.) durch das an’s Kreuz Schlagen, offenbar in Reminiseenz an die Todesart Jesu, geschehen lassen (cf. Derenbourg, Essai, Note IX. S 468 und meine Sittenlehre S. 2961' Anm. 2). Ich würde dies auch schon in meiner Erwiderung auf dieBesprechung meines Buches von Hm. Z. in No. 1 d. 1B1. bemerkt haben, wenn ich überhaupt eine ״Antikritik“ hätte schreiben wollen. Allein ich wollte blos gegen einige Annahmen des Hrn. Z. von meinem religiösen und nationalen (sic!) Standpunkte Verwahrung einlegen, was ich dem im Ganzen wohlwollenden Berichte gegenüber um so mehr schuldig zu sein glaubte, als ich eine Entgegnang auf die von Perfidien, persönlichen Invectiven, crasser Ignoranz strotzende Besprechung meines Buohes, im Mainzer ״Israelit“, welche ihre Gesinnungsgenossen sogar vom Lesen desselben abmahnt, unter meiner Würde hielt. Jedenfalls steht fest, dass in der Stelle Jer. Synh. 1. 1; unter Ben Sotada nicht Jesus zu verstehea ist, wie Hr. L. richtig bemerkt. *) Mit Recht erblickt Fürst hierin, wie in ״dem Vierziger* von xurz vorher, Anspielungen auf persönliche Beziehungen de» Verfassers ’) Es ist wohl eine Art Asketen gemeint, die vielleicht eich selbst kastrirten und durch Schläge sich zu peinigen p.legten. Darauf deutet die andere Version: 1031 האוילים המוסרים עצמם לשוטים ולעקרבים ושותקים ומשתבחים בשתיקותם ומזריזים לפוצאים כמותם כי אינם אנושים ולא חולם ולא כאבים מהמכות ההם וכר ז ז ״ ״ , 9) Von Hrn. J03. höwy in K&Discha. t