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Das jüdische Literaturblatt · 1878-02-06 · No. 6 (6.2.1878) · p. Seite 23

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 6 (6.2.1878)
Date
1878-02-06
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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durch sie bezeichnete Ding angeben können. steigt dann sechstens zur zusammengesetzten Redeweise auf, wie wenn man z. B. sagt: Der Stern glänzt, der Mensch schreibt u. drgl. mehr, wozu zwei verbundene Begriffsworte gehören, oder ein Begriffswort und ein Dingnnmen oder noch mehr; denn hier ist die Stelle, an der er durch solche Verbindungen zu seineqi Objekt gelangt. Hernach scheidet er aus diesen zwei oder aus mehreren verbundenen Begriffsworten jeden Theil aus, der kein Unheil1) ist. Alsdann steigt er auf der siebenten Stufe zu den Urtheilen auf, wie wenn Jemand sagt: Die Sonne hat bereits geschienen, der Regen ist. bereits gefallen u. dgl. Hernach erkennt er, dass die Uri heile eine dreifache Modalität zulassen, Wirklichkeit, z. B. das Feuer ist warm, Unmöglichkeit, z. B. das Feuer ist kalt und Möglichkeit, z. B. Rüben ftann iri Deutschland oder in Babylon sein. Hernach )lasst rer die beiden Glieder der Wirklichkeit und der jUnmöglichkeit bei Seite •und steigt achtens zu dem mögliehen Urtheil auf, untersucht dasselbe, ob es sich so verhält, wie der Urtheilende darüber aussagt oder nicht. Hierauf steigt er zur neunten Stufe) auf, zu der Beweisführung, dass das Ding wirklich ist, indem er hierzu das heranzieht1), wodurch es auf eine der verschiedenen Weisen, die ich weiter erklären werde, begründet wird, dagegen jeder Schein möglichen in dem Dinge, über das er urtheil;, ausgeschlossen wird Sobald Alles nun beseitigt ist, und nur das einzige Resultat, das er auf der zehnten Stufe gewinnt, übrig bleibt und dieses für ihn geläutert und geklärt ist, so schlägt er sich alle Iruheren Bestimmungen aus dem Sinn, welche das gesuchte Objekt, bevor es untersucht und jede fremdartige Bestimmung ausgeschieden worden, zweifelhaft maciien und entstellen. Es ist also nachgewiesen, dass die Untereuchiing von durcheinandergemischten Dingen ausgeht und in ihrer Läuterung nicht nachlässt, von zehn zu neun, von neun zu acht, von acht zu sieben u. s w. fortgeht, bis alle Irrungen geschwunden und das Geläuterte und Geklärte zurückbleibt; bricht nun die Untersuchung bei der vierten, fünlten oder jeder anderen beliebigen Stufe ab, so sind von den Zwieiteln so viele, wie sie im Verhältniss zu den durchlaufenen Stufen stehen, allerdings geschwunden, es sind aber noch so viele zurückgeblieben, als im Verhältniss zu den noch nicht durchlaufenen Stufen stehen, dält der Untersuchende die Stuim die er erreicht hat. fest, so kann man hoffen, dass eY zu ihr zurückkehre 1 werde, um sie zu vervollständigen; hält er sie aber nicht fest, so mu-s er die Seche wieder ganz von vorne tmlangen. Dies sind also die Gründe, warum so Viele geirrt und die Weisheit verschmäht; Einige, weil sie den Weg zu ihr nicht kannten, Andere kannten und betraten ihren Weg, aber sie verfolgten ihn nicht bis ans Ende und so gingen auch diese zu Grunde; so heisst cs in der! heiligen Schrift: ״Der Mensch, der vom Wege des Erkennens abirrt, wird in der Versammlung der Verloreuen ruhen.“ (Prov. 21, 15.) des Un- הגדה (י Aussage, Urtheil. ב) An dieser nicht ganz klaren Stelle hat die älteri הט׳ נדרש ראיה ונעמיד קנץ מן השכל והבינה על ־־־מע וברירותו ונרחיקהו מן מדרגת השקר והאץ )רוממהו מן מדרגת האפשר על מדרגת הראוי ן.צרק ונבטל כל הספקות והדמאים המעוותים את .מידהו על בוריו ונבארהו כהלכתו רחק אמתתו חצח המדע במדרגה היי וב׳: Version : זבמדרגה א מתת ה ונעלהו ר והאמת ר השמע וני לפיכך! Literaturbericht leceuitK■. lievtn^ Dr. M., Rabbiner, Lehrbuch, der jüdischen Geschichte und Literatur. Nürnberg 1877, Friedrich Korn’sche Buchhandlung. Der Verfasser obengenannten Buches hat schon einmal für die Schale eilt ■Lehrbuch der biblischen Geschichte* geschrieben, an das sich das vorliegende anschliessen soll. Aus diesem letzteren zu urtheilen, scheint er für dieses Fach ebenso besnlagt za sein, wie er Lust and Liebe dazu zeigt. Freilich sollte das Bach lieber den Titel führen: Leitfaden der jüdischen Literatur, bearbeitet an der Hand der Geschichte, weil darin die Geschichte verhältnissmässig gar za kurz, nur nebenbei behandelt ist. — Gehen wir jedoch aal den eigentlichen Werth des Werkchens ein, so muss von vornherein anerkannt werden, dass es im Ganzen and Grossen! den Zweck erfüllen wird, dem es dienen soll. Der altere and )bereits gereift• jüdische Schüler, aber nur dieser, wird darin Belehrung finden und einen Einblick gewinnen in die Cültargeschichte seines Stammes, wenn auch dim Geiste selbst der vorgerückteren Schüler zuweilen etwas zu viel! zugemathet wird. Der Verf. philosophirt oft za viel und scheint djabei zu vergessen, dass er auch für Schüler schreibt. Für Lehrer, besonders für höher gebildete Lehrer,, wäre das Bach allenfalls als gelungen aazusehen. Was den Werth desselben bedeutend erhöhen würde, das wäre die Angahe der betreffenden. Stellen in Grätz's Geschichte, nach welcher der ־Verfasser, wie «r in dem Vorworte selber angiebt, gearbeitet hat. Es wäre eine schätzbare Bereicherung des Lehrbaches, wenn darin dem Lehrer wie dem vorgeschrittenen Schüler Gelegenheit geboten würde, einzelne interessante Partien dort nachschlagen and verfolgen za können — Wenden wir uns jetzt dem Einzelnen zu, so hat es trotz der im Allgemeinen mit nicht zn verkennender Sorgfalt and Sachkenntniss vslitogeaai Be&rbeitunggdes reichhaltigen Stoffes hie and f.a den Anschein, als habe der Verfasser das einmal Niedergeschriebene nicht imkner einer nochmaligen genauen {Prüfung unterw;orlen. In der ׳ Wiedergabe des Abschnittes von der .Heiligung* (קדושים! fihdet sich der Satz: ,Wenn ihr Gott ein Opfer darbrip* get, so geschehe dies in einer Gott wohlgefälligen Weise.* Dar’ Verfasser hat also anstatt לרצנו ♦ ♦ ♦ :לרצנבם תזבחהו übersetzt, was so ohne Weiteres entschieden unstatthaft ist; es kann ja vielleicht inldiesemSin ne erklärt werden. — Zu verschiedenen Malen werden biblische and traditionelle Gesetze zusammengeworfen. Besser wjäre es z. B.. wenn der Verf ans dem verschärften Verbote der Schrift über den Genuss des Blutes die Art und Weise des traditionellen Schlacbtens (trotzdem dieses Gebot an die biblischen Worte וזבחת כאשר( צותיך angelehnt wird) aldeitete, alsj das• ohne jede Amderkung das Gebot des Schlachtens mit dem Verbote; Zerrissenes una Gefallenes zu gemessen, zusammengestellt wird. Wir hatten Nicpts einzuwenden, wenn in die Besprechung der Speisegesetze auch מליחה uud בשר בחלב eingeschlossen worden wären. Ebenso sollte die Bedeutung des Wochenfestes als biblisches und traditionelles mehr geschieden werden; ist dies aber mit Vorsatz nicht geschehen, warum ist die traditionelle Bedeutung des Neujahrsfestes gur nicht berührt und nicht einmal angegeben worden, dass es auch den Namen 01 הדק’ führt? — Bei Besprechung des Jom-kippmr sagt der Verf.: ,Die Busse soll gewissermäSsen eine Selbstbistrafung sein . . . .“ Mit dieser Ansicht können wir uns durchaus nicht befreunden, wie sie sicherlich auch der heutigen Jugend nicht e nleuchten wird. Die Busse, die Kasteiung soll vielmehr den Zweck haben, uns an diesem Tage dem Irdischen ab- und dem Göttlichen zuzuwenden. Zugleich wäre es der Anläge des Buches entsprechend, wenn an den Satz: ,Von allen euren Sündep sjollt ihr vor Gott rein werden“, den der Verl wörtlich anfuhrt, die talmudische Deutung gefügt würde, besonders da alt Zweck des hohen Tages auch die ,Wieder- Vereinigung mit den Menschen“ angegeben wird. — Eine Ungenauigkeit ist es, wenn bei Besprechung der sabbathlichen Vorlesungen aus der Gesetzrolle gesagt wird, dass oft zwei Abschnitte (סדר״ות! gelesen werden, wenn nämlich statt eines Wochenab- Schnittes an einem auf den äabbuth fallenden Festtage der Festabschnitt gelesen Werden muss Der Hauptgrund dafür ist aber der, dass nur in einem Schaltjahre die Sabbathe für die Abschnitte ansreichen, weshalb in gewöhnlichen. Jahren von zwölf Monaten einige Male zwei z!;8a1pmengeleeen Werden müssen. Za dieser Klesse kl einerer Versehen gehört auch die Augabe, dass in einem Schaltjahre ein Monat von 29 Tagen eiogeschhltet wird; es ist dies nicht gans correct, da doch eigentlich 30 Tage eingeschoben werden. Auf den gleichen Fehler der Ungenauigkeit ist es zarückzufübren, dass die Frau Johann Hyrkans Königin׳ und dessen Sohn König genannt werden, ohne dass Vorher bemerkt worden, dass Johann Hyrkan, der doch seinem Tater als ,Fürst* gefolgt war, den Titel König angenommen; oder!dass Maiiamne von Herodes der Untreue angeklagt wird, ohne dass vorher berichtet worden, Herodes habe Mariamne gebeirathet. | Ungenau ist puch die Angabe, dass die Römer Jesu wegen Go^tetjlasterang verürtheilt haben, er ist von'den Juden wegen Gotteslästerung, und von den Römern wegen •ei- V ä 1 i" 1 ־ Xti *t 1 «t :•r

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