Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 7 (1878)
- Issue
- No. 5. (29.1.1878)
- Date
- 1878-01-29
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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richten, eia Zeitmus brauchen, innerhalb dessen die Thätigkeit nach und nach vollendet wird, so wird die Erkenntnias, welche ja eben eine tob den Thätigkeiten ist,־ bhia As AAfirilicÄüs tira&eW Öe?AiiRt 4SI»״ Äfe %üschä»hM fcrkcnstaaite b%Siä1ah4! .wird von durcheinander gemischten, verworrenen Dingen gebildet; mit der Yernunftkraft, welche den Menaöheä eigen, laateft sie nicht nach, jene Begriffe inner- : halb einer bestimmten Zeit Zu klären und zu läutern, bis die Zweifel ihnen geschwunden sind und die klare, - m^t gar keinem Zweifel mehr versetzte Erkenntniss ge- , Wpnnen ist Wie nun jede der menschlichen Arbeiten ‘. aüe Th eilen besteht, deren Ausführung man vor ihrer vollständigen Erledigung nicht einstellen kann, ohne die ׳ Arbeit unvollendet abzubrechen,. wie z, B. du Säen, ן Bauen, Weben und ähnliche Arbeiten, welche nicht an-! den zu vollenden sind, als wenn die damit Beschäftig- . ten bis an’s Ende ausdauern — dasselbe gilt von der BSrkenntaissarbeit, welche ebenfalls von Anfang an be-! gönnen und von Schritt zu 8chritt fortgeführt werden; muss bis zu ihrem Ende. Beim Anfangspunkt werden j die Zweifel beispielsweise sich auf zehn belaufen, beim i zweiten Nachdenken1) werden e8 nur neun sein, beim I dritten werden es acht sein u. s. w, je mehr der Mensch i sichtet und prüft, vermindern sich die Zweifel, so dass , beim letzten Nachdenken endlich du Eine und zwar { du Gesuchte aufgeklärt ist und es übrig bleibt, ohne | irgend welchen Zweifel, ohne irgend welche Irrung. Ein [ Beispiel 8011 dies erläutern. (Forts, folgt) NachtrÄge zur Kritik des Buches Esther. Ton Dr. J. 8. Bloch in BrtLz. ’ IL Nicht eine Fortsetzung der Untersuchungen über des Verfassers Ideen und Tendenzen, seine Ziele und Zwecke Hegt in Absicht dieser neuen Auseinandersetzung, sondern eine Inbefracbtnhhme jener Partbien des Baches, itt denen der polemische Gedanke in den Hintergrand getreten und der Verf. bona fide Schilderungen giebt, am sieh die nöthige Grundlage and einen .passenden Rahmen za schaffen für die gut durchdachte, dramatisch feingesponnene Handlang. Als eine solche Parthie, harmlos, rein objectiv, ohne jeglichen Hintergedanken, giebt sich Cap. I. Mit Aunähme des schwer verständlichen, von Vielen als corrampirt angesehenen letzten Verses, der sich aber, wie wir bereite bervargehoben, offenbar gegen die allzueifrigen Vorkämpfer der nationalen Sprache kehren will, kommt in ihm die Tendenz nicht zam Vorschein. Der Verfasser berichtet, allerdings mit unverkennbarem Wohlgefalle« and jener Detailmalerei, die nichts als zu unwichtig der prwähnang verschmäht, von dem glänzenäen Mahle, welches der König den ,Völkern and Für- «ten* in der Residenz gegeben. In der gehobenen Stirn- כחלה man geändert and statt dessen gelesen werden: pj־D• ס*0•*!® יזערלאה heisst « in der älteren Version: בשביל כי ף,ין צריכים כתק תדר תם ומנהג ברייתם ומטיל חדושם בכל מעש ratp ומפעל לזמן ומכולן שיתקנו מעשיהם דבינו ממעלוחיהס אחר קצת וקצבה אחר קצבה ושיעור אחר שיעור וג*• Ebenso Mn* ss & « (Astgab• LeipAg 1859) nhten: כ* אל היה לבא omnan pnp 0 אל עניי השד t>an «waw« p״b». | mung beim Gelage hefahl er, dass die Königin ersehe י und vor den ״Völkern und Fürsten“ die 8chötiheitsfbrme ihres Leibes enthülle, ״denn sie war von sehr schöne 1 Gestalt.״ VVas bagt äÄr־ Verfasser zu diesen;, ’ tfett Verfangen? Er berichtet} dass i ״die Köäl 1 wAifüftB’zu flfebfllünfrfa in adr Art^-me fi fohlen durch die Hofbeamten“ -!בוא בדבר המלך אש 121 ,1 ביד הסריסים); er erzählt dann ausführlich v< dem gewaltigen Zorn des Königs, welchen diesem Ung horsam heraufbeschwordn, und aass selbst die Fürst! darob sehr erbost waren, indem sie fürchteten, das Be spiel der Königin dürfte alle Frauen veranlassen, de gleichen Verlangen der Männer ״nunmehr“ nicht Folg zu gehen. 16—18. Diese Erwägung veraalasste de zusammenberufenea Staatsrath, die Absetzung Wascht?» und die Verleihung der Krone ״an eine Andere, besser als sie“ dem König anzurathen. 19—20. Aucj nachdem der Rauch vorüber war, sein Zorn verflog und eine längere Zeit ein ruhiges Nachdenken über!" Vorgefallene ermöglicht hatte, sieht sich der König nichtl veranlasst, der Ungehorsamen seine Gunst wieder za zuwenden1); nach wie vor scheint ihm ihre damalige Weil gerung trotzig und verbrecherisch. Er gedachte wob der Waschti, heisst es, er gedachte aber auch dess was sie gethan, und was über sie verhängt worden“. 2,' War Esther, welche Waschti ersetzen sollte, wirk!« ״besser“ als sie? hat sie in einer ähnlichen Situatio eisern ähnlichen Verlangen des Königs gegenüber, ders und nachgiebiger sich gezeigt? Nach des Verfai Sers Darstellung müsste man es annehmen. Hätten wir es nun mit einem hist Bericht zu tha die merkwürdige und durchau unhebräische Objectirij tät des Verf., der. mit keiner Sylbe seiner Entrüstu über die entarteten Vorgänge Ausdruck leiht, wäre lenfalls befremdend. Völlig unverständlich aber bleib es, wenn man von der Historiciiät absieht und im Buc ein dichterisches Product erkennt. War es nicht meseener — besonders für die Esther — der Ungnad in welche der Verf. W. fallen liess, andere Motive unterlegen? Wie konnten solche uuittlichen Scenen in der reinen Phantasie eines theokratischen Schriftstellä’ sich gestalten? Wie vermochte er nur sie mit solä liebevoller Ausführlichkeit zu schildern, ohne auch den leisesten Tadel durchschimmem zu lassen, ger als ob solche Vorgänge selbstverständlich und nack| keiner Seite irgend Tadeluwerthes enthielten. Bei den Griechen, bei denen die leibliche SchÖ heit als eine heiligende Gnadengabe der Gottheit gef ' den wurde, da war es nicht ungewöhnlich, dd ein Weib in öffentlicher Versammlung, so Feste der eleusischen Mysterien und der Po donien vor den versammelten ״Völkern und Fürsten“ di» Gewandung äblegte, das Haar auflöste, a») als Anadyomene nackt in das Wasser zu steigeij] konnte auch der berühmte Redner Hyperides es wa seiner schönen Clientin im Gerichtssaal das Gewand vq Busen wegzureissen, damit unter dem überwältigend«! Eindruck der enthüllten 8chönheitsformen —| die Richter einen Freispruch erkennen. Offenbar hat auch der Verf. hier Seine Scene er־l lauscht, denn die Schilderung hat durch und durch grM chische Art. Den hellenischen Cultus der Sinnlichkeit btt] den Hebräern heimisch Zu machen, war das Hauptb ben der Hellenisten. Der Verf. fordert allerdings niebt] direct zur Nachahmung auf, er macht seine Landsleute dÜtj . , ,*) Dieser Ten beweist, dope die Auffassung des Midrwci *jM «Sämtlicher rabbinischer Erklärer von dem העמים r11Kv?1!TB' לו יו והשרים את d*** eie hi Nodlt&t »reeheuäft sollte, «kJ einrig richtige. Sonst hstte.ee in T. 19 bloe heissen müssen j 10^ י^ד"^ an, Waschti •ei htnjj tat Worden, ohne aber tae Bache »inen Anhalt hieAr sa