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Das jüdische Literaturblatt · 1878-02-06 · No. 6 (6.2.1878) · p. Seite 24

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
7 (1878)
Issue
No. 6 (6.2.1878)
Date
1878-02-06
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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ü- •■ 5 ׳:* — 24 — politiset , scheint ans dty Joeephtts. «toriker ein einen thelle Ober ■זי en Rolle vernrtheilt Worden. Ungerecht aber ernnbedingte Verdammung nnd Brandmarkung de« 1 dies Grätz that. so hat er als selbaständiger Hi• t daxu, nicht aber derjenige, der für die Jagend leitfaden schreibt; denn bekanntlieh sind die Ur- Verhalten Josephas im jüdischen Kheirge verschieden, and man' mass in solchem Falle der Jagend nicht aasschliess- Heb die eine Absicht als die richtige hinstellen, nm so weniger, wenn dieses Urtbeil eine am das Jadeatham sonst ״verdiente Persönlichkeit tarn Verräthef stempelt Der Verfasser hat überhaapt dem grossartig \ft4■wdtläufig aagelegten-Grätz’sehen Gesehichtswerke Vieles entnommen, was in den Kleinen Rahmen eines Lehrbaches nicht hineinpasst r Was soll z. B. ein Schaler oder ein nicht talmadisch geschalter Lehrer mit den 7 Regeln (0ך*ות) Hilleis anfangen, wenn sie ohne jede Erklärung hinge»teilt werden, wie: die Folgerung von Geringerem anf Höheres, die Analogie mit einem anderen Gesetze a. 8. w Andererseits sei auch wiederum hervorgehoben, dass Vieles für die Jagend sehr schön and angemessen gegeben ist and die Brost des iwaalitischen Jünglings mit gerechtem Stolze aaf seinen Stamm za erftlieA im 8tanjie ist. 80 gewahrt die Schilderung des Talmuds Und die Aaswahl sittlich erhabener I^hrer aas demselben ein mög- Hebst treues Bild ▼on dem ethischen Gehalte des Talmads. Nur scheint ans ei'n Satz etwas anstössig nnd kann als Anhalt für den , neuerdings lahtgewordenen Vorwarf dienen, dass die Jaden den I; Talmud aber die Bibel gestellt Wenn (8. 104) gesagt wird: .Der Talmud hat die Jaden vor geistiger and sittlicher Verkommenheit bewahrt*, so ist dies richtig; wenn aber fortgefahren wird; ״Er het sie in der Zerstreuung geeinigt, er lieas sie durch die tausenddes Mittelalters unbeschadet schreiten and das aldig ertragen, bis er sie in die Zeit der Freiheit kommt uns dies Lob etwas überschwänglich vor anf die Bibel, die allerdings des Talmads in visals ihrer Erklärung nnd Ergänzung bedarf — id and geschickt ist der Aaszag aas Jehuda dagegen sind Leben and Werke Maimonides' viel Es werden hierbei aach philosophische Gedanksn hingeworfen and mit vronigen Worten abgethan, die ent- , weder in ein ]!ehrbuch nicht gehören, oder wenn angeregt, doch ׳ etwas aasfOhrl .eher behandelt werden müssen So wird vom freien Willen des Me!sehen in seinem Verhältnisse zar Allwissenheit Gottes, also von <1nem der schwierigsten Probleme der Religionsphilosophie, in e nem Satze gesagt, er ,beschränke nicht Gottes All- Wissen heit, da diese etwas anderes ist, als die aas Ursache und Folge genomi 1ene Erfahrung des Menschen.* Die Theorie der Kabbala, wie die Uebersetzang eines grossen Theiles von Gabirol's Kster-malohat könnte unbeschadet der Vollständigkeit des Baches ►.:■. ebenso weghleiben, wie ein bedeutender Theil der aas Mendels- ״ •ohn’s Jerusalem angefthrteir-Kapitel, die mehr philosophi&hea als riUtich-religiöston• Inhaltes sind. — Der Verf. hat die Geschichte '!!irrige jr" - MCrtjrrertham 'gerettet hat*, ■ .and len ,Sben&lla ׳זי■' HsJevy’s Ka «01 kurz i. H|s in die all! *euesteu , dabei voran V' denheit «’ Pm iie am Jagend reo, die trotz mes, als Ti tVes scheinen, & •eien, die Li noch jagen■ bleibe mit fern und Religionegi ד**י Zeit herab geleitet and bespricht aach die Bestrebungen and Strömungen. Er' sieht sich dis drei Richtungen, die sich in der heutigen Ju- :bildet* haben, besonders hervorzuheben, ihre Ziele darzulegen. Ob es darchaas notbwendig ist, der idendea Merkmale dieser Richtungen vorzufäheher Streitpunkte, Gott sei Dank, mehr Gemeinsaindes haben, darüber lässt sich streiten Uns will ob derartige Auseinandersetzungen nicht geeignet zum väterlichea Glauben, zum Jadeatham ia den ihen Gemüthern za stärken nnd za hebln. Man Dreispaltang, mit dieser .Trinität* oer Jugend sie die Einheit Gottes, "die Einheit der jüdischen mtheit, die Einheit des Menschengeschlechtes!*) — ) Wir kfiea h unserem fwch. Hm. Mitarbeiter in diesem Tankt nicht «ans WfOichten. flnno■ n vi im hr, dui rin Bi■ ־ייeis auf die ve*sehi deoen R i c h t u n- ,/-f•• Intrhilt» Jrs *•!■en Jadeotbums recht wobl ia ein Lehrbuch für r iTere f fahött. Sie sr'ahrea« wenn de in'• Leben uinaastretea, doch davoo, sie ” ly* — salbst in noUt. Blattern, — ▼0 pOrtbo^xeo* and vB4örmjad«m,* de totes . Mfeht des. I efauj, sie üb ׳!־ diese Be7eichnunfen mod die vielfach damit ▼rrbünde* ־״ **■t itrifen B^riffc en der Hand d ״r geschieh'licbea Entwickele■* e ifzaklären and. *debei —ttriieh aftcudrüekliehst h4pr<>rzuheben, dass diese »Riehiangen* kine ,* M* •tf. n, uji dass trots msQcb x Verschiedenheiten in Theorie nnd selbst in rhsii dlTZtiddntlinm denooc ׳, ein« einheitliche, alle diese Bich- Schriften, welche dem Gebiet der talmudischen Belletristik angehören — wenn maa die Agadah 80 bezeichnen darf — sind stets von allgemeinem Interesse und dürfen daher auf eiae gute Aafnähme rechnen, namentlich wenn sie sich Uber das Durschnittamass erhebeu and einem vorhandenen Bedürfnis« entgegenkommen. Beides gilt von dem ersten der oben genannten Bücher. Seitdem Mendelssohn, Herder and Krummacher die exotischen Blüthen des rabbinischen Genins auf deutschen Boden zu übertragen begonnen and diese sich daselbst acclimatisirt haben, folgte in dieser Riehtuag eine Fluth von Versuchen, welche als Anthologien, Blumenlesen, Proben und Perlen dem modernen Leser das Verständnis der rabbinischen Dichtungen zu vermitteln sich bemühten Der hervorragendste Platz ia dieser Literatur gebührt unstreitig Dukes und Sachs. Derer Stere hat ausschliesslich die Sentenz bebandelt nnd diese Partie ebenso gelehrt wie umfassend bearbeitet; der letztere dagegen hat hauptsächlich die Erzählungsstoffe berück.«ich-־ tigt und mit seiner meisterhaften Gestaltungskraft ־in seinen .Stirnmen vom Jordan and Euphrat* wahrhaft dichterische Caliinets stücke geliefert. Würdig sahliesst sich diesen Beiden der verewigte Professor Guiseppe Levi an in seinen .Parabeln, Legenden und Gedanken*. Es wird nicht nur ein reichhaltiges Material geboten, auch die Behandlung ist eiae geschmackvolle. Mit Recht verzichtet die Uebersetzung aaf Reim und Srlbenmass, sie versteht jedoch in einfacher nnd edler Prosa die Einkleidung so geschickt herzurichten, dass die Pointe des rabbinischen Satzes wie der Kern aus der Hülse gleichsam bei der ersten Berührung herausspringt. Hr. Seligmann hat sich anseren Dank und ein wahres Verdienst erworben, dass er diese ursprünglich italienische Arbeit <'em deutschen Publikum zugänglich gemacht. Für ihre Beliebtheit und Brauchbarkeit spricht übrigens deutlich genug die in der jüdischen Literatur der Gegenwart nicht allzu häufige Erscheinung, dass eine zweite Ausgabe nöthig geworden und mit Aussicht auf Absatz veranstaltet worden. Es ist diese neue Auflage von Hrn. S mit Zu- Sätzen und Vermehrungen bereichert worden. Die zwei letzten Abschnitte .Prinzipien und Erzählungen religiöser Tagenden*, ,Prinzipien moralischer Tugenden* sind neu hinzugekommen. Wir hätten allerdings uueh gewünscht, dass die Citirweise aus Jalkut und - Rabba eine Verbesseruag erfahren. Die Seitenzahl dieser Werke, nach irgend einer alten Edition, ist niemals eine fixirte geworden, während die Einteilung nach Paragraphen oder Kapiteln aach von den neuen Herausgebern fast durchweg beihehalten wird and daher sicherer auf die richtige Fährte eines Citates leiten kann. Das Buch eignet sich ganz vorzüglich zu Festgeschenken für Jung und Alt und dürfte überhaupt in keinem jüdischen Bause fehlen. Solche Bücher sind die be9ten Abwehrmittel gegen talmud- und judenfeiudliche Schriften, und schon darum müsste dieses Werk von Jedem, dem die Ehre des Judenthums am Herzen liegt, in die weitesten Kreise verbreitet werden. Möge bald eine dritte Auflage dieses von der Verlagshandlung trefflich ausgestatteten Buches nöthig werden! (Schluss folgt.) tangea umschliessende uod Von diesen alle□ mit LI •' be and Ver* ehrung umfasste« unsere gemeinsame Religionsei. — (In diesem Sinn• spreche ich s-.lbst ia der Scblu sstunde dv* Conärma»de&untenrichts tu meinen Schülern.) I sofern jedoch m׳<?sea wir dem Hrn. R censenten Recht giben, als in der Th*t der Verf. obigen Buches dieses Gemeinssme tum Schlüsse nicht hervorhebt« und die wöitliebe Aufführung d 3 ,Aufrufes* dir ״Be liner Ge oasemchait für Reform* und der ״Synoden-Beachiüsse4‘ allerdings! ich! iu das ״Lehrhush'* gehören• (Red.) Abgesehen jedoch ▼on den wenigen gerügten Stellen ist das Bach ein recht schätxenswerther Beitrag zar Hebung des israelitischen Religion»- and Geschichtsunterrichtes; für guten nnd ziemlich fehlerfreien Druck ist Sorge getragen. Braansehweig.' Dr. Kusznitzki. 1) Levi, Ciataeppe, Prof. Parabeln, Legenden und Gedanken aas Talmud nnd Midrasch, Ubers, von Ludwig Seligmann _ Zweite vermehrte Auflage. Leipzig, Oskar Leiner 1877. 8°. 365 S. 2) ם־ אוצר אגדות■ Die Agadoth aus dem babyl. und Jerusalem. Talmud, gesammelt von Gabriel Müller. Th L (J—א), Wien 1877, Filiale der Buchhandlung Brüder Winter. 8*. 239 S. (■!< IjHerarische Anzeigen# [Ist durch ßoebjen erschien im Verlage von Cssrl Gr&alnfer in Stuttgart nnd Et jfde Buchhandlung zu beziehen : . ]Polnische Juden. - Geschichten und Bilder (von [1202 Leo Herzberg Franke/. Zweite vermehrte Aulflage. Preis BK. 6. — 1 B. Seligsberg, Antiquarbuchh. in Bayreuth versendet franco: [1201 De. Ewald, Abodah Sarah, ein Tractat aus dem Talmud zum ersten Male übers, und mit Anmerkungen be- , gleitet. Nürnberg 1868.546 pagg. brosch. 1 neu statt 6 Mark für 1 Mark 80 Pf. er» nt wörtlicher Redaeieur Ur. M. Rahmer. Druck von C. Scharnke ia Barby. Verlag von Robert Friese ia Leipzig.

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